{"id":18517,"date":"2012-12-18T15:24:28","date_gmt":"2012-12-18T13:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18517"},"modified":"2012-12-18T15:24:28","modified_gmt":"2012-12-18T13:24:28","slug":"v-r-10-06-vorsteuerabzug-eines-motorradrennfahrers-verwendung-gemischt-nutzbarer-gegenstaende-nachhaltige-betaetigung-mit-einnahmeerzielungsabsicht-bei-nebenberuflicher-ausuebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-06-vorsteuerabzug-eines-motorradrennfahrers-verwendung-gemischt-nutzbarer-gegenstaende-nachhaltige-betaetigung-mit-einnahmeerzielungsabsicht-bei-nebenberuflicher-ausuebung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;10\/06 &#8211; Vorsteuerabzug eines Motorradrennfahrers &#8211; Verwendung gemischt nutzbarer Gegenst&auml;nde &#8211; Nachhaltige Bet&auml;tigung mit Einnahmeerzielungsabsicht bei nebenberuflicher Aus&uuml;bung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.9.2008, V R 10\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug eines Motorradrennfahrers &#8211; Verwendung gemischt nutzbarer Gegenst&auml;nde &#8211; Nachhaltige Bet&auml;tigung mit Einnahmeerzielungsabsicht bei nebenberuflicher Aus&uuml;bung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Streitig ist, ob und ggf. inwieweit der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) im Hinblick auf Werbema&szlig;nahmen und seine Teilnahme an Motorradrennen Unternehmer war und ihm aus der Anschaffung des Motorrades sowie der Reisekosten der Vorsteuerabzug zusteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger war in den Streitjahren 1996 bis 1998 nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Im Jahr 1996 meldete er bei der Stadt ein Gewerbe &quot;Vermittlung und Vermietung von Werbefl&auml;chen&quot; an. Er f&uuml;hrte anschlie&szlig;end Werbema&szlig;nahmen durch. Grundlage waren mit verschiedenen Unternehmen abgeschlossene Werbevertr&auml;ge. Darin hatte sich der Kl&auml;ger verpflichtet, Werbema&szlig;nahmen auf seiner Fahrer-Lederkombination, auf dem Motorrad und auf dem Transportfahrzeug durchzuf&uuml;hren und sein Motorrad als Werbemittel zur Schaufensterdekoration zur Verf&uuml;gung zu stellen. Insgesamt erhielt er f&uuml;r seine Werbeleistungen nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) in den Streitjahren zusammen 75 000 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit seinem Rennmotorrad nahm der Kl&auml;ger mehrfach j&auml;hrlich an Motorsportveranstaltungen teil, u.a. in den Jahren 1997 und 1998. Bei siegreicher Teilnahme erhielt er Preisgelder, die nach den vom FG in Bezug genommenen Steuerakten &#8230; DM (1996), &#8230; DM (1997) und &#8230; DM (1998) betrugen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Bereits in den Streitjahren 1996 bis 1998 schloss er mit verschiedenen Unternehmen Werbevertr&auml;ge ab. 1996 unterzeichnete er eine &quot;Sponsoring-Vereinbarung&quot; mit X, in der er sich verpflichtete, Werbema&szlig;nahmen auf seinem Motorrad und seinem Transportfahrzeug durchzuf&uuml;hren. Hierf&uuml;r erhielt der Kl&auml;ger &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer. 1997 schloss er mit der X eine &quot;Sponsoring-Vereinbarung&quot;, f&uuml;r die er &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer erhielt, sowie mit einer Z &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer. Au&szlig;erdem verpflichtete er sich, sein Rennfahrzeug im Dezember 1997 f&uuml;r &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer als Schaufensterdekoration zur Verf&uuml;gung zu stellen. F&uuml;r 1998 schloss er wiederum einen Werbevertrag mit der Z &uuml;ber &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer sowie am 4. November 1998 eine weitere Vereinbarung mit der Z &uuml;ber &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer. Au&szlig;erdem stellte er sein Motorrad f&uuml;r &#8230; DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer bei einer Motorshow aus. Zudem verpflichtete er sich gegen unentgeltliche &Uuml;berlassung Motor&ouml;l, Wartungs- und Pflegemittel eines bestimmten Herstellers zu verwenden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In seinen Umsatzsteuererkl&auml;rungen erfasste der Kl&auml;ger die Einnahmen aus der Werbet&auml;tigkeit sowie die Preisgelder und zog als Vorsteuerbetr&auml;ge s&auml;mtliche in Zusammenhang mit der Rennteilnahme stehenden Kosten (Anschaffung und Instandhaltung des Rennmotorrades sowie Reisekosten) ab. Hierbei bezeichnete er nach den vom FG in Bezug genommenen Umsatzsteuererkl&auml;rungen sein Unternehmen in der Jahreserkl&auml;rung 1996 als &quot;Vermietung und Verpachtung von Werbefl&auml;chen&quot; und ab 1997 &quot;Vermietung von Werbefl&auml;chen; Motorradrennen&quot;.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beurteilte zwar die Werbet&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als unternehmerisch und besteuerte die erzielten Werbeentgelte (ohne Preisgelder) als Umsatz. Es versagte jedoch unter Bezug auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 15. Juli 1993 V R 61\/89 (BFHE 172, 183, BStBl II 1993, 810) den mit der Renn- und Werbet&auml;tigkeit in Zusammenhang stehenden Vorsteuerabzug, weil es die Rennt&auml;tigkeit als nichtunternehmerisch ansah und die hierf&uuml;r bezogenen Leistungen ausschlie&szlig;lich der nichtunternehmerischen Sph&auml;re des Kl&auml;gers zuordnete. Der Einspruch des Kl&auml;gers blieb erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FG wies die Klage ab und f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, der Kl&auml;ger k&ouml;nne die mit der Anschaffung des Motorrades und der Rennteilnahme zusammenh&auml;ngenden Vorsteuerbetr&auml;ge nicht abziehen, weil sie im Zusammenhang mit der &uuml;berwiegend nichtunternehmerischen Nutzung des Motorrades zu privaten Rennsportzwecken st&uuml;nden. Diese T&auml;tigkeit habe der Kl&auml;ger lediglich nichtunternehmerisch, als Amateur, ausge&uuml;bt, weil er seinen Lebensunterhalt im Wesentlichen aus anderen Eink&uuml;nften bestritten habe. Von einer durch objektive Anhaltspunkte belegten Absicht einer unternehmerischen Rennt&auml;tigkeit k&ouml;nne noch nicht in den Streitjahren 1996 bis 1998, sondern erst ab 1999 ausgegangen werden. Der Kl&auml;ger habe jedoch nicht nachgewiesen, welche in 1998 angefallenen Kosten der Vorbereitung der Rennsaison 1999 gedient h&auml;tten. Er k&ouml;nne das Motorrad auch nicht entsprechend der Rechtsprechung des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) in der Rechtssache Seeling (Urteil vom 8. Mai 2003 C-269\/00, BStBl II 2004, 378) seinem Unternehmen zuordnen, weil das Motorrad bei Anwendung der Rechtsgrunds&auml;tze des BFH-Urteils in BFHE 172, 183, BStBl II 1993, 810 rein nichtunternehmerisch genutzt worden sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt er vor, das FG habe den geltend gemachten Vorsteuerabzug rechtsfehlerhaft versagt, weil es seine Rennt&auml;tigkeit als nichtunternehmerisch angesehen habe. Das FG habe sich zu Unrecht auf das BFH-Urteil in BFHE 172, 183, BStBl II 1993, 810 berufen, weil das Fahrzeug dort zum allgemeinen Stra&szlig;enverkehr zugelassen worden sei, w&auml;hrend sein Motorrad lediglich f&uuml;r den Rennsport geeignet gewesen sei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                unter Aufhebung der Vorentscheidung die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 1996 bis 1998 wie erkl&auml;rt auf      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8230; DM (1996), &#8230; DM (1997) und &#8230; DM (1998) festzusetzen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es ist der Auffassung, der Kl&auml;ger habe neben seiner &#8211;unstreitig&#8211; unternehmerischen Werbet&auml;tigkeit nichtunternehmerisch an Rennsportveranstaltungen teilgenommen. Daf&uuml;r, dass die Rennsportt&auml;tigkeit als T&auml;tigkeit ohne die erforderliche Einnahmeerzielungsabsicht zu qualifizieren sei, spreche die Art der T&auml;tigkeit als Aus&uuml;bung eines Hobbys. Bei der Teilnahme des Kl&auml;gers an den Motorsportveranstaltungen habe in den Streitjahren nicht die Einnahmeerzielungsabsicht, sondern die private sportliche Bet&auml;tigung im Vordergrund gestanden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des Kl&auml;gers ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt nach &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG. Das FG hat den Vorsteuerabzug aus der Anschaffung und Unterhaltung des Motorrades sowie aus den Kosten der Rennteilnahme zu Unrecht mit der Begr&uuml;ndung versagt, der Kl&auml;ger sei zwar im Hinblick auf seine Werbeleistungen Unternehmer, die Kosten der Rennteilnahme seien jedoch wirtschaftlich der &#8211;nichtunternehmerischen&#8211; T&auml;tigkeit als Rennfahrer zuzurechnen. Es sind weitere Feststellungen hinsichtlich der H&ouml;he des Vorsteuerabzugs zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Unternehmer kann nach &sect; 15 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 des Umsatzsteuergesetzes 1993 (UStG) die in Rechnungen i.S. des &sect; 14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuerbetr&auml;ge abziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 UStG ist Unternehmer, wer eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Das Unternehmen umfasst die gesamte gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit des Unternehmers (&sect; 2 Abs. 1 Satz 2 UStG). Gewerblich oder beruflich ist jede nachhaltige T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt (&sect; 2 Abs. 1 Satz 3 UStG). Dies entspricht Art. 4 Abs. 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG), wonach als wirtschaftliche T&auml;tigkeit eine Leistung gilt, die die Nutzung von k&ouml;rperlichen oder nicht k&ouml;rperlichen Gegenst&auml;nden zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ist &#8211;unstreitig&#8211; Unternehmer, als er bei seiner Teilnahme an Motorradrennen sowie bei der Ausstellung seines Rennfahrzeugs nachhaltig Werbeleistungen gegen Entgelt (in den Streitjahren &uuml;ber 75 000 DM) erbracht hat. Vorsteuerbetr&auml;ge auf Leistungsbez&uuml;ge (Lieferungen und sonstige Leistungen) sind deshalb bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen des &sect; 15 Abs. 1 UStG abziehbar, wenn sie mit dieser unternehmerischen T&auml;tigkeit in unmittelbarem Zusammenhang stehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung des FG ist auch die Rennt&auml;tigkeit in den Streitjahren 1996 bis 1998 unter den vorliegenden Umst&auml;nden als unternehmerisch anzusehen, weil sie sich von der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Werbeunternehmer nicht trennen l&auml;sst. Der Kl&auml;ger hat das Rennmotorrad zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei einem Gegenstand, der seiner Art nach sowohl f&uuml;r wirtschaftliche als auch f&uuml;r private Zwecke verwendet werden k&ouml;nne, sind alle Umst&auml;nde seiner Nutzung zu pr&uuml;fen, um festzustellen, ob er tats&auml;chlich zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen verwendet werde. Eine der Methoden, mit denen gepr&uuml;ft werden k&ouml;nne, ob die betreffende T&auml;tigkeit zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen ausge&uuml;bt wird, ist der Vergleich zwischen den Umst&auml;nden, unter denen der Betreffende den Gegenstand tats&auml;chlich nutzt, und den Umst&auml;nden, unter denen die entsprechende wirtschaftliche T&auml;tigkeit gew&ouml;hnlich ausge&uuml;bt wird. Ferner sind die tats&auml;chliche Dauer der Vermietung des Gegenstands, die Zahl der Kunden und die H&ouml;he der Einnahmen Gesichtspunkte, die zur Gesamtheit der Gegebenheiten des Einzelfalls geh&ouml;ren und daher neben anderen Gesichtspunkten bei dieser Pr&uuml;fung ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 12. Dezember 1996 V R 23\/93, BFHE 182, 388, BStBl II 1997, 368; EuGH-Urteil Enkler vom 26. September 1996 Rs. C-230\/94, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht &#8211;UVR&#8211; 1996, 338 Rdnrn. 28, 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit diesen Grunds&auml;tzen steht die Rechtsprechung des Senates im Einklang, wonach im Einzelfall aufgrund des Gesamtbildes der Verh&auml;ltnisse zu beurteilen ist, ob eine nachhaltige T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen vorliegt (BFH-Urteil vom 18. Juli 1991 V R 86\/87, BFHE 165, 116, BStBl II 1991, 776). Dabei ist eine Reihe verschiedener (nicht abschlie&szlig;end festgelegter) Kriterien zu w&uuml;rdigen, die je nach dem Einzelfall in unterschiedlicher Gewichtung f&uuml;r oder gegen die Nachhaltigkeit der Einnahmeerzielungsabsicht sprechen k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 11. April 2008 V R 10\/07, BFH\/NV 2008, 1773). Es ist insbesondere zu w&uuml;rdigen: die Dauer und die Intensit&auml;t des T&auml;tigwerdens, die Beteiligung am Markt, die Zahl der ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze, das planm&auml;&szlig;ige T&auml;tigwerden, das Unterhalten eines Gesch&auml;ftslokals. Der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung der Einzelheiten durch das Tatsachengericht kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Der BFH pr&uuml;ft als Revisionsinstanz nur, ob dem FG bei der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung Rechtsverst&ouml;&szlig;e unterlaufen sind (vgl. BFH-Urteile vom 7. September 2006 V R 6\/05, BFHE 215, 331, BStBl II 2007, 148; vom 10. April 1997 V R 17\/94, BFH\/NV 1997, 719, m.w.N.). Ob auch ein anderes Ergebnis der W&uuml;rdigung vertretbar gewesen w&auml;re, ist nicht entscheidend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat seine W&uuml;rdigung darauf gest&uuml;tzt, dass der Kl&auml;ger die Rennt&auml;tigkeit als Amateur ausge&uuml;bt habe, weil er seinen Lebensunterhalt aus einer nichtselbstst&auml;ndigen T&auml;tigkeit bestritten habe. Daraus wird ersichtlich, dass das FG die vom EuGH und vom BFH bezeichneten Merkmale f&uuml;r die Beurteilung, ob der Kl&auml;ger das Motorrad zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen verwendet hat, nicht herangezogen hat. Das FG hat nicht ber&uuml;cksichtigt, dass sich die unternehmerische Werbet&auml;tigkeit des Kl&auml;gers nicht von seiner Rennt&auml;tigkeit trennen l&auml;sst. Ohne die Rennt&auml;tigkeit und die damit verbundenen sportlichen Erfolge ist die Erzielung von Werbeentgelten nicht denkbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch schlie&szlig;t &#8211;entgegen der Rechtsauffassung des FG&#8211; die Nebenberuflichkeit einer Bet&auml;tigung nicht aus, dass es sich um eine nachhaltige Bet&auml;tigung in Einnahmeerzielungsabsicht handelt (BFH-Urteil vom 24. November 1992 V R 8\/89, BFHE 170, 275, BStBl II 1993, 379).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das FG hat sich zu Unrecht auf die Entscheidung des Senates in BFHE 172, 183, BStBl II 1993, 810 berufen (kritisch zu dieser Entscheidung Lippross, UStG, 22. Aufl., S. 820); denn die Entscheidung betrifft &#8211;anders als im Streitfall&#8211; ein f&uuml;r den allgemeinen Stra&szlig;enverkehr zugelassenes Fahrzeug und&nbsp; lediglich Einnahmen in geringf&uuml;giger H&ouml;he, mithin einen in wesentlichen Punkten anderen Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann nicht durcherkennen, da das FG &#8211;von seiner Rechtsansicht aus zu Recht&#8211; keine Feststellungen zur H&ouml;he des Vorsteuerabzuges getroffen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.9.2008, V R 10\/06 Vorsteuerabzug eines Motorradrennfahrers &#8211; Verwendung gemischt nutzbarer Gegenst&auml;nde &#8211; Nachhaltige Bet&auml;tigung mit Einnahmeerzielungsabsicht bei nebenberuflicher Aus&uuml;bung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Streitig ist, ob und ggf. inwieweit der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) im Hinblick auf Werbema&szlig;nahmen und seine Teilnahme an Motorradrennen Unternehmer war und ihm aus der Anschaffung des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-10-06-vorsteuerabzug-eines-motorradrennfahrers-verwendung-gemischt-nutzbarer-gegenstaende-nachhaltige-betaetigung-mit-einnahmeerzielungsabsicht-bei-nebenberuflicher-ausuebung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;10\/06 &#8211; Vorsteuerabzug eines Motorradrennfahrers &#8211; Verwendung gemischt nutzbarer Gegenst&auml;nde &#8211; Nachhaltige Bet&auml;tigung mit Einnahmeerzielungsabsicht bei nebenberuflicher Aus&uuml;bung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18517","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18517"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18517\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}