{"id":18091,"date":"2012-12-11T05:49:18","date_gmt":"2012-12-11T03:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18091"},"modified":"2012-12-11T05:49:18","modified_gmt":"2012-12-11T03:49:18","slug":"vii-b-226-07-keine-einstweilige-anordnung-zum-schutz-des-steuergeheimnisses-wenn-die-verhaeltnisse-bereits-der-oeffentlichkeit-bekannt-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-226-07-keine-einstweilige-anordnung-zum-schutz-des-steuergeheimnisses-wenn-die-verhaeltnisse-bereits-der-oeffentlichkeit-bekannt-sind\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;226\/07 &#8211; Keine einstweilige Anordnung zum Schutz des Steuergeheimnisses, wenn die Verh&auml;ltnisse bereits der &Ouml;ffentlichkeit bekannt sind"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, VII B 226\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine einstweilige Anordnung zum Schutz des Steuergeheimnisses, wenn die Verh&auml;ltnisse bereits der &Ouml;ffentlichkeit bekannt sind<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) sieht seine steuerlichen Geheimnisse durch eine Pressemitteilung des Antragsgegners und Beschwerdegegners (Antragsgegner) verletzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller hatte 2004 Steuerr&uuml;ckst&auml;nde von &#8230; EUR. Ihm war bereits im Dezember 2003 eine Mahnung erteilt worden; im April 2004 erging eine Zahlungsaufforderung mit Vollstreckungsank&uuml;ndigung. Hierauf hat der Antragsteller seinem FA telefonisch mitgeteilt, die r&uuml;ckst&auml;ndigen Betr&auml;ge in drei Raten zahlen zu wollen. Die ersten beiden Teilzahlungen wurden tats&auml;chlich geleistet. Die dritte Zahlung ist bei dem FA nicht fristgerecht eingegangen. Es hat deshalb im Juli 2004 eine Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung betreffend das Bankkonto des Antragstellers erlassen, welcher daraufhin die Zahlung der dritten Rate veranlasste.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In dieser Zeit erschienen Presseberichte, die sich auf ein Vorgehen der Finanzverwaltung gegen &#8230;, u.a. den Antragsteller, bezogen und sinngem&auml;&szlig; einen Zusammenhang zwischen der Befassung des Antragstellers mit &#8230; und bestimmten steuerverfahrensrechtlichen Ma&szlig;nahmen der Finanzverwaltung gegen den Antragsteller herstellten. Der Antragsteller selbst &auml;u&szlig;erte sich in einer regionalen Fernsehsendung dahin, es handle sich um eine Retourkutsche der Verwaltung, um die &#8230; einzusch&uuml;chtern, damit sie die Dinge nicht so weiterverfolgten, wie sie das bisher sehr intensiv getan h&auml;tten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsgegner wies diese Vorw&uuml;rfe in einer Presseerkl&auml;rung vom &#8230; zur&uuml;ck, ohne auf Einzelheiten einzugehen. Wegen der dennoch in der &Ouml;ffentlichkeit weiter erhobenen Vorw&uuml;rfe, die Finanzverwaltung habe unlauteren Druck auf die &#8230; ausge&uuml;bt, wof&uuml;r die Presse u.a. entsprechende &Auml;u&szlig;erungen des Antragstellers selbst zitierte, sah sich der Antragsgegner veranlasst, sich an den Antragsteller zu wenden und ihn zu bitten, der Offenbarung von Tatsachen aus dem ihn betreffenden Besteuerungsverfahren zuzustimmen, damit die Finanzverwaltung zu den gegen sie erhobenen Vorw&uuml;rfen in der &Ouml;ffentlichkeit Stellung nehmen k&ouml;nne. Der Antragsteller hat diese Einwilligung nicht erteilt. Der Antragsgegner k&uuml;ndigte deshalb dem Antragsteller an, nach &sect; 30 Abs. 4 Nr. 5 Buchst. c der Abgabenordnung (AO) verfahren zu wollen, wenn der Antragsteller die zuvor erbetene Befreiungserkl&auml;rung nicht doch noch vorlege, und gab am &#8230; eine Presseerkl&auml;rung heraus, in der er u.a. ausf&uuml;hrte, der Antragsteller habe 2004 Steuerr&uuml;ckst&auml;nde gehabt, die (vollautomatisch) maschinell angemahnt worden seien und deretwegen eine schriftliche Zahlungsaufforderung (Vollstreckungsank&uuml;ndigung) durch die Vollstreckungsstelle des FA erlassen worden sei. Die im FA gef&uuml;hrten Akten wiesen keine Abweichungen zu der &uuml;blichen Bearbeitungsweise auf.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Presseerkl&auml;rung wurde vom Antragsgegner auch ins Internet gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller hat den Antragsgegner zur Abgabe einer Unterlassungs- und Verpflichtungserkl&auml;rung aufgefordert und, als dieser dem nicht nachkam, bei dem Finanzgericht (FG) einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen den Antragsgegner gestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat &uuml;ber diesen Antrag durch die in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 182 ver&ouml;ffentlichte Entscheidung befunden; es hielt ihn f&uuml;r zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet, weil es an einem Anordnungsanspruch fehle. Der Antragsgegner sei nach &sect; 30 Abs. 4 Nr. 5 Buchst. c AO berechtigt gewesen, die strittigen Angaben zu ver&ouml;ffentlichen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gegen diesen Beschluss richtet sich die vom FG zugelassene Beschwerde des Antragstellers, der im Wesentlichen Folgendes vortr&auml;gt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &sect; 30 Abs. 4 Nr. 5 Buchst. c AO habe Ausnahmecharakter und stelle hohe Anforderungen bei der Pr&uuml;fung seiner Tatbestandsmerkmale. Bereits Art und Weise der Ermessensaus&uuml;bung durch den Antragsgegner lasse jedoch im Streitfall erkennen, dass ein Abw&auml;gungsprozess nicht stattgefunden habe. Der Antragsgegner habe keinerlei Anhaltspunkte daf&uuml;r angef&uuml;hrt, warum die inkriminierten Ver&ouml;ffentlichungen dazu geeignet sein sollten, das Vertrauen in die Finanzverwaltung &quot;erheblich zu ersch&uuml;ttern&quot;. Es sei nicht erkennbar, dass &Uuml;berlegungen angestellt worden seien, ob eine &uuml;ber die Ver&ouml;ffentlichungen der Finanzverwaltung vom &#8230; hinausgehende Ver&ouml;ffentlichung erforderlich sei und ob es noch einer weiteren Richtigstellung mit Offenbarung von Einzelheiten aus dem Steuerverh&auml;ltnis bed&uuml;rfe. Die streitige Pressemitteilung mache den Eindruck, dass es darum gegangen sei, massiv dem Wirken des Antragstellers im politischen Raum entgegenzutreten und eine politische Besch&auml;digung des Finanzsenators zu unterbinden. Das widerspreche dem Zweck des &sect; 30 Abs. 4 Nr. 5 Buchst. c AO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Weiter meint der Antragsteller, es fehle an den Tatbestandsmerkmalen dieser Vorschrift. Der Begriff Offenbaren lege nahe, dass damit nur die Erlaubnis zur Preisgabe in einem eingegrenzten Verfahren gemeint sei, nicht eine &quot;unkontrollierte Ver&ouml;ffentlichung&quot; von Daten in der Presse. Es fehle auch an einer Feststellung unwahrer Tatsachenbehauptungen. Die in der Presse bez&uuml;glich des Antragstellers behaupteten Tatsachen seien nicht erweislich unwahr, sodass zwingend der Schluss zu ziehen gewesen w&auml;re, dass der Antragsgegner nicht berechtigt war, das Steuergeheimnis zu brechen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner sei auch keine erhebliche Ersch&uuml;tterung des Vertrauens der Bev&ouml;lkerung in die Finanzverwaltung gegeben; sie sei auch nicht zu erwarten gewesen. Der Antragsgegner sei mit seiner gegenteiligen Auffassung in den Pressever&ouml;ffentlichungen stets zitiert worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Schlie&szlig;lich sei auch der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatz verletzt. Insbesondere h&auml;tten durch zivilrechtliche Unterlassungsverf&uuml;gungen weitere Ver&ouml;ffentlichungen verhindert werden k&ouml;nnen; das h&auml;tte vor allem dazu gef&uuml;hrt, dass die bis heute im Internet abrufbaren Artikel der betreffenden Zeitungen entfernt worden w&auml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsteller beantragt, unter Aufhebung des FG-Beschlusses      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. dem Antragsgegner bei Meidung von Ordnungsgeld in H&ouml;he bis zu 250 000 EUR, ersatzweise Ordnungshaft oder Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten zu untersagen, die in seiner Presseerkl&auml;rung Nr. &#8230; enthaltenen Aussagen zu den steuerlichen Verh&auml;ltnissen des Antragstellers und insbesondere zum Vollstreckungsverfahren des Jahres 2004 gegen&uuml;ber Dritten zu verlautbaren und\/oder sonst wie &ouml;ffentlich zu verbreiten,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. dem Antragsgegner aufzugeben, unverz&uuml;glich die Presseerkl&auml;rung Nr. &#8230; aus den Internetseiten des Antragsgegners unter http:\/\/www. &#8230; zu entfernen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Antragsgegner beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er h&auml;lt den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung f&uuml;r unzul&auml;ssig. Die angeblich unter Verletzung des Steuergeheimnisses offenbarten Daten seien n&auml;mlich seit Ver&ouml;ffentlichung der Presseerkl&auml;rung offenkundig und daher nicht mehr schutzf&auml;hig. Die Kenntnis der breiten &Ouml;ffentlichkeit von diesen Daten k&ouml;nne nicht mehr r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden. Die Informationen seien u.a. in den Archiven der Presseorgane einsehbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Vorsorglich tritt der Antragsgegner jedoch auch den Ausf&uuml;hrungen des Antragstellers zur Begr&uuml;ndung seines Anordnungsanspruchs entgegen und zieht in diesem Zusammenhang zur Unterst&uuml;tzung seiner &Uuml;berlegungen die Erw&auml;gungen der Staatsanwaltschaft heran, welche die durch Anzeige des Antragstellers ausgel&ouml;sten Strafverfahren gegen Mitarbeiter der Finanzverwaltung, u.a. den Bundesfinanzminister und den Finanzsenator, inzwischen eingestellt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. 1. Der Senat entscheidet &uuml;ber die nach &sect; 128 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssige Beschwerde ohne m&uuml;ndliche Verhandlung (&sect;&sect; 132, 90 Abs. 1 Satz 2 FGO), weil eine solche weder zur weiteren Aufhellung des Sachverhalts noch zur Kl&auml;rung der unterschiedlichen Rechtsstandpunkte der Beteiligten erforderlich erscheint. Allein wegen der grunds&auml;tzlichen Bedeutung, die das FG und die Beteiligten der Sache beimessen, kommt die Anberaumung einer m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht in Betracht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat den Antrag des Antragstellers auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Ergebnis zu Recht abgelehnt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine einstweilige Anordnung kann nach &sect; 114 Abs. 1 FGO nur ergehen, wenn die Gefahr besteht, dass durch eine Ver&auml;nderung des bestehenden Zustands die Verwirklichung eines Rechts des Antragstellers vereitelt oder wesentlich erschwert werden k&ouml;nnte oder wenn eine solche Anordnung zur Regelung eines vorl&auml;ufigen Zustands in Bezug auf ein streitiges Rechtsverh&auml;ltnis n&ouml;tig erscheint, insbesondere um wesentliche Nachteile von dem Antragsteller abzuwenden (Anordnungsgrund).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Diese Voraussetzungen, die das FG im Interesse eines effektiven Rechtsschutzes des Antragstellers bejaht hat, fehlen im Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Ver&auml;nderung des bestehenden Zustands droht, wovon offensichtlich auch das FG ausgegangen ist, nicht: Die strittige Pressemitteilung des Antragsgegners ist bereits verbreitet worden und eine anderweitige Offenbarung der darin mitgeteilten, angeblich als steuerliche Geheimnisse des Antragstellers gesch&uuml;tzten Tatsachen ist nicht zu erwarten. Der Antragsteller hat jedenfalls nichts daf&uuml;r vorgetragen, dass eine solche erneute Offenbarung ernstlich zu erwarten ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Anordnung zur vorl&auml;ufigen Regelung eines Zustands in Bezug auf das zwischen den Beteiligten streitige Rechtsverh&auml;ltnis &#8211;d.h. die angebliche Befugnis des Antragsgegners, die &Ouml;ffentlichkeit dar&uuml;ber zu unterrichten, dass der Antragsteller Steuerr&uuml;ckst&auml;nde hatte und aus welchen Gr&uuml;nden und in welcher Weise das FA gegen den Antragsteller vorgegangen ist, um diese beizutreiben&#8211; erscheint ebenso wenig n&ouml;tig. Sie k&ouml;nnte sich nach Lage der Dinge nur im Sinne des zweiten vom Antragsteller formulierten Antrags darauf richten, die strittige Pressemitteilung von der Homepage des Antragsgegners zu entfernen. Diese Ma&szlig;nahme w&auml;re indes, wie dieser mit Recht geltend macht, g&auml;nzlich ungeeignet, die durch die Pressemitteilung offenbarten steuerlichen Tatsachen geheim zu halten; denn abgesehen davon, dass schwerlich angenommen werden kann, dass Dritte von diesen nach einem Zeitraum von inzwischen fast vier Jahren durch Zugriff auf diese Homepage noch Kenntnis erlangen wollen, sind diese Tatsachen, wie im Einzelnen keiner Ausf&uuml;hrung bedarf, in vielf&auml;ltiger Weise in das Ged&auml;chtnis der &Ouml;ffentlichkeit eingegangen und k&ouml;nnen au&szlig;er auf der Homepage des Antragsgegners in anderen elektronischen Quellen, aber auch in Archiven und dergleichen nachgeschlagen werden. Sie k&ouml;nnen, wie auf der Hand liegt, aus dem Ged&auml;chtnis der &Ouml;ffentlichkeit nicht mehr getilgt werden, und durch die beantragte einstweilige Anordnung kann auch nicht eine etwaige weitere Verbreitung derselben verhindert werden. Anders als das FG meint, wird die bereits eingetretene vermeintliche Rechtsgutverletzung des Antragstellers durch den Verbleib der Pressemitteilung im Internet nicht in einer Weise intensiviert, die den Erlass einer einstweiligen (Regelungs-)Anordnung rechtfertigen k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Ob die begehrte einstweilige Anordnung ergehen k&ouml;nnte, wenn es einen Anordnungsgrund g&auml;be, ob also bei der nach &sect; 114 FGO gebotenen vorl&auml;ufigen rechtlichen Pr&uuml;fung davon auszugehen ist, dass der Antragsteller aufgrund des Steuergeheimnisses (&sect; 30 AO) Anspruch darauf hat, dass der Antragsgegner die in der Pressemitteilung enthaltenen Informationen &uuml;ber seine steuerlichen Verh&auml;ltnisse geheim h&auml;lt (Anordnungsanspruch), braucht der beschlie&szlig;ende Senat nicht abschlie&szlig;end zu entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Erg&auml;nzend zu den allerdings &uuml;berzeugend erscheinenden Ausf&uuml;hrungen des angefochtenen Beschlusses zu &sect; 30 Abs. 4 Nr. 5 Buchst. c AO ist indes zu bemerken, dass auch der beschlie&szlig;ende Senat zu der &#8211;freilich strittigen&#8211; Rechtsauffassung neigt, dass eine Tatsache, von der sich jedermann hat Kenntnis verschaffen k&ouml;nnen, etwa weil sie Gegenstand einer &ouml;ffentlichen Er&ouml;rterung z.B. in einer Gerichtsverhandlung gewesen ist (dazu Alber in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 30 AO Rz 124; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 30 Rz 59a), deshalb grunds&auml;tzlich noch nicht den Schutz einb&uuml;&szlig;t, den ihr &sect; 30 Abs. 1 AO ggf. gew&auml;hrt. Sind dem Steuergeheimnis unterliegende Tatsachen jedoch einem unbeschr&auml;nkten gr&ouml;&szlig;eren Kreis Dritter tats&auml;chlich bekannt geworden, d&uuml;rfte &sect; 30 Abs. 1 AO nicht zu einer weiteren &quot;Geheimhaltung&quot; in dem Sinne verpflichten, dass die von der Vorschrift angesprochenen Amtstr&auml;ger nicht zu einer weiteren Verbreitung der Kenntnis von diesen Tatsachen beitragen d&uuml;rften, indem sie erneute Zugriffe auf die betreffenden, bereits bestehenden Informationsquellen gestatten; das gilt jedenfalls dann, wenn sich Dritte, denen die Tatsachen trotz ihrer Offenbarung noch nicht bekannt sind, jederzeit und ohne erhebliche Schwierigkeiten von ihnen aus anderen Quellen Kenntnis verschaffen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Rechtsschutz des Antragstellers wird dadurch nicht vereitelt und, anders als das FG offenbar meint, auch nicht unzumutbar verk&uuml;rzt. Denn sofern dem Antragsteller nicht der Rechtsbehelf einer Fortsetzungsfeststellungsklage offenstehen sollte, weil er ein rechtsschutzw&uuml;rdiges konkretes Interesse an der Kl&auml;rung der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der strittigen Pressemitteilung nicht geltend machen kann, m&uuml;sste in Betracht gezogen werden, ihm auf diesem Wege gleichwohl Rechtsschutz zu gew&auml;hren, weil sich Ma&szlig;nahmen wie die hier streitige naturgem&auml;&szlig; zu erledigen pflegen, bevor abwehrender Rechtsschutz erlangt werden kann (vgl. dazu n&auml;her Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 28. Juni 1972&nbsp;&nbsp;1 BvR 105\/63 und 1 BvR 275\/68, BVerfGE 33, 247, 257, sowie Urteil des Senats vom 11. August 1998 VII R 72\/97, BFHE 187, 159, BStBl II 1998, 750). Hinter diese Rechtsschutzm&ouml;glichkeit muss der Rechtsschutz in dem Verfahren nach &sect; 114 FGO zur&uuml;cktreten, das nur ausnahmsweise bei Vorliegen der dort geregelten Voraussetzungen er&ouml;ffnet ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, VII B 226\/07 Keine einstweilige Anordnung zum Schutz des Steuergeheimnisses, wenn die Verh&auml;ltnisse bereits der &Ouml;ffentlichkeit bekannt sind Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Antragsteller und Beschwerdef&uuml;hrer (Antragsteller) sieht seine steuerlichen Geheimnisse durch eine Pressemitteilung des Antragsgegners und Beschwerdegegners (Antragsgegner) verletzt. 2&nbsp; Der Antragsteller hatte 2004 Steuerr&uuml;ckst&auml;nde von &#8230; EUR. Ihm war &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-226-07-keine-einstweilige-anordnung-zum-schutz-des-steuergeheimnisses-wenn-die-verhaeltnisse-bereits-der-oeffentlichkeit-bekannt-sind\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;226\/07 &#8211; Keine einstweilige Anordnung zum Schutz des Steuergeheimnisses, wenn die Verh&auml;ltnisse bereits der &Ouml;ffentlichkeit bekannt sind<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18091","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18091"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18091\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}