{"id":18351,"date":"2012-12-18T09:52:29","date_gmt":"2012-12-18T07:52:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18351"},"modified":"2012-12-18T09:52:29","modified_gmt":"2012-12-18T07:52:29","slug":"ii-b-74-07-darlegung-der-gruende-fuer-terminsaufhebung-vorsorge-fuer-terminswahrnehmung-bei-laengerer-erkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-74-07-darlegung-der-gruende-fuer-terminsaufhebung-vorsorge-fuer-terminswahrnehmung-bei-laengerer-erkrankung\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;74\/07 &#8211; Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r Terminsaufhebung &#8211; Vorsorge f&uuml;r Terminswahrnehmung bei l&auml;ngerer Erkrankung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, II B 74\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r Terminsaufhebung &#8211; Vorsorge f&uuml;r Terminswahrnehmung bei l&auml;ngerer Erkrankung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die alleinige befreite Vorerbin ihres im November 2000 verstorbenen Lebensgef&auml;hrten. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte in dem w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erlassenen Abhilfebescheid vom 24. September 2003 in vollem Umfang den Angaben der Kl&auml;gerin, die diese in der nachgereichten Erbschaftsteuererkl&auml;rung gemacht hatte. Den gegen den Abhilfebescheid eingelegten Einspruch begr&uuml;ndete die Kl&auml;gerin nicht; er blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Klage gab der damalige Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin verschiedene Positionen an, die den Erwerb der Kl&auml;gerin gemindert h&auml;tten. Das Finanzgericht (FG) setzte der Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 31. Mai 2007 gem&auml;&szlig; &sect; 79b Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) eine Frist bis zum 4. Juli 2007 f&uuml;r die Beibringung von Nachweisen f&uuml;r die in der Klagebegr&uuml;ndung aufgestellten, im Einzelnen nochmals angef&uuml;hrten Behauptungen und wies auf die Folgen einer Vers&auml;umung der Frist hin. Diese Verf&uuml;gung wurde dem damaligen Prozessbevollm&auml;chtigten mit Postzustellungsurkunde zugestellt; sie blieb unbeantwortet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FG Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung auf den 24. August 2007 bestimmt hatte, teilte der seinerzeitige Prozessbevollm&auml;chtigte mit Schreiben vom 16. August 2007 mit, er habe das Mandat vor einigen Monaten niedergelegt, und bat, von der anberaumten m&uuml;ndlichen Verhandlung Abstand zu nehmen. Die Kl&auml;gerin pers&ouml;nlich stellte einen entsprechenden Antrag. Das FG bestimmte daraufhin Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung auf den 20. September 2007. Die Kl&auml;gerin beantragte mit Schreiben vom 15. September 2007, auch diesen Termin abzusetzen und das Verfahren vorl&auml;ufig zum Ruhen zu bringen bzw. zu unterbrechen oder auszusetzen. Ihr fr&uuml;herer Prozessbevollm&auml;chtigter habe sie weder &uuml;ber den Fortgang des Verfahrens noch &uuml;ber die Niederlegung des Mandats unterrichtet und ihr auch noch keine verfahrensrelevanten Unterlagen ausgeh&auml;ndigt. Sie wolle das Klagebegehren noch ausweiten bzw. die Klageforderung noch substantiierter vorbereiten und vortragen und einen neuen Rechtsbeistand mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragen. Zudem sehe sie sich nicht unerheblichen gesundheitlichen Einschr&auml;nkungen unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senatsvorsitzende des FG verlegte daraufhin durch Schreiben\/Ladung vom 19. September 2007 den Termin auf den 13. November 2007, 9.00 Uhr, und begr&uuml;ndete die Ablehnung des Antrags, das Verfahren vorl&auml;ufig nicht weiter zu verfolgen. Er wies darauf hin, dass das FG an dem jetzt anberaumten Termin auch tats&auml;chlich verhandeln und weitere Verz&ouml;gerungen nicht hinnehmen wolle. Die Termins&auml;nderung wurde der Kl&auml;gerin am 22. September 2007 mit Postzustellungsurkunde zugestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer bei den Akten befindlichen und vom FG im angefochtenen Urteil in Bezug genommenen Telefonnotiz rief die Kl&auml;gerin den Berichterstatter des FG am Nachmittag des 12. November 2007 an und bat um neuerliche Terminsverlegung, da sie vom ehemaligen Berater keine Unterlagen erhalten habe. Der Berichterstatter wies sie darauf hin, dass sie mit einer positiven Entscheidung &uuml;ber diesen Antrag nur rechnen k&ouml;nne, wenn sie die Hinderungsgr&uuml;nde im Einzelnen darlege und glaubhaft mache. Die Kl&auml;gerin m&uuml;sse insbesondere ihre Bem&uuml;hungen um Herausgabe der Unterlagen n&auml;her dartun und glaubhaft machen, um dem Vorwurf der Prozessverschleppung zu begegnen. Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte daraufhin nach der Telefonnotiz, mit dem Taxi zum ehemaligen Berater fahren zu m&uuml;ssen, um so zu versuchen, die Unterlagen zu erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einem am 12. November 2007 kurz nach 21.00 Uhr beim FG eingegangenen Fax beantragte die Kl&auml;gerin, den auf den 13. November 2007 bestimmten Termin aufzuheben. Sie verwies dazu auf seit l&auml;ngerer Zeit bestehende gesundheitliche Einschr&auml;nkungen, die ihr die Wahrnehmung des Termins unm&ouml;glich machten. Zudem habe sie von ihrem fr&uuml;heren Bevollm&auml;chtigten keine Informationen oder Unterlagen erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG lehnte im Verhandlungstermin, zu dem die Kl&auml;gerin nicht erschienen war, den Vertagungsantrag ab und wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte im Urteil aus, dem Vertagungsantrag vom 12. November 2007 habe nicht stattgegeben werden m&uuml;ssen. Die vorgebrachten Gr&uuml;nde seien weder erheblich noch glaubhaft gemacht. Die Klage sei unbegr&uuml;ndet. Soweit in der Klagebegr&uuml;ndung dem Grunde nach Nachlassverbindlichkeiten geltend gemacht worden seien &#8211;was nur zum Teil zutreffe&#8211;, fehle es am erforderlichen Nachweis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht zur Begr&uuml;ndung ihrer Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision geltend, das FG habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt, da es den Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 13. November 2007 zu Unrecht nicht aufgehoben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Der geltend gemachte Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) liegt nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Lehnt das FG den Antrag eines Beteiligten auf Aufhebung des Termins zur Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlung ab, obwohl dieser einen erheblichen Aufhebungsgrund i.S. von &sect; 227 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect; 155 FGO dargelegt und gegebenenfalls auch glaubhaft gemacht hat, verletzt das FG den Anspruch des Beteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r gem&auml;&szlig; Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes und &sect; 96 Abs. 2 FGO. Es liegt dann ein zur Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO f&uuml;hrender Verfahrensmangel vor (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23. Februar 2007 III B 105\/06, BFH\/NV 2007, 1163; vom 27. April 2007 IX B 236\/06, BFH\/NV 2007, 1522, und vom 26. November 2007 VIII B 121\/07, BFH\/NV 2008, 397). In einem derartigen Fall bedarf es nicht der Darlegung, was bei ausreichender Gew&auml;hrung des rechtlichen Geh&ouml;rs noch vorgetragen worden w&auml;re und dass dieser Vortrag die Entscheidung des FG h&auml;tte beeinflussen k&ouml;nnen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 3. September 2001 GrS 3\/98, BFHE 196, 39, BStBl II 2001, 802, und in BFH\/NV 2008, 397).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob erhebliche Gr&uuml;nde f&uuml;r eine Terminsaufhebung vorliegen, h&auml;ngt von den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalls ab (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. Dezember 2001 IX B 75\/01, BFH\/NV 2002, 662, m.w.N., und vom 1. Februar 2007 III B 165\/05, BFH\/NV 2007, 954).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob im Einzelfall eine Terminsaufhebung geboten ist, muss das FG anhand der ihm bekannten Umst&auml;nde beurteilen. Dazu muss es in der Lage sein, sich &uuml;ber das Vorliegen eines Verlegungsgrundes ein eigenes Urteil zu bilden. Die Voraussetzungen hierf&uuml;r zu schaffen, ist Aufgabe desjenigen, der die Aufhebung beantragt (BFH-Beschluss vom 28. August 2002 V B 71\/01, BFH\/NV 2003, 178, m.w.N.); das gilt jedenfalls dann, wenn der Antrag &#8211;wie hier&#8211; erst kurz vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellt wird. Fehlt es daran, so darf das FG den Aufhebungsantrag regelm&auml;&szlig;ig ablehnen (BFH-Beschluss vom 16. Januar 2008 VIII B 209\/06, BFH\/NV 2008, 1165).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die von der Kl&auml;gerin im Schriftsatz vom 12. November 2007 geltend gemachten Gr&uuml;nde mussten das FG nicht zu einer Aufhebung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung veranlassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Die Kl&auml;gerin hat in dem Schreiben weder hinreichend substantiiert dargelegt noch glaubhaft gemacht, dass ihr eine Teilnahme an der m&uuml;ndlichen Verhandlung aus Krankheitsgr&uuml;nden nicht m&ouml;glich sei. Sie hat kein diesbez&uuml;gliches &auml;rztliches Attest vorgelegt. Zur Vorlage einer solchen Bescheinigung h&auml;tte sie sich veranlasst sehen m&uuml;ssen, da sie den Aufhebungsantrag erst ganz kurz vor dem Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellt hat (vgl. BFH-Beschluss vom 5. Juni 2007 VI B 132\/06, BFH\/NV 2007, 1701) und zudem bei ihrem Anruf vom 12. November 2007 vom Berichterstatter des FG auf die Erforderlichkeit einer Glaubhaftmachung von Hinderungsgr&uuml;nden hingewiesen worden war. Ein &auml;rztliches Attest h&auml;tte sie bei Vorliegen einer entsprechend schweren Erkrankung ohne weiteres beschaffen k&ouml;nnen, da es sich nach ihren Angaben nicht um eine pl&ouml;tzlich aufgetretene, akute Krankheit handelte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dar&uuml;ber hinaus muss ein Beteiligter bei einer bereits seit geraumer Zeit bestehenden Erkrankung Vorsorge f&uuml;r die Wahrnehmung eines Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung treffen (BFH-Urteil vom 7. Februar 1995 VIII R 48\/92, BFH\/NV 1996, 43; BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. Juni 1974 IV B 55\/73 u.a., BFHE 113, 4, BStBl II 1974, 637; vom 10. Oktober 2001 IX B 157\/00, BFH\/NV 2002, 365, und vom 28. August 2007 VII S 3\/07 (PKH), BFH\/NV 2008, 224).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin hat nicht dargelegt, dass und gegebenenfalls inwiefern sie sich um die Bestellung eines Bevollm&auml;chtigten zur Wahrnehmung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung am 13. November 2007 bem&uuml;ht habe und aus welchen Gr&uuml;nden diese Bem&uuml;hungen gescheitert seien bzw. dass und gegebenenfalls aus welchen Gr&uuml;nden ihr solche Bem&uuml;hungen nicht m&ouml;glich gewesen seien. Mit Schreiben vom 15. September 2007 hatte sie angek&uuml;ndigt, einen anderen Rechtsbeistand mit der Wahrnehmung ihrer Interessen zu beauftragen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Kein erheblicher Grund f&uuml;r eine Terminsaufhebung ist nach &sect; 227 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO die mangelnde Vorbereitung einer Partei, wenn nicht die Partei dies gen&uuml;gend entschuldigt. Eine solche Entschuldigung enth&auml;lt das Schreiben der Kl&auml;gerin vom 12. November 2007 nicht. Der Eintritt des Erbfalls lag bei der m&uuml;ndlichen Verhandlung bereits rund sieben Jahre zur&uuml;ck, der Erlass des ihrer Erkl&auml;rung entsprechenden Abhilfebescheids vom 24. September 2003 mehr als vier Jahre. Die Kl&auml;gerin hatte also gen&uuml;gend Zeit, das Bestehen von in der Erbschaftsteuererkl&auml;rung nicht angegebenen Nachlassverbindlichkeiten oder von sonstigen den Erwerb mindernden Umst&auml;nden zu pr&uuml;fen und diese unter Vorlage entsprechender Nachweise gegen&uuml;ber dem FA oder dem FG geltend zu machen. Die Nichtbeachtung der vom FG gem&auml;&szlig; &sect; 79b Abs. 2 FGO gesetzten Frist ist dabei zu Lasten der Kl&auml;gerin zu ber&uuml;cksichtigen. Ob die Frist wegen des Verhaltens der Kl&auml;gerin, etwa weil sie dem Prozessbevollm&auml;chtigten die zum Nachweis erforderlichen Unterlagen nicht &uuml;bergeben hatte, oder aufgrund eines Verschuldens des Prozessbevollm&auml;chtigten vers&auml;umt wurde, spielt dabei keine Rolle. Das Verschulden des Bevollm&auml;chtigten steht n&auml;mlich nach &sect; 85 Abs. 2 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO dem Verschulden der Kl&auml;gerin gleich. &sect; 85 Abs. 2 ZPO ist im finanzgerichtlichen Verfahren entsprechend anwendbar (BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Oktober 2007 XI B 115\/06, BFH\/NV 2008, 89, und vom 29. Januar 2008 IX B 251\/06, BFH\/NV 2008, 755, st&auml;ndige Rechtsprechung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Die Kl&auml;gerin hat im Schriftsatz vom 12. November 2007 auch nicht substantiiert dargelegt, was sie unternommen habe, um zur Prozessf&uuml;hrung erforderliche Unterlagen von ihrem fr&uuml;heren Prozessbevollm&auml;chtigten zu erhalten, um welche Unterlagen es sich dabei im Einzelnen handle und wie der Bevollm&auml;chtigte in deren Besitz gelangt sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung angef&uuml;hrten Gr&uuml;nde k&ouml;nnen bei der Pr&uuml;fung, ob das FG den Termin zur m&uuml;ndlichen Verhandlung aufheben musste, nur ber&uuml;cksichtigt werden, soweit sie dem FG bei der Entscheidung &uuml;ber den Aufhebungsantrag bekannt waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, II B 74\/07 Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r Terminsaufhebung &#8211; Vorsorge f&uuml;r Terminswahrnehmung bei l&auml;ngerer Erkrankung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist die alleinige befreite Vorerbin ihres im November 2000 verstorbenen Lebensgef&auml;hrten. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte in dem w&auml;hrend des Einspruchsverfahrens erlassenen Abhilfebescheid vom &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-74-07-darlegung-der-gruende-fuer-terminsaufhebung-vorsorge-fuer-terminswahrnehmung-bei-laengerer-erkrankung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;74\/07 &#8211; Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r Terminsaufhebung &#8211; Vorsorge f&uuml;r Terminswahrnehmung bei l&auml;ngerer Erkrankung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18351","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18351","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18351"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18351\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18351"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18351"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18351"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}