{"id":18570,"date":"2012-12-11T17:28:30","date_gmt":"2012-12-11T15:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18570"},"modified":"2012-12-11T17:28:30","modified_gmt":"2012-12-11T15:28:30","slug":"ii-r-55-06-anzeige-eines-erwerbsvorgangs-bei-der-koerperschaftsteuerstelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-55-06-anzeige-eines-erwerbsvorgangs-bei-der-koerperschaftsteuerstelle\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;55\/06 &#8211; Anzeige eines Erwerbsvorgangs bei der K&ouml;rperschaftsteuerstelle"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 55\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Anzeige eines Erwerbsvorgangs bei der K&ouml;rperschaftsteuerstelle<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;beide ausl&auml;ndische Kapitalgesellschaften&#8211; erwarb mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 29. November 1996 s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der grundbesitzenden E-GmbH von der bisherigen Alleingesellschafterin. In &sect; 6 des Vertrages hie&szlig; es, die E-GmbH habe Grundbesitz. Der beurkundende Notar &uuml;bersandte noch im selben Jahr mit formlosem Begleitschreiben eine Ablichtung des Vertrages an den Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit dem Zusatz &quot;K&ouml;rperschaftsteuerstelle&quot;. In dem Begleitschreiben hie&szlig; es unter dem Betreff &quot;E-GmbH&quot;: &quot;In vorbezeichneter Angelegenheit &uuml;bersende ich Ihnen anliegende beglaubigte Ablichtung des Gesch&auml;ftsanteilskauf- und Abtretungsvertrages &#8230; zur gef&auml;lligen Kenntnisnahme und Bedienung.&quot;      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Infolge einer Au&szlig;enpr&uuml;fung bei der E-GmbH erfuhr die Grunderwerbsteuerstelle des FA im November 2002 von dem Vorgang und erlie&szlig; nach Ermittlung des Gesamtrechtsnachfolgers der inzwischen durch Fusion untergegangenen Anteilserwerberin am 16. Dezember 2003 einen Grunderwerbsteuerbescheid, mit dem es die Steuer gest&uuml;tzt auf &sect; 1 Abs. 3 Nr. 3 des Grunderwerbsteuergesetzes in der 1996 geltenden Fassung (GrEStG) und nach einer Bemessungsgrundlage in H&ouml;he von 140 v.H. des Einheitswerts f&uuml;r das Grundst&uuml;ck der E-GmbH auf 12 698 EUR festsetzte. Einspruch und Klage, mit denen die Kl&auml;gerin Festsetzungsverj&auml;hrung geltend gemacht hatte, blieben erfolglos.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, der Anlauf der Festsetzungsfrist sei gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) gehemmt gewesen, da weder die Anzeigepflicht des &sect; 18 noch die des &sect; 19 GrEStG erf&uuml;llt worden sei. Eine Anzeige nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck liege nicht vor; der Notar habe die Absendung einer solchen Anzeige in seinen Handakten nicht feststellen k&ouml;nnen. Die &Uuml;bersendung der Vertragsurkunde im Jahr 1996 habe dem FA noch keine ausreichende Kenntnis von dem Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG verschafft, da die Vertragsablichtung an die K&ouml;rperschaftsteuerstelle adressiert worden sei und nicht alle erforderlichen Angaben, die eine Anzeige er&uuml;brigt h&auml;tten, enthalten habe. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2006, 1778 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung der &sect;&sect; 18 und 19 GrEStG. Sie h&auml;lt es f&uuml;r unzul&auml;ssig, aus dem Fehlen des Durchschlags einer vordruckgem&auml;&szlig;en Anzeige in den Handakten des Notars zu schlie&szlig;en, eine derartige Anzeige sei nicht erfolgt. Dies k&ouml;nne aber auf sich beruhen, da die &Uuml;bersendung der Vertragsablichtung einer Anzeige gleichkomme. Sie erf&uuml;lle die Anforderungen des &sect; 19 Abs. 3 bis 5 GrEStG. Die Urkunde enthalte den ausdr&uuml;cklichen Hinweis auf den Grundbesitz der E-GmbH. Das FA sei bef&auml;higt worden, die Steuerpflicht des Erwerbsvorgangs &quot;nach Grund, Umfang und H&ouml;he&quot; zu pr&uuml;fen und evtl. R&uuml;ckfragen zu stellen. Wie sich aus &sect; 19 Abs. 4 GrEStG ergebe, gen&uuml;ge eine Anzeige gegen&uuml;ber dem FA. Eine Adressierung unmittelbar an die Grunderwerbsteuerstelle verlange das Gesetz nicht. Sollte die &Uuml;bersendung des Vertrages gleichwohl nicht als Anzeige zu werten sein, h&auml;tte das FA durch die &Uuml;bersendung zumindest anderweitig Kenntnis von dem Erwerbsvorgang erlangt, und zwar so, dass diese Kenntnis den Anlauf der Festsetzungsfrist nach der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ebenso beeinflusst habe wie eine f&ouml;rmliche Anzeige. Damit sei eine f&ouml;rmliche Anzeige entbehrlich gewesen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung sowie den Grunderwerbsteuerbescheid vom 16. Dezember 2003 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. Mai 2004 aufzuheben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der angefochtene Steuerbescheid ist materiell-rechtlich zutreffend und noch innerhalb der Festsetzungsfrist ergangen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Geh&ouml;rt zum Verm&ouml;gen einer Gesellschaft ein inl&auml;ndisches Grundst&uuml;ck, so unterliegt gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG ein Rechtsgesch&auml;ft, das den Anspruch auf &Uuml;bertragung aller Anteile (an) der Gesellschaft begr&uuml;ndet, der Steuer. Gegenstand der Besteuerung ist dabei wie bei der Anteilsvereinigung nach &sect; 1 Abs. 3 Nr. 1 GrEStG nicht der Erwerb der Anteile als solcher, sondern die durch ihn begr&uuml;ndete eigenst&auml;ndige Zuordnung der der Gesellschaft geh&ouml;renden Grundst&uuml;cke zum Anteilserwerber (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 12. Januar 1994 II R 130\/91, BFHE 173, 229, BStBl II 1994, 408). Derjenige, der neuer Alleingesellschafter einer grundbesitzenden Gesellschaft wird, wird so behandelt, als geh&ouml;rten ihm die Grundst&uuml;cke (BFH-Urteil vom 20. Oktober 1993 II R 116\/90, BFHE 172, 538, BStBl II 1994, 121).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall ist der Tatbestand des &sect; 1 Abs. 3 Nr. 3 GrEStG erf&uuml;llt. Mit dem notariell beurkundeten Vertrag vom 29. November 1996 hat die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin einen sogleich erf&uuml;llten Anspruch auf &Uuml;bertragung s&auml;mtlicher Gesch&auml;ftsanteile an der grundbesitzenden E-GmbH erworben. Die Steuer ist auch zutreffend gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 2 Nr. 2 GrEStG nach einer Bemessungsgrundlage in H&ouml;he von 140 v.H. des Einheitswerts des Grundst&uuml;cks der E-GmbH festgesetzt worden. &quot;Wert des Grundst&uuml;cks&quot; im Sinne dieser Vorschrift ist gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 GrEStG der Einheitswert, der nach den Vorschriften des Bewertungsgesetzes in der 1996 f&uuml;r die Grunderwerbsteuer noch geltenden Fassung (BewG) auf den dem Erwerbsvorgang unmittelbar vorausgegangenen Feststellungszeitpunkt festgestellt ist. Dieser Einheitswert ist gem&auml;&szlig; &sect; 21a BewG i.V.m. &sect; 152 BewG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 1997 vom 20. Dezember 1996 (BGBl I 1996, 2049) um 40 v.H. zu erh&ouml;hen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Gem&auml;&szlig; &sect; 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 AO beginnt die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist des &sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO u.a. dann, wenn eine Anzeige zu erstatten ist, mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Anzeige eingereicht wird, sp&auml;testens jedoch mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, das auf das Kalenderjahr folgt, in dem die Steuer entstanden ist. Im Streitfall war eine Anzeige zu erstatten. Da sie unterblieben ist, begann die Festsetzungsfrist mit Ablauf des Jahres 1999 und endete mit Ablauf des Jahres 2003, so dass der angefochtene Bescheid noch rechtzeitig ergangen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Anzeigepflichten bestanden gem&auml;&szlig; &sect; 18 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG f&uuml;r den beurkundenden Notar und gem&auml;&szlig; &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 GrEStG f&uuml;r die Vertragspartner. Da Letztere unt&auml;tig geblieben sind, w&auml;re es nur dann nicht zu der dreij&auml;hrigen Anlaufhemmung f&uuml;r die Festsetzungsfrist gekommen, wenn der Notar mit der &Uuml;bersendung des Vertrages im Dezember 1996 seiner Anzeigepflicht gen&uuml;gt h&auml;tte. Dies ist jedoch schon deshalb nicht der Fall, weil der Vertrag statt an die Grunderwerbsteuerstelle des FA an dessen K&ouml;rperschaftsteuerstelle gesandt worden ist. Angesichts dieser Adressierung braucht auf die an Form und Inhalt einer solchen Anzeige nach &sect; 18 Abs. 1 und &sect; 20 GrEStG zu stellenden Anforderungen nicht weiter eingegangen zu werden. Die Adressierung steht auch der Annahme entgegen, das FA habe auf andere Weise als durch eine Anzeige ausreichende Kenntnis von dem Erwerbsvorgang erlangt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die in den &sect;&sect; 18 und 19 GrEStG vorgeschriebenen Anzeigen sollen es der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde (Abs. 5 bzw. Abs. 4 Satz 1 der Vorschriften) erm&ouml;glichen, grunderwerbsteuerrechtlich relevante Erwerbsvorg&auml;nge zu ermitteln (so Hofmann, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 8. Aufl., &sect; 18 Rz 1). Diese M&ouml;glichkeit setzt positive Kenntnis von dem Rechtsvorgang voraus. Dies wiederum bedeutet, dass die Kenntnis grunds&auml;tzlich bei der f&uuml;r die Verwaltung der Grunderwerbsteuer zust&auml;ndigen Organisationseinheit der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde vorhanden sein muss. Insofern hat sich an der Rechtslage gegen&uuml;ber derjenigen, die dem Urteil des BFH vom 21. Juni 1995 II R 11\/92 (BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802), das noch zu &sect; 16a des nordrhein-westf&auml;lischen Grunderwerbsteuergesetzes vom 12. Juli 1970 (Gesetz- und Verordnungsblatt f&uuml;r das Land Nordrhein-Westfalen 1970, 612) ergangen ist, nichts ge&auml;ndert (so auch BFH-Urteil vom 1. Dezember 2004 II R 10\/02, BFH\/NV 2005, 1365, a.E., sowie Pahlke in Pahlke\/Franz, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 3. Aufl., &sect; 18 Rz 17; Viskorf in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, 16. Aufl. 2007, &sect; 18 Rz 33, letzter Halbsatz). Eine Information, die lediglich potentiell die M&ouml;glichkeit f&uuml;r ein Grunderwerbsteuer-Festsetzungsverfahren er&ouml;ffnet, konkret aber nicht dazu f&uuml;hren kann, da sie lediglich einer anderen Stelle der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rde vorliegt, die deren grunderwerbsteuerrechtliche Relevanz aber nicht erkennt, ist kein positives Wissen in diesem Sinne (so BFH-Urteil in BFHE 178, 228, BStBl II 1995, 802).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Der gegenteiligen Ansicht des FG Mecklenburg-Vorpommern (Beschluss vom 24. Mai 2004&nbsp;&nbsp;3 V 58\/04, EFG 2004, 1477) kann nicht gefolgt werden. Der Verweis des Gerichts auf die Rechtsprechung zu &sect; 173 Abs. 1 AO geht fehl. Auch bei der Frage, ob eine Tatsache dem FA nachtr&auml;glich bekannt geworden ist, kommt es nach gefestigter h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung auf den Wissensstand der zur Bearbeitung des Steuerfalles berufenen Dienststelle an, wobei unter &quot;Dienststelle&quot; die jeweilige Organisationseinheit in der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde gemeint ist (so BFH-Urteile vom 17. November 1998 VIII R 24\/98, BFHE 187, 292, BStBl II 1999, 223, unter 2.a, sowie vom 2. Juli 2003 XI R 8\/03, BFHE 202, 544, BStBl II 2003, 803, unter II.4.). Zu Unrecht nimmt das Gericht auf das BFH-Urteil vom 24. Februar 1972 V R 90\/68 (BFHE 105, 190, BStBl II 1972, 558), das noch zu &sect; 222 Abs. 1 der Reichsabgabenordnung ergangen ist, Bezug. Soweit dort ausgef&uuml;hrt wird, die Finanzbeh&ouml;rde m&uuml;sse sich au&szlig;er aktenkundigen Tatsachen lediglich die Kenntnis des Finanzamtsvorstehers, des Sachgebietsleiters und des Sachbearbeiters zurechnen lassen, bezieht sich &quot;aktenkundig&quot; auf die Akten der jeweils zust&auml;ndigen Organisationseinheit und nicht der Beh&ouml;rde insgesamt, wie sich aus der dort zitierten Entscheidung des BFH vom 10. Juli 1958 IV 143\/56 U (BFHE 67, 239, BStBl III 1958, 365) eindeutig ergibt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, es sei nicht schl&uuml;ssig, aus der Tatsache, dass sich in den Handakten des Notars keine Durchschrift einer f&ouml;rmlichen Anzeige des Erwerbsvorgangs befinde, zu schlie&szlig;en, eine solche Anzeige sei nicht erfolgt, kann dies als R&uuml;ge fehlerhafter Tatsachenw&uuml;rdigung oder als R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung verstanden werden. Als R&uuml;ge fehlerhafter Tatsachenw&uuml;rdigung w&auml;re der Vortrag gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO revisionsrechtlich nur dann beachtlich, wenn ihm ein Versto&szlig; des FG gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze zu entnehmen w&auml;re. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der vom FG gezogene Schluss auf das Unterlassen einer f&ouml;rmlichen Anzeige ist zwar nicht zwingend, aber durchaus m&ouml;glich. Als R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung f&uuml;hrt der Vortrag schon deshalb nicht zum Erfolg, weil die Kl&auml;gerin auf die Vernehmung des zun&auml;chst benannten Zeugen nach eigenem Bekunden (S. 3 der Revisionsbegr&uuml;ndung) verzichtet hat und nicht dargelegt wird, weshalb das FA von sich aus weitere Sachaufkl&auml;rung h&auml;tte betreiben m&uuml;ssen (vgl. zu Letzterem Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl. 2006, &sect; 120 Rz 70).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 55\/06 Anzeige eines Erwerbsvorgangs bei der K&ouml;rperschaftsteuerstelle Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &#8211;beide ausl&auml;ndische Kapitalgesellschaften&#8211; erwarb mit notariell beurkundetem Kaufvertrag vom 29. November 1996 s&auml;mtliche Gesch&auml;ftsanteile an der grundbesitzenden E-GmbH von der bisherigen Alleingesellschafterin. In &sect; 6 des Vertrages hie&szlig; es, die E-GmbH &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-55-06-anzeige-eines-erwerbsvorgangs-bei-der-koerperschaftsteuerstelle\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;55\/06 &#8211; Anzeige eines Erwerbsvorgangs bei der K&ouml;rperschaftsteuerstelle<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18570","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18570","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18570"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18570\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18570"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18570"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18570"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}