{"id":18222,"date":"2012-12-10T16:38:15","date_gmt":"2012-12-10T14:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18222"},"modified":"2012-12-10T16:38:15","modified_gmt":"2012-12-10T14:38:15","slug":"x-b-90-07-zur-revisionszulassung-fuehrender-sog-qualifizierter-rechtsanwendungsfehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-90-07-zur-revisionszulassung-fuehrender-sog-qualifizierter-rechtsanwendungsfehler\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;90\/07 &#8211; Zur Revisionszulassung f&uuml;hrender sog. qualifizierter Rechtsanwendungsfehler"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2008, X B 90\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Revisionszulassung f&uuml;hrender sog. qualifizierter Rechtsanwendungsfehler<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die fachkundig vertretenen Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) haben die von ihnen geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde nicht in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 bis 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gebotenen Art und Weise dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Die R&uuml;ge der Kl&auml;ger, das Finanzgericht (FG) h&auml;tte den Sachverhalt durch Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens weiter aufkl&auml;ren m&uuml;ssen, ist unbeachtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Wird eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht des FG in Form eines Versto&szlig;es gegen den Grundsatz der unmittelbaren Beweisaufnahme geltend gemacht, geh&ouml;rt zur ordnungsgem&auml;&szlig;en Bezeichnung des Verfahrensmangels auch der Vortrag, dass die Nichterhebung der angebotenen Beweise in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt wurde oder weshalb diese R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. Oktober 2003 VII B 51\/03, BFH\/NV 2004, 217). Da der im finanzgerichtlichen Verfahren geltende Untersuchungsgrundsatz nach &sect; 76 Abs. 1 FGO einschlie&szlig;lich des Prinzips der Unmittelbarkeit der Beweisaufnahme eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung ein Beteiligter &#8211;ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge&#8211; verzichten kann (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung), hat die unterlassene rechtzeitige R&uuml;ge den endg&uuml;ltigen R&uuml;geverlust zur Folge.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger haben weder substantiiert dargelegt noch ist aus dem Sitzungsprotokoll des FG ersichtlich, dass sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG Beweisantr&auml;ge zu Protokoll erkl&auml;rt und die unterlassene Beweisaufnahme ger&uuml;gt haben. Ausweislich des Sitzungsprotokolls sind au&szlig;er den Sachantr&auml;gen keine weiteren Antr&auml;ge &#8211;also auch keine Beweisantr&auml;ge&#8211; gestellt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Soweit die Kl&auml;ger mit der R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung geltend machen, das FG h&auml;tte auch unabh&auml;ngig von einem entsprechenden Beweisantrag von Amts wegen (&sect; 76 Abs. 1 FGO) eine Beweisaufnahme durchf&uuml;hren m&uuml;ssen, w&auml;ren f&uuml;r eine schl&uuml;ssige Verfahrensr&uuml;ge u.a. Ausf&uuml;hrungen dazu erforderlich gewesen, aus welchen Gr&uuml;nden sich dem FG unter Ber&uuml;cksichtigung seines Rechtsstandpunktes die Notwendigkeit einer weiteren Aufkl&auml;rung des Sachverhalts h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 28. Juli 2004 IX B 136\/03, BFH\/NV 2005, 43, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Vortrag der Kl&auml;ger gen&uuml;gt diesen Anforderungen nicht. Vielmehr wird aus ihrem Vorbringen deutlich, dass aus der ma&szlig;geblichen Sicht des FG gerade keine weitere Beweisaufnahme geboten war. Das FG ist bei der Sachverhaltsw&uuml;rdigung (auff&auml;llig sp&auml;tes Einreichen einer endg&uuml;ltigen Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung f&uuml;r das Jahr 2003 im Herbst 2006 nach Ablauf der Investitionsfrist, auff&auml;llige Abweichung von der vorl&auml;ufigen Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung f&uuml;r 2003) zu dem Ergebnis gelangt, dass die Aufzeichnungen &uuml;ber ihr Investitionsvorhaben erst nach Ablauf der Investitionsfrist von zwei Jahren angefertigt wurden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Auch soweit die Kl&auml;ger eine Abweichung des angefochtenen FG-Urteils von dem BFH-Urteil vom 6. M&auml;rz 2003 IV R 23\/01 (BFHE 202, 250, BStBl II 2004, 187) r&uuml;gen und damit sinngem&auml;&szlig; geltend machen, dass die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordere, gen&uuml;gt diese R&uuml;ge nicht den gesetzlichen Anforderungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Divergenzr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus der bezeichneten Divergenzentscheidung andererseits herausarbeiten und gegen&uuml;berstellen, um so eine Abweichung zu verdeutlichen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 12. Juli 2002 XI B 152\/01, BFH\/NV 2002, 1484; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 42, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Daran fehlt es im Streitfall schon deshalb, weil die Kl&auml;ger keinen abstrakten und entscheidungserheblichen Rechtssatz aus dem angefochtenen FG-Urteil formuliert haben, der von dem BFH-Urteil in BFHE 202, 250, BStBl II 2004, 187 abweichen soll, sondern lediglich darauf hingewiesen haben, dem BFH-Urteil liege ein anderer Sachverhalt zugrunde als dem Streitfall.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Mit ihrem weiteren Vorbringen, das FG sei zu Unrecht davon ausgegangen, dass die R&uuml;cklage nach &sect; 7g des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht innerhalb des zweij&auml;hrigen Investitionszeitraums gebildet worden sei, machen die Kl&auml;ger keinen zur Zulassung der Revision f&uuml;hrenden sog. qualifizierten Rechtsanwendungsfehler geltend.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein solcher Rechtsanwendungsfehler ist gegeben, wenn er von erheblichem Gewicht und deshalb geeignet ist, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen. Dies ist nur bei offensichtlichen materiellen oder formellen Rechtsanwendungsfehlern des FG im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder zumindest greifbar gesetzwidrigen Entscheidung der Fall (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 19. Juli 2007 V B 66\/06, BFH\/NV 2007, 2067). Eine nur fehlerhafte Umsetzung von Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen auf die Besonderheiten des Einzelfalls oder ein Rechenfehler gen&uuml;gen hierf&uuml;r nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im &Uuml;brigen hat das FG seine Entscheidung darauf gest&uuml;tzt, dass die Kl&auml;ger erstmals am 2. Oktober 2006 eine Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung vorgelegt haben, die ein R&uuml;cklagenverzeichnis gem&auml;&szlig; &sect; 7g EStG enthielt. Im Jahr 2006 war auch nach dem Vorbringen der Kl&auml;ger die zweij&auml;hrige Investitionsfrist abgelaufen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2008, X B 90\/07 Zur Revisionszulassung f&uuml;hrender sog. qualifizierter Rechtsanwendungsfehler Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. 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