{"id":18516,"date":"2012-12-18T15:44:22","date_gmt":"2012-12-18T13:44:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18516"},"modified":"2012-12-18T15:44:22","modified_gmt":"2012-12-18T13:44:22","slug":"iv-b-15-07-bildung-einer-rueckstellung-fuer-abbruchkosten-bindung-des-bfh-an-vertragsauslegung-des-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-15-07-bildung-einer-rueckstellung-fuer-abbruchkosten-bindung-des-bfh-an-vertragsauslegung-des-fg\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;15\/07 &#8211; Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r Abbruchkosten &#8211; Bindung des BFH an Vertragsauslegung des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.9.2008, IV B 15\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r Abbruchkosten &#8211; Bindung des BFH an Vertragsauslegung des FG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &#8211;X-KG&#8211; hatte im Jahre 1996 verschiedene vermietete Geb&auml;ude erworben. Zum 31. Dezember 1999 wurden die Mietvertragsverh&auml;ltnisse beendet. Aufgrund des im September 2000 mit der Y-KG geschlossenen Vertrags sollten die Geb&auml;ude umgebaut und (voraussichtlich) ab dem 1. Oktober 2002 an die Y-KG f&uuml;r einen Zeitraum von 15 Jahren vermietet werden. Mit den f&uuml;r den Geb&auml;udeumbau erforderlichen Abbrucharbeiten wurde die Firma A. beauftragt. Nach dem schriftlichen Vertrag vom Februar 2001 belief sich die hierf&uuml;r geschuldete Pauschalverg&uuml;tung auf &#8230; DM. Die Arbeiten wurden noch im Jahre 2000 begonnen; sie sollten zum 30. April 2001 abgeschlossen werden. Die in der Bilanz zum 31. Dezember 2000 ausgewiesenen R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Abbruchkosten (&#8230; EUR) erkannte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) im Anschluss an eine Betriebspr&uuml;fung nicht an. Der Einspruch blieb ohne Erfolg. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht (FG) hat das FA die R&uuml;ckstellungen in H&ouml;he der in der Zeit vom 19. bis zum 31. Dezember 2000 angefallenen Abbruchkosten (&#8230; DM) anerkannt und den Gewinnfeststellungsbescheid 2000 entsprechend ge&auml;ndert. Den weiter gehenden Antrag der Kl&auml;gerin (R&uuml;ckstellungen f&uuml;r s&auml;mtliche Abbruchkosten aus dem Vertrag mit der Firma A.) hat das FG abgewiesen (vgl. Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2007, 665).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die gegen die Nichtzulassung der Revision erhobene Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Sie gen&uuml;gt nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Revisionszulassung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Dies gilt zum einen f&uuml;r den Vortrag, die Revision sei zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) zuzulassen, weil die Ansicht des FG zur wirtschaftlichen Verursachung der Abrisskosten im Zeitraum der tats&auml;chlichen Ausf&uuml;hrung der Arbeiten von den Erw&auml;gungen des Urteils des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31. M&auml;rz 1998 IX R 26\/96 (BFH\/NV 1998, 1212) abweicht, nach denen bereits der Entschluss des Steuerpflichtigen, ein Geb&auml;ude abzubrechen, die Tatsache seines wirtschaftlichen Verbrauchs zum Ausdruck bringe. Der Senat kann offenlassen, ob die Beschwerde hiermit eine Abweichung bez&uuml;glich der n&auml;mlichen Rechtsfrage dargelegt hat (vgl. hierzu Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 58). Die Beschwerde l&auml;sst jedenfalls au&szlig;er Acht, dass die Vorinstanz bereits das Vorliegen einer Abbruchverpflichtung gegen&uuml;ber der Y-KG verneint und deshalb auch aus diesem Grund eine R&uuml;ckstellung f&uuml;r ungewisse Verbindlichkeiten (&sect; 249 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches &#8211;HGB&#8211; i.V.m. &sect; 5 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) abgelehnt hat. Demgem&auml;&szlig; w&auml;re es zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer Divergenz erforderlich gewesen, auch im Hinblick auf diese tragende Erw&auml;gung des vorinstanzlichen Urteils eine Abweichung von der Rechtsprechung des BFH (oder der Finanzgerichte) darzulegen (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 60).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Unschl&uuml;ssig ist zum anderen die R&uuml;ge, das vorinstanzliche Urteil beruhe auf einem Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), weil das FG gegen seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung versto&szlig;en habe (&sect; 76 Abs. 1 FGO), indem es einerseits den Beschluss des Aufsichtsrats der Kl&auml;gerin zum Geb&auml;udeabriss mit anschlie&szlig;endem Neubau festgestellt, andererseits es aber unterlassen habe, den Sachverhalt im Hinblick darauf weiter aufzukl&auml;ren, dass es &quot;sich bei den Abbruchkosten um den letzten Akt der vorangegangenen Vermietung (gehandelt habe)&quot;. Diese &#8211;gleichfalls auf das Vorliegen des Merkmals der wirtschaftlichen Verursachung zielenden&#8211; Ausf&uuml;hrungen sind nicht nur im Hinblick darauf l&uuml;ckenhaft, dass die Beschwerde es unterlassen hat, die Tatsachen konkret zu bezeichnen, die sich bei einer weiteren Sachverhaltsaufkl&auml;rung ergeben h&auml;tten. Sie sind dar&uuml;ber hinaus auch deshalb unsubstantiiert, weil auch bei der Pr&uuml;fung eines Verfahrensmangels (grunds&auml;tzlich) vom materiell-rechtlichen Standpunkt des FG auszugehen ist (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 120 Rz 68, 70, m.w.N.) und hiernach ein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO ausscheidet, wenn den nicht ber&uuml;cksichtigten Tatsachen &#8211;aus Sicht der Vorinstanz&#8211; keine entscheidungserhebliche Bedeutung zukommt (hier: Ablehnung der begehrten R&uuml;ckstellung mangels Vorliegen einer Abbruchverpflichtung).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Keinen Erfolg hat des Weiteren die R&uuml;ge, die Rechtssache sei im Hinblick auf die Frage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), ob die zuk&uuml;nftigen Abbruchkosten eines Vermieters (hier: Kl&auml;gerin) lediglich als (nicht r&uuml;ckstellungspflichtiger) innerbetrieblicher Aufwand (so das FG) zu qualifizieren oder Gegenstand einer r&uuml;ckstellungsf&auml;higen Au&szlig;enverpflichtung (hier: gegen&uuml;ber Y-KG) gewesen seien.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ber&uuml;cksichtigt auch in diesem Zusammenhang nicht hinreichend, dass die Vorinstanz den mit der Y-KG geschlossenen Mietvertrag in dem Sinne ausgelegt hat, dass die Kl&auml;gerin sich gegen&uuml;ber der Y-KG lediglich dazu verpflichtet hatte, das bereits fertig hergerichtete Geb&auml;ude gegen Mietzahlungen zu &uuml;berlassen. Eine vertraglich begr&uuml;ndete Verpflichtung zum Geb&auml;udeumbau (als Gegenstand des Leistungsaustausches der Mietvertragsparteien) &#8211;oder gar zum Abbruch der Altsubstanz&#8211; hat die Vorinstanz ausdr&uuml;cklich verneint. Da aber diese W&uuml;rdigung des FG nach &sect; 118 Abs. 2 FGO auch dann Bindungswirkung entfaltet, wenn sie nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist, k&ouml;nnte sich im Rahmen eines Revisionsverfahrens die von der Kl&auml;gerin aufgeworfene und als grunds&auml;tzlich bedeutsam bezeichnete Rechtsfrage nur dann stellen, wenn der Beschwerdeschrift zu entnehmen w&auml;re, dass die Vorinstanz bei der Bestimmung des Vertragsinhalts gegen die gesetzlichen Auslegungsregeln, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze versto&szlig;en habe. Auch hierzu fehlen jedoch substantiierte Erl&auml;uterungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hinzu kommt, dass auch dann, wenn man &#8211;entgegen der W&uuml;rdigung des FG&#8211; vom Vorliegen einer Verpflichtung der Kl&auml;gerin gegen&uuml;ber der Y-KG zum Geb&auml;udeabriss ausginge, die Beschwerde nicht erl&auml;utert, weshalb eine solche durch den Mietvertrag begr&uuml;ndete Abbruchverpflichtung nicht dem Saldierungsbereich schwebender Gesch&auml;fte zuzuordnen sein sollte mit der Folge, dass &#8211;selbst bei einem drohenden Verlust aus dem (schwebenden) Gesch&auml;ft&#8211; der Ausweis einer R&uuml;ckstellung in der Steuerbilanz nach &sect; 5 Abs. 4a EStG ausgeschlossen w&auml;re (vgl. zum Kompensationsbereich Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 23. Juni 1997 GrS 2\/93, BFHE 183, 199, BStBl II 1997, 735, unter B.II. der Gr&uuml;nde; BFH-Urteil vom 11. Oktober 2007 IV R 52\/04, BFHE 219, 129; Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 27. Aufl., &sect; 5 Rz 451, 76; Kr&uuml;ger, Finanz-Rundschau 2008, 625, 628).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.9.2008, IV B 15\/07 Bildung einer R&uuml;ckstellung f&uuml;r Abbruchkosten &#8211; Bindung des BFH an Vertragsauslegung des FG Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &#8211;X-KG&#8211; hatte im Jahre 1996 verschiedene vermietete Geb&auml;ude erworben. Zum 31. Dezember 1999 wurden die Mietvertragsverh&auml;ltnisse beendet. 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