{"id":18558,"date":"2012-12-11T17:28:37","date_gmt":"2012-12-11T15:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18558"},"modified":"2012-12-11T17:28:37","modified_gmt":"2012-12-11T15:28:37","slug":"v-e-1-08-verfahren-bei-missbraeuchlichem-befangenheitsantrag-einwendungen-im-erinnerungsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-e-1-08-verfahren-bei-missbraeuchlichem-befangenheitsantrag-einwendungen-im-erinnerungsverfahren\/","title":{"rendered":"V&nbsp;E&nbsp;1\/08 &#8211; Verfahren bei missbr&auml;uchlichem Befangenheitsantrag &#8211; Einwendungen im Erinnerungsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.6.2008, V E 1\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahren bei missbr&auml;uchlichem Befangenheitsantrag &#8211; Einwendungen im Erinnerungsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Mit Beschluss vom 23. November 2007 V S 36\/07 wies der angerufene Senat die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, Gegenvorstellung und Erinnerung des Kostenschuldners und Erinnerungsf&uuml;hrers (Erinnerungsf&uuml;hrer) im Verfahren wegen Nichtzulassung der Revision (V B 10\/04) zur&uuml;ck. Die Kostenstelle des Bundesfinanzhofs (BFH) erteilte entsprechend der Kostenentscheidung im Senatsbeschluss vom 23. November 2007 V S 36\/07 die Kostenrechnung vom 28. Januar 2008.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Hiergegen wendet sich der nicht vertretene Erinnerungsf&uuml;hrer unter Hinweis auf die Unrichtigkeit der Entscheidung &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde (Beschluss vom 17. M&auml;rz 2004 V B 10\/04), der nach Zur&uuml;ckweisung des Ablehnungsgesuchs vom 10. Mai 2005 erfolgten Streitwertfestsetzung in diesem Verfahren (Beschluss vom 10. August 2007 V B 10\/04) sowie die Fehlerhaftigkeit des der Kostenentscheidung zugrundeliegenden Beschlusses vom 23. November 2007 (V S 36\/07).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Vertreterin der Staatskasse beim BFH beantragt, die Erinnerung zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. 1. Der Senat entscheidet &uuml;ber die Erinnerung in seiner nach dem Gesch&auml;ftsverteilungsplan vorgesehenen Besetzung.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 51 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 42 Abs. 2 der Zivilprozessordnung (ZPO) kann ein Richter wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt werden, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen dessen Unparteilichkeit zu rechtfertigen. Ein Ablehnungsantrag ist missbr&auml;uchlich, wenn er pauschal gegen s&auml;mtliche Mitglieder eines Spruchk&ouml;rpers gerichtet ist, ohne mit konkreten Umst&auml;nden im Hinblick auf eine Kollegialentscheidung, die auf eine nicht unvoreingenommene Einstellung gegen&uuml;ber dem Beteiligten aller Mitglieder dieses Spruchk&ouml;rpers deuten, substantiiert begr&uuml;ndet zu werden (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Februar 1960&nbsp;&nbsp;2 BvR 36\/60, BVerfGE 11, 1, unter IV.3.; Senatsbeschluss vom 30. April 2002 X S 10\/01 (PKH), BFH\/NV 2002, 1050; BFH-Beschluss vom 11. Februar 2003 VII B 330\/02, VII S 41\/02, BFHE 201, 483, BStBl II 2003, 422, unter II.1.a). Die das Misstrauen rechtfertigenden Umst&auml;nde sind gem&auml;&szlig; &sect; 44 Abs. 2 ZPO im Ablehnungsgesuch substantiiert darzulegen und glaubhaft zu machen. Fehlt es daran, ist der Antrag unzul&auml;ssig (BFH-Beschluss vom 5. August 1997 VII B 145\/97, BFH\/NV 1998, 326).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall hat der Kostenschuldner keinen Ablehnungsgrund dargelegt, sondern lediglich vorgetragen, der &quot;Beweisvortrag zu dem seit dem 10.5.2004 anh&auml;nglichen Ablehnungsgesuch wird mit der weiteren Rechtsverweigerung erg&auml;nzt&quot; und damit lediglich sinngem&auml;&szlig; geltend gemacht, &uuml;ber ein in einem vorausgehenden Verfahren (V B 10\/04) erhobenes Befangenheitsgesuch sei nicht bzw. unzutreffend entschieden worden. Das gen&uuml;gt nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ein unzul&auml;ssiges Ablehnungsgesuch kann durch die abgelehnten Richter und ohne deren dienstliche &Auml;u&szlig;erung verworfen werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Entscheidungen vom 17. Juli 1974 VIII B 29\/74, BFHE 112, 457, BStBl II 1974, 638; vom 13. April 1988 I R 284\/82, BFH\/NV 1989, 395; vom 8. Mai 1992 III B 123\/92, BFH\/NV 1993, 244, und in BFH\/NV 2002, 1050).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Erinnerung, die nicht dem Vertretungszwang des &sect; 62a FGO unterliegt (BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2004 V E 2\/04, BFH\/NV 2005, 717), ist unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Erinnerungsf&uuml;hrer r&uuml;gt die &quot;st&auml;ndige Verweigerung des rechtlichen Geh&ouml;rs und des kl&auml;gerischen Vortrages&quot;, die &quot;dreiste Mi&szlig;achtung der Richterablehnung&quot; und die &quot;dreiste Weigerung, eingereichte Rechtsmittel zu bescheiden&quot; sowie Grundsrechtsverst&ouml;&szlig;e, &quot;weil sich die Richter, aufgrund des weiteren Beweisvortrages, vors&auml;tzlich und in schwerer Weise von Recht und Gesetz entfernt haben&quot;. Damit wendet er sich gegen die der Kostenrechnung zugrundeliegende Entscheidung des Senats.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Erinnerungsverfahren gem&auml;&szlig; &sect; 66 Abs. 1 des Gerichtskostengesetzes (GKG) werden nur diejenigen Ma&szlig;nahmen und Entscheidungen &uuml;berpr&uuml;ft, die im Rahmen des Kostenansatzverfahrens getroffen worden sind. Deshalb k&ouml;nnen mit der Erinnerung nur Einwendungen erhoben werden, die sich gegen die Kostenrechnung selbst richten, d.h. gegen Ansatz und H&ouml;he einzelner Kosten oder gegen den Streitwert (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 14. April 2003 IX E 4\/03, BFH\/NV 2003, 1084, m.w.N.). Die zugrundeliegende Entscheidung ist vielmehr sowohl f&uuml;r den Kostenbeamten als auch f&uuml;r das Gericht, das &uuml;ber die Erinnerung zu entscheiden hat, bindend (z.B. BFH-Beschluss vom 31. Juli 2003 IX E 6\/03, BFH\/NV 2003, 1603).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Auch die Voraussetzungen des &sect; 21 Abs. 1 GKG liegen nicht vor. Zwar kann nach Satz 1 dieser Vorschrift von der Erhebung von Kosten abgesehen werden, wenn sie bei richtiger Behandlung nicht entstanden w&auml;ren. Diese Vorschrift kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nicht dazu f&uuml;hren, dass rechtskr&auml;ftige Gerichtsentscheidungen, die dem Kostenansatz zugrundeliegen, im Verfahren der Erinnerung nochmals auf ihre Rechtm&auml;&szlig;igkeit &uuml;berpr&uuml;ft werden. Ausnahmen hiervon kommen nur bei erkennbaren Versehen oder offensichtlichen Verst&ouml;&szlig;en gegen eindeutige Vorschriften in Betracht (BFH-Beschl&uuml;sse vom 3. Juni 1997 VIII E 2\/97, BFH\/NV 1997, 891; vom 12. Oktober 2005 X E 2\/05, BFH\/NV 2006, 326). Im Streitfall sind diese Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt. Der angerufene Senat hat die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen die Verwerfung der Nichtzulassungsbeschwerde (Beschluss vom 17. M&auml;rz 2004 V B 10\/04) zu Recht als unzul&auml;ssig verworfen, weil sie nicht von einer i.S. von &sect; 62a FGO postulationsf&auml;higen Person oder Gesellschaft erhoben worden war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Verfahren ist geb&uuml;hrenfrei (&sect; 66 Abs. 8 Satz 1 GKG).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Ohne Erfolg beantragt der Erinnerungsf&uuml;hrer &quot;Schadensersatz      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                f&uuml;r seinen Kosten- und Zeitaufwand f&uuml;r dieses Rechtsmittel&quot;. Nach &sect; 66 Abs. 8 Satz 2 GKG werden Kosten nicht erstattet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.6.2008, V E 1\/08 Verfahren bei missbr&auml;uchlichem Befangenheitsantrag &#8211; Einwendungen im Erinnerungsverfahren Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Mit Beschluss vom 23. November 2007 V S 36\/07 wies der angerufene Senat die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge, Gegenvorstellung und Erinnerung des Kostenschuldners und Erinnerungsf&uuml;hrers (Erinnerungsf&uuml;hrer) im Verfahren wegen Nichtzulassung der Revision (V B 10\/04) zur&uuml;ck. 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