{"id":18045,"date":"2012-12-11T15:29:06","date_gmt":"2012-12-11T13:29:06","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18045"},"modified":"2012-12-11T15:29:06","modified_gmt":"2012-12-11T13:29:06","slug":"v-b-259-07-abweichende-steuerfestsetzung-bei-nachtraeglich-der-umsatzsteuer-unterworfenen-schoenheitsoperationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-259-07-abweichende-steuerfestsetzung-bei-nachtraeglich-der-umsatzsteuer-unterworfenen-schoenheitsoperationen\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;259\/07 &#8211; Abweichende Steuerfestsetzung bei nachtr&auml;glich der Umsatzsteuer unterworfenen Sch&ouml;nheitsoperationen?"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.4.2008, V B 259\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Abweichende Steuerfestsetzung bei nachtr&auml;glich der Umsatzsteuer unterworfenen Sch&ouml;nheitsoperationen?<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist Rechtsnachfolgerin ihres verstorbenen Ehemannes, der in den Streitjahren 1996 bis 2000 als Arzt medizinisch nicht indizierte Sch&ouml;nheitsoperationen durchgef&uuml;hrt hatte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung gelangte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Rechtsauffassung, dass medizinisch nicht indizierte Sch&ouml;nheitsoperationen nicht unter die Steuerbefreiung des &sect; 4 Nr. 14 des Umsatzsteuergesetzes 1993\/1999 (UStG) fielen, und setzte entsprechend Umsatzsteuer fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem ein f&uuml;r die Jahre 1996 bis 1998 durchgef&uuml;hrtes Klageverfahren sowie die Revision mit Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15. Juli 2004 V R 27\/03 (BFHE 206, 471, BStBl II 2004, 862) und eine Verfassungsbeschwerde (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 4. Juli 2006&nbsp;&nbsp;1 BvR 2241\/04) erfolglos geblieben waren, beantragte der vormalige Kl&auml;ger ein Absehen von der Besteuerung aus Billigkeitsgr&uuml;nden nach &sect; 163 der Abgabenordnung (AO). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, weder aus Verwaltungsanweisungen noch aus der Rechtsprechung habe sich ergeben, dass die Steuerbefreiung nach &sect; 4 Nr. 14 UStG nur die heilberufliche T&auml;tigkeit eines Arztes umfasse. Auch nach Ergehen des Urteils des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vom 14. September 2000 Rs. C-384\/98 (Slg. 2000, I-6795, Umsatzsteuer-Rundschau 2000, 432) sowie des Erlasses des Bundesministeriums der Finanzen vom 13. Februar 2001 (BStBl I 2001, 157) h&auml;tten einzelne Oberfinanzdirektionen (OFD) aus Billigkeitsgr&uuml;nden ein Absehen von der Besteuerung angeordnet, nicht jedoch die f&uuml;r den vormaligen Kl&auml;ger zust&auml;ndige OFD Berlin.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nachdem das FA den Antrag auf abweichende Steuerfestsetzung nach &sect; 163 AO abgelehnt sowie einen hiergegen eingelegten Einspruch u.a. mit der Begr&uuml;ndung zur&uuml;ckgewiesen hatte, &sect; 4 Nr. 14 UStG diene der Entlastung der Sozialversicherungstr&auml;ger, die jedoch bei medizinisch nicht indizierten Ma&szlig;nahmen nicht leistungspflichtig seien, wies das Finanzgericht die Klage ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, ein Ermessensfehler des FA sei nicht erkennbar, weil die Steuerfestsetzungen nicht den Wertungen des Gesetzgebers zuwider liefen. Der BFH habe bereits mit Urteil vom 26. Mai 1977 V R 95\/76 (BFHE 123, 199, BStBl II 1977, 879) zu Arzneimittelverk&auml;ufen eines Arztes aus der Hausapotheke entschieden, dass nicht jegliche T&auml;tigkeit eines Arztes, sondern nur die Aus&uuml;bung der Heilkunde nach &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerbefreit sei. Das FA habe auch keinen Vertrauenstatbestand gesetzt, aufgrund dessen der vormalige Kl&auml;ger auf eine Steuerbefreiung dieser Ums&auml;tze nach Treu und Glauben h&auml;tte vertrauen d&uuml;rfen. Der Kl&auml;ger habe weder eine Auskunft beim FA eingeholt noch eine verbindliche Zusage erhalten. Es h&auml;tten in den Streitjahren auch keine entsprechenden Verwaltungsrichtlinien bestanden. Auf eine Billigkeitsregelung der OFD Karlsruhe k&ouml;nne er sich nicht berufen, weil es keinen Anspruch auf Ausdehnung einer gesetzwidrigen Billigkeitsregelung in den Bereich einer anderen OFD gebe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der auf grunds&auml;tzliche Bedeutung gest&uuml;tzten Nichtzulassungsbeschwerde. Zu kl&auml;ren sei die Rechtsfrage, ob sich aus Billigkeitsregelungen einzelner OFD ein Anspruch auf Gleichbehandlung ergebe. Drei s&uuml;ddeutsche OFD h&auml;tten &quot;in nahezu gesetzwidriger Weise&quot; ihre Sch&ouml;nheitskliniken von der Besteuerung ausgenommen. Der Grundsatz, wonach es keine Gleichbehandlung im Unrecht gebe, gelte in diesem Falle nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Wird eine Nichtzulassungsbeschwerde &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gest&uuml;tzt, so muss der Beschwerdef&uuml;hrer darlegen, dass die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Hierzu muss er nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH in der Beschwerdeschrift schl&uuml;ssig und substantiiert darlegen, aus welchen Gr&uuml;nden und in welchem Umfang die Rechtsfrage umstritten ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 4. Oktober 1996 VIII B 2\/96, BFH\/NV 1997, 411; vom 9. August 1999 VII B 282\/98, BFH\/NV 2000, 74). Daran fehlt es. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH kann aus dem allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes kein Anspruch auf Ausdehnung einer gesetzwidrigen Verwaltungspraxis entnommen werden (BFH-Beschluss vom 13. Februar 2007 II B 32\/06, BFH\/NV 2007, 966). Aus welchen Gr&uuml;nden im Streitfall etwas anderes gelten soll, hat die Kl&auml;gerin nicht substantiiert ausgef&uuml;hrt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Im &Uuml;brigen hat der Senat in einem gleich gelagerten Fall, in dem es ebenfalls um eine abweichende Steuerfestsetzung aus Billigkeitsgr&uuml;nden nach Sch&ouml;nheitsoperationen ging, mit Beschluss vom 26. September 2007 V B 8\/06 (BFH\/NV 2008, 320) bereits entschieden, dass schlichtes Verwaltungsunterlassen durch jahrelanges Unterlassen der Besteuerung von Sch&ouml;nheitsoperationen keine hinreichende Vertrauensgrundlage f&uuml;r einen Billigkeitserlass begr&uuml;ndet und sich zudem aus der unterschiedlichen Verwaltungspraxis einzelner OFD kein Anspruch auf Ausdehnung einer gesetzwidrigen Besteuerung herleiten l&auml;sst. Auch im Hinblick auf diese Entscheidung fehlt es an der von der Kl&auml;gerin geltend gemachten grunds&auml;tzlichen Bedeutung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.4.2008, V B 259\/07 Abweichende Steuerfestsetzung bei nachtr&auml;glich der Umsatzsteuer unterworfenen Sch&ouml;nheitsoperationen? Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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