{"id":18381,"date":"2012-12-18T10:04:48","date_gmt":"2012-12-18T08:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18381"},"modified":"2012-12-18T10:04:48","modified_gmt":"2012-12-18T08:04:48","slug":"x-r-14-07-zur-abgrenzung-des-gewerblichen-wertpapierhandels-von-der-privaten-vermoegensverwaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-14-07-zur-abgrenzung-des-gewerblichen-wertpapierhandels-von-der-privaten-vermoegensverwaltung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;14\/07 &#8211; Zur Abgrenzung des gewerblichen Wertpapierhandels von der privaten Verm&ouml;gensverwaltung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 14\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Abgrenzung des gewerblichen Wertpapierhandels von der privaten Verm&ouml;gensverwaltung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist gelernter Bankkaufmann. Er erzielte im Streitjahr 1994 u.a. Eink&uuml;nfte als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer im &#8230; t&auml;tigen GmbH. F&uuml;r die Jahre 1993 bis 1996 f&uuml;hrte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eine Au&szlig;enpr&uuml;fung beim Kl&auml;ger durch, der vor Beginn der Pr&uuml;fung Jahresabschl&uuml;sse 1994 bis 1996 f&uuml;r einen Gewerbebetrieb &quot;Wertpapierhandel&quot; nebst Anlagen GSE sowie berichtigte Anlagen KSO zu den Einkommensteuererkl&auml;rungen 1994 bis 1996 einreichte. Die nachtr&auml;gliche Geltendmachung des gewerblichen Wertpapierhandels begr&uuml;ndete der Kl&auml;ger damit, dass der Umfang und die Art der Abwicklung des Wertpapierhandels erst klargeworden seien, als die T&auml;tigkeit Ende 1997 beendet gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aus den Jahresabschl&uuml;ssen ergeben sich f&uuml;r das Streitjahr ein Verlust von fast 2,5 Mio. DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Durchf&uuml;hrung und Entwicklung der Wertpapiergesch&auml;fte erl&auml;uterte der Kl&auml;ger im Einzelnen wie folgt:      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er habe diese Wertpapiergesch&auml;fte durch den Bankkaufmann B ausf&uuml;hren lassen, der als Angestellter der X Bank bereits mehrere Jahre als Anlageberater f&uuml;r ihn t&auml;tig gewesen sei. Weil die hausinternen Richtlinien und Weisungen der X Bank, die geltenden Regelungen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) und die begrenzten Gesch&auml;ftszeiten der Bank dem Interesse des Kl&auml;gers an der Erzielung eines gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Gewinns entgegengestanden h&auml;tten, seien er und B Ende 1993 &uuml;bereingekommen, ab dem Beginn des Jahres 1994 den Handel mit Wertpapieren aufzunehmen. Durch diese Verabredung habe der Kl&auml;ger angestrebt, als Wertpapierh&auml;ndler t&auml;tig zu werden. Den Handel habe B im Namen und f&uuml;r Rechnung des Kl&auml;gers ausf&uuml;hren sollen. B habe daher zu Beginn des Jahres 1994 das mit der X Bank bestehende Anstellungsverh&auml;ltnis beendet und zusammen mit seinem Bekannten, dem Bankfachwirt S, ein B&uuml;ro unter der Firma B &#038; S er&ouml;ffnet. Beide seien alleinvertretungsberechtigte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Gesellschaft gewesen. Als Einlage in sein Wertpapierhandelsunternehmen habe der Kl&auml;ger den gr&ouml;&szlig;ten Teil seines Wertpapierverm&ouml;gens B zur Verf&uuml;gung gestellt und in gro&szlig;em Umfang die Best&auml;nde seiner bei der X Bank gef&uuml;hrten Depotkonten auf Depotkonten bei weiteren Banken &uuml;bertragen. Die Werte der eingelegten Wertpapiere auf den 1. Januar 1994 h&auml;tten 3 Mio. DM betragen. Im M&auml;rz und April 1994 habe der Kl&auml;ger aus dem im Privatverm&ouml;gen befindlichen Depot bei der X Bank weitere Werte in H&ouml;he von 2 Mio. DM in die Depots eingelegt. Im Rahmen dieses Wertpapierhandelsunternehmens sei B t&auml;tig geworden und habe seine Kenntnisse und F&auml;higkeiten als Wertpapierh&auml;ndler zur Verf&uuml;gung gestellt. Der Kl&auml;ger habe B zur Durchf&uuml;hrung der Gesch&auml;fte umfassende Kontovollmachten erteilt. Auf dieser Grundlage habe B die Wertpapiergesch&auml;fte im Namen und f&uuml;r Rechnung des Kl&auml;gers und in Abstimmung mit dem Kl&auml;ger get&auml;tigt. Der Kl&auml;ger habe B insbesondere vorgegeben, durch t&auml;gliches Handeln die Marktbewegungen auszunutzen. Nach diesen Vorgaben habe B f&uuml;r den Kl&auml;ger eine Vielzahl von Gesch&auml;ften abgewickelt. Die Entscheidung, ein konkretes Gesch&auml;ft zu t&auml;tigen, habe allerdings in der eigenen Verantwortung von B gelegen. Die Wertpapiereink&auml;ufe h&auml;tten sich im streitgegenst&auml;ndlichen Veranlagungszeitraum auf mehr als 22 Mio. DM belaufen. Dem h&auml;tten Verk&auml;ufe von Wertpapieren im Werte von &uuml;ber 21 Mio. DM gegen&uuml;bergestanden. Diese Wertpapiergesch&auml;fte habe der Kl&auml;ger auch zu einem gro&szlig;en Teil mit Fremdmitteln finanziert. Nachdem sich in 1997 wiederum ein Verlust eingestellt habe, habe der Kl&auml;ger den Wertpapierhandel aufgegeben. Dazu habe er die Depotkonten aufgel&ouml;st, die hierf&uuml;r erteilten Vollmachten widerrufen und das verbliebene Anlageverm&ouml;gen bei der X Bank zusammengef&uuml;hrt. Seit diesem Zeitpunkt sei er nur noch verm&ouml;gensverwaltend t&auml;tig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Betriebspr&uuml;ferin ermittelte f&uuml;r das Streitjahr 1994 einen Verlust aus den Wertpapiergesch&auml;ften in H&ouml;he von 2,&#8230; Mio. DM, den das FA nicht als gewerblichen Verlust anerkannte.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen erhob der Kl&auml;ger erfolglos Einspruch. Seine Klage hatte dagegen Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) bejahte in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1030 ver&ouml;ffentlichten Urteil einen gewerblichen Wertpapierhandel. Es ber&uuml;cksichtigte, dass der Kl&auml;ger als gelernter Bankkaufmann &uuml;ber eigene Branchenkenntnisse verf&uuml;gt habe und ma&szlig; vor allem der Abwicklung sowie dem Umfang der get&auml;tigten Gesch&auml;fte und der Umschichtung des urspr&uuml;nglich &uuml;ber die X Bank angelegten Wertpapierverm&ouml;gens auf drei andere Banken entscheidende Bedeutung zu. Weiter sah es als bedeutend an, dass die den konkreten Einzelentscheidungen zugrunde liegende Anlagestrategie st&auml;ndig zwischen dem Kl&auml;ger und Herrn B abgesprochen worden sei, so dass die ma&szlig;geblichen Entscheidungen unter Mitwirkung des Kl&auml;gers getroffen worden seien. Aufgrund des konkreten Anlageverhaltens und des Umsatzvolumens hielt es das FG im Rahmen der Gesamtw&uuml;rdigung f&uuml;r unsch&auml;dlich, dass der Kl&auml;ger nicht f&uuml;r andere t&auml;tig geworden sei. Ohne Bedeutung sei, dass der Kl&auml;ger im Rahmen der Steuererkl&auml;rungen zun&auml;chst selbst keine gewerblichen Eink&uuml;nfte erkl&auml;rt, sondern dies erst nach Anmeldung der Betriebspr&uuml;fung durch Einreichung berichtigter Anlagen GSE sowie erstmaliger Bilanzen nachgeholt habe.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA sinngem&auml;&szlig; die Verletzung materiellen Rechts, weil das FG in Abweichung von den Grunds&auml;tzen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) verkannt habe, dass der Kl&auml;ger keine T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt habe, die &uuml;ber den Bereich der privaten Verm&ouml;gensverwaltung hinausgegangen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA einen &Auml;nderungsbescheid erlassen. Es erkannte die dem Kl&auml;ger im Streitjahr aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften i.S. des &sect; 23 des Einkommensteuergesetzes (EStG) entstandenen Verluste in der von ihm selbst bezifferten H&ouml;he von &#8230; DM als mit anderen erzielten positiven Eink&uuml;nften ausgleichsf&auml;hig an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen, soweit die Ber&uuml;cksichtigung von Verlusten aus Wertpapiergesch&auml;ften &uuml;ber den im &Auml;nderungsbescheid anerkannten Betrag von &#8230; DM hinaus begehrt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Er f&uuml;hrt aus, das angefochtene Urteil habe die vom BFH entwickelten Grunds&auml;tze aufgrund des Gesamtbildes zutreffend gew&uuml;rdigt und gewichtet. Er habe selbst als H&auml;ndler gehandelt, weil er &quot;Herr des Geschehens&quot; gewesen sei. Im &Uuml;brigen m&uuml;sse ihm das Handeln des B zugerechnet werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil ist bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, da der w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangene &Auml;nderungsbescheid vom 18. Oktober 2007 an die Stelle der Einkommensteuerfestsetzung vom 3. Juli 2000 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. September 2004 trat. Damit liegt dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Bescheid zugrunde mit der Folge, dass das FG-Urteil keinen Bestand haben kann (s. dazu BFH-Urteil vom 23. Januar 2003 IV R 71\/00, BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bescheid vom 18. Oktober 2007 wurde nach &sect; 68 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) Gegenstand des Revisionsverfahrens. Da sich durch den &Auml;nderungsbescheid der bisherige Streitstoff nicht ver&auml;ndert hat (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 127 Rz 2), bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache gem&auml;&szlig; &sect; 127 FGO. Das finanzgerichtliche Verfahren leidet nicht an einem Verfahrensmangel, so dass die vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen durch die Aufhebung des Urteils nicht weggefallen sind; sie bilden deshalb nach wie vor die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des Senats (BFH-Urteil in BFHE 201, 269, BStBl II 2004, 43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der nach &sect; 68 Satz 1 FGO zum Gegenstand des Verfahrens gewordene &Auml;nderungsbescheid vom 18. Oktober 2007 ist rechtm&auml;&szlig;ig. Das FA hat zutreffend keinen h&ouml;heren Verlust als den im &Auml;nderungsbescheid ber&uuml;cksichtigten Verlust aus den Wertpapiergesch&auml;ften des Kl&auml;gers anerkannt. Entgegen der Auffassung des FG hat der Kl&auml;ger mit dem An- und Verkauf von Wertpapieren im Streitjahr 1994 keine Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gewerbebetrieb ist gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 2 EStG eine selbst&auml;ndige nachhaltige Bet&auml;tigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn sie weder als Aus&uuml;bung von Land- und Forstwirtschaft noch als Aus&uuml;bung eines freien Berufs noch als eine andere selbst&auml;ndige Arbeit anzusehen ist. Als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal muss hinzukommen, dass die Bet&auml;tigung den Rahmen einer privaten Verm&ouml;gensverwaltung &uuml;berschreitet (ausf&uuml;hrlich Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C. III. 3. b aa; seither st&auml;ndige Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Abgrenzung zwischen Gewerbebetrieb einerseits und der nicht steuerbaren Sph&auml;re sowie anderen Einkunftsarten andererseits ist auf das Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse und die Verkehrsanschauung abzustellen. Dabei sind die einzelnen Umst&auml;nde zu gewichten und gegeneinander abzuw&auml;gen (Senatsurteil vom 20. Dezember 2000 X R 1\/97, BFHE 194, 198, BStBl II 2001, 706). Anzeichen f&uuml;r eine Zuordnung zum &quot;Bild des Wertpapierhandels&quot; sind z.B. der Umfang der Gesch&auml;fte, das Unterhalten eines B&uuml;ros oder einer Organisation zur Durchf&uuml;hrung von Gesch&auml;ften, das Ausnutzen eines Marktes unter Einsatz beruflicher Erfahrungen, das Anbieten von Wertpapiergesch&auml;ften gegen&uuml;ber einer breiteren &Ouml;ffentlichkeit und andere f&uuml;r eine private Verm&ouml;gensverwaltung ungew&ouml;hnliche Verhaltensweisen (BFH-Urteile vom 6. Dezember 1983 VIII R 172\/83, BFHE 140, 82, BStBl II 1984, 132, 135; vom 31. Juli 1990 I R 173\/83, BFHE 162, 236, BStBl II 1991, 66, und vom 1. Juni 2004 IX R 35\/01, BFHE 206, 273, BStBl II 2005, 26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Zweifelsf&auml;llen ist ma&szlig;gebend, ob die T&auml;tigkeit, soll sie gewerblich sein, dem Bild entspricht, das nach der Verkehrsanschauung einen Gewerbebetrieb ausmacht und einer privaten Verm&ouml;gensverwaltung fremd ist (Beschl&uuml;sse des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 3. Juli 1995 GrS 1\/93, BFHE 178, 86, BStBl II 1995, 617, unter C. I.; vom 10. Dezember 2001 GrS 1\/98, BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291, unter C. II.; Senatsurteil vom 30. Juli 2003 X R 7\/99, BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Es entspricht langj&auml;hriger und gefestigter Rechtsprechungstradition, das &quot;Bild des Gewerbebetriebs&quot; durch Orientierung an unmittelbar der Lebenswirklichkeit entlehnten Berufsbildern zu konturieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ob eine T&auml;tigkeit noch der privaten Verm&ouml;gensverwaltung zuzuordnen ist, l&auml;sst sich nicht f&uuml;r alle Bereiche nach einheitlichen Ma&szlig;st&auml;ben beurteilen. Vielmehr sind die jeweiligen artspezifischen Besonderheiten zu beachten (Senatsurteil vom 22. Januar 2003 X R 37\/00, BFHE 201, 264, BStBl II 2003, 464, unter II. b aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verkehrsauffassung sieht die Umschichtung von Wertpapieren &#8211;selbst in erheblichem Umfang&#8211; regelm&auml;&szlig;ig als noch zur privaten Verm&ouml;gensverwaltung geh&ouml;rend an, weil es bei Wertpapieren in der Natur der Sache liegt, den Bestand zu ver&auml;ndern, schlechte Papiere abzusto&szlig;en, gute zu erwerben und Kursgewinne zu realisieren (BFH-Urteil vom 11. Juli 1968 IV 139\/63, BFHE 93, 281, BStBl II 1968, 775). Davon geht ersichtlich auch das EStG aus, wie die Vorschrift des &sect; 23 EStG verdeutlicht. Danach ist der blo&szlig;e Umschlag von Wertpapieren als privates Gesch&auml;ft zu betrachten. Gewerblichkeit kann daher nur bei Vorliegen besonderer Umst&auml;nde angenommen werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil in BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408, m.w.N).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bezogen auf den An- und Verkauf von Wertpapieren kommt als Ma&szlig;stab f&uuml;r die Abgrenzung zwischen Gewerblichkeit und Verm&ouml;gensverwaltung die T&auml;tigkeit des H&auml;ndlers in Betracht. Damit gewinnen Merkmale der Professionalit&auml;t eine besondere Bedeutung (s. dazu die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil in BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408, unter II. 2. d). F&uuml;r die T&auml;tigkeiten am Kapitalmarkt haben sie sich im Gesetz &uuml;ber das Kreditwesen (KredWG) und erg&auml;nzend im WpHG niedergeschlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen normativen Vorgaben hat der Senat in seinem Urteil in BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408, (unter II. 2. f, g) Kriterien abgeleitet, die von hoher Indizwirkung f&uuml;r das Vorliegen einer gewerblichen Wertpapierhandelst&auml;tigkeit i.S. des &sect; 15 Abs. 2 EStG sind und denen bei der W&uuml;rdigung des Gesamtbildes der Verh&auml;ltnisse eine ma&szlig;gebende Bedeutung zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) So ist f&uuml;r das Wertpapierhandelsunternehmen ein T&auml;tigwerden &quot;f&uuml;r andere&quot; (&sect; 1 Abs. 1a Satz 1 KredWG), vor allem ein T&auml;tigwerden &quot;f&uuml;r fremde Rechnung&quot; (so ausdr&uuml;cklich &sect; 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 KredWG, der schon im Streitjahr &#8211;seit Erlass des KredWG im Jahre 1961 unver&auml;ndert&#8211; anzuwenden war), kennzeichnend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies entspricht der bisherigen Rechtsprechung, die schon fr&uuml;h dem Merkmal des T&auml;tigwerdens f&uuml;r fremde Rechnung besonderes Gewicht im Rahmen der erforderlichen Gesamtbetrachtung beigemessen hat (BFH-Urteile vom 4. M&auml;rz 1980 VIII R 150\/76, BFHE 130, 157, BStBl II 1980, 389; vom 29. Oktober 1998 XI R 80\/97, BFHE 187, 287, BStBl II 1999, 448, unter II. 2. b; in BFHE 194, 198, BStBl II 2001, 706, unter II. 3. f).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Umgekehrt deutet ein T&auml;tigwerden ausschlie&szlig;lich f&uuml;r eigene Rechnung darauf hin, dass der Rahmen der privaten Verm&ouml;gensverwaltung nicht &uuml;berschritten wird (BFH-Urteil vom 19. Februar 1997 XI R 1\/96, BFHE 182, 567, BStBl II 1997, 399, unter II. 1. b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit Finanzunternehmen (&sect; 1 Abs. 3 KredWG) nicht anders als private Anleger f&uuml;r eigene Rechnung t&auml;tig werden, zeichnet sich ihre T&auml;tigkeit dadurch aus, dass sie den Handel mit institutionellen Partnern betreiben, also nicht lediglich &uuml;ber eine Depotbank am Marktgeschehen teilnehmen. Dagegen ist eine Abwicklung der Gesch&auml;fte &uuml;ber eine Depot f&uuml;hrende Bank, ohne selbst Kontrahenten zu suchen, kennzeichnend f&uuml;r Transaktionen, die den Rahmen der privaten Verm&ouml;gensverwaltung nicht &uuml;berschreiten (BFH-Urteile in BFHE 93, 281, BStBl II 1968, 775, 777, und vom 2. April 1971 VI R 149\/67, BFHE 102, 261, BStBl II 1971, 620).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ferner muss der Wertpapierhandel nach der gesetzlichen Definition in &sect; 1 Abs. 3 KredWG die Hauptt&auml;tigkeit eines Finanzunternehmens darstellen. Privatanleger, die ihre An- und Verkaufst&auml;tigkeit neben einer Hauptbesch&auml;ftigung und au&szlig;erhalb der &uuml;blichen Arbeitszeiten in ihrer Freizeit aus&uuml;ben bzw. sie durch ein Finanzunternehmen aus&uuml;ben lassen, entsprechen hingegen nicht dem Bild des Finanz-&quot;unternehmens&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorentscheidung widerspricht diesen Grunds&auml;tzen. Die vom Kl&auml;ger get&auml;tigten An- und Verkaufsgesch&auml;fte mit Wertpapieren haben den Rahmen der privaten Verm&ouml;gensverwaltung nicht &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger ist nach den ausdr&uuml;cklichen Feststellungen des FG nicht &quot;f&uuml;r andere&quot; bzw. f&uuml;r fremde Rechnung t&auml;tig geworden. Er hat die Gesch&auml;fte ausschlie&szlig;lich f&uuml;r eigene Rechnung abschlie&szlig;en und &uuml;ber die Depot f&uuml;hrenden Banken abwickeln lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch hat der Kl&auml;ger nicht wie ein Finanzunternehmen unmittelbar und im Rahmen einer Hauptt&auml;tigkeit mit anderen Marktteilnehmern Handel getrieben. Aus der Sachkenntnis, die das FG dem Kl&auml;ger als gelernten Bankkaufmann bescheinigt hat, kann &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nicht auf den gewerblichen Charakter der Aktivit&auml;ten auf dem Kapitalmarkt geschlossen werden, wenn und solange dies nicht die Hauptt&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen ausmacht. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu den Sachverhalten, die der BFH in den Entscheidungen vom 6. M&auml;rz 1991 X R 39\/88 (BFHE 164, 53, BStBl II 1991, 631), vom 9. Oktober 1992 III R 9\/89 (BFH\/NV 1994, 80) und vom 28. November 2007 X R 24\/06 (BFH\/NV 2008, 774) zu beurteilen hatte. In diesen F&auml;llen handelten angestellte Rentenh&auml;ndler bzw. eine B&ouml;rsenmaklerin in Aus&uuml;bung ihrer Hauptt&auml;tigkeit. Der Kl&auml;ger war dagegen in seiner Hauptt&auml;tigkeit als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer GmbH auf einem deutlich anderen Gesch&auml;ftsfeld t&auml;tig. Daher hat er das in der Rechtsprechung als Kriterium gewerblicher T&auml;tigkeit h&auml;ufig verwendete Merkmal des &quot;Einsatzes beruflicher Erfahrungen&quot; nicht erf&uuml;llt (vgl. Senatsurteil in BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408). Er hat seine Kauf- und Verkaufsauftr&auml;ge &uuml;ber B &#038; S durchgef&uuml;hrt. Er selbst ist nicht auf dem Kapitalmarkt aufgetreten. Daran &auml;ndern weder die B erteilten weitgehenden Vollmachten noch die Art der Verg&uuml;tung des B etwas. Weitgehende Vollmachten sind ein Ausdruck des Vertrauens des Vollmachtgebers in den Bevollm&auml;chtigten, verm&ouml;gen den Vollmachtgeber jedoch nicht zum Handelnden oder &quot;Herrn des Geschehens&quot; zu machen. Diese Funktion hat der Kl&auml;ger nicht eingenommen, selbst wenn die den konkreten von B getroffenen Einzelentscheidungen zugrunde liegende Anlagestrategie st&auml;ndig zwischen ihm und B abgesprochen worden ist. Insoweit ist kein Unterschied zu dem Kapitalanleger zu erkennen, der seine Gesch&auml;fte &uuml;ber eine Bank abwickelt und sich von einem dort angestellten Anlageberater betreuen l&auml;sst, wie dies der Kl&auml;ger vor den Streitjahren getan hat. Zudem wird ein Kapitalanleger mit einiger Sachkenntnis h&auml;ufig den Rahmen beeinflussen, innerhalb dessen dann der Anlageberater t&auml;tig ist. Ebenso sind bei einer Verm&ouml;gensverwaltung regelm&auml;&szlig;ige Erfolgskontrollen &uuml;blich und deshalb kein Merkmal, das f&uuml;r die Gewerblichkeit von Wertpapiergesch&auml;ften spricht. Keine Bedeutung hat der Umstand, dass der Kl&auml;ger sein fr&uuml;her allein bei der X Bank bestehendes Depot auf mehrere Banken verteilt hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 182, 567, BStBl II 1997, 399). Durch ein solches Verhalten wird er nicht zum unmittelbaren Marktteilnehmer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers w&uuml;rde die Frage der Abgrenzung zwischen privater Verm&ouml;gensverwaltung und gewerblicher T&auml;tigkeit nicht anders beantwortet werden k&ouml;nnen, wenn ihm das Handeln der B &#038; S und ihres Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers B zugerechnet w&uuml;rde, ohne damit in Widerspruch zu der Beurteilung des I. Senats des BFH zu geraten, dass bei dem Tatbestandsmerkmal der Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr das Handeln eines Dritten ber&uuml;cksichtigt werden kann (vgl. Urteil in BFHE 162, 236, BStBl II 1991, 66). Entscheidend ist, dass durch die T&auml;tigkeit des B die f&uuml;r den Kl&auml;ger get&auml;tigten Gesch&auml;fte keinen gewerblichen Charakter angenommen h&auml;tten. Sie blieben unver&auml;ndert Gesch&auml;fte lediglich f&uuml;r eigene Rechnung des Kl&auml;gers und w&auml;ren durch die Einschaltung des B nicht zu Gesch&auml;ften f&uuml;r fremde Rechnung geworden. Die T&auml;tigkeit des B bestand darin, privates Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers zu verwalten und m&ouml;glichst zu mehren, nicht jedoch f&uuml;r den Kl&auml;ger eine gewerbliche T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben, mit der dieser am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilgenommen h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die fehlende professionelle Ausrichtung seines Handelns auf dem Gebiet der Wertpapiergesch&auml;fte wird durch das eigene Vorbringen des Kl&auml;gers best&auml;tigt. Danach sei erst im Zuge der (im Juli 1998 begonnenen) Betriebspr&uuml;fung durch Auswertung der einzelnen vorgelegten Belege das Ausma&szlig; und die Art und Weise der Abwicklung der (im Streitjahr 1994 get&auml;tigten) Wertpapiergesch&auml;fte zu Tage getreten. Erst zu diesem Zeitpunkt habe festgestellt werden k&ouml;nnen, dass die T&auml;tigkeit als gewerblicher Wertpapierhandel einzuordnen sei. Im Gegensatz zu dieser Verhaltensweise des Kl&auml;gers kann davon ausgegangen werden, dass ein gewerblicher Wertpapierh&auml;ndler seine Aufzeichnungen zeitnah f&uuml;hrt, um jederzeit den Erfolg seiner T&auml;tigkeit zu &uuml;berblicken und ggf. im Fall des Misserfolgs angemessen reagieren zu k&ouml;nnen. Daran hat es der Kl&auml;ger offensichtlich fehlen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Schlie&szlig;lich hat das FG in entscheidender Weise die Bedeutung der Zahl und des Umfangs der einzelnen Transaktionen verkannt. Wie der Senat in dem Urteil in BFHE 204, 419, BStBl II 2004, 408 dargelegt hat, kommt es darauf nicht entscheidend an. Die zunehmende Gr&ouml;&szlig;e von Privatverm&ouml;gen f&uuml;hrt dazu, dass sich gleicherma&szlig;en die Anzahl der verm&ouml;gensverwaltenden Rechtsakte erh&ouml;ht (BFH-Urteil in BFHE 194, 198, BStBl II 2001, 706, unter II. 2. d; Sorgenfrei, Finanz-Rundschau 1999, 61, 64; Daniel J. Fischer, jurisPR-SteuerR 26\/2007 Anm. 1). Diese Betrachtung entspricht der Beurteilung der durch Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect; 21 EStG erzielten Eink&uuml;nfte. Auch hier hat die Anzahl der vermieteten bzw. verpachteten Objekte in der Regel keinen Einfluss auf die Frage, ob diese T&auml;tigkeit als Verm&ouml;gensverwaltung zu werten ist (vgl. BFH-Urteil vom 6. M&auml;rz 1997 IV R 21\/96, BFH\/NV 1997, 762). Vielmehr f&uuml;hrt das Vermieten bzw. Verpachten der in &sect; 21 EStG genannten Gegenst&auml;nde nur und erst dann zu gewerblichen Eink&uuml;nften, wenn &uuml;ber die blo&szlig;e Vermietung bzw. Verpachtung hinaus zus&auml;tzliche erhebliche Sonderleistungen f&uuml;r den Mieter bzw. P&auml;chter erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Dem FG ist zwar zuzustimmen, dass es f&uuml;r die steuerrechtliche Einordnung einer T&auml;tigkeit als gewerblich oder als Verm&ouml;gensverwaltung nicht auf die Vorstellungen des Steuerpflichtigen ankommt, weil es sich hierbei um eine rechtliche W&uuml;rdigung des tats&auml;chlich realisierten Sachverhalts handelt. Unter diesem Aspekt ist es ohne Bedeutung, dass der Kl&auml;ger im Rahmen der Steuererkl&auml;rungen zun&auml;chst selbst keine gewerblichen Eink&uuml;nfte erkl&auml;rt, sondern dies erst nach Anmeldung der Betriebspr&uuml;fung durch Einreichung berichtigter Anlagen GSE sowie erstmaliger Bilanzen nachgeholt hat. Allerdings begr&uuml;ndet sein Verhalten erhebliche Zweifel an seiner Bekundung im Klageverfahren, vor der Umschichtung seines Depots seien er und B Ende 1993 &uuml;bereingekommen, ab dem Beginn des Jahres 1994 den Handel mit Wertpapieren aufzunehmen, woraus sich ergebe, dass er angestrebt habe, als Wertpapierh&auml;ndler t&auml;tig zu werden. Wie die obigen Ausf&uuml;hrungen zeigen, hat er nicht als solcher gehandelt, sondern als Kapitalanleger, der bestrebt war, sein Verm&ouml;gen m&ouml;glichst Ertrag bringend zu verwalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Mit dem &Auml;nderungsbescheid vom 18. Oktober 2007 hat das FA das BFH-Urteil in BFHE 206, 273, BStBl II 2005, 26 ber&uuml;cksichtigt und dem Hilfsantrag des Kl&auml;gers entsprochen. Insoweit kann der Kostenausspruch des angefochtenen Urteils keinen Bestand haben. Einer Zur&uuml;ckverweisung an das FG zum Zwecke der Verlustber&uuml;cksichtigung nach den allgemeinen Regeln bedarf es im Streitfall nicht, weil der Kl&auml;ger dieses Ziel durch den &Auml;nderungsbescheid in vollem Umfang seines im Klageverfahren bezifferten Hilfsantrags erreicht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 14\/07 Zur Abgrenzung des gewerblichen Wertpapierhandels von der privaten Verm&ouml;gensverwaltung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist gelernter Bankkaufmann. Er erzielte im Streitjahr 1994 u.a. Eink&uuml;nfte als Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer im &#8230; t&auml;tigen GmbH. F&uuml;r die Jahre 1993 bis 1996 f&uuml;hrte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-14-07-zur-abgrenzung-des-gewerblichen-wertpapierhandels-von-der-privaten-vermoegensverwaltung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;14\/07 &#8211; Zur Abgrenzung des gewerblichen Wertpapierhandels von der privaten Verm&ouml;gensverwaltung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18381"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18381\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}