{"id":18428,"date":"2012-12-18T15:24:25","date_gmt":"2012-12-18T13:24:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18428"},"modified":"2012-12-18T15:24:25","modified_gmt":"2012-12-18T13:24:25","slug":"i-e-5-08-streitwert-bei-gesonderter-und-einheitlicher-einkuenftefeststellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-e-5-08-streitwert-bei-gesonderter-und-einheitlicher-einkuenftefeststellung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;E&nbsp;5\/08 &#8211; Streitwert bei gesonderter und einheitlicher Eink&uuml;nftefeststellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, I E 5\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Streitwert bei gesonderter und einheitlicher Eink&uuml;nftefeststellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kostenschuldnerin und Erinnerungsf&uuml;hrerin (Kostenschuldnerin), nunmehr eine Aktiengesellschaft, hatte im Streitjahr 2002 die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft, deren Gesellschafter ausschlie&szlig;lich (franz&ouml;sische) Aktiengesellschaften waren. Die Kostenschuldnerin f&uuml;hrte &uuml;ber die H&ouml;he der gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO) festzustellenden Eink&uuml;nfte einen Rechtsstreit; im Revisionsverfahren wurde das erstinstanzliche Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Es erging unter dem 21. April 2008 eine Kostenrechnung gegen die Kostenschuldnerin, in der ein Streitwert von 1 878 795 EUR (Antrag auf Eink&uuml;nfteminderung von 4 175 100 EUR; Pauschalsatz 45 %) zugrunde gelegt worden war. Der Urkundsbeamte der Gesch&auml;ftsstelle des Finanzgerichts (FG) hatte in seiner auf das FG-Urteil bezogenen Festsetzung gem&auml;&szlig; &sect; 149 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) einen Streitwert von 1 043 755 EUR (Pauschalsatz 25 %) ber&uuml;cksichtigt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit ihrer Erinnerung macht die Kostenschuldnerin geltend, dass &#8211;wie in der Vorinstanz&#8211; ein Streitwert auf der Grundlage eines Pauschalsatzes von 25 % zu ermitteln sei. Sie beantragt, die Kostenrechnung ausgehend von einem Streitwert in H&ouml;he von 1 043 755 EUR zu &auml;ndern.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Erinnerung wurde nicht abgeholfen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Vertreterin der Staatskasse beantragt, die Erinnerung als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Erinnerung ist begr&uuml;ndet. Der Kostenansatz ist auf den Betrag beschr&auml;nkt, der sich ergibt, wenn als Streitwert auf der Grundlage eines Antrags auf Eink&uuml;nfteminderung von 4 175 100 EUR und eines Pauschalsatzes von 25 % ein Betrag von 1 043 755 EUR ber&uuml;cksichtigt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Streitwert des Rechtsmittelverfahrens bestimmt sich nach den Antr&auml;gen des Rechtsmittelf&uuml;hrers (&sect; 47 Abs. 1 Satz 1 des Gerichtskostengesetzes &#8211;GKG&#8211;). Bei unver&auml;ndertem Streitgegenstand ist der Streitwert des Rechtsmittelverfahrens mit dem Streitwert des ersten Rechtszuges (&sect; 52 Abs. 1 GKG) identisch, ohne dass aber eine Bindung des Bundesfinanzhofs (BFH) an die Streitwertbemessung des FG besteht (BFH-Beschluss vom 14. Februar 2007 IV E 6\/06, BFH\/NV 2007, 1156; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, Vor &sect; 135 FGO Rz 113, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Nach der Rechtsprechung des BFH bemisst sich im Verfahren der einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a AO der Streitwert des &sect; 52 Abs. 1 GKG nach der typisierten einkommensteuerlichen Bedeutung f&uuml;r die Gesellschafter, wobei diese grunds&auml;tzlich mit 25 % des streitigen Gewinns oder Verlustes anzusetzen ist (s. zuletzt BFH-Beschluss vom 10. Oktober 2006 VIII B 177\/05, BFHE 214, 208, BStBl II 2007, 54; s.a. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Oktober 1982&nbsp;&nbsp;1 BvR 660\/81, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1983, 226; BFH-Beschluss vom 25. Januar 1993 IX E 3\/92, BFH\/NV 1993, 378; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., Vor &sect; 135 Rz 35 &quot;Einheitliche Gewinnfeststellung&quot;; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., Vor &sect; 135 FGO Rz 199 ff.). Die tats&auml;chlichen steuerlichen Auswirkungen bei den einzelnen Gesellschaftern werden nicht ermittelt. An dieser pauschalen Ermittlung des Streitwerts ist aus Gr&uuml;nden der Gleichbehandlung selbst dann festzuhalten, wenn im Verfahren &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung die tats&auml;chlichen einkommensteuerlichen Auswirkungen bei den (oder bei einzelnen) Feststellungsbeteiligten bekannt geworden sind. Im &Uuml;brigen kommt der Ansatz eines h&ouml;heren Prozentsatzes in Betracht, wenn ohne besondere Ermittlungen im Gewinnfeststellungsverfahren erkennbar ist, dass der Pauschalsatz von 25 % den tats&auml;chlichen steuerlichen Auswirkungen nicht gerecht wird. Dazu wird aber nicht nach einzelnen Feststellungsbeteiligten differenziert; vielmehr wird der streitige Gesamtbetrag durch die Anzahl der Feststellungsbeteiligten dividiert und der auf dieser Grundlage ermittelte Pauschalsatz herangezogen (z.B. BFH-Beschluss vom 17. November 1987 VIII R 346\/83, BFHE 152, 5, BStBl II 1988, 287). Bei dieser Verfahrensweise kann es sich ergeben, dass auf eine Kapitalgesellschaft &#8211;als weitere Feststellungsbeteiligte neben nat&uuml;rlichen Personen&#8211; ein Pauschalsatz entf&auml;llt, der vom K&ouml;rperschaftsteuersatz des Streitjahres abweicht (Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., Vor &sect; 135 FGO Rz 199).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Der Grundsatz einer pauschalen Bemessung des Streitwerts muss auch dann ma&szlig;gebend sein, wenn an der streitigen Feststellung der Eink&uuml;nfte ausschlie&szlig;lich Kapitalgesellschaften beteiligt sind. Damit unterbleibt eine konkrete Ermittlung der steuerlichen Auswirkungen bei den Beteiligten. Allerdings kann der auf einen progressiven Steuertarif abzielende Erh&ouml;hungsgrund eines hohen Streitwerts nicht herangezogen werden, wenn alle Feststellungsbeteiligten nach einem einheitlichen Steuertarif (Einheitssatz) herangezogen werden. Die Streitwertermittlung wird in dieser durch die Rechtsform der Beteiligten gepr&auml;gten Situation nicht durch besondere Ermittlungsnotwendigkeiten belastet (zu dieser Grenze bei den gegen den pauschalen Ansatz gerichteten Individualisierungsbem&uuml;hungen der Literatur z.B. Schwarz in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, AO\/FGO, &sect; 139 FGO Rz 276; Brandt in Beermann\/Gosch, AO\/FGO, &sect; 139 FGO Rz 80 &quot;Einheitliche und gesonderte Gewinnfeststellung&quot;; Brandis in Tipke\/Kruse, a.a.O., Vor &sect; 135 FGO Rz 199a).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ob bei der pauschalen Bemessung stets eine &Uuml;bereinstimmung mit dem tariflichen Steuersatz bestehen muss, l&auml;sst der Senat offen; jedenfalls stimmt der Pauschalsatz von 25 % f&uuml;r das Streitjahr mit dem tariflichen Steuersatz &uuml;berein. Da nur die Kapitalgesellschaft &#8211;als eigenst&auml;ndiges Steuersubjekt&#8211; Feststellungsbeteiligte ist, kann dieser Satz nicht unter Hinweis darauf erh&ouml;ht werden, dass bei einer Aussch&uuml;ttung an eine nat&uuml;rliche Person eine (weitere) Steuerbelastung in Betracht kommt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                4. Eine Kostenentscheidung ist nicht zu treffen. Das Verfahren ist geb&uuml;hrenfrei; Kosten werden nicht erstattet (&sect; 66 Abs. 8 GKG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.9.2008, I E 5\/08 Streitwert bei gesonderter und einheitlicher Eink&uuml;nftefeststellung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kostenschuldnerin und Erinnerungsf&uuml;hrerin (Kostenschuldnerin), nunmehr eine Aktiengesellschaft, hatte im Streitjahr 2002 die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft, deren Gesellschafter ausschlie&szlig;lich (franz&ouml;sische) Aktiengesellschaften waren. 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