{"id":18573,"date":"2012-12-11T17:28:31","date_gmt":"2012-12-11T15:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18572"},"modified":"2012-12-11T17:28:31","modified_gmt":"2012-12-11T15:28:31","slug":"ii-r-60-06-zuwendungsgegenstand-bei-einer-schenkung-unter-auflage-im-wege-eines-vertrags-zugunsten-dritter-is-des-par-328-abs-1-bgb-bewertung-der-forderung-des-auflagebeguenstigten-kein-schutzwuerdige","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-60-06-zuwendungsgegenstand-bei-einer-schenkung-unter-auflage-im-wege-eines-vertrags-zugunsten-dritter-is-des-par-328-abs-1-bgb-bewertung-der-forderung-des-auflagebeguenstigten-kein-schutzwuerdige\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;60\/06 &#8211; Zuwendungsgegenstand bei einer Schenkung unter Auflage im Wege eines Vertrags zugunsten Dritter i.S. des &sect; 328 Abs. 1 BGB &#8211; Bewertung der Forderung des Auflagebeg&uuml;nstigten &#8211; Kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf Bewertung mit dem niedrigeren Steuerwert der Sache &#8211; Vereinbarkeit des &sect; 31 BewG mit der Kapitalverkehrsfreiheit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 60\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuwendungsgegenstand bei einer Schenkung unter Auflage im Wege eines Vertrags zugunsten Dritter i.S. des &sect; 328 Abs. 1 BGB &#8211; Bewertung der Forderung des Auflagebeg&uuml;nstigten &#8211; Kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf Bewertung mit dem niedrigeren Steuerwert der Sache &#8211; Vereinbarkeit des &sect; 31 BewG mit der Kapitalverkehrsfreiheit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine durch Statut vom &#8230; 1995 gegr&uuml;ndete (Familien-)Stiftung liechtensteinischen Rechts mit Sitz in Vaduz. Sie ist die Beg&uuml;nstigte eines zwischen den Eheleuten A und B am selben Tag notariell beurkundeten &quot;G&uuml;tertrennungsvertrages&quot;. Darin verpflichtete sich A, zum Zwecke des Zugewinnausgleichs und der Sicherung des Unterhalts der B und der gemeinsamen minderj&auml;hrigen Kinder verschiedene Verm&ouml;genswerte &#8211;u.a. im Inland und in Spanien gelegenen Grundbesitz, Aktien, Fahrzeuge, eine Jacht, ein Flugzeug und verschiedene Forderungen&#8211; auf B mit der Ma&szlig;gabe zu &uuml;bertragen, dass diese auf die zu gr&uuml;ndende Kl&auml;gerin weiter&uuml;bertragen werden sollten. Die Kl&auml;gerin sollte aus der Urkunde &quot;unmittelbar berechtigt&quot; sein. Der Grundbesitz in Spanien bestand aus Eigentumswohnungen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah darin eine der Schenkungsteuer nach &sect; 7 Abs. 1 Nr. 8 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes vom 17. April 1974 (BGBl I 1974, 933) in der f&uuml;r 1995 geltenden Fassung (ErbStG) unterliegende Zuwendung des A an die Kl&auml;gerin und setzte gegen diese durch (&Auml;nderungs-)Bescheid vom 30. Januar 2004 nach einem steuerpflichtigen Erwerb von &#8230; DM Schenkungsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR fest. Der Grundbesitz in Spanien war dabei mit dem Verkehrswert von &#8230; DM angesetzt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage, mit denen die Kl&auml;gerin geltend gemacht hatte, der Ansatz des in Spanien gelegenen Grundbesitzes mit dem gemeinen Wert nach &sect; 12 Abs. 6 ErbStG i.V.m. &sect; 31 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes in der f&uuml;r 1995 geltenden Fassung (BewG) stelle im Vergleich zur Bewertung des inl&auml;ndischen Grundbesitzes mit 140 v.H. des Einheitswerts (&sect; 19 Abs. 1 Nr. 1 BewG) eine willk&uuml;rliche Schlechterstellung und Benachteiligung dar &#8211;bei Belegenheit des Grundbesitzes im Inland w&auml;re er lediglich mit einem Einheitswert von &#8230; DM bewertet worden&#8211;, blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) war der Ansicht, die Bewertung des in Spanien gelegenen Grundbesitzes nach &sect; 31 BewG versto&szlig;e weder gegen Art. 3 des Grundgesetzes noch gegen Gemeinschaftsrecht, insbesondere nicht gegen die Kapitalverkehrsfreiheit nach Art. 73b des Vertrages zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;EGV&#8211; (nunmehr Art. 56 nach der Z&auml;hlung des Vertrages von Amsterdam zur &Auml;nderung des Vertrages &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte &#8211;EG&#8211;, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften Nr. C-340\/97, 1). Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 138 ver&ouml;ffentlicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin, die Vorentscheidung beruhe auf einer Verletzung des Gemeinschaftsrechts. Die unterschiedliche Bewertung in- und ausl&auml;ndischen Grundbesitzes f&uuml;r Zwecke der Erbschaft- und Schenkungsteuer versto&szlig;e gegen die Kapitalverkehrsfreiheit. Die Unterschiede seien nicht mehr durch den nationalen Steuervorbehalt des Art. 73d Abs. 1 EGV\/Art. 58 Abs. 1 EG gedeckt. Daran &auml;ndere der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 22. Juni 1995&nbsp;&nbsp;2 BvR 552\/91 (BVerfGE 93, 165, BStBl II 1995, 671), wonach das ErbStG &#8211;und damit &uuml;ber &sect; 12 Abs. 2 und Abs. 6 dieses Gesetzes auch die unterschiedlichen Bewertungsregelungen&#8211; auf vor Ende 1996 verwirklichte Sachverhalte weiter anwendbar sei, nichts. Soweit das BVerfG die Anordnung der Weitergeltung des ErbStG mit den Erfordernissen einer verl&auml;sslichen Finanz- und Haushaltsplanung begr&uuml;ndet habe, sei dies ein gemeinschaftsrechtlich unbeachtlicher Gesichtspunkt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung den Schenkungsteuerbescheid vom 30. Januar 2004 sowie die Einspruchsentscheidung vom 15. Juni 2005 dahin zu &auml;ndern, dass die Steuer auf &#8230; EUR herabgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung beruht zwar insofern auf einer Verletzung bestehenden Rechts, als sie die Erwerbsgegenst&auml;nde fehlerhaft bestimmt; gleichwohl ist die Revision zur&uuml;ckzuweisen, da sich die Entscheidung aus anderen Gr&uuml;nden als richtig darstellt (&sect; 126 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Gegenstand der Zuwendungen des A sind n&auml;mlich nicht die beweglichen und unbeweglichen Sachen, die nach dem Vertrag vom &#8230; 1995 von B auf die Kl&auml;gerin weiter&uuml;bertragen werden sollten, sondern die durch diesen Vertrag begr&uuml;ndeten &Uuml;bereignungsanspr&uuml;che der Kl&auml;gerin gegen B. Derartige Sachleistungsanspr&uuml;che sind aber nicht mit dem Steuerwert der Sachen zu bewerten, auf die sie gerichtet sind, sondern mit dem gemeinen Wert, der dem Verkehrswert der Sachen entspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Vertrag vom &#8230; 1995 stellt einen Vertrag zugunsten Dritter mit A als Versprechensempf&auml;nger, B als Verpflichteter und der Kl&auml;gerin als beg&uuml;nstigte Dritte dar. Er regelt eine Schenkung unter Auflage mit der Ma&szlig;gabe, dass der Kl&auml;gerin im Rahmen ihrer stiftungsrechtlichen Befugnisse frei verf&uuml;gbare Anspr&uuml;che gegen B auf &Uuml;bertragung der in &sect; 3 des Vertrages genannten Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde zustehen sollten. Der Vertrag f&uuml;hrte zu Schenkungen unter Lebenden in zwei Stufen (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG), bei denen jeweils A der Zuwendende war (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Januar 2005 II R 20\/03, BFHE 208, 432, BStBl II 2005, 408). Bedachte waren auf der ersten Stufe B und auf der zweiten die Kl&auml;gerin. Die Steuerpflicht auf der ersten Stufe folgt aus &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG und die auf der zweiten entweder ebenfalls aus &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG oder aber aus Abs. 1 Nr. 8 der Vorschrift (vgl. dazu Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 14. Aufl., &sect; 7 Rz 94 a). Welcher der Tatbest&auml;nde auf der zweiten Stufe erf&uuml;llt ist, h&auml;ngt davon ab, ob es sich bei den Zuwendungen noch um die Erstausstattung der Kl&auml;gerin handelte oder &#8211;etwa im Hinblick auf die in Art. 6 Buchst. a des Stiftungsstatuts angesprochenen &#8230; sfr&#8211; bereits um Zustiftungen. Dies kann jedoch auf sich beruhen, da die Rechtsfolgen beider Tatbest&auml;nde dieselben sind. Der Tatbestand des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG scheidet von vornherein aus, da der Kl&auml;gerin als Bedachte eigene Anspr&uuml;che gegen die auflagenbeschwerte B einger&auml;umt wurden (BFH in BFHE 208, 432, BStBl II 2005, 408).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Gegenstand der freigebigen Zuwendungen an den Auflagebeg&uuml;nstigten ist bei solchen Schenkungen unter Auflage, die &#8211;sei es durch ausdr&uuml;ckliche Regelung oder aufgrund der gesetzlichen Vermutung des &sect; 330 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs)&#8211; mittels echtem Vertrag zugunsten Dritter bewirkt werden, bereits die dem Dritten einger&auml;umte Forderung gegen den Auflagebeschwerten als Verpflichteten und nicht etwa erst der Verm&ouml;gensgegenstand, dessen &Uuml;bertragung gefordert werden kann (so BFH-Urteile in BFHE 208, 432, BStBl II 2005, 408; vom 22. Oktober 1980 II R 73\/77, BFHE 131, 536, BStBl II 1981, 78, sowie vom 23. Oktober 2002 II R 71\/00, BFHE 200, 402, BStBl II 2003, 162, unter II. 3.). Kann der Dritte wie im Streitfall die Kl&auml;gerin von dem Auflagebeschwerten die &Uuml;bertragung mehrerer Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde verlangen, liegen dabei so viele freigebige Zuwendungen vor, wie Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde zu &uuml;bertragen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die der Kl&auml;gerin als Dritte einger&auml;umten Anspr&uuml;che gegen B auf die &Uuml;bereignung von beweglichen oder unbeweglichen Sachen gerichtet sind, besteht infolgedessen der Zuwendungsgegenstand jeweils aus einem Sachleistungsanspruch. Derartige Anspr&uuml;che sind regelm&auml;&szlig;ig nicht mit dem Steuerwert der Sache, auf die sie gerichtet sind, sondern mit dem gemeinen Wert gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. &sect; 9 Abs. 1 BewG zu bewerten. Daher macht es bei Anspr&uuml;chen auf &Uuml;bereignung von Grundst&uuml;cken keinen Unterschied, ob diese im In- oder Ausland belegen sind. Unter diesen Umst&auml;nden kann die Vereinbarkeit des &sect; 31 BewG mit den gemeinschaftsrechtlichen Grunds&auml;tzen zur Kapitalverkehrsfreiheit (vgl. dazu Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vom 17. Januar 2008 Rs. C-256\/06, J&auml;ger, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge 2008, 87, BFH\/NV Beilage 2, 2008, 120) auf sich beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Schenkung unter Auflage, bei der dem Beg&uuml;nstigten ein eigener Anspruch gegen den Auflagebeschwerten einger&auml;umt wird, weist zwar in der Person des Letzteren &auml;hnliche Besonderheiten auf, wie sie bei einem Sachverm&auml;chtnis in der Person des Erben bestehen und die dazu gef&uuml;hrt haben, Anspr&uuml;che und Verpflichtungen aus Sachverm&auml;chtnissen ausnahmsweise mit dem Steuerwert der Sache zu bewerten (so BFH-Urteil vom 15. Oktober 1997 II R 68\/95, BFHE 183, 248, BStBl II 1997, 820, 823); der Senat hat jedoch bereits mit Urteil vom 2. Juli 2004 II R 9\/02 (BFHE 207, 42, BStBl II 2004, 1039, unter II. 2. b) Zweifel an der Berechtigung dieser Ausnahme angedeutet. Mit Urteil vom 9. April 2008 II R 24\/06 (BFHE 220, 508) hat er aber entschieden, aus Gr&uuml;nden des Vertrauensschutzes f&uuml;r die Dauer der Fortgeltung des ErbStG in allen seinen Fassungen, die es bis zum BVerfG-Beschluss vom 7. November 2006&nbsp;&nbsp;1 BvL 10\/02 (BVerfGE 117, 1) erfahren hat, von einer &Auml;nderung seiner Rechtsprechung abzusehen. Zur Begr&uuml;ndung hie&szlig; es, solange eine etwaige Neufassung des ErbStG den Bewertungsvorgaben dieses BVerfG-Beschlusses Rechnung trage, entfalle der Grund f&uuml;r jene Rechtsprechung, wonach Anspr&uuml;che und Verpflichtungen aus Sachverm&auml;chtnissen ausnahmsweise mit dem Steuerwert der vermachten Sache zu bewerten seien, ohnehin. Da es f&uuml;r die Schenkung unter Auflage mit eigenem Rechtsanspruch des Beg&uuml;nstigten eine derartige Ausnahmerechtsprechung zur Bewertung des Sachleistungsanspruchs des Beg&uuml;nstigten und der Sachleistungsverpflichtung des Auflagebeschwerten nicht gegeben hat, besteht f&uuml;r einen derartigen Vertrauensschutz zugunsten des Auflagebeg&uuml;nstigten keine Notwendigkeit und verbleibt es bei dem Grundsatz, dass Sachleistungsanspr&uuml;che und -verpflichtungen gem&auml;&szlig; &sect; 12 Abs. 1 ErbStG i.V.m. &sect; 9 BewG mit dem gemeinen Wert zu bewerten sind. Damit stellt sich die Vorentscheidung aus anderen Gr&uuml;nden als zutreffend dar. Die Zusammenfassung der einzelnen Schenkungen in dem angefochtenen Bescheid hat nicht zu seiner Unbestimmtheit gef&uuml;hrt, da die ber&uuml;cksichtigten Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde und deren Werte aus der Anlage zu einem Schriftsatz der Kl&auml;gerin vom 7. Februar 2002 unver&auml;ndert &uuml;bernommen worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 60\/06 Zuwendungsgegenstand bei einer Schenkung unter Auflage im Wege eines Vertrags zugunsten Dritter i.S. des &sect; 328 Abs. 1 BGB &#8211; Bewertung der Forderung des Auflagebeg&uuml;nstigten &#8211; Kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf Bewertung mit dem niedrigeren Steuerwert der Sache &#8211; Vereinbarkeit des &sect; 31 BewG mit der Kapitalverkehrsfreiheit Tatbestand &nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-60-06-zuwendungsgegenstand-bei-einer-schenkung-unter-auflage-im-wege-eines-vertrags-zugunsten-dritter-is-des-par-328-abs-1-bgb-bewertung-der-forderung-des-auflagebeguenstigten-kein-schutzwuerdige\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;60\/06 &#8211; Zuwendungsgegenstand bei einer Schenkung unter Auflage im Wege eines Vertrags zugunsten Dritter i.S. des &sect; 328 Abs. 1 BGB &#8211; Bewertung der Forderung des Auflagebeg&uuml;nstigten &#8211; Kein schutzw&uuml;rdiges Vertrauen auf Bewertung mit dem niedrigeren Steuerwert der Sache &#8211; Vereinbarkeit des &sect; 31 BewG mit der Kapitalverkehrsfreiheit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18573\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}