{"id":18087,"date":"2012-12-11T05:49:21","date_gmt":"2012-12-11T03:49:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18087"},"modified":"2012-12-11T05:49:21","modified_gmt":"2012-12-11T03:49:21","slug":"ix-b-154-07-nzb-fremdvergleich-einzelfall-umstaende-verstoss-gegen-denkgesetze-fehlerhafte-rechtsanwendung-erheblichkeit-des-verfahrensmangels-materiell-rechtlicher-standpunkt-des-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-154-07-nzb-fremdvergleich-einzelfall-umstaende-verstoss-gegen-denkgesetze-fehlerhafte-rechtsanwendung-erheblichkeit-des-verfahrensmangels-materiell-rechtlicher-standpunkt-des-fg\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;154\/07 &#8211; NZB: Fremdvergleich, Einzelfall-Umst&auml;nde, Versto&szlig; gegen Denkgesetze, fehlerhafte Rechtsanwendung; Erheblichkeit des Verfahrensmangels, materiell-rechtlicher Standpunkt des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.4.2008, IX B 154\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">NZB: Fremdvergleich, Einzelfall-Umst&auml;nde, Versto&szlig; gegen Denkgesetze, fehlerhafte Rechtsanwendung; Erheblichkeit des Verfahrensmangels, materiell-rechtlicher Standpunkt des FG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es bleibt dahingestellt, ob ihre Begr&uuml;ndung den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht; jedenfalls sind die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) vorgebrachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) nicht erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung dient der sog. Fremdvergleich der Feststellung, ob der zu beurteilende Sachverhalt dem privaten Bereich oder dem Bereich der Einkunftserzielung zuzuordnen ist (vgl. BFH-Beschluss vom 20. Januar 2003 IX B 94\/02, BFH\/NV 2003, 617). Ma&szlig;gebend f&uuml;r die Beurteilung ist die Gesamtheit der objektiven Gegebenheiten; dabei kann einzelnen dieser Beweisanzeichen je nach Lage des Falles im Rahmen der Gesamtbetrachtung eine unterschiedliche Bedeutung zukommen. Dementsprechend schlie&szlig;t nicht jede Abweichung vom &Uuml;blichen notwendigerweise die steuerliche Anerkennung des Vertragsverh&auml;ltnisses aus (BFH-Urteile vom 17. Dezember 2003 IX R 7\/98, BFH\/NV 2004, 1270; vom 17. Februar 1998 IX R 30\/96, BFHE 185, 397, BStBl II 1998, 349; vom 7. Mai 1996 IX R 69\/94, BFHE 180, 377, BStBl II 1997, 196, m.w.N.). Auf der Basis dieser Grunds&auml;tze ist das Finanzgericht (FG) zu dem Ergebnis gelangt, dass das abgeschlossene Mietverh&auml;ltnis mangels Fremd&uuml;blichkeit nicht der Besteuerung zugrunde gelegt werden k&ouml;nne. Es hat dabei im Rahmen der erforderlichen W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde ma&szlig;geblich auf die wegen fehlender Gegenseitigkeit unzul&auml;ssige Aufrechnung (vgl. Palandt\/Gr&uuml;neberg, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 67. Aufl., &sect; 387 Rz 4, 5; Bamberger\/Roth\/ Dennhardt, BGB, Bd. 1, 2. Aufl., &sect; 387 Rz 20, m.w.N.) hinsichtlich der Mietzahlung als Hauptpflicht, die unklare Nebenkostenvereinbarung bzw. deren Durchf&uuml;hrung sowie die Unk&uuml;ndbarkeit des Mietverh&auml;ltnisses und die sich auch auf die Erben erstreckende, abbedungene Mieterh&ouml;hungsm&ouml;glichkeit abgestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Soweit sich der Kl&auml;ger gegen die Auffassung des FG zur Aufrechnungslage wendet, setzt er seine eigene Ansicht anstelle des FG und r&uuml;gt damit lediglich die &quot;fehlerhafte Rechts- und Rechtsprechungsanwendung&quot;, also materiell-rechtliche Fehler. Das gilt gleicherma&szlig;en f&uuml;r den hinsichtlich der Unklarheit der Nebenkostenvereinbarung ger&uuml;gten Versto&szlig; gegen Denkgesetze; denn ein solcher Versto&szlig; ist der Anwendung materiellen Rechts zuzuordnen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. Juni 2002 X B 144\/01, BFH\/NV 2002, 1336; vom 5. Januar 2007 II B 31\/06, BFH\/NV 2007, 972). Derartige Einw&auml;nde k&ouml;nnen aber die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen (siehe auch unter 1. c).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Des Weiteren liegt die hinsichtlich des Fremdvergleichs ger&uuml;gte Divergenz zu den Urteilen der Finanzgerichte Berlin vom 15. April 1997&nbsp;&nbsp;5355\/96 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 1997, 1517) und Baden-W&uuml;rttemberg vom 21. Juni 2005&nbsp;&nbsp;4 K 250\/01 (EFG 2005, 1943) schon deshalb nicht vor, weil es bei der Pr&uuml;fung der Fremd&uuml;blichkeit eines Mietverh&auml;ltnisses auf die konkreten Umst&auml;nde im Einzelfall ankommt, die das jeweilige FG im Rahmen der erforderlichen Gesamtw&uuml;rdigung als Tatfrage zu beurteilen hat (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. September 2002 IX B 14\/02, BFH\/NV 2003, 191; vom 15. Mai 2003 IX B 30\/03, BFH\/NV 2003, 1206). Das schlie&szlig;t es nach der unter 1. a zitierten Rechtsprechung insbesondere nicht aus, dass die gleichen Beweisanzeichen in verschiedenen F&auml;llen bei der Gesamtw&uuml;rdigung (insbesondere im Zusammenhang mit anderen Umst&auml;nden) unterschiedlich gewichtet und gew&uuml;rdigt werden. Daraus l&auml;sst sich jedoch keine Divergenz ableiten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Letztlich r&uuml;gt der Kl&auml;ger mit seinen &#8211;zum Teil nach Art einer Revisionsbegr&uuml;ndung gehaltenen&#8211; Einw&auml;nden die fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG, also materiell-rechtliche Fehler; damit kann jedoch die Zulassung der Revision nicht erreicht werden (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. September 2001 V B 77\/00, BFH\/NV 2002, 359; vom 29. Dezember 2006 IX B 139\/05, BFH\/NV 2007, 1084, unter 4.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Soweit der Kl&auml;ger hinsichtlich der (vom FG angenommenen) Unklarheit der Nebenkostenabrede eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungs- und der Hinweispflicht (&sect; 76 Abs. 1, 2 FGO) sowie eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) als Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) r&uuml;gt, reicht das Beschwerdevorbringen nicht aus, die erforderliche Erheblichkeit des Verfahrensmangels hinreichend zu belegen. Denn zum einen wird mit einer derartigen, auf ein einzelnes Indiz abstellenden R&uuml;ge nicht notwendig die vorgenommene Gesamtw&uuml;rdigung in Frage gestellt, zumal angesichts der &uuml;brigen vom FG als gewichtig angesehenen Indizien. Zum anderen kommt es auch in diesem Kontext grunds&auml;tzlich auf den insoweit ma&szlig;gebenden materiell-rechtlichen Standpunkt des FG an (z.B. BFH-Beschluss vom 25. Februar 2005 III B 13\/04, BFH\/NV 2005, 1065). Zum Dritten ist auch die fehlerhafte Auslegung von Vertr&auml;gen im Rahmen der Urteilsfindung grunds&auml;tzlich kein verfahrensrechtlicher, sondern ein materieller Fehler, der als solcher die Zulassung der Revision nicht rechtfertigen kann (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. M&auml;rz 2007 X B 146\/05, BFH\/NV 2007, 1125; vom 29. Januar 2004 IV B 95\/02, BFH\/NV 2004, 949).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.4.2008, IX B 154\/07 NZB: Fremdvergleich, Einzelfall-Umst&auml;nde, Versto&szlig; gegen Denkgesetze, fehlerhafte Rechtsanwendung; Erheblichkeit des Verfahrensmangels, materiell-rechtlicher Standpunkt des FG Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Es bleibt dahingestellt, ob ihre Begr&uuml;ndung den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) entspricht; jedenfalls sind die vom Kl&auml;ger und &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-154-07-nzb-fremdvergleich-einzelfall-umstaende-verstoss-gegen-denkgesetze-fehlerhafte-rechtsanwendung-erheblichkeit-des-verfahrensmangels-materiell-rechtlicher-standpunkt-des-fg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;154\/07 &#8211; NZB: Fremdvergleich, Einzelfall-Umst&auml;nde, Versto&szlig; gegen Denkgesetze, fehlerhafte Rechtsanwendung; Erheblichkeit des Verfahrensmangels, materiell-rechtlicher Standpunkt des FG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18087","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18087","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18087"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18087\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18087"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18087"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18087"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}