{"id":18354,"date":"2012-12-18T09:52:30","date_gmt":"2012-12-18T07:52:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18354"},"modified":"2012-12-18T09:52:30","modified_gmt":"2012-12-18T07:52:30","slug":"vii-b-16-08-widerruf-der-bestellung-als-steuerbevollmaechtigter-wegen-vermoegensverfalls-entscheidung-des-bfh-zur-fortbildung-des-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-16-08-widerruf-der-bestellung-als-steuerbevollmaechtigter-wegen-vermoegensverfalls-entscheidung-des-bfh-zur-fortbildung-des-rechts\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;16\/08 &#8211; Widerruf der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigter wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, VII B 16\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Widerruf der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigter wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) gegen den Widerruf ihrer Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) durch den Bescheid der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Das FG hat die Voraussetzungen f&uuml;r den Widerruf der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte als gegeben angesehen, da das Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen der Kl&auml;gerin er&ouml;ffnet worden sei und die Kl&auml;gerin die daraus folgende gesetzliche Vermutung des Verm&ouml;gensverfalls nicht widerlegt habe. Insoweit sei es unerheblich, dass die Praxis der Kl&auml;gerin aus der Insolvenzbeschlagnahme freigegeben worden sei, denn ihre wirtschaftliche Situation sei nach wie vor nicht bereinigt und der Ausgang des Insolvenzverfahrens sei ungewiss. Es habe sich auch nicht feststellen lassen, dass eine Gef&auml;hrdung der Interessen der Auftraggeber durch den Verm&ouml;gensverfall der Kl&auml;gerin ausgeschlossen sei. Vielmehr sei von einer solchen Gef&auml;hrdung auszugehen, da die Kl&auml;gerin in der Vergangenheit Steuerr&uuml;ckst&auml;nde habe auflaufen lassen und einbehaltene Lohnsteuer sowie die Umsatzsteuer nicht abgef&uuml;hrt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin, welche sie auf den Zulassungsgrund der Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Ungeachtet der M&auml;ngel in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision liegt der von der Beschwerde geltend gemachte Zulassungsgrund jedenfalls nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) ist in F&auml;llen erforderlich, in denen &uuml;ber bisher ungekl&auml;rte Rechtsfragen zu entscheiden ist, so beispielsweise, wenn der Einzelfall Veranlassung gibt, Grunds&auml;tze f&uuml;r die Auslegung von Gesetzesbestimmungen des materiellen oder des Verfahrensrechts aufzustellen oder Gesetzesl&uuml;cken rechtssch&ouml;pferisch auszuf&uuml;llen; insoweit gelten die zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3 Satz 3 FGO a.F. h&ouml;chstrichterlich entwickelten Anforderungen fort (BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2001 III B 103\/01, BFH\/NV 2002, 652). Auch zur Darlegung des Zulassungsgrundes des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO sind somit substantiierte und konkrete Angaben dazu erforderlich, weshalb eine Entscheidung des Revisionsgerichts zu einer bestimmten Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtsklarheit oder der Rechtsfortbildung im allgemeinen Interesse liegt (BFH-Beschluss vom 10. Oktober 2002 I B 147\/01, BFH\/NV 2003, 197).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist bereits zweifelhaft, ob das Beschwerdevorbringen, dass &quot;im Hinblick auf eine Freigabe einer Praxis eines Steuerberaters aus dem Insolvenzbeschlag (&#8230;) bislang keine Rechtsprechung der Finanzgerichtsbarkeit&quot; vorliege, den genannten Darlegungsanforderungen gen&uuml;gt. Jedenfalls sind aber die f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;gebenden Rechtsfragen durch die Rechtsprechung des beschlie&szlig;enden Senats gekl&auml;rt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 StBerG wird ein Verm&ouml;gensverfall des Steuerberaters bzw. des Steuerbevollm&auml;chtigten u.a. dann vermutet, wenn ein Insolvenzverfahren &uuml;ber sein Verm&ouml;gen er&ouml;ffnet worden ist. Es liegt daher auf der Hand und bedarf keiner weiteren Er&ouml;rterung, dass die durch die Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nach der Insolvenzordnung (InsO) eintretenden Rechtsfolgen, wie z.B. das seitens der Beschwerde hervorgehobene Vollstreckungsverbot des &sect; 89 Abs. 1 InsO, nicht geeignet sein k&ouml;nnen, die Vermutung des Verm&ouml;gensverfalls zu widerlegen. Dementsprechend hat der Senat bereits entschieden, dass allein die M&ouml;glichkeit, die wirtschaftliche Situation des in Verm&ouml;gensverfall geratenen Steuerberaters im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zu bereinigen, noch nicht zur Folge hat, dass die wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse nunmehr als geordnet zu betrachten w&auml;ren (vgl. Senatsbeschluss vom 28. August 2003 VII B 79\/02, BFH\/NV 2004, 90). Vielmehr muss die Ordnung der wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse auch tats&auml;chlich eingetreten sein. Ob dies in einer Weise geschehen ist, dass die Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen nicht mehr zu besorgen ist, ist eine Frage des Einzelfalls und einer grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren nicht zug&auml;nglich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dar&uuml;ber hinaus hat der Senat auch bereits entschieden, dass der Grund f&uuml;r den Widerruf der Bestellung als Steuerberater bzw. Steuerbevollm&auml;chtigter in der nach dem Gesetz zu vermutenden potenziellen Gef&auml;hrdung der Auftraggeberinteressen durch den eingetretenen Verm&ouml;gensverfall liegt und dass es insoweit nicht darauf ankommt, ob der Insolvenzverwalter &#8211;bzw. im Streitfall die Gl&auml;ubigerversammlung&#8211; die weitere berufliche T&auml;tigkeit des Steuerberaters bzw. Steuerbevollm&auml;chtigten w&auml;hrend des Insolvenzverfahrens freigegeben hat. Diese Entscheidung der Gl&auml;ubigerversammlung oder des Insolvenzverwalters erfolgt nicht nach berufsrechtlichen Gesichtspunkten und f&uuml;hrt auch nicht zur Bereinigung der wirtschaftlichen Situation des in Verm&ouml;gensverfall geratenen Steuerberaters\/Steuerbevollm&auml;chtigten (vgl. Senatsbeschluss vom 24. Januar 2006 VII B 141\/05, BFH\/NV 2006, 983).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Anders als die Beschwerde meint, kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass durch die Freigabe der Praxis der Kl&auml;gerin aus dem Insolvenzbeschlag eine Gef&auml;hrdung der Mandanteninteressen ausgeschlossen ist. Hinsichtlich dieses sog. Entlastungsbeweises hat vielmehr das FG zu Lasten der Kl&auml;gerin zu Recht auf ihre Steuerr&uuml;ckst&auml;nde sowie darauf abgestellt, dass sie in der Vergangenheit die einbehaltene Lohnsteuer sowie die Umsatzsteuer nicht abgef&uuml;hrt hat. Dies steht in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des beschlie&szlig;enden Senats, wonach eine konkrete Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen nicht verneint werden kann, wenn festgestellt worden ist, dass der Steuerberater\/Steuerbevollm&auml;chtigte in sonstigen gesch&auml;ftlichen oder auch eigenen Angelegenheiten unzuverl&auml;ssig ist und sich an gesetzliche Vorgaben nicht h&auml;lt; denn in diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit, dass er unter dem Druck seiner Verm&ouml;genslosigkeit auch Mandanteninteressen unter Missachtung vertraglicher Vereinbarungen verletzt, so gro&szlig;, dass von einer konkreten Gef&auml;hrdung von Auftraggeberinteressen auszugehen ist (Senatsurteil vom 4. Dezember 2007 VII R 64\/06, BStBl II 2008, 401, BFH\/NV 2008, 701, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.8.2008, VII B 16\/08 Widerruf der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigter wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) hat die Klage der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) gegen den Widerruf ihrer Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigte wegen Verm&ouml;gensverfalls (&sect; 46 Abs. 2 Nr. 4 des Steuerberatungsgesetzes &#8211;StBerG&#8211;) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-16-08-widerruf-der-bestellung-als-steuerbevollmaechtigter-wegen-vermoegensverfalls-entscheidung-des-bfh-zur-fortbildung-des-rechts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;16\/08 &#8211; Widerruf der Bestellung als Steuerbevollm&auml;chtigter wegen Verm&ouml;gensverfalls &#8211; Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18354","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18354"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18354\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}