{"id":18370,"date":"2012-12-18T10:04:47","date_gmt":"2012-12-18T08:04:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18370"},"modified":"2012-12-18T10:04:47","modified_gmt":"2012-12-18T08:04:47","slug":"x-r-17-08-kuerzung-des-vorwegabzugs-bei-gesellschafter-geschaeftsfuehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-17-08-kuerzung-des-vorwegabzugs-bei-gesellschafter-geschaeftsfuehrer\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;17\/08 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 17\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die verheirateten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden im Streitjahr 2004 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei der D-GmbH besch&auml;ftigt, an der er auch zu 65 % beteiligt ist. Als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erzielte er 2004 Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in H&ouml;he von 68 996 EUR. Sozialversicherungspflicht bestand nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Neben dem Kl&auml;ger ist die L-GmbH an der D-GmbH zu 35 % beteiligt. Der Kl&auml;ger ist an der L-GmbH wiederum zu 24 % beteiligt. Der Bruder des Kl&auml;gers h&auml;lt an der L-GmbH eine Beteiligung in H&ouml;he von 76 %.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                F&uuml;r den Zeitraum von Januar 2004 bis November 2004 bestand zugunsten des Kl&auml;gers keine privatrechtliche Anwartschaft auf Altersversorgung. Erst mit Vereinbarung vom 27. Dezember 2004 erhielt der Kl&auml;ger von der D-GmbH eine Pensionszusage. Ebenfalls mit Vereinbarung vom 27. Dezember 2004 sagte die L-GmbH dem Bruder des Kl&auml;gers eine identische Versorgung zu.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) k&uuml;rzte wegen der Pensionszusage der D-GmbH den Vorwegabzug nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der bis zum Veranlagungszeitraum 2004 geltenden Fassung (a.F.). Angesichts der H&ouml;he des Jahresarbeitslohns des Kl&auml;gers entfiel der Vorwegabzug v&ouml;llig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid hatte teilweise Erfolg. Das FA k&uuml;rzte den Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nur unter Ber&uuml;cksichtigung des Arbeitslohns f&uuml;r Dezember 2004 mit der Begr&uuml;ndung, der Kl&auml;ger habe in den Monaten Januar bis November 2004 nicht zum Personenkreis des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. geh&ouml;rt. Dem Kl&auml;ger verblieb so ein Vorwegabzug in H&ouml;he von 4 570 EUR.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen. Der Vorwegabzug nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. sei um 16 % der Summe der Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu k&uuml;rzen, wenn der Steuerpflichtige zum Personenkreis des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 1 oder 2 EStG a.F. geh&ouml;re. Bei einem Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH bleibe nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) der Vorwegabzug ungek&uuml;rzt, weil dieser &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; eine ihm von der Gesellschaft zugesagte Altersversorgung unter Verzicht auf entsprechende gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che und damit letztlich ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistung erwerbe (BFH-Urteil vom 16. Oktober 2002 XI R 25\/01, BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). In F&auml;llen, in denen eine GmbH mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern eine Altersversorgung zusage, erlange der einzelne Gesellschafter sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung nicht ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung i.S. des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F., wenn er bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtung und vorausschauender Berechnung sein Anwartschaftsrecht ausschlie&szlig;lich durch eine seiner Beteiligungsquote entsprechende Minderung seiner gesellschaftsrechtlichen Anspr&uuml;che i.S. der &sect;&sect; 29, 72 des Gesetzes betreffend die Gesellschafter mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbHG) erwerbe (BFH-Urteil vom 23. Februar 2005 XI R 29\/03, BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bei Ber&uuml;cksichtigung dieser Grunds&auml;tze stehe dem Kl&auml;ger der Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. nicht ungek&uuml;rzt zu, denn der Kl&auml;ger habe sein Anwartschaftsrecht auf eine Altersversorgung nicht ausschlie&szlig;lich durch einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Verzicht auf gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che erworben. Vielmehr gehe die Gew&auml;hrung der Pensionszusage auch zu Lasten des weiteren Gesellschafters, n&auml;mlich der an der D-GmbH zu 35 % beteiligten L-GmbH. Der Sonderausgabenabzug sei auch unter Ber&uuml;cksichtung der Tatsache zu k&uuml;rzen, dass der Kl&auml;ger selbst zu 24 % an der L-GmbH beteiligt sei und sein Bruder als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der L-GmbH von dieser eine identische Pensionszusage erhalten habe. Eine Gesamtbetrachtung der Beteiligungsverh&auml;ltnisse sei nicht m&ouml;glich. Die L-GmbH sei auch steuerlich ein selbst&auml;ndiges Rechtssubjekt und ein &quot;Durchgriff&quot; nicht zul&auml;ssig. Selbst wenn die aufgrund der Beteiligung des Kl&auml;gers an der L-GmbH bestehende mittelbare Beteiligung an der D-GmbH bei der Berechnung der eigenen Beitragsleistung zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re, k&auml;me der Kl&auml;ger lediglich auf eine Beteiligungsquote von 73,4 %.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger Verletzung materiellen Rechts. Die K&uuml;rzung des Vorwegabzugs m&uuml;sse entfallen, weil der Kl&auml;ger seine Pensionszusage wirtschaftlich betrachtet zu 100 % durch eigene Beitragsleistung in Form der Minderung gesellschaftsrechtlicher Gewinnanspr&uuml;che erworben habe. Der BFH f&uuml;hre im Urteil in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634 ausdr&uuml;cklich aus, dass als Beitragsleistung i.S. des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. &#8230; nicht nur die Zahlung, sondern jede Minderung eines Verm&ouml;gensanspruchs gegen eine Versorgungszusage zu verstehen sei. Es m&uuml;sse sich somit nicht um einen Anspruch handeln, der sich unmittelbar und ausschlie&szlig;lich in der Gesellschaft, die die konkrete Pensionszusage mache, abspiele oder sich auf diese beziehe. Nach Sinn und Zweck der Vorschrift sei f&uuml;r die Frage, wer die Versorgungszusage finanziere, somit nicht auf die Verm&ouml;genssph&auml;re des Unternehmens, das die Zusage mache, sondern ausschlie&szlig;lich auf die des Steuerpflichtigen, der die Pensionszusage erhalte, abzustellen. Eine Gesamtbetrachtung der Verh&auml;ltnisse stelle somit keinen unzul&auml;ssigen Durchgriff durch die Gesellschaft dar. Der Kl&auml;ger und sein Bruder w&uuml;rden die Unternehmen und deren Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung als Einheit betrachten. Dementsprechend seien die Pensionszusagen zeitgleich gemacht worden. Faktisch sei die Situation im Streitfall nicht anders als bei zwei jeweils zu 50 % beteiligten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern, denen gleichwertige Pensionen zugesagt w&uuml;rden. F&uuml;r diesen Fall bejahe die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung eine ausschlie&szlig;liche Eigenfinanzierung der Versorgungszusagen. Es sei kein Grund ersichtlich, gegenseitige, in einem eindeutigen Zusammenhang stehende Zusagen von Gesellschaftern in Bezug auf mehrere Gesellschaften anders zu behandeln.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil aufzuheben und die Einkommensteuer 2004 unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer Sonderausgaben in H&ouml;he von 730 EUR festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision der Kl&auml;ger ist nicht begr&uuml;ndet; sie war daher gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zutreffend entschieden, dass in die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die K&uuml;rzung des Vorwegabzugs der vom Kl&auml;ger im Dezember 2004 als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bezogene Arbeitslohn einzubeziehen war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 EStG a.F. steht zusammenveranlagten Ehegatten f&uuml;r sog. Vorsorgeaufwendungen (&sect; 10 Abs. 2 Satz 1 EStG) als H&ouml;chstbetrag ein Vorwegabzug von 6 136 EUR zu. Der Vorwegabzug ist nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 EStG a.F. i.V.m. &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. u.a. dann um 16 % der Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect; 19 EStG &#8211;ohne Versorgungsbez&uuml;ge i.S. des &sect; 19 Abs. 2 EStG&#8211; zu k&uuml;rzen, wenn der Steuerpflichtige w&auml;hrend des ganzen oder eines Teils des Kalenderjahres nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegt, eine Berufst&auml;tigkeit ausge&uuml;bt und im Zusammenhang damit aufgrund vertraglicher Vereinbarungen Anwartschaftsrechte auf eine Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung erworben hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Diese Voraussetzungen waren im Streitfall erf&uuml;llt, da die dem Kl&auml;ger erteilte Pensionszusage jedenfalls nicht vollst&auml;ndig auf dessen eigener Beitragsleistung beruht. Der Umstand, dass die L-GmbH dem Bruder des Kl&auml;gers eine identische Pensionszusage erteilt hat, f&uuml;hrt nicht dazu, dass der Kl&auml;ger die ihm von der D-GmbH zugesagte Altersversorgung durch Verzicht auf entsprechende gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che und damit ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistung erworben hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach der Rechtsprechung des BFH ist unter dem Begriff der &quot;Beitragsleistung&quot; f&uuml;r den Erwerb von Anwartschaftsrechten auf eine (eigene) Altersversorgung nicht nur eine Geldzahlung, sondern jede Minderung eines Verm&ouml;gensanspruchs gegen eine Versorgungszusage zu verstehen (Senatsurteil vom 25. M&auml;rz 1992 X R 121\/90, BFH\/NV 1992, 596; BFH-Urteil in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546). Der XI. Senat des BFH hat &#8211;ausgehend von diesem Grundsatz&#8211; mit seinen Urteilen in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546 und vom 28. Juli 2004 XI R 9\/04 (BFH\/NV 2005, 196) entschieden, dass dem Alleingesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH der Vorwegabzug f&uuml;r Vorsorgeaufwendungen ungek&uuml;rzt zu belassen ist, weil dieser &#8211;wirtschaftlich betrachtet&#8211; eine ihm von der GmbH zugesagte Altersversorgung durch Verzicht auf entsprechende gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che (&sect;&sect; 29, 72 GmbHG) und damit letztlich ausschlie&szlig;lich durch eigene Beitragsleistungen erwirbt. Das Gleiche gilt nach der Rechtsprechung des XI. Senats des BFH, wenn eine GmbH mehreren Gesellschafter-Gesch&auml;ftf&uuml;hrern eine Altersversorgung zugesagt hat und der einzelne Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei typisierender und wirtschaftlicher Betrachtung sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung auf Dauer gesehen ausschlie&szlig;lich durch einen seiner Beteiligungsquote entsprechenden Verzicht auf gesellschaftsrechtliche Anspr&uuml;che erwirbt (BFH-Urteile in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634, und vom 15. Dezember 2004 XI R 45\/03, BFH\/NV 2005, 1509).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Bei Anwendung dieser Ma&szlig;st&auml;be (kritisch dazu insbesondere Briese, Deutsches Steuerrecht 2005, 1087, m.w.N.; dagegen wiederum Ahmann, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2005, 959) w&auml;re der von dem Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH bezogene Arbeitslohn allerdings nur dann aus der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die K&uuml;rzung des Vorwegabzugs auszunehmen, wenn die gegen die Gesellschaft erworbenen Anspr&uuml;che auf eine eigene Altersversorgung vollst&auml;ndig mit dem (gegebenenfalls wechselseitigen) Verzicht auf die dem Steuerpflichtigen in seiner Eigenschaft als (Mit-)Gesellschafter zustehenden Anspr&uuml;che in Verbindung gebracht werden k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                aa) Das folgt bereits aus dem Gesetzeswortlaut. Mindert sich &#8211;bei wirtschaftlicher Betrachtung&#8211; durch die Zusage der Altersversorgung zugleich auch dauerhaft der Gewinnanteil eines Mitgesellschafters oder dessen Anspruch auf Teilhabe am Liquidationserl&ouml;s, ohne dass dem Mitgesellschafter eine vergleichbare, seiner Beteiligungsquote entsprechende Alterssicherung zugesagt worden ist, so erwirbt der Steuerpflichtige seine Pensionsanwartschaft zumindest insoweit ohne eine von ihm selbst erbrachte &quot;eigene&quot; Beitragsleistung. Diese Fallgestaltung aber, bei der die vorwegabzugsch&auml;dlichen Anwartschaftsrechte auf Altersversorgung zwar teilweise auf Eigenleistungen, zu einem gewissen Teil aber auch nicht auf den eigenen Beitr&auml;gen des Steuerpflichtigen beruhen, wird vom Wortlaut des &sect; 10c Abs. 3 Nr. 2 EStG a.F. ausdr&uuml;cklich mit umfasst.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                bb) Auch nach Sinn und Zweck der gesetzlichen Regelung w&auml;re es unter diesen Umst&auml;nden nicht gerechtfertigt, dem Steuerpflichtigen den ungek&uuml;rzten Vorwegabzug zu belassen. Denn aus den Gesetzesmaterialien ergibt sich, dass der den Grundh&ouml;chstbetrag erg&auml;nzende Vorwegabzug nach den Vorstellungen des Gesetzgebers (nur) solche Steuerpflichtigen beg&uuml;nstigen soll, die ihre Beitr&auml;ge zur Altersversorgung in voller H&ouml;he selbst aufbringen m&uuml;ssen (BTDrucks 8\/292, S. 21; BTDrucks 11\/2157, S. 144; vgl. auch BFH-Urteile in BFHE 200, 554, BStBl II 2004, 546, und in BFHE 209, 256, BStBl II 2005, 634).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Im Streitfall hat der Kl&auml;ger seine Anwartschaft auf Alterssicherung zumindest zu dem Teil, der rechnerisch auf die Beteiligungsquote der L-GmbH entf&auml;llt, durch Minderung der Verm&ouml;gensanspr&uuml;che eines Dritten und damit nicht durch eigene Beitragsleistung erworben. Daran &auml;ndert auch der Umstand nichts, dass der Kl&auml;ger mit 24 % an der L-GmbH beteiligt war. Das FG hat zutreffend darauf abgestellt, dass auch bei Ber&uuml;cksichtung der aufgrund der Beteiligung des Kl&auml;gers an der L-GmbH bestehenden mittelbaren Beteiligung an der D-GmbH er seine Pensionsanwartschaft zumindest teilweise ohne eine von ihm selbst erbrachte &quot;eigene&quot; Beitragsleistung erworben hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Auch der Umstand, dass die L-GmbH dem Bruder des Kl&auml;gers eine identische Altersversorgung zugesagt hat, &auml;ndert nichts an der Tatsache, dass die dem Kl&auml;ger erteilte Pensionszusage der D-GmbH teilweise Verm&ouml;gensanspr&uuml;che Dritter mindert. Der &Uuml;berlegung des Kl&auml;gers, die Pensionszusage der D-GmbH zu seinen Gunsten und die Pensionszusage der L-GmbH zugunsten seines Bruders habe seinen Gewinnanteil an beiden Gesellschaften gemindert, wirtschaftlich betrachtet habe er damit seine Versorgungszusage allein finanziert und faktisch sei die Situation nicht anders als bei zwei jeweils zu 50 % beteiligten Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrern, kann nicht gefolgt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine Kapitalgesellschaft ist ein selbst&auml;ndiges Steuersubjekt (vgl. &sect; 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes), das die von ihr aus der Beteiligung erzielten Eink&uuml;nfte unabh&auml;ngig vom Gesellschafter zu versteuern hat (sog. Trennungsprinzip). Ein Durchgriff durch die Gesellschaft kommt daher grunds&auml;tzlich nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 27. M&auml;rz 2007 VIII R 64\/05, BFHE 217, 497, BStBl II 2007, 639). Folge des Trennungsprinzips ist, dass einer &quot;wirtschaftlichen Betrachtungsweise&quot;, die die Rechtsprechung zur K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei einem Alleingesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder auch bei identischen Beteiligungsquoten bei Mehrpersonengesellschaften pr&auml;gt, Grenzen gesetzt sind. Die von den Kl&auml;gern im Streitfall geforderte Ausdehnung der &quot;wirtschaftlichen Betrachtungsweise&quot;, dass Pensionszusagen zweier Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung gegen&uuml;ber ihren jeweiligen Mehrheitsgesellschaftern entsprechend der steuerrechtlichen Rechtsprechung zur Pensionszusage einer GmbH gegen&uuml;ber ihren jeweils mit 50 % beteiligten Gesellschaftern behandelt werden, st&uuml;nde mit dem Trennungsprinzip nicht mehr in Einklang.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Im &Uuml;brigen war der Kl&auml;ger nach den Feststellungen des FG an der D-GmbH &#8211;unmittelbar und mittelbar&#8211; mit 73,4 %, sein Bruder an der L-GmbH hingegen mit 76 % beteiligt. Angesichts dieser unterschiedlichen Beteiligungsverh&auml;ltnisse h&auml;tte der Kl&auml;ger selbst bei Ber&uuml;cksichtigung der Versorgungszusage der L-GmbH an seinen Bruder sein Anwartschaftsrecht auf Altersversorgung nicht in vollem Umfang aus eigenem Verm&ouml;gen geleistet. Nach dem Gesetzeszweck ist die H&ouml;he der Leistungen Dritter zugunsten des Steuerpflichtigen nicht entscheidend (vgl. Senatsbeschluss vom 23. Juli 2008 X B 51\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht); danach ist der Vorwegabzug nach &sect; 10 Abs. 3 Nr. 2 Satz 2 EStG a.F. auch dann zu k&uuml;rzen, wenn der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (&quot;nur&quot;) mit 99,75 % an der Kapitalgesellschaft, die die Versorgungszusage macht, beteiligt ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 17\/08 K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die verheirateten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden im Streitjahr 2004 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bei der D-GmbH besch&auml;ftigt, an der er auch zu 65 % beteiligt ist. Als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erzielte er 2004 Einnahmen aus &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-17-08-kuerzung-des-vorwegabzugs-bei-gesellschafter-geschaeftsfuehrer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;17\/08 &#8211; K&uuml;rzung des Vorwegabzugs bei Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18370","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18370"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18370\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}