{"id":18110,"date":"2012-12-11T15:29:02","date_gmt":"2012-12-11T13:29:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18110"},"modified":"2012-12-11T15:29:02","modified_gmt":"2012-12-11T13:29:02","slug":"x-r-20-08-erstmaliger-antrag-auf-aufhebung-angefochtener-bescheide-im-revisionsverfahren-bindung-des-revisionsgerichts-an-die-von-ihm-ausgesprochene-zulassung-der-revision-vorliegen-eines-verfahrensfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-20-08-erstmaliger-antrag-auf-aufhebung-angefochtener-bescheide-im-revisionsverfahren-bindung-des-revisionsgerichts-an-die-von-ihm-ausgesprochene-zulassung-der-revision-vorliegen-eines-verfahrensfe\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Erstmaliger Antrag auf Aufhebung angefochtener Bescheide im Revisionsverfahren &#8211; Bindung des Revisionsgerichts an die von ihm ausgesprochene Zulassung der Revision &#8211; Vorliegen eines Verfahrensfehlers &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer vor Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhobenen Klage &#8211; Anwendbarkeit der Strafprozessordnung &#8211; Keine Erlangung des Status als &quot;Beschuldigter&quot; bei blo&szlig;en Vorermittlungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2008, X R 20\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Erstmaliger Antrag auf Aufhebung angefochtener Bescheide im Revisionsverfahren &#8211; Bindung des Revisionsgerichts an die von ihm ausgesprochene Zulassung der Revision &#8211; Vorliegen eines Verfahrensfehlers &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer vor Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhobenen Klage &#8211; Anwendbarkeit der Strafprozessordnung &#8211; Keine Erlangung des Status als &quot;Beschuldigter&quot; bei blo&szlig;en Vorermittlungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betrieb im Streitjahr 1999 ein Einzelunternehmen als Ausbeiner. In seiner f&uuml;r dieses Jahr abgegebenen Umsatzsteuererkl&auml;rung erkl&auml;rte er mit 16 v.H. steuerpflichtige Nettoums&auml;tze von 304 557 DM (ohne unentgeltliche Wertabgaben\/Eigenverbrauch). Diese Einnahmen legte er auch seinen f&uuml;r das Streitjahr abgegebenen Einkommensteuer- und Gewerbesteuererkl&auml;rungen zugrunde. Hierdurch ergab sich nach Abzug der erkl&auml;rten Betriebsausgaben ein Gewinn aus Gewerbebetrieb von 167 269 DM. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte in den f&uuml;r das Streitjahr ergangenen urspr&uuml;nglichen Bescheiden die Einkommensteuer, die Umsatzsteuer und den Gewerbesteuermessbetrag erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; fest.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 13. Oktober 2003 erhielt das FA die Kontrollmitteilung des Finanzamts X vom 7. Oktober 2003. Nach den vom Finanzgericht (FG) hierzu getroffenen Feststellungen hat der Kl&auml;ger von der F-GmbH f&uuml;r Aushilfs- und f&uuml;r Ausbein- und Zerlegearbeiten Zahlungen erhalten. Ferner sind in einer Anlage zu der Kontrollmitteilung u.a. die in 1999 gegen&uuml;ber der F-GmbH ausgestellten Rechnungen des Kl&auml;gers im Einzelnen unter Angabe des jeweiligen Rechnungsdatums, des Bruttorechnungsbetrags und der darin enthaltenen, offen ausgewiesenen Umsatzsteuer von 16 v.H. dargestellt. Diesen Bruttorechnungsbetr&auml;gen stellte der Sachbearbeiter des FA nach den vom FG hierzu getroffenen Feststellungen mittels auf dieser Anlage angebrachter Vermerke die vom Kl&auml;ger f&uuml;r die jeweiligen Jahre (einschlie&szlig;lich des Streitjahres 1999) jeweils erkl&auml;rten Bruttoums&auml;tze gegen&uuml;ber.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben vom 22. Oktober 2003 wies das FA den damaligen Steuerberater des Kl&auml;gers unter Auflistung der sich aus der Kontrollmitteilung u.a. f&uuml;r das Jahr 1999 ausgewiesenen Ums&auml;tze auf erhebliche Differenzen zu den erkl&auml;rten Ums&auml;tzen hin. Es bat um &Uuml;berpr&uuml;fung und Stellungnahme.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auf der vom Kl&auml;ger mit der Antragsschrift im Aussetzungsverfahren 1 V 1903\/04 beim FG eingereichten Kopie des Schreibens vom 22. Oktober 2003 sind neben handschriftlich erg&auml;nzten Zahlen folgende handschriftliche Vermerke angebracht: &quot;Original am 30.10.2003&nbsp;&nbsp;9.45 Uhr Hr. &#8230; (Kl&auml;ger) zwecks Kl&auml;rung + Stellungnahme vorgelegt; hat Schreiben mit nach Hause genommen. Soll sich m&ouml;glichst bald bei uns diesbez&uuml;gl. melden&quot; und &quot;Anruf v. Hr. &#8230; (Kl&auml;ger) 30.10.2003&nbsp;&nbsp;10.15 Uhr: Angaben FA bzw. &#8230; stimmen&quot;. Beide Vermerke sind jeweils mit einem Unterschriftsk&uuml;rzel versehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit am 12. Februar 2004 beim FA eingegangenem Schreiben &uuml;bersandte der Kl&auml;ger einen unterschriebenen Vordruck &quot;Strafbefreiende Erkl&auml;rung&quot; nach dem Strafbefreiungserkl&auml;rungsgesetz (vom 23. Dezember 2003, BGBl I 2003, 2928 &#8211;StraBEG&#8211;). In dieser Erkl&auml;rung wurden aufgrund unrichtiger, unvollst&auml;ndiger oder unterlassener Angaben nicht besteuerte Einnahmen f&uuml;r die Jahre 1993 bis 2002 angegeben. In einer Anlage wurden u.a. hinsichtlich des Streitjahres 1999 nicht versteuerte Bruttobetriebseinnahmen von 88 788,81 DM erkl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter dem 29. M&auml;rz 2004 erlie&szlig; das FA f&uuml;r das Jahr 1999 einen nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid, einen nach &sect; 164 Abs. 2 AO ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid sowie einen nach &sect; 35b Abs. 1 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid. In dem ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid und dem ge&auml;nderten Gewerbesteuermessbescheid erh&ouml;hte es die gewerblichen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers um den f&uuml;r 1999 in der strafbefreienden Erkl&auml;rung angegebenen Betrag der nicht besteuerten Einnahmen, gek&uuml;rzt um die darin enthaltene Umsatzsteuer. Diese Nettoeinnahmen wurden auch in dem ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheid angesetzt. In einer Anlage, die dem ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid beigef&uuml;gt war, wies das FA darauf hin, die strafbefreiende Erkl&auml;rung k&ouml;nne (f&uuml;r das Streitjahr) nicht anerkannt werden. Dem FA sei bereits vor dem 1. Januar 2004 bekannt gewesen, dass die Einnahmen nicht in der tats&auml;chlichen H&ouml;he erkl&auml;rt worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seiner Klage machte der Kl&auml;ger geltend, die angefochtenen Bescheide seien rechtswidrig, weil vom Kl&auml;ger eine wirksame strafbefreiende Erkl&auml;rung abgegeben worden sei. Eine Tatentdeckung i.S. des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG habe nicht vorgelegen. Das FA habe im Streitfall noch keine solch umfassende Kenntnis vom objektiven und subjektiven Tatbestand sowie von der Rechtswidrigkeit und der Schuld einer Steuerstraftat besessen, dass (vor Abgabe der strafbefreienden Erkl&auml;rung) eine Anklage zum Strafrichter h&auml;tte erhoben werden k&ouml;nnen. Die erst zwei Monate nach Abgabe der strafbefreienden Erkl&auml;rung erfolgte Einleitung eines Strafverfahrens belege, dass das FA entgegen der Intention des Gesetzgebers gerade seine strafbefreiende Erkl&auml;rung zur Grundlage eines Strafverfahrens gemacht, es ohne diese Erkl&auml;rung aber nicht den zur Anklageerhebung erforderlichen Kenntnisstand besessen habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die angesetzten gewerblichen Eink&uuml;nfte seien &uuml;berdies &uuml;berh&ouml;ht. Die zus&auml;tzlich angesetzten Einnahmen seien zumindest im Sch&auml;tzwege um die konkreten, jedenfalls aber um die durchschnittlichen Erwerbsaufwendungen zu mindern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA ist der Klage entgegengetreten. Die Erkl&auml;rung des Kl&auml;gers habe keine Straf- oder Bu&szlig;geldfreiheit bewirkt. Seine Tat sei bereits vor Eingang seiner Erkl&auml;rung i.S. des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG entdeckt gewesen. Dies sei zu dem Zeitpunkt geschehen, als der Sachbearbeiter des FA nach Eingang der Kontrollmitteilung die darin f&uuml;r das Jahr 1999 genannte Endsumme mit den Zahlen der Steuererkl&auml;rung verglichen und dies auch handschriftlich festgehalten habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat die u.a. f&uuml;r 1999 erhobene Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1312 ver&ouml;ffentlichten Urteil abgewiesen. Mit der vom erkennenden Senat zugelassenen Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von formellem und materiellem Recht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG habe entgegen &sect; 76 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht darauf hingewirkt, dass der Kl&auml;ger statt der Ab&auml;nderung der angefochtenen Bescheide deren Aufhebung beantragt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zudem habe das FG seine Aufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) verletzt. In dem Urteil sei die Kontrollmitteilung des Finanzamts X vom 3. September 2003 nicht ber&uuml;cksichtigt worden. Das FG habe sich nicht damit befasst, dass in den beiden Kontrollmitteilungen hinsichtlich des Jahres 1999 unterschiedliche Angaben gemacht worden seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unzutreffend sei zudem die Feststellung des FG, wonach in der Kontrollmitteilung vom 7. Oktober 2003 Zahlungen an den Kl&auml;ger genannt seien. Die Anlage zu dieser Mitteilung weise keine Zahlungs-, sondern Rechnungsdaten auf. Kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sei gewesen, ob die in den Kontrollmitteilungen genannten Betr&auml;ge richtig ermittelt worden seien, ob die Rechnungen tats&auml;chlich vom Kl&auml;ger stammten und ob in H&ouml;he der Rechnungsbetr&auml;ge in den jeweiligen Jahren auch tats&auml;chlich Zahlungen erfolgt seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner habe das FG unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass der Kl&auml;ger in den Streitjahren seinen Gewinn nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ermittelt habe. Zudem habe das FG auch keine Feststellungen dazu getroffen, ob der Kl&auml;ger in diesen Jahren seine Ums&auml;tze nach vereinbarten (&sect; 16 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211;) oder nach vereinnahmten Entgelten (&sect; 20 Abs. 1 UStG) zu versteuern hatte. Hieraus k&ouml;nnten sich aber erhebliche Unterschiede ergeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In materiell-rechtlicher Hinsicht habe das FG nicht ber&uuml;cksichtigt, dass das FA die aufgrund der strafbefreienden Erkl&auml;rung bewirkte Steuerfestsetzung (&sect; 10 Abs. 2 Satz 1 StraBEG) nicht aufgehoben habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch seien die f&uuml;r &sect; 371 Abs. 2 Nr. 2 AO geltenden Grunds&auml;tze nicht in vollem Umfang auf &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG &uuml;bertragbar. Im Gegensatz zur Selbstanzeige erfordere ein Ausschluss der Strafbefreiung nach Nr. 1 Buchst. b, dass die Tat insgesamt und nicht lediglich zum Teil entdeckt sei. Eine solche Tatentdeckung setze voraus, dass der Tatverdacht bereits so weit konkretisiert sein m&uuml;sse, dass bei vorl&auml;ufiger Tatbewertung die Wahrscheinlichkeit eines verurteilenden Erkenntnisses gegeben sei. Im Streitfall habe vor Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung bereits der objektive Tatbestand einer Steuerhinterziehung nicht festgestanden. Wegen des f&uuml;r den Kl&auml;ger geltenden Zuflussprinzips sei nicht auszuschlie&szlig;en gewesen, dass die Zahlungszufl&uuml;sse in erheblichem Umfang von den in den Kontrollmitteilungen genannten Rechnungsbetr&auml;gen abgewichen seien. Von einer Tatentdeckung aufgrund der Kontrollmitteilungen k&ouml;nne auch deshalb nicht ausgegangen werden, weil dort Rechnungsbetr&auml;ge, nicht aber Zahlungszufl&uuml;sse genannt seien. Im Dezember 1999 seien vom Kl&auml;ger auch Rechnungen in erheblichem Umfang an die F-GmbH erteilt worden. Hinsichtlich der Rechnungsbetr&auml;ge habe es der Aufkl&auml;rung bedurft, ob diese im jeweiligen Rechnungsjahr zugeflossen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch der subjektive Tatbestand der Steuerhinterziehung habe nicht festgestanden. Es sei im Zeitpunkt des Eingangs der Kontrollmitteilungen nicht auszuschlie&szlig;en gewesen, dass die nicht erkl&auml;rten Ums&auml;tze auf einen Fehler im Steuerberaterb&uuml;ro des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuf&uuml;hren seien oder dass ein Fehler der F-GmbH vorgelegen habe. Aus diesem Grund sei es auch folgerichtig gewesen, dass der Sachbearbeiter des FA den Steuerberater um Aufkl&auml;rung gebeten habe. Dies belege, dass der Sachbearbeiter sich noch kein abschlie&szlig;endes Bild gemacht habe. Vielmehr sei dieser lediglich von Vorfeldermittlungen nach Nr. 146 Abs. 1 und 2 der Anweisungen f&uuml;r das Straf- und Bu&szlig;geldverfahren (Steuer) &#8211;AStBV&#8211; (BStBl I 1996, 959) ausgegangen. Bei Vorliegen eines Anfangsverdachts w&auml;re das FA hingegen verpflichtet gewesen, umgehend ein Steuerstrafverfahren einzuleiten (Nr. 121 AStBV). Die Nichtbeachtung dieser Verpflichtung begr&uuml;nde einen Versto&szlig; gegen &sect; 160 Abs. 1 i.V.m. &sect; 136 der Strafprozessordnung (StPO) und damit ein Verwertungsverbot.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG habe bei der Frage der Tatentdeckung auch nicht nach den jeweiligen Steuerarten und Veranlagungszeiten differenziert. Ferner habe es nicht ber&uuml;cksichtigt, dass nach dem StraBEG eine teilweise Tatentdeckung nicht ausreiche.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz, die Einspruchsentscheidung des FA vom 8. September 2005 und den Einkommensteuer-, den Umsatzsteuer- und den Gewerbesteuermessbescheid jeweils f&uuml;r 1999 vom 29. M&auml;rz 2004 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das angefochtene Urteil sei nicht zu beanstanden. Die Tat sei bereits vor Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung entdeckt gewesen. Das FA sei bereits aufgrund der Kontrollmitteilungen in der Lage gewesen, Folgerungen f&uuml;r das Besteuerungsverfahren zu ziehen. Aufgrund der Differenzen zu den Steuererkl&auml;rungen habe schon ohne weitere Ermittlungen festgestanden, dass Betr&auml;ge nicht erkl&auml;rt und somit hinterzogen worden seien. Das Schreiben vom 22. Oktober 2003 an den Steuerberater des Kl&auml;gers habe lediglich der Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs gedient. Dem Kl&auml;ger habe eine sog. &quot;goldene Br&uuml;cke&quot; gebaut werden sollen, sich selbst n&auml;her zu seiner Steuerhinterziehung zu &auml;u&szlig;ern. Auch der subjektive Tatbestand der Steuerhinterziehung habe festgestanden. Dies werde durch den handschriftlichen Vermerk des Steuerb&uuml;ros auf dem Anschreiben des FA vom 22. Oktober 2003 belegt. In der Rechtsprechung zu &sect; 371 Abs. 2 Nr. 2 AO sei anerkannt, dass eine Tatentdeckung nicht voraussetze, dass das volle Ausma&szlig; der Steuerverk&uuml;rzung bekannt sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der erkennende Senat hat durch Beschluss vom 23. April 2008 die vorliegende die &Auml;nderungsbescheide 1999 betreffende Streitsache von dem unter dem Az. X R 20\/07 gef&uuml;hrten Revisionsverfahren abgetrennt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die zul&auml;ssige Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben, soweit es hinsichtlich des Streitjahres 1999 ergangen ist. Die Streitsache wird in diesem Umfang zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO). Das angefochtene Urteil beruht insoweit auf einem vom Kl&auml;ger geltend gemachten Verfahrensfehler.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der erkennende Senat hat den Revisionsantrag des Kl&auml;gers in dem Sinne ausgelegt, dass dieser die vollst&auml;ndige Aufhebung der f&uuml;r das Streitjahr ergangenen &Auml;nderungsbescheide begehrt. Sein hilfsweise gestellter Antrag, die in diesen Bescheiden festgesetzten Steuerbetr&auml;ge auf die von ihm benannten Betr&auml;ge herabzusetzen, ist als blo&szlig;es Minus von dem Aufhebungsantrag mit umfasst. Keine besondere Bedeutung hat auch der hilfsweise gestellte Antrag, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Denn dies bewirkt lediglich die &Uuml;berf&uuml;hrung des Rechtsstreits in den zweiten Rechtsgang und damit noch keine den Rechtsstreit abschlie&szlig;ende Entscheidung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Revision ist zul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Zul&auml;ssigkeit der Revision steht nicht entgegen, dass der angerufene Senat (angeblich) zu Unrecht die Revision gegen das angefochtene Urteil zugelassen hat. Das Revisionsgericht ist an die von ihm ausgesprochene Zulassung gebunden (Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 71).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der Zul&auml;ssigkeit steht auch nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger mit seinem Revisionsantrag abweichend von seinem beim FG gestellten Antrag, die angefochtenen Bescheide abzu&auml;ndern, nunmehr deren Aufhebung beantragt. Zwar darf ein Revisionsantrag nicht &uuml;ber das Klagebegehren hinausgehen. Eine Erweiterung des Klageantrags im Revisionsverfahren ist gem&auml;&szlig; &sect; 123 Abs. 1 FGO unzul&auml;ssig (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22. Mai 2006 VI R 61\/05, BFH\/NV 2007, 45). Auch fehlt es insoweit an der erforderlichen formellen Beschwer (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 123 Rz 2). Es ist indessen anerkannt, dass keine Bindung an den Klageantrag gem&auml;&szlig; &sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO besteht, wenn der BFH zu dem Ergebnis gelangt, der angefochtene Bescheid sei (z.B. wegen eingetretener Festsetzungsverj&auml;hrung) insgesamt rechtswidrig (Senatsurteil vom 25. April 2006 X R 42\/05, BFHE 212, 421, BStBl II 2007, 220). Es kann deshalb einem Revisionskl&auml;ger nicht verwehrt sein, mit seinem Revisionsantrag geltend zu machen, ein solcher Ausnahmefall liege vor. So ist es im Streitfall. Der Kl&auml;ger macht geltend, die von ihm abgegebene strafbefreiende Erkl&auml;rung sei wirksam. Die Anspr&uuml;che auf die von ihm hinterzogenen Steuern seien erloschen und h&auml;tten daher gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 StraBEG nicht festgesetzt werden d&uuml;rfen (vgl. hierzu Kamps\/Wulf, Finanz-Rundschau 2004, 121, 131). Nach Auffassung des Kl&auml;gers h&auml;tten die allein wegen der hinterzogenen Steuern ergangenen streitigen &Auml;nderungsbescheide deshalb nicht ergehen d&uuml;rfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Das angefochtene Urteil beruht auf Verfahrensfehlern. Es verletzt &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO, weil das FG in seinem Urteil nur eine der beiden Kontrollmitteilungen ber&uuml;cksichtigt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 FGO verpflichtet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu entscheiden. Diese Vorschrift ist daher dann verletzt, wenn das FG den Inhalt der ihm vorliegenden Akten nicht vollst&auml;ndig und einwandfrei ber&uuml;cksichtigt (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung; vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 24. Juli 2007 X B 6\/07, BFH\/NV 2007, 1921, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Einen solchen Versto&szlig; macht der Kl&auml;ger schl&uuml;ssig geltend. Er liegt auch tats&auml;chlich vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger tr&auml;gt vor, das FG habe in seinem Urteil lediglich die Kontrollmitteilung des Finanzamts X vom 7. Oktober 2003, nicht aber die das Jahr 1999 betreffende Mitteilung dieses Finanzamts vom 3. September 2003 ber&uuml;cksichtigt. Bezogen auf das Jahr 1999 seien die Angaben in diesen Kontrollmitteilungen widerspr&uuml;chlich. Wegen dieses Widerspruchs habe seitens des FA Aufkl&auml;rungsbedarf bestanden, weshalb die Tat des Kl&auml;gers (bezogen auf das Jahr 1999) vor Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung noch nicht entdeckt gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieser Vortrag begr&uuml;ndet einen Versto&szlig; gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 FGO. Ausweislich der (dem FG und dem angerufenen Senat) vorliegenden Kopien der Steuerakten wurden dem FA vom Finanzamt X zwei Kontrollmitteilungen &uuml;bersandt. Aus der Mitteilung vom 3. September 2003 ergibt sich, dass der Kl&auml;ger der F-GmbH im Jahr 1999 Rechnungen &uuml;ber insgesamt netto 388 385,74 EUR zzgl. Umsatzsteuer von 62 141,72 EUR (gemeint wohl jeweils DM statt EUR) erteilt hat. Demgegen&uuml;ber weist die Kontrollmitteilung vom 7. Oktober 2003 nach den vorliegenden Kopien bezogen auf das Jahr 1999 entgegen den Feststellungen des FG lediglich Bruttorechnungsbetr&auml;ge von insgesamt 174 561,83 DM und in Rechnung gestellte Umsatzsteuer von insgesamt 24 077,65 DM aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dem steht nicht entgegen, dass in der Anlage zur Kontrollmitteilung vom 7. Oktober 2003 bezogen auf das Streitjahr 1999 lediglich in der Zeit vom 15. August bis 29. Dezember ausgestellte Rechnungen aufgelistet sind. Dies k&ouml;nnte die erhebliche Differenz zu den in der anderen Kontrollmitteilung genannten Gesamtbetr&auml;gen jedoch nur dann erkl&auml;ren, wenn aus dem Kontrollmaterial in ausreichender Weise erkennbar w&auml;re, dass der Kl&auml;ger auch in der Zeit vor dem 15. August 1999 Rechnungen gegen&uuml;ber der F-GmbH ausgestellt hatte. Dies ist indessen nicht der Fall. Im Gegenteil erweckt die in der Kontrollmitteilung vom 7. Oktober 2003 enthaltene Anfrage, ob die Gesamtbetr&auml;ge der Jahre 1999 &#8230; in der Gewinnermittlung enthalten seien, den Eindruck, dass die Rechnungen, die der Kl&auml;ger der F-GmbH im Jahr 1999 erteilt hat, in der Anlage zu der Kontrollmitteilung vollst&auml;ndig aufgef&uuml;hrt sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Dieser Verfahrensfehler ist auch erheblich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein Urteil beruht dann auf einem Verfahrensfehler, wenn die Entscheidung ohne den Mangel unter Zugrundelegung der in dem Urteil vertretenen materiell-rechtlichen Auffassung m&ouml;glicherweise anders ausgefallen w&auml;re (BFH-Beschluss vom 7. Februar 1995 V B 62\/94, BFH\/NV 1995, 861).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiervon ist im Streitfall auszugehen. Das FG hat in materiell-rechtlicher Hinsicht den Standpunkt eingenommen, eine Tat sei i.S. des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG in dem Zeitpunkt entdeckt, zu dem der Sachbearbeiter der Finanzbeh&ouml;rde die in der Kontrollmitteilung ausgewiesenen Ums&auml;tze mit denen, die der Steuerpflichtige in seinen Steuererkl&auml;rungen angegeben hat, vergleicht. Voraussetzung sei, dass die erkl&auml;rten Ums&auml;tze in erheblichem Umfang hinter den in der Kontrollmitteilung angegebenen Ums&auml;tzen zur&uuml;ckbleiben. Dies w&auml;re jedoch nur dann der Fall, wenn man von der Kontrollmitteilung vom 3. September 2003 ausginge. Darin sind Nettorechnungsbetr&auml;ge von 388 385,74 EUR (gemeint wohl: DM) genannt, welche die steuerlich erkl&auml;rten Nettoums&auml;tze von 304 557 DM nicht unerheblich &uuml;bersteigen. Demgegen&uuml;ber sind in der Kopie der Kontrollmitteilung vom 7. Oktober 2003 bezogen auf das Jahr 1999 lediglich Nettorechnungsbetr&auml;ge von 150 484,18 DM ausgewiesen, die damit deutlich hinter den steuerlich erkl&auml;rten Betr&auml;gen zur&uuml;ckbleiben. Angesichts dieser erheblichen Diskrepanz stand unter Ber&uuml;cksichtigung beider Kontrollmitteilungen bezogen auf das Streitjahr 1999 im Zeitpunkt des Vergleichs der Daten der Kontrollmitteilungen mit den vom Kl&auml;ger erkl&auml;rten Betr&auml;gen nicht fest, dass dieser Steuern hinterzogen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Das angefochtene Urteil erweist sich auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden (&sect; 126 Abs. 4 FGO) als zutreffend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Im Ergebnis zutreffend hat das FG erkannt, dass die Klage zul&auml;ssig ist. Es kommt nicht darauf an, ob die Klage bereits vor der wirksamen Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhoben wurde. Denn in diesem Fall wurde die Klage mit der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung zul&auml;ssig (BFH-Urteil vom 17. Mai 1985 III R 213\/82, BFHE 143, 509, BStBl II 1985, 521).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Das angefochtene Urteil erweist sich bezogen auf das Streitjahr 1999 auch nicht deshalb als im Ergebnis richtig, weil auf der Kopie des Schreibens des FA vom 22. Oktober 2003 ein (wohl vom B&uuml;ro des damaligen Steuerberaters des Kl&auml;gers stammender) Vermerk angebracht ist, wonach der Kl&auml;ger fernm&uuml;ndlich best&auml;tigt habe, die Angaben des FA bzw. der F-GmbH seien zutreffend. F&uuml;r die Frage einer Entdeckung der Tat i.S. des &sect; 7 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b StraBEG durch das FA kann dieser Vermerk nur dann Bedeutung erlangen, wenn das FA von ihm bereits vor Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung Kenntnis gehabt h&auml;tte. Hierzu hat das FG jedoch keine Feststellungen getroffen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                e) F&uuml;r das weitere Verfahren weist der angerufene Senat aus Gr&uuml;nden der Prozess&ouml;konomie, ohne allerdings das FG binden zu wollen, auf folgende Gesichtspunkte hin:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG wird in erster Linie durch Beiziehung der Originalakten des beklagten FA kl&auml;ren m&uuml;ssen, ob dort abweichend von den vorliegend lediglich aus Kopien bestehenden Akten die Kontrollmitteilungen vom 3. September 2003 und vom 7. Oktober 2003 vollst&auml;ndig wiedergegeben werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ferner wird das FG zu pr&uuml;fen haben, ob dem FA bereits vor Eingang der strafbefreienden Erkl&auml;rung der Inhalt des auf der Kopie des Schreibens des FA vom 22. Oktober 2003 angebrachten Vermerks bekannt und ob aus diesem Grund die Tat bereits entdeckt war. Insoweit weist der angerufene Senat darauf hin, dass sich die Frage eines etwaigen Verbots der Verwertung dieses Beweismittels jedenfalls dann nicht stellt, wenn sich aus dem Kontrollmaterial, welches dem FA bis zur Absendung des Schreibens vom 22. Oktober 2003 vorlag, kein hinreichender Verdacht von Steuerstraftaten ergab. Ein solches Verwertungsverbot kann gegeben sein, wenn ein Beschuldigter nicht auf die ihm gem&auml;&szlig; &sect; 136 Abs. 1 i.V.m. &sect; 163a StPO zustehenden Rechte hingewiesen worden ist (vgl. hierzu Meyer-Go&szlig;ner, StPO, 50. Aufl., &sect; 136 Rz 20 und &sect; 163a Rz 6). Hierbei ist aber zum einen zu ber&uuml;cksichtigen, dass gem&auml;&szlig; &sect; 393 Abs. 1 Satz 1 AO die Regelungen der StPO nur gelten, soweit das FA im Rahmen der Strafverfolgung t&auml;tig wird, nicht aber, soweit es die Besteuerungsgrundlagen ermittelt. Zum anderen machen blo&szlig;e Ermittlungen, die dazu dienen sollen, den erforderlichen Verdacht einer Steuerstraftat zu begr&uuml;nden (sog. Vorermittlungen; vgl. hierzu Nr. 121 AStBV), den betroffenen Steuerpflichtigen noch nicht zum Beschuldigten. Denn zum Beschuldigten im strafprozessualen Sinn wird der Verd&auml;chtige erst durch eine Ma&szlig;nahme gemacht, die erkennbar darauf abzielt, ihn strafrechtlich zu verfolgen (Meyer-Go&szlig;ner, a.a.O., &sect; 160 Rz 6).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2008, X R 20\/08 Erstmaliger Antrag auf Aufhebung angefochtener Bescheide im Revisionsverfahren &#8211; Bindung des Revisionsgerichts an die von ihm ausgesprochene Zulassung der Revision &#8211; Vorliegen eines Verfahrensfehlers &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer vor Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhobenen Klage &#8211; Anwendbarkeit der Strafprozessordnung &#8211; Keine Erlangung des Status als &quot;Beschuldigter&quot; bei blo&szlig;en Vorermittlungen Tatbestand &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-20-08-erstmaliger-antrag-auf-aufhebung-angefochtener-bescheide-im-revisionsverfahren-bindung-des-revisionsgerichts-an-die-von-ihm-ausgesprochene-zulassung-der-revision-vorliegen-eines-verfahrensfe\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;20\/08 &#8211; Erstmaliger Antrag auf Aufhebung angefochtener Bescheide im Revisionsverfahren &#8211; Bindung des Revisionsgerichts an die von ihm ausgesprochene Zulassung der Revision &#8211; Vorliegen eines Verfahrensfehlers &#8211; Zul&auml;ssigkeit einer vor Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung erhobenen Klage &#8211; Anwendbarkeit der Strafprozessordnung &#8211; Keine Erlangung des Status als &quot;Beschuldigter&quot; bei blo&szlig;en Vorermittlungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18110","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18110","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18110\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}