{"id":18574,"date":"2012-12-11T17:28:32","date_gmt":"2012-12-11T15:28:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18574"},"modified":"2012-12-11T17:28:32","modified_gmt":"2012-12-11T15:28:32","slug":"ii-r-57-06-erwerbsverzicht-durch-abtretung-eines-kaufangebots","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-06-erwerbsverzicht-durch-abtretung-eines-kaufangebots\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;57\/06 &#8211; Erwerbsverzicht durch Abtretung eines Kaufangebots"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 57\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Erwerbsverzicht durch Abtretung eines Kaufangebots<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Mit notariell beurkundeter Erkl&auml;rung vom 21. August 1986 machte die &#8230; KG der &#8230; AG ein Angebot zum Abschluss eines in der Urkunde bereits vorformulierten Kaufvertrages &uuml;ber das in Z gelegene bebaute Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he des Verkehrswerts &quot;im Zeitpunkt der Annahme&quot; des Angebots zuz&uuml;glich bestimmter Zuzahlungen. Die AG nutzte das Grundst&uuml;ck im Rahmen eines Leasingvertrages bereits seit 1981. Der Leasingvertrag war auf 30 Jahre abgeschlossen, wobei dieser Zeitraum in eine erste &quot;Mietperiode&quot; von 20 Jahren und eine zweite &quot;Mietperiode&quot; von 10 Jahren aufgeteilt war.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                In dem vorformulierten Kaufvertrag war die Berechnung des Verkehrswerts bereits festgelegt. Ma&szlig;geblich sollte der Restbuchwert sein, der &quot;sich nach Abzug der in den Jahresmieten verrechneten Abschreibungen von dem endg&uuml;ltigen Finanzierungsvolumen&quot; f&uuml;r das Mietobjekt ergibt. Dazu wurde auf eine Anlage zu dem Leasingvertrag Bezug genommen. Das Angebot konnte nur zum Ende der Mietperioden angenommen werden. W&auml;hrend der Mietperioden war eine Annahme nur zul&auml;ssig, wenn die AG vertraglich zul&auml;ssige Mieterh&ouml;hungen zum Anlass nehmen sollte, von dem ihr dann zustehenden Recht zur au&szlig;erordentlichen K&uuml;ndigung Gebrauch zu machen. Die Rechte aus dem Angebot waren &uuml;bertragbar.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit notariell beurkundeter Vereinbarung vom 20. Juli 2001 trat die AG ihre Rechte aus dem Angebot gegen Zahlung von 14 145 166,67 DM abz&uuml;glich eines Betrages von 5 367 608,81 DM an die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ab. In der Vereinbarung hie&szlig; es dazu, nach Mitteilung der KG betrage der Kaufpreis nach Ablauf der ersten Mietperiode 5 367 608,81 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit weiterer notarieller Urkunde vom 20. Juli 2001 nahm die Kl&auml;gerin das Kaufangebot gegen&uuml;ber der KG an und zahlte an sie 5 367 608,81 DM.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Durch Bescheid vom 15. Januar 2002 setzte daraufhin der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gegen die Kl&auml;gerin wegen ihres Erwerbs von der KG gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) nach einer Bemessungsgrundlage von 14 145 166 DM eine Grunderwerbsteuer von 253 130,38 EUR (495 080 DM) fest. Dabei waren die an die AG gezahlten (14 145 166,67 DM .\/. 5 367 608,81 DM =) 8 777 557,86 DM gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG als Leistung an die AG f&uuml;r einen Verzicht auf Erwerb des Grundst&uuml;cks in die Gegenleistung einbezogen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Einspruch und Klage, mit denen die Kl&auml;gerin geltend gemacht hatte, die Gegenleistung bestehe nur aus dem Grundst&uuml;ckskaufpreis von 5 367 608,81 DM, blieben ohne Erfolg.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin fehlerhafte Anwendung des &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG. Die Bemessung der Steuer nach dem Betrag von 14 145 166 DM f&uuml;hre dazu, dass sie, die Kl&auml;gerin, wie eine zus&auml;tzliche Steuerschuldnerin wegen der Abtretung der Rechte aus dem Kaufangebot in Anspruch genommen werde, obwohl nach der Rechtsprechung lediglich der Zedent &#8211;vorliegend die AG&#8211; Steuerschuldner sei. Auf diese Weise komme es zu einer zweifachen Versteuerung des an die AG gezahlten Entgelts. Eine derartige Auslegung des &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG sei mit dem Sinn und Zweck der Regelungen f&uuml;r die zu selbst&auml;ndigen Erwerbsvorg&auml;ngen ausgestalteten Rechtsgesch&auml;fte i.S. des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG nicht vereinbar. Dasjenige, was den Kern des Erwerbsvorgangs nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG ausmache, k&ouml;nne nicht als Verzicht auf einen Grundst&uuml;ckserwerb &uuml;ber die Definition der Gegenleistung in einen anderen Erwerbsvorgang &#8211;hier den des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG&#8211; einbezogen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Kl&auml;gerin beantragt, unter Aufhebung der Vorentscheidung den Grunderwerbsteuerbescheid vom 15. Januar 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 18. September 2002 dahin zu &auml;ndern, dass die Steuer auf (187 860 DM =) 96 051,29 EUR festgesetzt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es verweist darauf, dass zwei Erwerbstatbest&auml;nde vorl&auml;gen &#8211;n&auml;mlich einer gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG und ein zweiter gem&auml;&szlig; Nr. 1 der Vorschrift&#8211; und dass f&uuml;r beide die Gegenleistung jeweils getrennt nach den Regelungen des &sect; 9 GrEStG zu bestimmen sei. Eine Inanspruchnahme der Kl&auml;gerin als weitere Steuerschuldnerin f&uuml;r den Erwerbsvorgang nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG sei damit nicht verbunden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet; sie war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Zahlung der Kl&auml;gerin an die AG ist zu Recht dem Kaufpreis f&uuml;r den Erwerb des Grundst&uuml;cks von der KG hinzugerechnet worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG geh&ouml;ren zur Gegenleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 1 des Gesetzes auch Leistungen, die der Erwerber des Grundst&uuml;cks anderen Personen als dem Ver&auml;u&szlig;erer als Gegenleistung daf&uuml;r gew&auml;hrt, dass sie auf den Erwerb des Grundst&uuml;cks verzichten, sofern sich der Erwerber zu dieser Leistung nicht (auch) gegen&uuml;ber dem Ver&auml;u&szlig;erer verpflichtet hat. Letzterenfalls liegt bereits eine sonstige Leistung i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Unter Verzicht ist dabei nicht das Unterlassen eines Verm&ouml;genserwerbs i.S. des &sect; 517 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zu verstehen, sondern das &quot;Absehen von einem Erwerb&quot; des Grundst&uuml;cks (so Sack in Boruttau, Grunderwerbsteuergesetz, Kommentar, 16. Aufl. 2007, &sect; 9 Rz 607) durch eine Person, die willens und tats&auml;chlich &#8211;und damit auch rechtlich&#8211; in der Lage ist, das Eigentum am Grundst&uuml;ck anstelle des Erwerbers zu erlangen (so Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22. April 1964 II 47\/62 U, BFHE 79, 378, BStBl III 1964, 368, sowie vom 25. Juni 2003 II R 39\/01, BFHE 204, 316, BStBl II 2004, 246). Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin der AG die 8 777 557,86 DM f&uuml;r deren Erwerbsverzicht gezahlt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Hat der Abtretungsempf&auml;nger dem Abtretenden im Zusammenhang mit der Abtretung des Kaufangebots eine Zahlung zu leisten, stellt diese zwar im Hinblick auf die nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG steuerbare Beteiligung des Abtretenden am Grundst&uuml;ckserwerb des Abtretungsempf&auml;ngers keine &#8211;etwa dem Preis f&uuml;r das Grundst&uuml;ck vergleichbare&#8211; Gegenleistung i.S. des &sect; 8 Abs. 1 i.V.m. &sect; 9 GrEStG dar. Die f&uuml;r die Abtretung des Kaufangebots nach &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG festzusetzende Steuer ist daher trotz der Zahlung gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 2 GrEStG i.V.m. &sect; 138 Abs. 2 oder 3 &#8211;nunmehr Abs. 2 bis 4&#8211; des Bewertungsgesetzes (BewG) nach dem Grundbesitzwert zu bemessen (vgl. BFH-Urteile vom 6. Mai 1969 II 131\/64, BFHE 96, 201, BStBl II 1969, 595, sowie vom 10. Juli 1974 II R 12\/70, BFHE 113, 313, BStBl II 1974, 772). Die Abtretung eines Kaufangebots, das der Abtretende selber h&auml;tte annehmen k&ouml;nnen, schlie&szlig;t aber bei der Besteuerung des Grundst&uuml;ckskaufvertrages gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG einen Verzicht auf den Erwerb des Grundst&uuml;cks in seiner eigenen Person ein. Anders als mit dem Grundst&uuml;ck kann jedoch die Zahlung, die der Abtretungsempf&auml;nger f&uuml;r die Abtretung des Kaufangebots erbringt, mit dem darin eingeschlossenen Verzicht auf den eigenen Erwerb in ein Verh&auml;ltnis von Leistung und Gegenleistung gebracht werden. Dadurch aber erf&uuml;llt die Zahlung unter der weiteren Voraussetzung einer Annahme des Kaufangebots durch den Abtretungsempf&auml;nger den Tatbestand des &sect; 9 Abs. 2 Nr. 3 GrEStG, f&uuml;r den Verzicht eines Dritten auf den Erwerb gezahlt worden zu sein. Dies hat dann zur Folge, dass die Zahlung bei Annahme des Kaufangebots durch den Abtretenden dem Kaufpreis f&uuml;r das Grundst&uuml;ck hinzuzurechnen ist. Erst diese Angebotsannahme l&ouml;st f&uuml;r den Abtretenden die Grunderwerbsteuer aus &sect; 1 Abs. 1 Nr. 6 GrEStG aus.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Hinzurechnung der an die AG geleisteten Zahlung von 8 777 557,86 DM zum Grundst&uuml;ckskaufpreis f&uuml;hrt im Streitfall auch nicht zu einer mit dem Besteuerungsgegenstand und -zweck des &sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG unvereinbaren Belastung der Kl&auml;gerin mit Grunderwerbsteuer. Nach den Vorstellungen der drei Beteiligten, n&auml;mlich der KG, der AG und der Kl&auml;gerin, hatte das Grundst&uuml;ck mit aufstehendem Geb&auml;ude einen Wert von 14 145 166 DM. Zu diesem Preis war &#8211;wie sich aus dem Kaufangebot ergibt&#8211; die KG bereit, das Grundst&uuml;ck zu ver&auml;u&szlig;ern; die Kl&auml;gerin war bereit, eben diesen Betrag f&uuml;r das Grundst&uuml;ck aufzuwenden. Dass sie davon einen Teilbetrag von 8 777 557,86 DM nicht an die KG als Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erin, sondern an die AG zu entrichten hatte, war ausschlie&szlig;lich darin begr&uuml;ndet, dass die AG im Rahmen ihres Leasingvertrages mit der KG diesen Betrag &uuml;ber die Mieten schon auf das Grundst&uuml;ck angezahlt und damit die KG in H&ouml;he dieses Betrages bereits einen Teilerl&ouml;s f&uuml;r das Grundst&uuml;ck vereinnahmt hatte. Unter diesen Umst&auml;nden musste die AG &#8211;wenn sie das Grundst&uuml;ck nicht durch Annahme des Kaufangebots selbst erwerben wollte&#8211; sich den Betrag von der Kl&auml;gerin &quot;zur&uuml;ckholen&quot; und musste die KG als Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erin sich mit dem Rest von 5 367 608 DM begn&uuml;gen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.6.2008, II R 57\/06 Erwerbsverzicht durch Abtretung eines Kaufangebots Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Mit notariell beurkundeter Erkl&auml;rung vom 21. August 1986 machte die &#8230; KG der &#8230; AG ein Angebot zum Abschluss eines in der Urkunde bereits vorformulierten Kaufvertrages &uuml;ber das in Z gelegene bebaute Grundst&uuml;ck zu einem Kaufpreis in H&ouml;he des &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-06-erwerbsverzicht-durch-abtretung-eines-kaufangebots\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;57\/06 &#8211; Erwerbsverzicht durch Abtretung eines Kaufangebots<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18574","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18574","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18574"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18574\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18574"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18574"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18574"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}