{"id":18393,"date":"2012-12-18T10:04:49","date_gmt":"2012-12-18T08:04:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18393"},"modified":"2012-12-18T10:04:49","modified_gmt":"2012-12-18T08:04:49","slug":"x-r-9-08-ergaenzungspruefungsanordnung-bzw-erweiterungspruefungsanordnung-als-selbstaendiger-verwaltungsakt-nachholung-der-begruendung-in-der-einspruchsentscheidung-gerichtliche-nachpruefung-der-ermes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-9-08-ergaenzungspruefungsanordnung-bzw-erweiterungspruefungsanordnung-als-selbstaendiger-verwaltungsakt-nachholung-der-begruendung-in-der-einspruchsentscheidung-gerichtliche-nachpruefung-der-ermes\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;9\/08 &#8211; Erg&auml;nzungspr&uuml;fungsanordnung bzw. Erweiterungspr&uuml;fungsanordnung als selbst&auml;ndiger Verwaltungsakt &#8211; Nachholung der Begr&uuml;ndung in der Einspruchsentscheidung &#8211; gerichtliche Nachpr&uuml;fung der Ermessensaus&uuml;bung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 9\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Erg&auml;nzungspr&uuml;fungsanordnung bzw. Erweiterungspr&uuml;fungsanordnung als selbst&auml;ndiger Verwaltungsakt &#8211; Nachholung der Begr&uuml;ndung in der Einspruchsentscheidung &#8211; gerichtliche Nachpr&uuml;fung der Ermessensaus&uuml;bung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;hrte beim Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger), der seinen Gewinn nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes ermittelt, eine Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1994 bis einschlie&szlig;lich 1996 durch. In der Pr&uuml;fungsanordnung behielt er sich ausdr&uuml;cklich vor, diese auf weitere Steuerarten, Zeitr&auml;ume und Sachverhalte auszudehnen, die f&uuml;r die Besteuerung von Bedeutung sein k&ouml;nnten. Unter dem 18. Januar 2005 ordnete das FA eine weitere Au&szlig;enpr&uuml;fung f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2001 hinsichtlich Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer an. Es behielt sich wiederum vor, die Pr&uuml;fungsanordnung auf weitere Steuerarten, Zeitr&auml;ume und Sachverhalte auszudehnen, die f&uuml;r die Besteuerung von Bedeutung sein k&ouml;nnten.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 24. Februar 2005 sandte das FA dem Kl&auml;ger ein Fax, in dem es ihn u.a. aufforderte zu erl&auml;utern, warum ihm im Zusammenhang mit der Aufhebung eines Kaufvertrags am 14. Oktober 1997 ein Betrag in H&ouml;he von 10 000 DM gezahlt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Am 1. M&auml;rz 2005 erweiterte das FA die Pr&uuml;fungsanordnung hinsichtlich Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer auf das Jahr 1998. Es f&uuml;hrte aus, dass die Besteuerungsgrundlagen nicht ohne Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums festgestellt werden k&ouml;nnten. Zu kl&auml;ren sei, wie Erschlie&szlig;ungskosten behandelt worden seien. Den Vorbehalt einer &#8211;abermaligen&#8211; Erweiterung enthielt die Pr&uuml;fungsanordnung nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA erweiterte unter dem 9. M&auml;rz 2006 die Pr&uuml;fungsanordnung auf Einkommen-, Umsatz- und Gewerbesteuer f&uuml;r 1997. Den dagegen gerichteten Einspruch wies es als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, die Besteuerungsgrundlagen k&ouml;nnten nicht ohne Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums festgestellt werden. Auf Grund vorliegender Notarvertr&auml;ge w&uuml;rden sich Hinweise auf diverse Grundst&uuml;cksgesch&auml;fte, u.a. auf den Erwerb eines Grundst&uuml;cks in X im Jahr 1996 sowie die Aufhebung des Kaufvertrags im Jahr 1997 ergeben. Im Jahr 1997 seien in diesem Zusammenhang Betriebsausgaben in H&ouml;he von 84 100 DM verbucht worden, von denen jedoch 35 000 DM bereits im Jahr 1996 bezahlt worden seien und bei einer Gewinnermittlung durch Einnahmen-&Uuml;berschussrechnung auch in diesem Jahr h&auml;tten verbucht werden m&uuml;ssen. Aus dem Aufhebungsvertrag vom 14. Oktober 1997 sei zudem ersichtlich, dass 10 000 DM an den Kl&auml;ger zur&uuml;ckbezahlt worden seien. Im &Uuml;brigen stelle sich die Frage, was mit den restlichen 74 100 DM geschehen sei. Der Verk&auml;ufer habe das Grundst&uuml;ck sp&auml;ter f&uuml;r 30 000 DM ver&auml;u&szlig;ert. Da mit nicht unerheblichen Steuernachforderungen zu rechnen sei, greife &sect; 4 Abs. 3 Satz 1 der Betriebspr&uuml;fungsordnung (BpO 2000) nicht. Nach &sect; 4 Abs. 3 Satz 2&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz BpO 2000 sei ein l&auml;ngerer Pr&uuml;fungszeitraum bei Verdacht einer Steuerstraftat oder -ordnungswidrigkeit zul&auml;ssig.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Die erstmalige Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums lediglich auf das Jahr 1998 sei &#8211;gemessen an der abermaligen Erweiterung auf das Jahr 1997&#8211; ein den Kl&auml;ger beg&uuml;nstigender Verwaltungsakt. Eine Rechtsgrundlage f&uuml;r dessen R&uuml;cknahme oder Widerruf sei nicht erkennbar. Die erstmalige Erweiterung der Pr&uuml;fungsanordnung auf das Jahr 1998 sei nach Ma&szlig;gabe des sog. Empf&auml;ngerhorizonts dahingehend auszulegen, dass das FA von einer Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums auch auf das Jahr 1997 bewusst abgesehen habe. Eine ausdr&uuml;ckliche Aussage hinsichtlich eines etwaigen Widerrufsvorbehalts finde sich weder in der urspr&uuml;nglichen Pr&uuml;fungserweiterung noch in der dazu ergangenen Einspruchsentscheidung. Auch ein Vorbehalt der Ausdehnung der Pr&uuml;fung fehle.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect; 196 der Abgabenordnung (AO). Eine Erg&auml;nzungsanordnung, die eine Pr&uuml;fungsanordnung sachlich oder zeitlich erg&auml;nze, sei ein selbst&auml;ndiger Verwaltungsakt, der allein f&uuml;r sich nach den f&uuml;r die Pr&uuml;fungsanordnung als solche geltenden Regeln zu beurteilen sei (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 13. Dezember 1989 X R 83\/88, BFH\/NV 1990, 548). Dies ergebe sich auch aus &sect; 5 Abs. 2 Satz 5 BpO 2000. Dort sei im Falle einer Pr&uuml;fungserweiterung von einer (zus&auml;tzlichen) erg&auml;nzenden Pr&uuml;fungsanordnung und nicht von einer Aufhebung der alten und dem Erlass einer neuen, umf&auml;nglicheren Anordnung die Rede. Im &Uuml;brigen sei eine Pr&uuml;fungsanordnung stets und ausschlie&szlig;lich ein belastender Verwaltungsakt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 14. September 1993 VIII R 56\/92, BFH\/NV 1994, 677).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Unrecht hat das FG erkannt, dass die Pr&uuml;fungsanordnung vom 9. M&auml;rz 2006 rechtswidrig ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Entgegen der Auffassung des FG ist die Pr&uuml;fungsanordnung vom 9. M&auml;rz 2006 ein eigenst&auml;ndiger Verwaltungsakt. Hierin ist keine R&uuml;cknahme bzw. kein Widerruf der Pr&uuml;fungsanordnung vom 1. M&auml;rz 2005 zu sehen. Das FA hat daher die einschr&auml;nkenden Voraussetzungen der &sect;&sect; 130 Abs. 2, 131 Abs. 2 AO zu Recht nicht beachtet (BFH-Urteile in BFH\/NV 1990, 548; vom 11. August 1993 II R 34\/90, BFHE 172, 393, BStBl II 1994, 375; Gosch in Beermann\/Gosch, AO &sect; 196 Rz 7; Eckhoff in H&uuml;bschmann\/ Hepp\/Spitaler, &sect; 196 AO Rz 71, 229; Klein\/R&uuml;sken, AO, 9. Aufl., &sect; 196 Rz 30; Pahlke\/Koenig\/Intemann, Abgabenordnung &sect; 196 Rz 44; Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 196 AO Rz 30).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Eine wirksame Pr&uuml;fungsanordnung kann sachlich (z.B. Erstreckung auf neue Steuerarten) oder zeitlich (Ausdehnung auf weitere Besteuerungsabschnitte) erg&auml;nzt werden (sog. Erg&auml;nzungs- bzw. Erweiterungsanordnung). Die Erg&auml;nzungsanordnung ist ein (selbst&auml;ndiger) Verwaltungsakt und eine selbst&auml;ndige Pr&uuml;fungsanordnung, die nach den f&uuml;r die Pr&uuml;fungsanordnung als solche geltenden Regeln zu beurteilen ist (Senatsurteil in BFH\/NV 1990, 548). Dies folgt bereits aus dem Wortlaut von &sect; 5 Abs. 2 Satz 5 BpO 2000, wonach eine erg&auml;nzende Pr&uuml;fungsanordnung zu erlassen ist, wenn der Umfang der Au&szlig;enpr&uuml;fung nachtr&auml;glich erweitert werden soll. Der Kl&auml;ger durfte daher die Pr&uuml;fungsanordnung vom 1. M&auml;rz 2005 f&uuml;r das Jahr 1998 nicht dahingehend verstehen, dass das Jahr 1997 nicht gepr&uuml;ft werden soll; die Pr&uuml;fungsanordnung vom 1. M&auml;rz 2005 bezog sich allein und ausschlie&szlig;lich auf das Jahr 1998.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Begr&uuml;ndung der Erweiterungsanordnung in der Gestalt der Einspruchsentscheidung begegnet ebenfalls keinen rechtlichen Bedenken. Eine nachgeholte Begr&uuml;ndung in der Rechtsbehelfsentscheidung reicht grunds&auml;tzlich aus (BFH-Urteil vom 17. November 1992 VIII R 25\/89, BFHE 169, 305, BStBl II 1993, 146, m.w.N.; siehe auch &sect; 126 Abs. 2 AO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 121 Abs. 1 AO ist ein schriftlicher Verwaltungsakt zu begr&uuml;nden, soweit dies zu seinem Verst&auml;ndnis erforderlich ist. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung gen&uuml;gt bei routinem&auml;&szlig;igen Au&szlig;enpr&uuml;fungen der blo&szlig;e Hinweis auf die Rechtsgrundlage in &sect; 193 Abs. 1 AO (vgl. BFH-Urteil vom 29. Oktober 1992 IV R 47\/91, BFH\/NV 1993, 149, m.w.N.; zustimmend Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 8. M&auml;rz 1985&nbsp;&nbsp;1 BvR 93\/85, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1986, 258). Will das FA den Pr&uuml;fungszeitraum &uuml;ber die f&uuml;r Mittelbetriebe regelm&auml;&szlig;ig vorgesehene Zeitgrenze hinaus verl&auml;ngern, so muss die Anordnung so begr&uuml;ndet werden, dass das FG in der Lage ist, seiner gerichtlichen Ermessenskontrolle (vgl. &sect; 102 FGO) nachzukommen (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1986 VIII R 123\/86, BFHE 148, 426, BStBl II 1987, 248).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wird die Ausdehnung des Pr&uuml;fungszeitraums im Hinblick auf die Erwartung nicht unerheblicher Steuernachforderungen vorgenommen, so muss die erforderliche Zukunftsprognose &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; auf Tatsachen gest&uuml;tzt werden. Diese Gesichtspunkte bestimmen und begrenzen die Anforderungen an den Begr&uuml;ndungszwang des FA (vgl. BFH-Urteil vom 6. Dezember 1978 I R 131\/75, BFHE 126, 379, BStBl II 1979, 162). Indessen sind auch in diesem Fall die konkreten Ermessenserw&auml;gungen nicht im Einzelnen darzustellen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall gibt die Einspruchsentscheidung die im &Uuml;brigen vollst&auml;ndig aus der Sph&auml;re des Kl&auml;gers stammenden und ihm bekannten Gr&uuml;nde in schl&uuml;ssiger und insbesondere f&uuml;r den steuerlich beratenen Kl&auml;ger nachvollziehbarer Weise an. Anhaltspunkte f&uuml;r ein willk&uuml;rliches, schikan&ouml;ses oder unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;iges Verhalten des FA sind weder konkret vorgetragen noch sonst ersichtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Erweiterung des Pr&uuml;fungszeitraums ist auch nicht im Hinblick auf eine m&ouml;gliche Verj&auml;hrung der Steueranspr&uuml;che des Jahres 1997 ermessensfehlerhaft.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH (vgl. dazu grundlegend Urteil vom 23. Juli 1985 VIII R 48\/85, BFHE 145, 3, BStBl II 1986, 433) handelt das FA nicht ermessensfehlerhaft, wenn es die Au&szlig;enpr&uuml;fung auf Zeitr&auml;ume erstreckt, f&uuml;r die Steuerfestsetzungen m&ouml;glicherweise wegen Verj&auml;hrung nicht mehr durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen. Die Frage, ob Verj&auml;hrung eingetreten ist oder andere Hindernisse dem Erlass von Steuerbescheiden entgegenstehen, wird sich vielfach erst dann zuverl&auml;ssig beurteilen lassen, wenn der Sachverhalt durch die Au&szlig;enpr&uuml;fung gekl&auml;rt ist. &Uuml;ber den Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung kann dann verbindlich erst im Veranlagungsverfahren befunden werden. Es mag anders zu entscheiden sein, wenn der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung auf der Hand liegt und sich daraus Anhaltspunkte f&uuml;r eine sachwidrige Aus&uuml;bung des Ermessens ergeben. So liegen die Verh&auml;ltnisse im Streitfall aber nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 2.9.2008, X R 9\/08 Erg&auml;nzungspr&uuml;fungsanordnung bzw. Erweiterungspr&uuml;fungsanordnung als selbst&auml;ndiger Verwaltungsakt &#8211; Nachholung der Begr&uuml;ndung in der Einspruchsentscheidung &#8211; gerichtliche Nachpr&uuml;fung der Ermessensaus&uuml;bung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) f&uuml;hrte beim Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger), der seinen Gewinn nach &sect; 4 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes ermittelt, eine Au&szlig;enpr&uuml;fung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-9-08-ergaenzungspruefungsanordnung-bzw-erweiterungspruefungsanordnung-als-selbstaendiger-verwaltungsakt-nachholung-der-begruendung-in-der-einspruchsentscheidung-gerichtliche-nachpruefung-der-ermes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;9\/08 &#8211; Erg&auml;nzungspr&uuml;fungsanordnung bzw. Erweiterungspr&uuml;fungsanordnung als selbst&auml;ndiger Verwaltungsakt &#8211; Nachholung der Begr&uuml;ndung in der Einspruchsentscheidung &#8211; gerichtliche Nachpr&uuml;fung der Ermessensaus&uuml;bung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18393","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18393","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18393"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18393\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18393"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18393"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18393"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}