{"id":18156,"date":"2012-12-11T05:49:12","date_gmt":"2012-12-11T03:49:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18156"},"modified":"2012-12-11T05:49:12","modified_gmt":"2012-12-11T03:49:12","slug":"i-r-68-70-06-ermittlung-des-anfangsbestandes-des-steuerlichen-einlagekontos-bei-betrieben-gewerblicher-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-68-70-06-ermittlung-des-anfangsbestandes-des-steuerlichen-einlagekontos-bei-betrieben-gewerblicher-art\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;68-70\/06 &#8211; Ermittlung des Anfangsbestandes des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, I R 68-70\/06; I R 68\/06; I R 69\/06; I R 70\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlung des Anfangsbestandes des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerinnen und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerinnen), zwei Gemeinden, unterhielten im Streitjahr 2001 jeweils einen Betrieb &quot;Wasserversorgung&quot;, eine der beiden Kl&auml;gerinnen daneben einen Betrieb &quot;Hallenbad&quot;, die als Betriebe gewerblicher Art gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6, &sect; 4 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 1999) der K&ouml;rperschaftsteuer unterliegen. Sie ermitteln die Eink&uuml;nfte der Betriebe durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich (&sect; 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG 1997&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erlie&szlig; Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung des steuerlichen Einlagekontos gem&auml;&szlig; &sect; 27 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. Abs. 7 KStG 1999 i.d.F. des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts (Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz &#8211;UntStFG&#8211;) vom 20. Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35 &#8211;KStG 1999 n.F.&#8211;) zum 31. Dezember 2001, in denen er die vor dem Systemwechsel von den Kl&auml;gerinnen geleisteten Einlagen zum Ausgleich von Verlusten nicht ber&uuml;cksichtigte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Den dagegen gerichteten Klagen gab das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 1697 und 1701 ver&ouml;ffentlichten Urteilen vom 24. Juli 2006&nbsp;&nbsp;6 K 176\/03 und 6 K 178\/03 sowie dem nicht ver&ouml;ffentlichten Urteil 6 K 179\/03 &uuml;berwiegend statt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seinen vom Senat zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbundenen Revisionen r&uuml;gt das FA eine Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt, die Urteile des FG aufzuheben und die Klagen abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerinnen beantragen, die Revisionen zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revisionen des FA sind begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hren zur Aufhebung der angefochtenen Urteile und zur Abweisung der Klagen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die Bescheide des FA &uuml;ber die gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen nach &sect; 27 Abs. 2 und 7 KStG 1999 n.F. zum 31. Dezember 2001 rechtswidrig und die Best&auml;nde der Einlagekonten um die in vorangegangenen Jahren zum Ausgleich von Verlusten geleisteten Einlagen zu erh&ouml;hen sind.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Unbeschr&auml;nkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaften haben die nicht in das Nennkapital geleisteten Einlagen am Schluss jedes Wirtschaftsjahres auf einem besonderen Konto (steuerliches Einlagekonto) auszuweisen. Das steuerliche Einlagekonto ist ausgehend von dem Bestand des vorangegangenen Wirtschaftsjahres um die jeweiligen Zu- und Abg&auml;nge des Wirtschaftsjahres fortzuschreiben und zum Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres gesondert festzustellen (&sect; 27 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2, Abs. 2 Satz 1 KStG 1999 n.F.). Dieser Bescheid ist Grundlagenbescheid f&uuml;r den Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung zum folgenden Feststellungszeitpunkt (&sect; 27 Abs. 2 Satz 2 KStG 1999 n.F.). Die gesonderte Feststellung erfolgt nach &sect; 34 Abs. 2a KStG 1999 n.F. bei Kapitalgesellschaften, deren Wirtschaftsjahr dem Kalenderjahr entspricht, erstmals auf den 31. Dezember 2001.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Regelungen in &sect; 27 Abs. 1 bis 6 KStG 1999 n.F. gelten gem&auml;&szlig; &sect; 27 Abs. 7 KStG 1999 n.F. sinngem&auml;&szlig; f&uuml;r andere K&ouml;rperschaften und Personenvereinigungen, die Leistungen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 9 und 10 EStG 1997 i.d.F. des UntStFG (EStG 1997 n.F.) gew&auml;hren k&ouml;nnen. Diese Voraussetzungen erf&uuml;llen die Kl&auml;gerinnen. Nach &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 1997 n.F. geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen der nicht den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrte Gewinn und verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen eines nicht von der K&ouml;rperschaftsteuer befreiten Betriebes gewerblicher Art i.S. des &sect; 4 KStG 1999 ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit, der den Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermittelt oder Ums&auml;tze einschlie&szlig;lich der steuerfreien Ums&auml;tze von mehr als 260 000 EUR im Kalenderjahr oder einen Gewinn von mehr als 25 000 EUR im Wirtschaftsjahr hat. Die Kl&auml;gerinnen unterhalten Betriebe gewerblicher Art ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit, deren Gewinn sie durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich ermitteln. Da ihre Wirtschaftsjahre mit den Kalenderjahren &uuml;bereinstimmen, waren folglich die Best&auml;nde des Einlagekontos erstmals zum 31. Dezember 2001 festzustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FA hat die Anfangsbest&auml;nde zutreffend angesetzt. Die durch die Verluste in den Jahren vor 2000 aufgezehrten Einlagen sind zu Recht bei der Feststellung des Anfangsbestandes au&szlig;er Ansatz gelassen worden (s. bereits Senatsurteil vom 21. August 2007 I R 78\/06, BFHE 218, 515, BStBl II 2008, 317).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Ausgangspunkt f&uuml;r die erstmalige Ermittlung des steuerlichen Einlagekontos ist bei Kapitalgesellschaften gem&auml;&szlig; &sect; 39 Abs. 1 KStG 1999 n.F. der nach &sect; 36 Abs. 7 KStG 1999 n.F. festgestellte positive Betrag an Einlagen der Anteilseigner, die das Eigenkapital in nach dem 31. Dezember 1976 abgelaufenen Wirtschaftsjahren erh&ouml;ht haben (&sect; 30 Abs. 2 Nr. 4 KStG 1999 i.d.F. vor Einf&uuml;hrung des so genannten Halbeink&uuml;nfteverfahrens &#8211;KStG 1999 a.F.&#8211;, EK 04). Da unter Geltung des Anrechnungsverfahrens Betriebe gewerblicher Art &uuml;ber kein gegliedertes Eigenkapital verf&uuml;gten (&sect;&sect; 27 ff. KStG 1999 a.F.), ist diese Vorschrift f&uuml;r Betriebe gewerblicher Art nicht einschl&auml;gig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Wie der Anfangsbestand des Einlagekontos bei K&ouml;rperschaften, die unter Geltung des Anrechnungsverfahrens nicht zur Gliederung ihres Eigenkapitals verpflichtet waren, erstmals zu ermitteln ist, ist nicht ausdr&uuml;cklich geregelt. Nach &sect; 30 Abs. 3 KStG 1999 a.F. war bei Kapitalgesellschaften, die ihr Eigenkapital erstmals zu gliedern hatten, das in der Er&ouml;ffnungsbilanz auszuweisende Kapital, soweit es das Nennkapital &uuml;berstieg, dem EK 04 zuzuordnen. Eine entsprechende Regelung f&uuml;r K&ouml;rperschaften, die erstmals zur F&uuml;hrung eines steuerlichen Einlagekontos verpflichtet sind, fehlt im neuen Recht, so dass grunds&auml;tzlich &#8211;vorbehaltlich der Frage, ob das Gesetz insoweit eine L&uuml;cke enth&auml;lt&#8211; bei diesen K&ouml;rperschaften von einem Anfangsbestand von 0 DM auszugehen ist (so auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 4. Juni 2003, BStBl I 2003, 366 Tz. 5).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Auffassung des FG, der erstmalige Bestand des Einlagekontos sei so zu ermitteln, dass er alle nachweisbaren Einlagen aus der Zeit vor dem Systemwechsel enthalte, selbst wenn diese durch Verluste verbraucht wurden und daher im Eigenkapital nicht mehr vorhanden sind (gl.A. Teichgr&auml;ber, Kommunale Steuerzeitschrift 2005, 164; H&ouml;lzer, Zeitschrift f&uuml;r Kommunalfinanzen 2003, 297, 300; Christochowitz in M&ouml;ssner\/Seeger, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, &sect; 27 Rz 34), findet im Gesetzeswortlaut keine St&uuml;tze. Gem&auml;&szlig; &sect; 27 Abs. 1 Satz 2 KStG 1999 n.F. ist das steuerliche Einlagekonto ausgehend von dem Bestand am Ende des vorangegangenen Wirtschaftsjahres um die jeweiligen Zu- und Abg&auml;nge des Wirtschaftsjahres fortzuschreiben. Nach dem Wortlaut werden also nur Zu- und Abg&auml;nge des einzelnen Wirtschaftsjahres, nicht dagegen solche aus fr&uuml;heren Wirtschaftsjahren ber&uuml;cksichtigt. Bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr sind bei wortgetreuer Auslegung folglich erstmals und ausschlie&szlig;lich Zu- und Abg&auml;nge des Jahres 2001 zu ber&uuml;cksichtigen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der Zweck des &sect; 27 KStG 1999 n.F. gebietet nicht, Einlagen vor dem Systemwechsel, die durch Verluste verbraucht sind, in den Bestand des Einlagekontos einzubeziehen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Seit der Einf&uuml;hrung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens sind Gewinne eines Betriebes gewerblicher Art ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit unter bestimmten im Gesetz n&auml;her bezeichneten Voraussetzungen gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 1997 n.F. Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen. Diese Eink&uuml;nfte unterliegen gem&auml;&szlig; &sect; 43 Abs. 1 Nr. 7c EStG 1997 n.F. der Kapitalertragsteuer, als deren Schuldner der Tr&auml;ger des Betriebes gewerblicher Art gilt (&sect; 44 Abs. 6 Satz 1 EStG 1997 n.F.). Um zu verhindern, dass die R&uuml;ckzahlung von Einlagen besteuert wird, ist die F&uuml;hrung eines steuerlichen Einlagekontos i.S. des &sect; 27 KStG 1999 n.F. erforderlich, da nur auf diese Weise festgestellt werden kann, ob z.B. Gewinnr&uuml;cklagen aufgel&ouml;st oder Einlagen zur&uuml;ckgezahlt werden. Dementsprechend bestimmt &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 5 i.V.m. Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 1997 n.F., dass Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nicht vorliegen, wenn f&uuml;r die (fiktiven) Aussch&uuml;ttungen des Betriebes gewerblicher Art ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit Betr&auml;ge aus dem steuerlichen Einlagekonto i.S. des &sect; 27 KStG 1999 n.F. als verwendet gelten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Die Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 11. September 2002, BStBl I 2002, 935 Tz. 13 und 25; vom 10. November 2005, BStBl I 2005, 1029 Tz. 1) und ein Teil des Schrifttums (D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect; 27 KStG nF Rz 12; Lornsen-Veit\/Odenbach in Erle\/Sauter, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 2. Aufl., &sect; 27 Rz 25; F&ouml;rster\/van Lishaut, Finanz-Rundschau 2002, 1208 f.; Wassermeyer in Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect; 20 Rz JB 7; Semmler\/Zimmermann, Der Betrieb 2005, 2153) folgern aus diesem Zweck, dass bei Betrieben gewerblicher Art &uuml;ber den Wortlaut des &sect; 27 KStG 1999 n.F. hinaus nicht ein Anfangsbestand von 0 DM zugrunde zu legen ist, sondern das im Zeitpunkt des Systemwechsels vorhandene Eigenkapital, soweit es das Nennkapital oder eine vergleichbare Kapitalgr&ouml;&szlig;e &uuml;bersteigt. Andernfalls k&ouml;nnten Teile des Eigenkapitals, die aus Gewinnr&uuml;cklagen gebildet wurden und daher bereits einem K&ouml;rperschaftsteuersatz von 40 % oder mehr unterlegen haben, systemwidrig einer Kapitalertragsteuerbelastung von 10 % unterzogen werden. Da bei Betrieben gewerblicher Art regelm&auml;&szlig;ig nicht mehr festgestellt werden kann, ob das zum Zeitpunkt des Systemwechsels vorhandene Eigenkapital aus Gewinnr&uuml;cklagen oder aus Einlagen stammt, soll aus Vereinfachungsgr&uuml;nden das gesamte noch vorhandene Eigenkapital in das steuerliche Einlagekonto eingestellt werden. Betriebe gewerblicher Art werden demnach analog der Regelung in &sect; 30 Abs. 3 KStG 1999 a.F. behandelt, nach der sich das EK 04 bei Kapitalgesellschaften, die ihr verwendbares Eigenkapital erstmals zu gliedern hatten, nach dem in der Er&ouml;ffnungsbilanz auszuweisen-den Eigenkapital, soweit es das Nennkapital &uuml;berstieg, ermittelte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                cc) Bei Eigenkapitalanteilen, die bereits vor dem Systemwechsel durch Verluste vernichtet wurden, besteht die Gefahr, dass Eigenkapital, das bereits unter Geltung des alten Rechts der K&ouml;rperschaftsteuer unterlegen hat, zus&auml;tzlich einer Kapitalertragsteuerbelastung von 10 % unterzogen wird, indessen nicht, so dass eine &uuml;ber den Wortlaut des &sect; 27 KStG 1999 n.F. hinausgehende Erfassung auch solcher Einlagen nicht geboten ist. W&uuml;rde dieses nicht mehr vorhandene Eigenkapital in den Anfangsbestand des Einlagekontos aufgenommen, w&uuml;rden im Gegenteil Gewinne, die nach dem Systemwechsel erzielt wurden, als steuerfreie R&uuml;ckgew&auml;hr von Einlagen behandelt. Denn die Erh&ouml;hung des steuerlichen Einlagekontos um diese Einlagen minderte den aussch&uuml;ttbaren Gewinn i.S. des &sect; 27 Abs. 1 S&auml;tze 3 und 4 KStG 1999 n.F., so dass statt Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen R&uuml;ckzahlungen von Einlagen vorl&auml;gen (&sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 5 i.V.m. Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG 1997 n.F.). Das mit der Einf&uuml;hrung von &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 1997 n.F. verfolgte Ziel, alle unter Geltung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens erzielten Gewinne, soweit sie nicht einer Kapitalr&uuml;cklage zugef&uuml;hrt werden, aus Gr&uuml;nden der Wettbewerbsneutralit&auml;t zus&auml;tzlich einer Kapitalertragsteuer von 10 % zu unterziehen, w&uuml;rde damit verfehlt. Einlagen, die unter Geltung des Anrechnungsverfahrens ebenso wie die R&uuml;ckzahlung von Einlagen keine steuerrechtlichen Auswirkungen haben sollten, w&uuml;rden nachtr&auml;glich wie steuerrelevante Einlagen unter Geltung des neuen Rechts behandelt und f&uuml;hrten zu einer systemwidrigen Freistellung von bereits unter Geltung des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 1997 n.F. vom Betrieb gewerblicher Art erzielten Gewinnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                dd) Dass Kapitalgesellschaften, die unter Geltung des alten K&ouml;rperschaftsteuerrechts &uuml;ber eine Gliederungsrechnung verf&uuml;gten, hiervon abweichend behandelt werden, ist darin begr&uuml;ndet, dass diese K&ouml;rperschaften wegen der Steuerpflicht von Gewinnaussch&uuml;ttungen bei ihren Anteilseignern bereits unter Geltung des Anrechnungsverfahrens zwischen Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr und Gewinnaussch&uuml;ttung unterscheiden mussten, dagegen Betriebe gewerblicher Art mit einer definitiven K&ouml;rperschaftsteuer belastet waren. Die &Uuml;bernahme des EK 04 als Anfangsbestand des steuerlichen Einlagekontos f&uuml;hrt bei Kapitalgesellschaften diese Rechtslage fort und verhindert, dass diese gegen&uuml;ber dem bisherigen Recht einen Rechtsverlust erleiden. Ein solcher w&uuml;rde eintreten, wenn Einlagen, die vor dem Systemwechsel geleistet wurden, an die Anteilseigner zur&uuml;ckbezahlt w&uuml;rden. W&uuml;rden diese nicht in das steuerliche Einlagekonto eingestellt, m&uuml;ssten die Anteilseigner eine R&uuml;ckzahlung dieser Einlagen als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen versteuern. Demgegen&uuml;ber w&uuml;rde die Ber&uuml;cksichtigung von zum Zeitpunkt des Systemwechsels nicht mehr vorhandener Einlagen bei Betrieben gewerblicher Art zu einer systemwidrigen Freistellung von Gewinnen f&uuml;hren, die bereits unter Geltung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens erzielt wurden (gl.A. D&ouml;tsch in D&ouml;tsch\/Jost\/Pung\/Witt, a.a.O., &sect; 27 KStG nF Rz 12b).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unabh&auml;ngig hiervon sind bei Kapitalgesellschaften Einlagen und die R&uuml;ckzahlung von Einlagen aus zur&uuml;ckliegenden Jahren im Feststellungsbescheid &uuml;ber das verwendbare Eigenkapital festgehalten, bei Betrieben gewerblicher Art dagegen nicht. Eine sichere Ermittlung der zum Teil lange Zeit vor dem Systemwechsel geleisteten Einlagen wie auch der R&uuml;ckzahlung der Einlagen an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft ist daher in aller Regel nicht m&ouml;glich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.4.2008, I R 68-70\/06; I R 68\/06; I R 69\/06; I R 70\/06 Ermittlung des Anfangsbestandes des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerinnen und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerinnen), zwei Gemeinden, unterhielten im Streitjahr 2001 jeweils einen Betrieb &quot;Wasserversorgung&quot;, eine der beiden Kl&auml;gerinnen daneben einen Betrieb &quot;Hallenbad&quot;, die als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-68-70-06-ermittlung-des-anfangsbestandes-des-steuerlichen-einlagekontos-bei-betrieben-gewerblicher-art\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;68-70\/06 &#8211; Ermittlung des Anfangsbestandes des steuerlichen Einlagekontos bei Betrieben gewerblicher Art<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18156","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18156\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}