{"id":18129,"date":"2012-12-11T05:49:19","date_gmt":"2012-12-11T03:49:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18129"},"modified":"2012-12-11T05:49:19","modified_gmt":"2012-12-11T03:49:19","slug":"xi-b-171-07-aufteilung-von-vorsteuern-auf-unternehmerischen-und-nicht-unternehmerischen-bereich-einer-gemeinnuetzigen-koerperschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-171-07-aufteilung-von-vorsteuern-auf-unternehmerischen-und-nicht-unternehmerischen-bereich-einer-gemeinnuetzigen-koerperschaft\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;B&nbsp;171\/07 &#8211; Aufteilung von Vorsteuern auf unternehmerischen und nicht unternehmerischen Bereich einer gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, XI B 171\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufteilung von Vorsteuern auf unternehmerischen und nicht unternehmerischen Bereich einer gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Nichtzulassungsbeschwerde ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen. Die Vorentscheidung weicht nicht vom Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts (FG) vom 7. September 2006&nbsp;&nbsp;4 K 223\/04 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2006, 1867) ab. Soweit die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) eine grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) geltend macht, liegt eine solche nicht vor oder entspricht die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO ist die Revision zuzulassen, wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert. Eine die Rechtseinheit gef&auml;hrdende Abweichung liegt nur vor, wenn die Vorinstanz bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Rechtsauffassung vertritt als insbesondere der BFH oder ein anderes FG (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 53, m.w.N.). Der Streitfall ist mit dem Sachverhalt, der dem Urteil in EFG 2006, 1867 zugrunde liegt, nicht vergleichbar. Das Schleswig-Holsteinische FG hatte &uuml;ber die Aufteilung von Vorsteuern auf steuerpflichtige und steuerbefreite Ums&auml;tze gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) zu entscheiden. Es war zudem davon ausgegangen, dass die Steuerpflichtige keine Eingangsleistungen f&uuml;r Zwecke bezogen hatte, die au&szlig;erhalb ihres Unternehmenszwecks lagen. Im Streitfall steht nicht die Frage nach einer Aufteilung von Vorsteuern auf steuerpflichtige und steuerbefreite Ums&auml;tze im Raum. Sondern es geht ausschlie&szlig;lich darum, wie Vorsteuern aufzuteilen sind, wenn eine gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft neben ihrer &#8211;im Beschwerdeverfahren nicht mehr streitigen&#8211; unternehmerischen T&auml;tigkeit auch nichtunternehmerisch t&auml;tig wurde (hier: Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen und sonstigen schwer vermittelbaren Arbeitslosen mit dem Ziel der Wiedereingliederung in das Erwerbsleben als Ausdruck praktizierter christlicher N&auml;chstenliebe) und ihr in diesem Zusammenhang unstreitig nichtsteuerbare Zusch&uuml;sse und Spenden zugeflossen sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Rechtsfrage, ob echte Zusch&uuml;sse bei der Berechnung der Vorsteuerabzugsquote nach &sect; 15 UStG zu ber&uuml;cksichtigen sind oder nicht, ist eindeutig zu verneinen. Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG kann ein Unternehmer die in Rechnungen ordnungsgem&auml;&szlig; ausgewiesene geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen abziehen, die von anderen Unternehmen f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind. Schon aus dem Wortlaut der Norm ergibt sich, dass die Frage, mit welchen Mitteln der Unternehmer die f&uuml;r sein Unternehmen erbrachten Leistungen bezahlt hat, unerheblich ist. Ma&szlig;geblich ist, welcher Teil der Eingangsaufwendungen der wirtschaftlichen und der nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit zuzurechnen ist (vgl. auch Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;EuGH&#8211; vom 13. M&auml;rz 2008 Rs. C-437\/06 &#8211;Securenta&#8211;, Deutsches Steuerrecht 2008, 615, Randnr. 37). Daher war im Klageverfahren insoweit auch ausschlie&szlig;lich streitig, ob die Kl&auml;gerin als gemeinn&uuml;tzige GmbH neben ihrem unternehmerischen auch einen ideellen Bereich hatte, f&uuml;r den in Rechnung gestellte Leistungen erbracht wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aber auch wenn der Senat die Rechtsfrage im Sinne des bisherigen kl&auml;gerischen Vorbringens und der Urteilsbegr&uuml;ndung sinngem&auml;&szlig; dahin versteht, dass gekl&auml;rt werden soll, ob eine gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft, die ein Unternehmen unterh&auml;lt (Zweckbetrieb), daneben einen ideellen Bereich haben kann und ob in diesem Fall die Vorsteuern sch&auml;tzungsweise anhand des Verh&auml;ltnisses der betrieblichen Einnahmen einerseits und der Zusch&uuml;sse der &ouml;ffentlichen Hand andererseits aufgeteilt werden k&ouml;nnen, kann die Beschwerde keinen Erfolg haben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO sind die Zulassungsgr&uuml;nde &quot;darzulegen&quot;. F&uuml;r die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung muss der Beschwerdef&uuml;hrer nicht nur &#8211;wie im Streitfall geschehen&#8211; die seiner Auffassung nach kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfrage bezeichnen und auf ihre Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit eingehen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 32). Hat der BFH bereits fr&uuml;her &uuml;ber die Rechtsfrage entschieden, muss er zus&auml;tzlich begr&uuml;nden, weshalb er gleichwohl eine erneute Entscheidung des BFH f&uuml;r erforderlich h&auml;lt (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 33, m.w.N.). Derartige Ausf&uuml;hrungen enth&auml;lt der Beschwerdebegr&uuml;ndungsschriftsatz nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wie bereits in der Vorentscheidung ausgef&uuml;hrt, kann nach der Rechtsprechung des BFH eine (gemeinn&uuml;tzige) K&ouml;rperschaft einen unternehmerischen und einen nichtunternehmerischen Bereich haben (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20. Dezember 1984 V R 25\/76, BFHE 142, 524, BStBl II 1985, 176; vom 18. November 2004 V R 16\/03, BFHE 208, 461, BStBl II 2005, 503, unter II.2.b). Die Kl&auml;gerin hat nicht dargelegt und es ist auch nicht offensichtlich, aus welchen Gr&uuml;nden hierzu eine erneute h&ouml;chstrichterliche Entscheidung notwendig ist. Dem Hinweis der Kl&auml;gerin auf die Rechtsprechung des EuGH (u.a. Urteile vom 22. Februar 2001 Rs. C-408\/98 &#8211;Abbey National plc&#8211;, Slg. 2001, I-1361, und vom 27. November 2003 Rs. C-497\/01 &#8211;Zita Modes S&agrave;rl&#8211;, Slg. 2003, I-14393) kann ein Kl&auml;rungsbedarf f&uuml;r Sachverhalte wie dem des Streitfalles gerade nicht entnommen werden. Danach soll durch die Regelung &uuml;ber den Vorsteuerabzug der &quot;Unternehmer&quot; vollst&auml;ndig von der im Rahmen seiner &quot;wirtschaftlichen T&auml;tigkeit&quot; geschuldeten oder entrichteten Mehrwertsteuer entlastet werden. Das gemeinsame Mehrwertsteuersystem gew&auml;hrleiste v&ouml;llige Neutralit&auml;t hinsichtlich der steuerlichen Belastung aller &quot;wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten&quot; unabh&auml;ngig von ihrem Zweck und ihrem Ergebnis, &quot;sofern diese T&auml;tigkeiten selbst der Mehrwertsteuer unterliegen&quot; (vgl. die zitierten Urteile des EuGH, Randnr. 24 bzw. 38). Im &Uuml;brigen ist gemeinschaftsrechtlich gekl&auml;rt, dass eine K&ouml;rperschaft auch nicht wirtschaftliche T&auml;tigkeiten aus&uuml;ben kann (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 29. April 2004 Rs. C-77\/01 &#8211;EDM&#8211;, Slg. 2004, I-4295).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat auch nicht substantiiert dargelegt, aus welchen Rechtsgr&uuml;nden bei der danach gebotenen sch&auml;tzungsweisen Aufteilung der Vorsteuern die von der &ouml;ffentlichen Hand gezahlten, unstreitig echten Zusch&uuml;sse unber&uuml;cksichtigt bleiben sollten, d.h. die Vorsteuern ausschlie&szlig;lich dem unternehmerischen Bereich zuzuordnen w&auml;ren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.4.2008, XI B 171\/07 Aufteilung von Vorsteuern auf unternehmerischen und nicht unternehmerischen Bereich einer gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Nichtzulassungsbeschwerde ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Die Revision ist nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zuzulassen. Die Vorentscheidung weicht nicht vom Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts (FG) vom 7. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-b-171-07-aufteilung-von-vorsteuern-auf-unternehmerischen-und-nicht-unternehmerischen-bereich-einer-gemeinnuetzigen-koerperschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;B&nbsp;171\/07 &#8211; Aufteilung von Vorsteuern auf unternehmerischen und nicht unternehmerischen Bereich einer gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18129\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}