{"id":18225,"date":"2012-12-10T16:38:10","date_gmt":"2012-12-10T14:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18225"},"modified":"2012-12-10T16:38:10","modified_gmt":"2012-12-10T14:38:10","slug":"iii-b-33-07-ernsthaftes-bemuehen-um-ausbildungsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-33-07-ernsthaftes-bemuehen-um-ausbildungsplatz\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;33\/07 &#8211; Ernsthaftes Bem&uuml;hen um Ausbildungsplatz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, III B 33\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ernsthaftes Bem&uuml;hen um Ausbildungsplatz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Vater der Tochter T, die im M&auml;rz 2005 ihre Schulausbildung mit dem Abitur beendete. Danach hielt sie sich f&uuml;r ein Jahr im Ausland auf. Zuvor hatte sie sich bei der Zentralstelle zur Vergabe von Studienpl&auml;tzen (ZVS) &uuml;ber die Aussichten, einen Studienplatz im Fach Tiermedizin zu erhalten, erkundigt. Dort war ihr mitgeteilt worden, das Auslandsjahr werde auch ohne eine formelle Bewerbung als Wartezeit ber&uuml;cksichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit Schreiben vom 18. August 2005 informierte der Kl&auml;ger die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) &uuml;ber den Auslandsaufenthalt seiner Tochter. Die Familienkasse hob durch Bescheid vom 16. Januar 2006 die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r T ab April 2005 auf. Der hiergegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im anschlie&szlig;enden finanzgerichtlichen Verfahren teilte die ZVS auf Anfrage des Gerichts mit, nach Abzug von Vorabquoten (z.B. f&uuml;r H&auml;rtef&auml;lle) w&uuml;rden 20 v.H. der Studienpl&auml;tze nach dem Grad der Qualifikation vergeben (Durchschnittsnote im Abiturzeugnis), weitere 20 v.H. nach der Wartezeit. Die verbleibenden 60 v.H. w&uuml;rden unmittelbar von den Hochschulen vergeben, wobei diese neben der Durchschnittsquote noch weitere Kriterien &#8211;z.B. fachspezifische und berufliche Qualifikationen, Leistungen in bestimmten Unterrichtsf&auml;chern, Ergebnisse eines Studierf&auml;higkeitstests und eines Gespr&auml;chs&#8211; ihrer Auswahlentscheidung zugrunde legten. Am Auswahlverfahren der Hochschulen k&ouml;nnten sich nur solche Bewerber beteiligen, die von der ZVS eine Ablehnung erhalten h&auml;tten. Sollten nach Durchf&uuml;hrung der von den Universit&auml;ten durchgef&uuml;hrten Verfahren Studienpl&auml;tze verbleiben, so k&ouml;nnten die Hochschulen diese Pl&auml;tze in einem Losverfahren vergeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit dem in Deutsches Steuerrecht Entscheidungsdienst 2007, 693 ver&ouml;ffentlichen Urteil ab. Zur Begr&uuml;ndung der Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger im Wesentlichen vor: Der Rechtsstreit habe grunds&auml;tzliche Bedeutung und sei geeignet, der Fortbildung des Rechts und der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zu dienen. In der Praxis stellten sich regelm&auml;&szlig;ig Fragen der vorliegenden Art. Das FG habe nicht beachtet, dass die ZVS T auf die M&ouml;glichkeit, sich bei einzelnen Hochschulen zu bewerben, nicht hingewiesen habe. Auch habe es nicht ber&uuml;cksichtigt, dass derjenige, der einen Studienplatz zu erlangen suche, sich j&auml;hrlich nicht nur bei der ZVS, sondern auch bei den in Betracht kommenden Universit&auml;ten bewerben m&uuml;sse. Dies sei praxisfern und lebensfremd. H&auml;tte T einen Hinweis auf alternative Bewerbungsm&ouml;glichkeiten erhalten, so h&auml;tte sie diese wahrgenommen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist als unzul&auml;ssig zu verwerfen. Der Kl&auml;ger hat nicht gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die in &sect; 115 Abs. 2 FGO aufgef&uuml;hrten Zulassungsgr&uuml;nde dargelegt, insbesondere nicht den in erster Linie in Betracht kommenden Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Macht der Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend, so muss er substantiiert darauf eingehen, weshalb die Beantwortung der von ihm aufgeworfenen Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer Rechtsfrage muss er begr&uuml;nden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist. Dazu geh&ouml;rt auch, dass sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung, die zu der f&uuml;r kl&auml;rungsbed&uuml;rftig gehaltenen Rechtsfrage bereits vorhanden ist, auseinandersetzt und substantiiert darlegt, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung bislang keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt hat (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 32 ff.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert die Ber&uuml;cksichtigung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c des Einkommensteuergesetzes (EStG), dass sich dieses ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht (BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 71\/99, BFH\/NV 2004, 473, und BFH-Beschluss vom 21. Juli 2005 III S 19\/04 (PKH), BFH\/NV 2005, 2207). Dabei ist zwar grunds&auml;tzlich jeder Ausbildungswunsch des Kindes zu ber&uuml;cksichtigen, seine Verwirklichung darf jedoch nicht an den pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen scheitern (BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 473). Ein ernsthaftes Bem&uuml;hen i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG ist deshalb nicht gegeben, wenn das Kind sich um einen Ausbildungsplatz bewirbt, f&uuml;r den es die objektiven Anforderungen nicht erf&uuml;llen kann (BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 473). Die Ausbildungsbereitschaft des Kindes muss sich durch belegbare Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz objektiviert haben, da ansonsten die M&ouml;glichkeit best&uuml;nde, durch die blo&szlig;e Geltendmachung der Ausbildungswilligkeit des Kindes den Anspruch auf Kindergeld zu begr&uuml;nden. Die Beibringung entsprechender Nachweise obliegt dem Kindergeldberechtigten (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 2207).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall hielt das FG eine Bewerbung um einen Studienplatz f&uuml;r erforderlich, weil diese Voraussetzung f&uuml;r etwaige weitere Bewerbungen bei einzelnen Hochschulen sowie f&uuml;r ein Losverfahren war. Das FG ist auch auf den Einwand des Kl&auml;gers eingegangen, T sei &uuml;ber die M&ouml;glichkeit einer unmittelbaren Bewerbung bei den Hochschulen nicht aufgekl&auml;rt worden. Es hat im Hinblick auf den unzureichenden Informationsstand von T Zweifel daran ge&auml;u&szlig;ert, ob diese bereits im Fr&uuml;hjahr 2005 an einem Studienplatz in Tiermedizin interessiert war. Nach Ansicht des FG gen&uuml;gte der Vortrag des Kl&auml;gers nicht, um ein ernsthaftes Bem&uuml;hen von T um einen Studienplatz nachzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Letztlich r&uuml;gt der Kl&auml;ger, der in der Beschwerdebegr&uuml;ndung auf die oben zitierte BFH-Rechtsprechung nicht eingegangen ist, das FG habe zu hohe Nachweisanforderungen gestellt. Damit wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) nicht i.S. von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt, ebenso wenig die Erforderlichkeit einer BFH-Entscheidung zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Unabh&auml;ngig hiervon k&ouml;nnte in einem Revisionsverfahren nicht die &#8211;sinngem&auml;&szlig; gestellte&#8211; Rechtsfrage gekl&auml;rt werden, ob sich ein Studierwilliger, der nicht auf die M&ouml;glichkeit einer unmittelbaren Bewerbung bei den einzelnen Hochschulen hingewiesen worden ist, auch dann formell bei der ZVS bewerben muss, wenn die Zuteilung eines Studienplatzes durch die ZVS angesichts des Abitur-Notendurchschnitts aussichtslos erscheint. Denn die &Uuml;berzeugung des FG von einem &quot;ernsthaften Bem&uuml;hen&quot; um einen Studienplatz beruht auf W&uuml;rdigungen und Schlussfolgerungen tats&auml;chlicher Art, die zu den Feststellungen gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO geh&ouml;ren und daher den BFH grunds&auml;tzlich binden. Sie sind nur insoweit revisibel, als Verst&ouml;&szlig;e gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze vorliegen (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 10. November 2005 VI B 75\/05, BFH\/NV 2006, 530). Solche Verst&ouml;&szlig;e sind im Streitfall jedoch nicht erkennbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, III B 33\/07 Ernsthaftes Bem&uuml;hen um Ausbildungsplatz Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist Vater der Tochter T, die im M&auml;rz 2005 ihre Schulausbildung mit dem Abitur beendete. Danach hielt sie sich f&uuml;r ein Jahr im Ausland auf. 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