{"id":18148,"date":"2012-12-11T15:29:05","date_gmt":"2012-12-11T13:29:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18148"},"modified":"2012-12-11T15:29:05","modified_gmt":"2012-12-11T13:29:05","slug":"ii-r-1-07-betriebsgrundstueck-und-bedarfsbewertung-gegenstand-des-verfahrens-bei-erlass-eines-geaenderten-ergaenzten-feststellungsbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-1-07-betriebsgrundstueck-und-bedarfsbewertung-gegenstand-des-verfahrens-bei-erlass-eines-geaenderten-ergaenzten-feststellungsbescheids\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;1\/07 &#8211; Betriebsgrundst&uuml;ck und Bedarfsbewertung &#8211; Gegenstand des Verfahrens bei Erlass eines ge&auml;nderten erg&auml;nzten Feststellungsbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2008, II R 1\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Betriebsgrundst&uuml;ck und Bedarfsbewertung &#8211; Gegenstand des Verfahrens bei Erlass eines ge&auml;nderten erg&auml;nzten Feststellungsbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Vater (V) des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) schenkte diesem mit Vertrag vom 2. M&auml;rz 2000 unter gleichzeitiger Auflassung und Eintragungsbewilligung ein Grundst&uuml;ck. Das Grundst&uuml;ck mit einer Gesamtfl&auml;che von 2 445 qm war mit einem gro&szlig;fl&auml;chigen Geb&auml;ude und einer daran angrenzenden Garage (Nutzfl&auml;che 31,50 qm) bebaut. In dem Geb&auml;ude befanden sich eine Lagerhalle nebst K&uuml;hlr&auml;umen (Kellergeschoss und Erdgeschoss; Nutzfl&auml;che 724,32 qm) sowie zwei Gastst&auml;tten (Erdgeschoss und Obergeschoss; Nutzfl&auml;che 1 649,51 qm). Der nicht bebaute Teil des Grundst&uuml;cks diente als Hoffl&auml;che. V hatte die Lagerhalle f&uuml;r den Betrieb seines Getr&auml;nkehandels genutzt. Die Gastst&auml;tten waren an andere Gewerbetreibende verpachtet; die vereinbarten Nettokaltmieten betrugen f&uuml;r 1997&nbsp;&nbsp;117 078 DM, f&uuml;r 1998&nbsp;&nbsp;107 824 DM und f&uuml;r 1999&nbsp;&nbsp;119 872 DM. V hatte in seinen Einkommensteuererkl&auml;rungen die den Getr&auml;nkehandel betreffenden Eink&uuml;nfte als gewerbliche, die aus der Gastst&auml;ttenverpachtung erzielten Eink&uuml;nfte als solche aus Vermietung und Verpachtung behandelt. Das f&uuml;r die Besteuerung des Einkommens zust&auml;ndige Finanzamt war diesen Angaben gefolgt. Bei der Feststellung des Einheitswertes waren auf den 1. Januar 1979 mit Bescheid vom 2. Oktober 1980 f&uuml;r das Grundst&uuml;ck die Grundst&uuml;cksart &quot;Gesch&auml;ftsgrundst&uuml;ck&quot; und die Verm&ouml;gensart &quot;Betriebsverm&ouml;gen&quot; festgestellt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte mit Bescheid vom 15. Mai 2001 den Grundst&uuml;ckswert auf &#8230; DM fest, ohne sich zur Art der wirtschaftlichen Einheit zu &auml;u&szlig;ern. Auf den Einspruch, mit dem der Kl&auml;ger sich auch dagegen wandte, dass die Art des Grundst&uuml;cks als &quot;Betriebsgrundst&uuml;ck&quot; nicht festgestellt worden sei, minderte das FA den Grundst&uuml;ckswert mit Einspruchsentscheidung vom 23. September 2002 auf &#8230; DM. Im &Uuml;brigen wies es den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck; die Artfeststellung &quot;Betriebsgrundst&uuml;ck&quot; sei nicht m&ouml;glich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die mit dem Ziel eingelegte Klage, das FA zu einer solchen Feststellung zu verpflichten, blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) ging davon aus, dass das Grundst&uuml;ck bei V zum Grundverm&ouml;gen geh&ouml;rt habe, weil es zu weniger als der H&auml;lfte seines Werts dessen Gewerbebetrieb gedient habe (&sect; 99 Abs. 2 Satz 2 des Bewertungsgesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung &#8211;BewG&#8211;). Der Wert dieses Nutzungsanteils sei nach dem gleichen Verfahren, wie es f&uuml;r die Ermittlung des Werts des ganzen Grundst&uuml;cks anzuwenden sei, im Streitfall also nach dem Ertragswertverfahren f&uuml;r bebaute Grundst&uuml;cke gem&auml;&szlig; &sect; 146 BewG, zu ermitteln. Danach ergebe sich f&uuml;r den verpachteten Anteil des Grundst&uuml;cks eine nach &sect; 146 Abs. 2 BewG ma&szlig;gebliche Jahresmiete von 114 924 DM. Dies entspreche, ausgehend von der genutzten Geb&auml;udefl&auml;che von 1 649,51 qm, einer monatlichen Miete von 5,80 DM\/qm. Um f&uuml;r den restlichen, eigengewerblich genutzten Anteil des Grundst&uuml;cks, ausgehend von der genutzten Geb&auml;udefl&auml;che von 724,32 qm, ebenfalls eine Jahresmiete von 114 924 DM annehmen zu k&ouml;nnen, h&auml;tte die &uuml;bliche Miete gem&auml;&szlig; &sect; 146 Abs. 3 BewG monatlich mindestens 13,22 DM\/qm betragen m&uuml;ssen. Ein solcher Mietpreis sei nach den damaligen Gegebenheiten des Immobilienmarktes f&uuml;r Lagerhallen nicht zu erzielen gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend des Klageverfahrens fanden bei V und beim Kl&auml;ger steuerliche Au&szlig;enpr&uuml;fungen statt. Nach deren Ergebnis geh&ouml;rte das (streitgegenst&auml;ndliche) Grundst&uuml;ck teils zum Betriebsverm&ouml;gen und teils zum Privatverm&ouml;gen. Der Grund und Boden sei mit einer Fl&auml;che von 2 018 qm dem Betriebsverm&ouml;gen zuzurechnen, im &Uuml;brigen (427 qm) habe er der Erzielung von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung gedient.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit &Auml;nderungsbescheid vom 10. Februar 2006 erh&ouml;hte das FA nach weiteren tats&auml;chlichen Ermittlungen den Grundst&uuml;ckswert und stellte ihn auf &#8230; DM fest. Bei der Wertberechnung setzte es f&uuml;r den eigengenutzten Teil des Grundst&uuml;cks eine &uuml;bliche Miete in H&ouml;he von 3 DM\/qm an. Gegen diesen Bescheid ist das Einspruchsverfahren anh&auml;ngig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision macht der Kl&auml;ger geltend, das FG habe zu Unrecht bei der Ermittlung der Nutzungsanteile i.S. des &sect; 99 Abs. 2 Satz 1 und 2 BewG das Ertragswertverfahren gem&auml;&szlig; &sect; 146 BewG angewendet. Es m&uuml;sse auch ber&uuml;cksichtigt werden, in welchem Umfang der Grund und Boden dem Gewerbebetrieb diene. Die Wertermittlung habe daher entsprechend den Grunds&auml;tzen des &sect; 147 BewG zu erfolgen. Unter Ber&uuml;cksichtigung von Geb&auml;udewert und Bodenwert ergebe sich ein &uuml;ber dem h&auml;lftigen Wert liegender betrieblicher Anteil.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und das FA zu verpflichten, den Bescheid &uuml;ber die Feststellung des Grundbesitzwertes auf den 2. M&auml;rz 2000 vom 15. Mai 2001 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 23. September 2002 in der Weise zu erg&auml;nzen, dass als Art der wirtschaftlichen Einheit die Eigenschaft &quot;Betriebsgrundst&uuml;ck&quot; festgestellt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG hat zu Recht entschieden, dass das FA zur Feststellung der Art des Grundst&uuml;cks als Betriebsgrundst&uuml;ck durch Erg&auml;nzungsbescheid (&sect; 179 Abs. 3 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) nicht verpflichtet war. Das Grundst&uuml;ck war bei V kein Betriebsgrundst&uuml;ck, weil es nicht zu mehr als der H&auml;lfte seines Werts dessen Gewerbebetrieb diente (&sect; 99 Abs. 2 Satz 1 und 2 i.V.m. &sect; 95 Abs. 1 BewG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Das FG konnte &uuml;ber die Verpflichtungsklage auf Erlass eines Erg&auml;nzungsbescheids durch Sachurteil entscheiden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Es bedurfte nicht der nochmaligen Durchf&uuml;hrung eines au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahrens (&sect; 44 Abs. 1 FGO). Der Einspruch des Kl&auml;gers gegen den Feststellungsbescheid vom 15. Mai 2001 richtete sich auch dagegen, dass das FA in diesem Bescheid eine notwendige Feststellung unterlassen habe; dieses Begehren hat das FA im Einspruchsverfahren gepr&uuml;ft. Einer nochmaligen Durchf&uuml;hrung eines au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahrens bedarf es in einem solchen Falle nicht, weil der Zweck des Vorverfahrens, n&auml;mlich zus&auml;tzlicher Rechtsschutz f&uuml;r den Steuerpflichtigen durch vollst&auml;ndige &Uuml;berpr&uuml;fung der Sache (&sect; 367 Abs. 2 Satz 1 AO) und Selbstkontrolle der Verwaltung, gewahrt ist (so auch von Wedel in Beermann\/Gosch, AO &sect; 348 Rz 4).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Der &Auml;nderungsbescheid vom 10. Februar 2006 &uuml;ber die Feststellung des Grundst&uuml;ckswerts ist nicht Gegenstand des Verfahrens geworden (&sect; 68 FGO). Ist bei der Feststellung des Grundbesitzwerts die Artfeststellung als Betriebsgrundst&uuml;ck (&sect; 138 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 BewG) unterblieben, ist die Artfeststellung durch Erg&auml;nzungsbescheid (&sect; 179 Abs. 3 AO) nachzuholen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27. Oktober 2004 II R 8\/01, BFHE 207, 55, BStBl II 2005, 463). Das Erg&auml;nzungsverfahren ist ein selbst&auml;ndiges Verwaltungsverfahren; dies gilt unabh&auml;ngig davon, ob die bei der Feststellung des Grundbesitzwerts zu treffenden Einzelfeststellungen selbst&auml;ndige oder unselbst&auml;ndige Bestandteile jener Feststellung sind (zu deren Selbst&auml;ndigkeit bei der Einheitsbewertung vgl. BFH-Urteil vom 6. M&auml;rz 1991 II R 152\/88, BFH\/NV 1991, 726). Der Erg&auml;nzungsbescheid l&auml;sst den erg&auml;nzten Feststellungsbescheid unber&uuml;hrt, da durch ihn bereits getroffene Feststellungen weder ge&auml;ndert noch aufgehoben werden k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 14. Oktober 1987 I R 381\/83, BFH\/NV 1989, 141, m.w.N.). Hieraus folgt umgekehrt, dass auch ein ge&auml;nderter erg&auml;nzter Feststellungsbescheid den Erg&auml;nzungsbescheid weder &auml;ndert noch ersetzt. Die Voraussetzungen des &sect; 68 FGO liegen daher nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das streitgegenst&auml;ndliche Grundst&uuml;ck war bei V kein Betriebsgrundst&uuml;ck, weil es nicht zu mehr als der H&auml;lfte seines Werts dessen Gewerbebetrieb diente (&sect; 99 Abs. 2 Satz 1 und 2 i.V.m. &sect; 95 Abs. 1 BewG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Grundbesitz (&sect; 19 BewG) ist nach &sect; 12 Abs. 3 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) mit dem Grundbesitzwert anzusetzen, der nach dem Vierten Abschnitt des Zweiten Teils des BewG (Vorschriften f&uuml;r die Bewertung von Grundbesitz f&uuml;r die Erbschaftsteuer ab 1. Januar 1996 und f&uuml;r die Grunderwerbsteuer ab 1. Januar 1997) auf den Zeitpunkt der Entstehung der Steuer (&sect; 9 ErbStG) festgestellt wird. Die nach &sect; 138 Abs. 3 Satz 1 BewG u.a. f&uuml;r Betriebsgrundst&uuml;cke i.S. des &sect; 99 Abs. 1 Nr. 1 BewG zu ermittelnden Grundst&uuml;ckswerte sind nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG gesondert festzustellen, wenn sie f&uuml;r die Erbschaftsteuer erforderlich sind (Bedarfsbewertung). In dem Feststellungsbescheid sind nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 BewG auch Feststellungen zu treffen &uuml;ber die Art der wirtschaftlichen Einheit, bei Betriebsgrundst&uuml;cken, die zu einem Gewerbebetrieb geh&ouml;ren (wirtschaftliche Untereinheit), auch &uuml;ber den Gewerbebetrieb.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Betriebsgrundst&uuml;ck i.S. des &sect; 99 Abs. 1 Nr. 1 BewG ist der zu einem Gewerbebetrieb geh&ouml;rige Grundbesitz, soweit er, losgel&ouml;st von seiner Zugeh&ouml;rigkeit zu dem Gewerbebetrieb, zum Grundverm&ouml;gen geh&ouml;ren w&uuml;rde. Unter welchen Voraussetzungen Grundbesitz zu einem Gewerbebetrieb geh&ouml;rt, richtet sich abweichend von der Grundnorm des &sect; 95 Abs. 1 Satz 1 BewG, wonach das Betriebsverm&ouml;gen alle Teile eines Gewerbebetriebes i.S. des &sect; 15 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes umfasst, die bei der steuerlichen Gewinnermittlung zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;ren, nach &sect; 99 BewG. Gem&auml;&szlig; Abs. 2 Satz 1 und 2 der Vorschrift kann ein Grundst&uuml;ck nur im Ganzen entweder Betriebsgrundst&uuml;ck sein oder zum Grundverm&ouml;gen geh&ouml;ren. Als Betriebsverm&ouml;gen gilt es, wenn es zu mehr als der H&auml;lfte seines Werts dem Gewerbebetrieb dient. Der Anteil, zu dem das ganze Grundst&uuml;ck dem Gewerbebetrieb dient, kann dabei nicht losgel&ouml;st von der Bewertungsmethode, nach der das ganze Grundst&uuml;ck bewertet worden ist, ermittelt werden. Ob das Grundst&uuml;ck zu mehr als der H&auml;lfte seines Werts dem Gewerbebetrieb dient, bestimmt sich daher nach dem Verh&auml;ltnis, in dem der nach den Grunds&auml;tzen der jeweils ma&szlig;geblichen Vorschrift (&sect;&sect; 146 bis 148 BewG) ermittelte Wert des ganzen Grundst&uuml;cks zu dem Betrag steht, mit dem der Grundst&uuml;cksteil, der dem Gewerbebetrieb dient, in den Wert des ganzen Grundst&uuml;cks eingegangen ist. Die Pr&uuml;fung, ob ein Grundst&uuml;ck Betriebsgrundst&uuml;ck ist und zu welchem Gewerbebetrieb es ggf. geh&ouml;rt, hat das Lagefinanzamt nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 2 Nr. 1 BewG eigenst&auml;ndig vorzunehmen (BFH-Urteil vom 14. Februar 2007 II R 69\/05, BFHE 215, 533, BStBl II 2007, 443).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Gem&auml;&szlig; diesen Grunds&auml;tzen bildete das streitbefangene Grundst&uuml;ck kein Betriebsgrundst&uuml;ck. Der Grundst&uuml;ckswert ist zutreffend nach &sect; 146 BewG ermittelt. Es handelt sich um ein bebautes Grundst&uuml;ck (&sect; 146 Abs. 1 BewG). Soweit es verpachtet ist, wurde eine durchschnittliche Jahresmiete in der vom FG festgestellten H&ouml;he von 114 924 DM bezahlt (&sect; 146 Abs. 2 Satz 1 und 2 BewG); soweit es eigengenutzt wurde, ist nach den nicht angegriffenen Feststellungen des FG eine &uuml;bliche Miete zu ermitteln gewesen (&sect; 146 Abs. 3 Satz 2 BewG). Damit scheidet eine Bewertung nach &sect; 147 BewG aus, wie sich aus Abs. 1 Satz 1 der Vorschrift ergibt. Aus der Ermittlung des Grundbesitzwerts lassen sich auch die Anteile entnehmen, zu denen der gewerblich genutzte und der privat genutzte Teil des Grundst&uuml;cks mit Geb&auml;ude in die Bewertung eingegangen sind. Die Abgrenzung der gewerblichen von der privaten Nutzung ist nicht zu beanstanden. Die Zuordnung der Freifl&auml;che zu den unterschiedlichen Nutzungen ist im Rahmen der Bewertung nach &sect; 146 BewG ohne Bedeutung, da ausschlie&szlig;lich an die Ertr&auml;ge (erzielte bzw. &uuml;bliche Miete) angekn&uuml;pft wird. Daraus ergibt sich im Streitfall eine gewerbliche Nutzung zu weniger als der H&auml;lfte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 23.4.2008, II R 1\/07 Betriebsgrundst&uuml;ck und Bedarfsbewertung &#8211; Gegenstand des Verfahrens bei Erlass eines ge&auml;nderten erg&auml;nzten Feststellungsbescheids Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Vater (V) des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) schenkte diesem mit Vertrag vom 2. M&auml;rz 2000 unter gleichzeitiger Auflassung und Eintragungsbewilligung ein Grundst&uuml;ck. 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