{"id":18123,"date":"2012-12-10T16:33:54","date_gmt":"2012-12-10T14:33:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18123"},"modified":"2012-12-10T16:33:54","modified_gmt":"2012-12-10T14:33:54","slug":"vii-b-23-07-berichtigung-offenbarer-unrichtigkeiten-in-einer-abrechnung-tatsachenwuerdigung-des-fg-nur-eingeschraenkt-ueberpruefbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-23-07-berichtigung-offenbarer-unrichtigkeiten-in-einer-abrechnung-tatsachenwuerdigung-des-fg-nur-eingeschraenkt-ueberpruefbar\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;23\/07 &#8211; Berichtigung offenbarer Unrichtigkeiten in einer Abrechnung &#8211; Tatsachenw&uuml;rdigung des FG nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2008, VII B 23\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Berichtigung offenbarer Unrichtigkeiten in einer Abrechnung &#8211; Tatsachenw&uuml;rdigung des FG nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wurde in den Jahren 1991 und 1992 zur Umsatzsteuer veranlagt. Die Steuerfestsetzungen f&uuml;r diese Jahre ergaben f&uuml;r die Kl&auml;gerin jeweils ein Umsatzsteuerguthaben zuz&uuml;glich Zinsen. Aufgrund einer sp&auml;teren Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin verst&auml;ndigten sich die Beteiligten auf h&ouml;here Umsatzsteuerfestsetzungen f&uuml;r diese Jahre, woraufhin der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit &Auml;nderungsbescheiden vom 27. Juni 2002 die Umsatzsteuer 1991 mit einem Guthaben von 41 006,12 EUR und die Umsatzsteuer 1992 mit einem Guthaben von 9 589,28 EUR zuz&uuml;glich Erstattungszinsen festsetzte. Im Rahmen der dazugeh&ouml;rigen Abrechnungen blieben jedoch die bereits erstatteten bzw. verrechneten Betr&auml;ge der urspr&uuml;nglichen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 1991 und 1992 unber&uuml;cksichtigt, weshalb es anstatt zu Nachzahlungen zu erneuten Erstattungen bzw. Verrechnungen der neuen Guthaben kam. Nachdem das FA den Fehler bemerkt hatte, nahm es mit Abrechnungsbescheiden vom 6. Januar 2005 die Abrechnungsverf&uuml;gungen vom 27. Juni 2002 zur&uuml;ck und forderte von der Kl&auml;gerin die &uuml;berzahlten Betr&auml;ge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage ab. Das FG urteilte, dass beim Erlass der Abrechnungsverf&uuml;gungen vom 27. Juni 2002 eine offenbare Unrichtigkeit unterlaufen sei, die nach &sect; 129 der Abgabenordnung (AO) jederzeit berichtigt werden d&uuml;rfe. Die Unrichtigkeit der Abrechnungsverf&uuml;gungen sei darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, dass der Finanzbeamte, der im Juni 2002 den Pr&uuml;fungsbericht hinsichtlich der Umsatzsteuer 1991 und 1992 ausgewertet habe, vergessen habe, im Sachbereich 11 die Kennzahl 100 einzugeben, mit welcher dokumentiert werde, dass es sich nicht um eine erstmalige, sondern um eine ge&auml;nderte Festsetzung handele. Deshalb habe das Computerprogramm bestimmte maschinelle Fehlerhinweise nicht ausgegeben, die auf ein vorhandenes Umsatzsteuer-Soll aufmerksam gemacht h&auml;tten. Aufgrund der Aussage des als Zeuge vernommenen Finanzbeamten sei das Gericht &uuml;berzeugt, dass es sich nur um ein Vergessen der Eingabe der Kennzahl und nicht um einen Rechtsirrtum des Beamten gehandelt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, welche sie auf den Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt. Das FG habe bei seiner Entscheidung die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht ausreichend ber&uuml;cksichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Zulassungsgrund der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO erfasst die F&auml;lle der sog. Divergenzrevision im Sinne der dazu von der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten Kriterien (Senatsbeschluss vom 14. Februar 2002 VII B 141\/01, BFH\/NV 2002, 798; BFH-Beschluss vom 5. Juli 2002 XI B 136\/01, BFH\/NV 2002, 1479, m.w.N.). Wird die Nichtzulassungsbeschwerde auf Divergenz gest&uuml;tzt, erfordert die nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO notwendige Darlegung der Zulassungsvoraussetzungen, dass die Entscheidung des BFH, von der nach der Behauptung des Beschwerdef&uuml;hrers das Urteil des FG abweicht, genau bezeichnet und dass kenntlich gemacht wird, zu welcher konkreten Rechtsfrage eine Abweichung vorliegen soll. Dem ist nur gen&uuml;gt, wenn abstrakte Rechtss&auml;tze des vorinstanzlichen Urteils und abstrakte Rechtss&auml;tze der Divergenzentscheidung(en) des BFH so genau bezeichnet und gegen&uuml;bergestellt werden, dass eine Abweichung erkennbar wird (BFH-Beschl&uuml;sse vom 30. M&auml;rz 1983 I B 9\/83, BFHE 138, 152, BStBl II 1983, 479, 480, m.w.N.; vom 29. Juni 1987 X B 26\/87, BFH\/NV 1999, 239).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob die Beschwerde diesen Voraussetzungen gen&uuml;gt, ist bereits zweifelhaft, kann jedoch offenbleiben, da die behauptete Divergenz jedenfalls nicht vorliegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 129 Satz 1 AO kann die Finanzbeh&ouml;rde Schreibfehler, Rechenfehler und &auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten, die beim Erlass eines Verwaltungsakts unterlaufen sind, jederzeit berichtigen. &quot;&Auml;hnliche offenbare Unrichtigkeiten&quot; im Sinne dieser Vorschrift sind einem Schreib- oder Rechenfehler &auml;hnliche mechanische Versehen. Ist dagegen die mehr als nur theoretische M&ouml;glichkeit eines Rechtsirrtums gegeben, liegt kein mechanisches Versehen und damit keine offenbare Unrichtigkeit vor (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 24. Juli 1984 VIII R 304\/81, BFHE 141, 485, BStBl II 1984, 785; vom 28. November 1985 IV R 178\/83, BFHE 145, 226, BStBl II 1986, 293; vom 5. Februar 1998 IV R 17\/97, BFHE 185, 345, BStBl II 1998, 535). Dementsprechend k&ouml;nnen Fehler bei Eintragungen in Eingabewertb&ouml;gen f&uuml;r die automatische Datenverarbeitung oder Eingaben in Computerprogramme als rein mechanische Versehen offenbare Unrichtigkeiten i.S. des &sect; 129 Satz 1 AO sein, etwa bei Irrt&uuml;mern &uuml;ber den Ablauf des maschinellen Verfahrens, Verwendung falscher Schl&uuml;sselzahlen oder &Uuml;bersehen notwendiger Eintragungen. Es ist aber auch denkbar, dass fehlerhafte Eingaben auf einem Rechtsirrtum beruhen, denn durch die Zuordnung von Daten zu bestimmten Kennziffern wird auch der Wille zu einer bestimmten rechtlichen Behandlung dieser Daten durch das festgelegte Datenverarbeitungsprogramm dokumentiert. Ob bei derartigen Eingabefehlern ein blo&szlig;es mechanisches Versehen oder aber ein die Berichtigung nach &sect; 129 AO ausschlie&szlig;ender Tatsachen- oder Rechtsirrtum des Sachbearbeiters vorliegt, muss nach den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalles beurteilt werden. Dabei handelt es sich um eine Tatfrage, die der revisionsgerichtlichen Pr&uuml;fung nur in eingeschr&auml;nktem Umfang unterliegt und nur auf Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze &uuml;berpr&uuml;ft werden kann (vgl. BFH-Urteil in BFHE 185, 345, BStBl II 1998, 535; Senatsbeschluss vom 10. Mai 2002 VII B 179\/01, BFH\/NV 2002, 1316).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist das FG bei seiner Entscheidung von vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Dass ihm bei seiner W&uuml;rdigung der aufgrund der durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme festgestellten Tatsachen revisionsrechtlich relevante Fehler unterlaufen sind, legt die Beschwerde nicht dar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Auch liegt die seitens der Beschwerde behauptete Abweichung von Entscheidungen des BFH nicht vor. Soweit sich die Beschwerde unter Berufung auf die BFH-Urteile vom 24. Mai 1977 IV R 44\/74 (BFHE 122, 393, BStBl II 1977, 853) und vom 14. Februar 1995 IX R 101\/93 (BFH\/NV 1995, 1033) darauf st&uuml;tzt, dass ein Fehler, der auf eine vom FA unterlassene Sachverhaltsaufkl&auml;rung zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, nicht als ein mechanisches Versehen angesehen werden kann, legt sie weder schl&uuml;ssig dar, noch ist es sonst erkennbar, dass das angefochtene FG-Urteil auf einer hiervon abweichenden Rechtsansicht beruht. Vielmehr ergibt sich aus den Urteilsgr&uuml;nden, dass das FG &#8211;anders als die Beschwerde&#8211; das FA weder f&uuml;r verpflichtet gehalten hat, das Steuerkonto der Kl&auml;gerin wieder aufzubauen, noch f&uuml;r verpflichtet, auf Vorakten zur&uuml;ckzugreifen. Nach den Feststellungen des FG konnte der Finanzbeamte bei der Bearbeitung des &Auml;nderungsbescheids mit Hilfe des Computerprogramms nur die ge&auml;nderten Besteuerungsgrundlagen und die Probeberechnungen, nicht aber die dazugeh&ouml;rigen Abrechnungsverf&uuml;gungen der Bescheide auf dem Bildschirm sehen, da f&uuml;r die Bearbeitung der Abrechnungsverf&uuml;gungen nicht er, sondern die Finanzkasse des FA zust&auml;ndig war. Mangels Zugriffs auf diese Abrechnungsdaten konnte er somit bereits verdichtete Konten nicht wieder aufbauen. Der Beamte hatte insoweit auch kein Problembewusstsein, weil er irrt&uuml;mlicherweise annahm, die zutreffenden &Auml;nderungen nach der Au&szlig;enpr&uuml;fung veranlasst zu haben. Wegen der vergessenen Kennziffereingabe konnten auch auf Seiten der Finanzkasse, welche den Kontenaufbau h&auml;tte vornehmen k&ouml;nnen, keine Zweifel begr&uuml;ndet werden, denen sie h&auml;tte nachgehen m&uuml;ssen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach alledem weicht das angefochtene Urteil von den von der Rechtsprechung des BFH aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tzen nicht ab. Die Beschwerde wendet sich in Wahrheit lediglich gegen die vom FG vertretene Ansicht, dass das FA seinerzeit keinen Anlass f&uuml;r eine weitere Sachverhaltsaufkl&auml;rung gehabt habe, was jedoch nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2008, VII B 23\/07 Berichtigung offenbarer Unrichtigkeiten in einer Abrechnung &#8211; Tatsachenw&uuml;rdigung des FG nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fbar Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) wurde in den Jahren 1991 und 1992 zur Umsatzsteuer veranlagt. Die Steuerfestsetzungen f&uuml;r diese Jahre ergaben f&uuml;r die Kl&auml;gerin jeweils ein Umsatzsteuerguthaben zuz&uuml;glich Zinsen. 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