{"id":18106,"date":"2012-12-11T16:38:44","date_gmt":"2012-12-11T14:38:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18106"},"modified":"2012-12-11T16:38:44","modified_gmt":"2012-12-11T14:38:44","slug":"v-b-28-07-fehler-bei-der-heranziehung-ehrenamtlicher-richter-in-frueheren-sitzungen-oertliche-zustaendigkeit-passivlegitimation-des-fa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-28-07-fehler-bei-der-heranziehung-ehrenamtlicher-richter-in-frueheren-sitzungen-oertliche-zustaendigkeit-passivlegitimation-des-fa\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;28\/07 &#8211; Fehler bei der Heranziehung ehrenamtlicher Richter in fr&uuml;heren Sitzungen &#8211; &Ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit &#8211; Passivlegitimation des FA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.5.2008, V B 28\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Fehler bei der Heranziehung ehrenamtlicher Richter in fr&uuml;heren Sitzungen &#8211; &Ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit &#8211; Passivlegitimation des FA<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der in der Beschwerdebegr&uuml;ndung erfolgten Anregung, das vorliegende Verfahren mit anderen beim Bundesfinanzhof (BFH) anh&auml;ngigen Verfahren zu verbinden, wird nicht entsprochen. Soweit die anderen Verfahren nicht bereits durch Verwerfung oder Zur&uuml;ckweisung der Beschwerden erledigt und beim V. Senat anh&auml;ngig sind, w&auml;re eine Verbindung zwar in entsprechender Anwendung des &sect; 73 Abs. 1 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssig, aber im Hinblick auf den Umfang der Beschwerdebegr&uuml;ndungen nicht sachgerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit das Vorbringen der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) den gesetzlichen Begr&uuml;ndungsanforderungen gen&uuml;gt, liegen die geltend gemachten Verfahrensm&auml;ngel nicht vor. Auf die Ausf&uuml;hrungen in dem zwischen den Verfahrensbeteiligten ergangenen Senatsbeschluss vom 19. Mai 2008 zu V B 29\/07 Abschn. II. A. 1. bis 4., 6., 7. und 9. bis 12. wird verwiesen. Die Besonderheiten des vorliegenden Falles geben zu folgenden Erg&auml;nzungen Anlass:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unerheblich sind die Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;gerin zur Heranziehung der ehrenamtlichen Richter zu fr&uuml;heren Sitzungen des erkennenden Senats des Finanzgerichts &#8211;FG&#8211; (vgl. BFH-Beschluss vom 8. M&auml;rz 1994 VII R 18\/94, BFH\/NV 1994, 879). Fehler bei der Heranziehung der ehrenamtlichen Richter in einer Sache f&uuml;hren nicht im Wege des sog. Domino-Effekts dazu, dass in den Folgeterminen in (allen) anderen Sachen der gesetzliche Richter nicht gewahrt ist (Urteil des Bundesarbeitsgerichts &#8211;BAG&#8211; vom 7. Mai 1998&nbsp;&nbsp;2 AZR 344\/97, BAGE 88, 344, Neue Zeitschrift f&uuml;r Arbeitsrecht 1998, 1301).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hinsichtlich der Frage des &Uuml;bergangs der Passivlegitimation des Beklagten und Beschwerdegegners (des f&uuml;r G zust&auml;ndigen Finanzamts &#8211;FA&#8211;) auf das Finanzamt X w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens weicht der vorliegende Sachverhalt vom Verfahren V B 29\/07 insofern ab, als das von der Kl&auml;gerin angef&uuml;hrte Gesetz zur Eind&auml;mmung illegaler Bet&auml;tigung im Baugewerbe vom 30. August 2001 (BGBl I 2001, 2267) und das von ihr ebenfalls zitierte Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 29. Oktober 2001 IV A 4 -S 0123- 31\/01 (BStBl I 2001, 764) erst nach Klageerhebung erlassen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Passivlegitimation des FA bez&uuml;glich der Umsatzsteuer wurde durch diese Organisationsakte dennoch nicht ver&auml;ndert. Zwar wurde durch Art. 3 Nr. 2 des Gesetzes vom 30. August 2001 der Einleitungssatz des &sect; 1 Abs. 1 der Verordnung &uuml;ber die &ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Umsatzsteuer im Ausland ans&auml;ssiger Unternehmer (USt-Zust&auml;ndigkeitsV) vom 21. Februar 1995 (BGBl I 1995, 225) ge&auml;ndert. Dass diese &Auml;nderung zu einem &Uuml;bergang der Zust&auml;ndigkeit f&uuml;r die Umsatzsteuer f&uuml;r 1992 und 1993 vom FA auf das Finanzamt X gef&uuml;hrt habe, bringt die Kl&auml;gerin nicht vor und ist auch nicht erkennbar. Die Kl&auml;gerin meint vielmehr, dass das Finanzamt X bereits aufgrund der USt-Zust&auml;ndigkeitsV, die nach ihrem &sect; 2 am 1. M&auml;rz 1995 in Kraft getreten ist, f&uuml;r ihre Umsatzbesteuerung zust&auml;ndig geworden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch das Gesetz vom 30. August 2001 neu eingef&uuml;gt wurde &sect; 20a der Abgabenordnung (AO). Nach Abs. 1 Satz 1 dieser Vorschrift ist abweichend von den &sect;&sect; 19 und 20 AO f&uuml;r die Besteuerung von Unternehmen, die Bauleistungen i.S. von &sect; 48 Abs. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes erbringen, das Finanzamt zust&auml;ndig, das f&uuml;r die Besteuerung der entsprechenden Ums&auml;tze nach &sect; 21 Abs. 1 AO zust&auml;ndig ist, wenn der Unternehmer seinen Wohnsitz oder das Unternehmen seine Gesch&auml;ftsleitung oder seinen Sitz au&szlig;erhalb des Geltungsbereiches des Gesetzes hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus &sect; 26 Satz 1 AO ist indes zu entnehmen, dass bei &Auml;nderung der die Zust&auml;ndigkeit begr&uuml;ndenden Umst&auml;nde die Zust&auml;ndigkeit in dem Zeitpunkt wechselt, in dem eine der betroffenen Finanzbeh&ouml;rden hiervon tats&auml;chlich erf&auml;hrt. Ein Kennenk&ouml;nnen oder Kennenm&uuml;ssen gen&uuml;gt f&uuml;r einen Zust&auml;ndigkeitswechsel nach &sect; 26 Abs. 1 Satz 1 AO nicht. Die Vorschrift verlangt aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit und Praktikabilit&auml;t &uuml;berschaubare, eindeutige Verh&auml;ltnisse, damit Unsicherheiten vermieden werden, die zu Kompetenzstreitigkeiten f&uuml;hren. Die die Zust&auml;ndigkeit &auml;ndernden Umst&auml;nde m&uuml;ssen daher aus der Sicht der betroffenen Finanz&auml;mter zweifelsfrei feststehen (BFH-Beschluss vom 11. Oktober 2007 V B 68\/07, BFH\/NV 2008, 343).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>An einer solchen klaren Sachlage fehlt es im Streitfall (vgl. bereits den zwischen den Beteiligten des vorliegenden Verfahrens ergangenen BFH-Beschluss in BFH\/NV 2008, 343). Nach den Ausf&uuml;hrungen des FG bed&uuml;rfte es vielmehr f&uuml;r die Kl&auml;rung der Zust&auml;ndigkeit einer umfangreichen Beweisaufnahme. Dies steht im Einklang damit, dass die Kl&auml;gerin zahlreiche Beweisantr&auml;ge zur Zust&auml;ndigkeitsfrage gestellt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung (S. &#8230;) vorgetragene Verlegung des gesellschaftsvertraglichen Sitzes der Kl&auml;gerin nach &#8230; (Ausland) im Jahr 2002 hat die Passivlegitimation des FA schon deshalb nicht ber&uuml;hrt, weil es sich dabei um einen Vorgang im Bereich der Kl&auml;gerin handelt, der ohne Einfluss auf die Passivlegitimation bleibt (BFH-Urteil vom 17. April 1969 V R 5\/66, BFHE 96, 89, BStBl II 1969, 593; BFH-Beschluss vom 25. November 1986 VIII R 200\/82, BFH\/NV 1987, 281).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Beschwerdeverfahren richtet sich danach entgegen der von der Kl&auml;gerin vertretenen Ansicht (Schriftsatz vom 10. Oktober 2007) zu Recht gegen das FA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der BFH hat im &Uuml;brigen bereits durch den Beschluss in BFH\/NV 2008, 343 entschieden, dass das FG nicht verpflichtet war, das von der Kl&auml;gerin beantragte selbst&auml;ndige Beweisverfahren durchzuf&uuml;hren. Das FG musste daher das Klageverfahren auch nicht bis zum Abschluss eines selbst&auml;ndigen Beweisverfahrens aussetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung entspricht hinsichtlich der &uuml;brigen Zulassungsgr&uuml;nde nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Auf die Ausf&uuml;hrungen im Beschluss zu V B 29\/07, Abschn. II. B. und C. wird verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.5.2008, V B 28\/07 Fehler bei der Heranziehung ehrenamtlicher Richter in fr&uuml;heren Sitzungen &#8211; &Ouml;rtliche Zust&auml;ndigkeit &#8211; Passivlegitimation des FA Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Der in der Beschwerdebegr&uuml;ndung erfolgten Anregung, das vorliegende Verfahren mit anderen beim Bundesfinanzhof (BFH) anh&auml;ngigen Verfahren zu verbinden, wird nicht entsprochen. 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