{"id":18238,"date":"2012-12-10T16:38:11","date_gmt":"2012-12-10T14:38:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18238"},"modified":"2012-12-10T16:38:11","modified_gmt":"2012-12-10T14:38:11","slug":"viii-b-197-06-scheinselbstaendigkeit-begruendungserfordernis-fuer-nichtzulassungsbeschwerde-bei-kumulativer-urteilsbegruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-197-06-scheinselbstaendigkeit-begruendungserfordernis-fuer-nichtzulassungsbeschwerde-bei-kumulativer-urteilsbegruendung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;197\/06 &#8211; Scheinselbst&auml;ndigkeit &#8211; Begr&uuml;ndungserfordernis f&uuml;r Nichtzulassungsbeschwerde bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, VIII B 197\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Scheinselbst&auml;ndigkeit &#8211; Begr&uuml;ndungserfordernis f&uuml;r Nichtzulassungsbeschwerde bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO m&uuml;ssen in der Begr&uuml;ndung der Beschwerde die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO dargelegt werden, d.h. in der Beschwerdeschrift muss entweder dargetan werden, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat oder die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert, oder dass ein Verfahrensmangel vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift nicht (vgl. zu den diesbez&uuml;glichen Anforderungen Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 25 ff. und &sect; 115 Rz 23 ff., jeweils m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung des Rechts betrifft (st&auml;ndige Rechtsprechung zu &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO a.F., vgl. die Nachweise bei Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz. 23 ff., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 31. Mai 2000 IV B 55\/99, juris). Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und auch f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln. Diese Voraussetzungen m&uuml;ssen in der Beschwerdeschrift dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Hierzu gen&uuml;gt die blo&szlig;e Behauptung, die Streitsache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, nicht. Vielmehr muss die Beschwerde konkret auf die Rechtsfrage, ihre Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit und ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung eingehen (vgl. Senatsbeschluss vom 31. Januar 2005 VIII B 18\/02, BFH\/NV 2005, 1212, m.w.N.; st&auml;ndige Rechtsprechung). Insbesondere sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus welchen Gr&uuml;nden, in welchem Umfang und von welcher Seite die Rechtsfrage umstritten ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. z.B. BFH-Beschluss vom 30. August 2001 IV B 79, 80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) aufgeworfene Frage, ob der Begriff der Scheinselbst&auml;ndigkeit auch auf das Steuerrecht &quot;durchschl&auml;gt&quot;, keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Denn es ist durch die Rechtsprechung des BFH gekl&auml;rt, dass hinsichtlich der Frage, ob jemand als Scheinselbst&auml;ndiger zu beurteilen ist oder nicht, keine Bindungswirkung zwischen Steuerrecht einerseits und Arbeits- und Sozialversicherungsrecht andererseits besteht (BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Oktober 2003 V B 80\/03, BFH\/NV 2004, 379; vom 22. Oktober 2004 XI B 166\/02, BFH\/NV 2005, 504). Weshalb angesichts dieser h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung weiterer Kl&auml;rungsbedarf gegeben sein k&ouml;nnte, hat der Kl&auml;ger nicht dargelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) In Anbetracht dieser Rechtsprechung ist auch nicht ersichtlich, weshalb eine weitere Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich sein k&ouml;nnte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die R&uuml;ge, das Finanzgericht (FG) habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt, ist nicht zul&auml;ssig erhoben. Denn bei einer R&uuml;ge der Verletzung der von Amts wegen gebotenen Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) geh&ouml;ren nach st&auml;ndiger Rechtsprechung (vgl. Senatsbeschluss vom 9. Dezember 1998 VIII B 54\/97, BFH\/NV 1999, 802, m.w.N.; BFH-Beschl&uuml;sse vom 7. Januar 1993 VII B 115\/92, BFH\/NV 1994, 37, und vom 22. M&auml;rz 1999 X B 142\/98, BFH\/NV 1999, 1236) zu einem schl&uuml;ssigen Sachvortrag u.a. Ausf&uuml;hrungen dazu, welche Tatsachen das FG h&auml;tte aufkl&auml;ren oder welche Beweise h&auml;tte erheben m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer weiteren Sachaufkl&auml;rung oder Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern eine weitere Aufkl&auml;rung des Sachverhalts auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG h&auml;tte der Ausbildung des Kl&auml;gers an der &#8230;-Akademie weiter nachgehen m&uuml;ssen, so verkennt er, dass dieses Problem ausweislich der Sitzungsniederschrift vom 14. Dezember 2005 vom FG mit den Beteiligten er&ouml;rtert worden ist, und dass das FG nicht nur aufgrund der Schilderung des Kl&auml;gers &uuml;ber seine Ausbildung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung, sondern auch aufgrund seines Pr&uuml;fungszeugnisses der &#8230;-Akademie den Schluss gezogen hat, diese Ausbildung sei nicht geeignet, den Kenntnisstand und die Qualifikation eines Betriebswirtes zu vermitteln. Dabei hat sich das FG unter anderem auch darauf gest&uuml;tzt, dass das Fachgebiet Wirtschaftswissenschaften nicht nur das Fach Betriebswirtschaftslehre, sondern auch das Fach Volkswirtschaftslehre erfasst. Da der Kl&auml;ger ausweislich des erstinstanzlichen Urteils selbst bekundet hat, der Bereich &quot;Rechnungswesen&quot; habe nicht zum Unterrichtsstoff geh&ouml;rt, hat das FG den keinen Erfahrungss&auml;tzen oder Denkgesetzen widersprechenden Schluss gezogen, der Kl&auml;ger habe nicht &uuml;ber die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und &uuml;ber die Qualifikation eines Betriebswirtes verf&uuml;gt. Das FG war angesichts dieser Sachlage nicht verpflichtet, weitere Sachverhaltsermittlungen hinsichtlich Ausbildung des Kl&auml;gers anzustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde l&auml;sst in diesem Zusammenhang auch au&szlig;er Acht, dass das FG sein Urteil insoweit kumulativ begr&uuml;ndet hat. Es hat n&auml;mlich auch darauf abgestellt, der Kl&auml;ger habe keine einem beratenden Betriebswirt vergleichbare T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt, weil die Pflegeversicherung, das Gebiet, auf dem der Kl&auml;ger beratend t&auml;tig war, nicht zu den Hauptbereichen der Betriebswirtschaftslehre geh&ouml;re und keine Kenntnisse eines Studiums der Betriebswirtschaft voraussetze. Ist ein Urteil aber auf mehrere Begr&uuml;ndungen gest&uuml;tzt, von denen jede f&uuml;r sich allein das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, so muss mit der Beschwerde f&uuml;r jede dieser Begr&uuml;ndungen ein Zulassungsgrund i.S. von &sect; 115 Abs. 2 FGO schl&uuml;ssig dargelegt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. November 1998 VIII B 18\/98, BFH\/NV 1999, 513; vom 12. Mai 2000 IV B 74\/99, BFH\/NV 2000, 1133; vom 16. Juli 2001 V B 44\/01, BFH\/NV 2001, 1620). Diese Voraussetzungen sind hier nicht erf&uuml;llt, weil in der Beschwerdeschrift zu dieser Urteilsbegr&uuml;ndung keine Revisionszulassungsgr&uuml;nde dargelegt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, VIII B 197\/06 Scheinselbst&auml;ndigkeit &#8211; Begr&uuml;ndungserfordernis f&uuml;r Nichtzulassungsbeschwerde bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Ihre Begr&uuml;ndung entspricht nicht den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). 2&nbsp; Gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 3 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-197-06-scheinselbstaendigkeit-begruendungserfordernis-fuer-nichtzulassungsbeschwerde-bei-kumulativer-urteilsbegruendung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;197\/06 &#8211; Scheinselbst&auml;ndigkeit &#8211; Begr&uuml;ndungserfordernis f&uuml;r Nichtzulassungsbeschwerde bei kumulativer Urteilsbegr&uuml;ndung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18238","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18238","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18238"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18238\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18238"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18238"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18238"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}