{"id":18179,"date":"2012-12-10T16:38:19","date_gmt":"2012-12-10T14:38:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18179"},"modified":"2012-12-10T16:38:19","modified_gmt":"2012-12-10T14:38:19","slug":"vii-b-256-07-vertretungszwang-vor-dem-bfh-verfassungsgemaess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-256-07-vertretungszwang-vor-dem-bfh-verfassungsgemaess\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;256\/07 &#8211; Vertretungszwang vor dem BFH verfassungsgem&auml;&szlig;"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2008, VII B 256\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Vertretungszwang vor dem BFH verfassungsgem&auml;&szlig;<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht hat die Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger), mit der er die Aufhebung einer Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) begehrte, als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Das erstinstanzliche Urteil hat der Kl&auml;ger im eigenen Namen mit einer Nichtzulassungsbeschwerde angegriffen, mit der er sich auf ein ihm vermeintlich zustehendes Widerstandsrecht beruft und die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie einen Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) geltend macht. Hinsichtlich des von ihm nicht beachteten Vertretungszwangs vertritt er die Ansicht, dass &sect; 62a FGO in unzul&auml;ssiger Weise in die von Art. 2 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) garantierte Handlungsfreiheit eingreife und infolgedessen nicht zur verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung des GG geh&ouml;re.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen, weil sie ohne Beachtung des vor dem Bundesfinanzhof (BFH) geltenden Vertretungszwangs eingelegt worden ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Vor dem BFH muss sich &#8211;wie auch aus der Rechtsmittelbelehrung in dem vorbezeichneten Urteil hervorgeht&#8211; jeder Beteiligte, sofern es sich nicht um eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts oder um eine Beh&ouml;rde handelt, durch einen Steuerberater, Steuerbevollm&auml;chtigten, Rechtsanwalt, niedergelassenen europ&auml;ischen Rechtsanwalt, Wirtschaftspr&uuml;fer oder vereidigten Buchpr&uuml;fer als Bevollm&auml;chtigten vertreten lassen; zur Vertretung berechtigt sind ferner Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften und Buchpr&uuml;fungsgesellschaften sowie zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen befugte Partnerschaftsgesellschaften, die durch einen der in dem vorherigen Halbsatz aufgef&uuml;hrten Berufsangeh&ouml;rigen t&auml;tig werden (&sect; 62a FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist die Beschwerde nicht von einer solchen Person oder Gesellschaft eingelegt worden; die Beschwerde ist daher als unzul&auml;ssig zu verwerfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers greift der in Verfahren vor dem BFH geltende Vertretungszwang nicht in verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzte Rechtspositionen ein. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung verst&ouml;&szlig;t er insbesondere nicht gegen die Rechtsschutzgarantie des Art. 19 Abs. 4 GG, denn die Anrufung des BFH wird dadurch weder unzumutbar noch in sachlich nicht zu rechtfertigender Weise erschwert (Senatsbeschluss vom 21. Juni 1999 VII B 116\/99, BFH\/NV 1999, 1612, sowie Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Oktober 1976&nbsp;&nbsp;1 BvR 373\/76, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1977, 33). Aus diesem Grund liegt auch keine Verletzung von Art. 2 Abs. 1 GG vor, dem im Rahmen des Grundrechtsschutzes in gerichtlichen Verfahren lediglich eine Auffangfunktion zukommt. Im &Uuml;brigen geh&ouml;rt auch das Prozessrecht zur verfassungsm&auml;&szlig;igen Ordnung, die vom Grundrechtstr&auml;ger bei der Wahrnehmung seines Freiheitsrechtes zu beachten ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die nicht n&auml;her substantiierte Behauptung des Kl&auml;gers, einen Anwalt nicht bezahlen zu k&ouml;nnen, f&uuml;hrt zu keiner anderen Beurteilung. Selbst bei Vorliegen besonderer Umst&auml;nde, kommt eine Entbindung vom Vertretungszwang im Einzelfall nicht in Betracht (BFH-Beschluss vom 18. Mai 2005 III B 55\/05, BFH\/NV 2005, 1616, m.w.N.). Einen Antrag auf Gew&auml;hrung von Prozesskostenhilfe vermag der Senat diesem Vorbringen nicht zu entnehmen, zumal der Kl&auml;ger bis zum Ablauf der Rechtsmittelfrist keine Erkl&auml;rung nach &sect; 117 Abs. 2 der Zivilprozessordnung &uuml;ber seine pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse vorgelegt hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2008, VII B 256\/07 Vertretungszwang vor dem BFH verfassungsgem&auml;&szlig; Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Das Finanzgericht hat die Klage des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger), mit der er die Aufhebung einer Pf&auml;ndungs- und Einziehungsverf&uuml;gung des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) begehrte, als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. 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