{"id":18239,"date":"2012-12-10T16:38:12","date_gmt":"2012-12-10T14:38:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18239"},"modified":"2012-12-10T16:38:12","modified_gmt":"2012-12-10T14:38:12","slug":"viii-b-163-06-hinzuschaetzung-von-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-bei-verletzung-der-mitwirkungspflicht-feststellung-einer-steuerhinterziehung-verstoss-gegen-den-akteninhalt-hinweispflicht-des-finanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-163-06-hinzuschaetzung-von-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-bei-verletzung-der-mitwirkungspflicht-feststellung-einer-steuerhinterziehung-verstoss-gegen-den-akteninhalt-hinweispflicht-des-finanz\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;163\/06 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Verletzung der Mitwirkungspflicht &#8211; Feststellung einer Steuerhinterziehung &#8211; Versto&szlig; gegen den Akteninhalt &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, VIII B 163\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Hinzusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Verletzung der Mitwirkungspflicht &#8211; Feststellung einer Steuerhinterziehung &#8211; Versto&szlig; gegen den Akteninhalt &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat l&auml;sst offen, ob die Beschwerde den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO im vollen Umfange entspricht, denn jedenfalls ist die Beschwerde &#8211;soweit nicht unzul&auml;ssig&#8211; unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung nicht erforderlich (vgl. zu den diesbez&uuml;glichen Anforderungen BFH-Beschluss vom 30. August 2001 IV B 79, 80\/01, BFHE 196, 30, BStBl II 2001, 837; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 54, m.w.N.). Der BFH hat mit Urteil vom 7. November 2006 VIII R 81\/04 (BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364, m.w.N.) das Problem der Hinzusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Verletzung der Mitwirkungspflicht seitens des Steuerpflichtigen gekl&auml;rt und u.a. zum Ausdruck gebracht, dass die f&uuml;r das Vorliegen einer Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) erforderlichen Feststellungen nach den Vorschriften der AO und der FGO zu treffen sind. Er hat ferner deutlich gemacht, dass bei nicht behebbaren Zweifeln die Feststellung einer Steuerhinterziehung mittels reduziertem Beweisma&szlig;es nicht zul&auml;ssig ist und dass das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung zu entscheiden hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 215, 66, BStBl II 2007, 364, m.w.N.). Das Finanzgericht (FG) hat in der angefochtenen Entscheidung keine dem widersprechende Rechtss&auml;tze aufgestellt. Insbesondere hat das FG auch keinen Rechtssatz dahin gehend aufgestellt, soweit ein Steuerpflichtiger Geld im Ausland anlege, sei pauschal vom Vorsatz zur Steuerhinterziehung auszugehen und f&uuml;r die H&ouml;he einer Steuerhinterziehung seien blo&szlig;e Wahrscheinlichkeitserw&auml;gungen gen&uuml;gend. Das FG hat sich in seiner Entscheidung umfassend mit dem von ihm zu beurteilenden und von den Beteiligten vorgetragenen Sachverhalt auseinandergesetzt und ist nach W&uuml;rdigung der konkreten Gesamtumst&auml;nde des Streitfalles zu der Auffassung gelangt, der Kl&auml;ger habe hinsichtlich der von ihm nicht erkl&auml;rten Zinsen eine Steuerhinterziehung begangen. Wenn der Kl&auml;ger sich gegen diese Auffassung wendet, r&uuml;gt er letztlich die an den Umst&auml;nden des konkreten Einzelfalles orientierte Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG, d.h. im Ergebnis die Fehlerhaftigkeit des FG-Urteils. Die R&uuml;ge falscher materieller Rechtsanwendung f&uuml;hrt aber grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289). Denn die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2000 I B 40\/99, BFH\/NV 2000, 874). Gleiches gilt f&uuml;r den Vortrag, anstelle der von der Steuerfahndung angesetzten Steuerverk&uuml;rzungsbetr&auml;ge h&auml;tten nur geringere Betr&auml;ge angesetzt werden d&uuml;rfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine unrichtige Rechtshandlung im Einzelfall k&ouml;nnte allenfalls dann zur Zulassung der Revision f&uuml;hren, wenn dieser Fehler von erheblichem Gewicht und zudem geeignet ist, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen oder aber, wenn die Entscheidung des FG objektiv willk&uuml;rlich ist (vgl. Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 115 FGO Rz 173, 203; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 55 und 68). Daf&uuml;r bestehen jedoch keine Anhaltspunkte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Das FG hat keinen Versto&szlig; gegen den klaren Inhalt der Akten begangen. Ein derartiger Versto&szlig; ist nur dann ein Zulassungsgrund, wenn er gleichzeitig einen Verfahrensfehler darstellt. Dies setzt eine Verletzung des &sect; 96 Abs. 1 FGO dadurch voraus, dass das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der schriftlich festgehaltenem Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht oder eine nach den Akten eindeutig festgestellte Tatsache unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst (BFH-Beschluss vom 11. Februar 1999 III B 51\/98, BFH\/NV 1999, 970). Hingegen stellt die unzureichende W&uuml;rdigung des Vorbringens der Beteiligten grunds&auml;tzlich keinen Verfahrensfehler dar (vgl. BFH-Beschluss vom 12. September 1996 X B 76\/96, BFH\/NV 1997, 246, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit die Beschwerde r&uuml;gt, das FG habe die H&ouml;he der Steuerhinterziehung im Anschluss an die Feststellungen der Steuerfahndung lediglich gesch&auml;tzt, statt diejenigen Betr&auml;ge zugrunde zu legen, die sich aus den vom Kl&auml;ger im FG-Verfahren vorgelegten Schreiben vom 28. Dezember 1999 bzw. 26. Januar 2001 ergeben und das FG habe die schriftliche Aussage des Zeugen X unzutreffend gew&uuml;rdigt, so l&auml;sst dieser Vortrag au&szlig;er Acht, dass die (etwaige) unzureichende W&uuml;rdigung des Vorbringens der Beteiligten grunds&auml;tzlich keinen Verfahrensfehler darstellt (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 1997, 246, m.w.N.). N&auml;mliches gilt f&uuml;r die R&uuml;ge der unzutreffenden W&uuml;rdigung von Zeugenaussagen. Eine solche R&uuml;ge wendet sich im Ergebnis gegen die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung des FG. Darin liegt nicht die Geltendmachung eines Verfahrensfehlers, sondern falscher materieller Rechtsanwendung, die nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. die Nachweise unter II.1. der Gr&uuml;nde dieses Beschlusses). Demgem&auml;&szlig; kann auch keine Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r gegeben sein, wenn das FG die Aussage des Zeugen X nicht den Vorstellungen des Kl&auml;gers entsprechend w&uuml;rdigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) aufgrund einer &Uuml;berraschungsentscheidung des FG ist ebenfalls nicht gegeben. Nach der Rechtsprechung des BFH ist eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs anzunehmen, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Prozessverlauf nicht rechnen musste (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. Mai 1991&nbsp;&nbsp;1 BvR 1383\/90, BVerfGE 84, 188; BFH-Urteil vom 17. Februar 1998 VIII R 28\/95, BFHE 186, 29, BStBl II 1998, 505; BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Juli 1998 IV B 152\/97, BFH\/NV 1998, 1511; vom 14. Juni 1999 I B 127\/98, BFH\/NV 1999, 1609; Senatsurteil vom 23. Februar 2000 VIII R 80\/98, BFH\/NV 2000, 978). Im Streitfall ist eine &Uuml;berraschungsentscheidung bereits deshalb zu verneinen, weil das FG ausweislich der Sitzungsniederschrift vom 27. April 2006 die Streitsache mit den Beteiligten tats&auml;chlich und rechtlich er&ouml;rtert hat und gerade der Problemkreis &quot;Steuerhinterziehung&quot; einschlie&szlig;lich der vom Kl&auml;ger erhobenen Einwendungen zwischen den Beteiligten er&ouml;rtert worden ist. Das gilt umso mehr, als der Kl&auml;gervertreter nach dem Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nochmals zur Sache Stellung bezogen und der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) daraufhin deutlich gemacht hat, er halte unter Hinweis auf das bisherige schrifts&auml;tzliche Vorbringen im Aussetzungsverfahren und im Klageverfahren an dem Antrag auf Klageabweisung fest. Da das FG nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung nicht verpflichtet ist, die f&uuml;r seine Entscheidung erheblichen Gesichtspunkte im Voraus anzudeuten, m&uuml;ssen die Beteiligten alle vertretbaren Gesichtspunkte von sich aus in Betracht ziehen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 10 a, m.w.N.). Dies gilt umso mehr, wenn ein Steuerpflichtiger &#8211;wie im Streitfall&#8211; durch einen Angeh&ouml;rigen der steuerberatenden Berufe vertreten war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die im Sitzungsprotokoll vom 27. April 2006 zu den Kapitaleink&uuml;nften 1993 bis 1996 enthaltene Formulierung, &quot;Es wird darauf hingewiesen, dass nur die nachgewiesenen Betr&auml;ge zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen des Kl&auml;gers herangezogen werden k&ouml;nnten, die dort best&auml;tigt wurden, Ansatzpunkte f&uuml;r eine dar&uuml;ber hinausgehende Sch&auml;tzung l&auml;gen nicht vor,&quot; &auml;ndert daran nichts. Auch wenn diese Formulierung darauf hindeutet, dass sie nicht die Einsch&auml;tzung der Beteiligten, sondern des Senatsvorsitzenden des FG wiedergibt, kann darauf keine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs aufgrund einer &Uuml;berraschungsentscheidung gest&uuml;tzt werden. Denn zum einen ist diese Entscheidung teilweise im Konjunktiv gefasst und enth&auml;lt keine abschlie&szlig;ende Bewertung des Vollsenats; zum anderen haben die Beteiligten aufgrund der ausf&uuml;hrlichen m&uuml;ndlichen Verhandlung ausdr&uuml;cklich auf eine weitere solche verzichtet und anschlie&szlig;end noch einmal Stellung bezogen. Dabei hat der Kl&auml;ger zwar detailliert zum Gesamtkomplex und insoweit auch zur Problematik einer etwaigen Steuerhinterziehung Stellung bezogen, das FA hat indes an seiner bisherigen Auffassung und demgem&auml;&szlig; an seinem Antrag auf Klageabweisung festgehalten. Der Kl&auml;ger musste daher damit rechnen, dass die Entscheidung des FG u.U. auch gegen ihn ausf&auml;llt. Denn nachdem die Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine Einigung erzielt, sondern auch nach Er&ouml;rterung der Sach- und Rechtslage noch widerstreitende Antr&auml;ge gestellt haben, mussten die Beteiligten davon ausgehen, dass der in seiner Entscheidung freie Vollsenat nach dem Verzicht auf weitere m&uuml;ndliche Verhandlung nicht verpflichtet war, die Beteiligten darauf hinzuweisen, wie voraussichtlich entschieden werde; insbesondere war auch kein Hinweis erforderlich, der Senat werde im Urteil m&ouml;glicherweise eine von der Formulierung des Vorsitzenden abweichende Rechtsansicht vertreten (BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. September 2005 X B 58\/05, BFH\/NV 2005, 2193; vom 11. November 1997 X B 233\/96, BFH\/NV 1998, 605; BFH-Urteil vom 23. Mai 1996 IV R 87\/93, BFHE 180, 396, BStBl II 1996, 523). Vielmehr war der Vollsenat in der Bewertung der Sach- und Rechtsfragen nach dem Verzicht der Beteiligten auf m&uuml;ndliche Verhandlung in seiner Entscheidung frei (BFH-Beschluss in BFH\/NV 1998, 605, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Die Rechtssache hat auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung wegen divergierender Entscheidungen im Strafverfahren und im Besteuerungsverfahren und wegen einer Einstellung des Strafverfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 153a der Strafprozessordnung (StPO). Es ist h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt, dass die f&uuml;r das Vorliegen einer Steuerhinterziehung gem&auml;&szlig; &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 AO erforderlichen Feststellungen nicht nach den Vorschriften der StPO, sondern nach denjenigen der AO und der FGO zu treffen sind (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 5. M&auml;rz 1979 GrS 5\/77, BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570, m.w.N.). Das beruht darauf, dass im FG-Verfahren keine (quasi automatische) &Uuml;bernahme von Grunds&auml;tzen des Strafverfahrensrechts vorgesehen ist, sondern dass die Finanzbeh&ouml;rde als Steuergl&auml;ubiger im finanzgerichtlichen Verfahren die objektive Beweislast (Feststellungslast) f&uuml;r die steueranspruchsbegr&uuml;ndenden Tatsachen tr&auml;gt. Wegen dieser Unterschiede sind divergierende Entscheidungen zwischen FG- und Strafverfahren nicht ausgeschlossen. Auch ist die Einstellung eines Strafverfahrens nach &sect; 153a StPO (nach Auflagenerf&uuml;llung) kein Anhaltspunkt daf&uuml;r, geschweige denn zwingt sie zu dem Schluss, dass eine Steuerhinterziehung damit auch f&uuml;r das finanzgerichtliche Verfahren zu verneinen ist. Die R&uuml;ge des Kl&auml;gers, das FG habe im Streitfall eine Steuerstraftat aufgrund allgemeiner Erw&auml;gungen angenommen, ohne die Beweisregeln des Strafrechts einzuhalten, entbehrt damit der Grundlage; N&auml;mliches gilt f&uuml;r die R&uuml;ge, das FG d&uuml;rfe einen Einstellungsbeschluss der Staatsanwaltschaft nicht einfach ignorieren. Der Kl&auml;ger verkennt in diesem Zusammenhang auch, dass es dem FG unbenommen ist, Feststellungen aus einem in das finanzgerichtliche Verfahren eingef&uuml;hrten Strafverfahren zu &uuml;bernehmen, indes kein Zwang zur &Uuml;bernahme dieser Feststellungen besteht. Insoweit ist auch gekl&auml;rt, dass der einer Straftat Verd&auml;chtige sogar nach Einleitung des Steuerstrafverfahrens im Besteuerungsverfahren weiterhin zur (wahrheitsgem&auml;&szlig;en) Mitwirkung verpflichtet ist (vgl. BFH-Beschluss vom 13. Januar 2006 VIII B 7\/04, BFH\/NV 2006, 914, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Weshalb angesichts der vorstehend zitierten h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zus&auml;tzlicher Kl&auml;rungsbedarf gegeben sein soll, ist der Beschwerdeschrift nicht zu entnehmen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.1.2008, VIII B 163\/06 Hinzusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Verletzung der Mitwirkungspflicht &#8211; Feststellung einer Steuerhinterziehung &#8211; Versto&szlig; gegen den Akteninhalt &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Der Senat l&auml;sst offen, ob die Beschwerde den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-163-06-hinzuschaetzung-von-einkuenften-aus-kapitalvermoegen-bei-verletzung-der-mitwirkungspflicht-feststellung-einer-steuerhinterziehung-verstoss-gegen-den-akteninhalt-hinweispflicht-des-finanz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;163\/06 &#8211; Hinzusch&auml;tzung von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen bei Verletzung der Mitwirkungspflicht &#8211; Feststellung einer Steuerhinterziehung &#8211; Versto&szlig; gegen den Akteninhalt &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18239","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18239","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18239"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18239\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18239"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18239"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18239"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}