{"id":18589,"date":"2012-12-11T16:38:50","date_gmt":"2012-12-11T14:38:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18589"},"modified":"2012-12-11T16:38:51","modified_gmt":"2012-12-11T14:38:51","slug":"ix-s-4-08-pkh-zugangsvoraussetzung-fuer-antrag-auf-aussetzung-der-vollziehung-behandlung-der-nutzungsentgelte-des-verfuegungsberechtigten-als-einkuenfte-aus-vermietung-und-verpachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-s-4-08-pkh-zugangsvoraussetzung-fuer-antrag-auf-aussetzung-der-vollziehung-behandlung-der-nutzungsentgelte-des-verfuegungsberechtigten-als-einkuenfte-aus-vermietung-und-verpachtung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;S&nbsp;4\/08&nbsp;(PKH) &#8211; Zugangsvoraussetzung f&uuml;r Antrag auf Aussetzung der Vollziehung &#8211; Behandlung der Nutzungsentgelte des Verf&uuml;gungsberechtigten als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2008, IX S 4\/08 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Zugangsvoraussetzung f&uuml;r Antrag auf Aussetzung der Vollziehung &#8211; Behandlung der Nutzungsentgelte des Verf&uuml;gungsberechtigten als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Die Antragsteller werden als Eheleute zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Der Antragsgegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste in den Jahren 1995 und 1997 (Streitjahre) die an den Antragsteller als Verf&uuml;gungsberechtigten i.S. des &sect; 2 Abs. 3 des Verm&ouml;gensgesetzes (VermG) gezahlten Nutzungsentgelte abz&uuml;glich gesch&auml;tzter Werbungskosten als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung. Dagegen wandten sich die Antragsteller im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung, sie h&auml;tten bis zur m&ouml;glichen R&uuml;ck&uuml;bertragung das zugeflossene Einkommen nur treuh&auml;nderisch verwaltet und entsprechend getrennt vom &uuml;brigen Verm&ouml;gen verwahrt. Erst seit der Klarstellung durch Urteil des zust&auml;ndigen Landgerichts vom Mai 2003, dass der Herausgabeanspruch des Restitutionsberechtigten wegen versp&auml;teter Geltendmachung erloschen sei, seien die Nutzungsentgelte ihnen rechtlich und wirtschaftlich zuzurechnen und entsprechend &#8211;wie geschehen&#8211; steuerlich zu erfassen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach erfolglosem Einspruch wies das Finanzgericht (FG) die Klage als unbegr&uuml;ndet ab, weil den Antragstellern die Nutzungsentgelte als Vermieter schon in den Streitjahren zuzurechnen seien. Die Revision gegen sein Urteil hat das FG nicht zugelassen. Dagegen erhoben die Antragsteller beim Bundesfinanzhof (BFH) Nichtzulassungsbeschwerde und stellten unter Verweis darauf Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) nach &sect; 69 der Finanzgerichtsordnung (FGO). Gleichzeitig beantragten sie unter Hinweis auf ihre schlechten finanziellen Verh&auml;ltnisse f&uuml;r diese Verfahren Prozesskostenhilfe (PKH). Eine Erkl&auml;rung &uuml;ber ihre pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse wurde nachgereicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Der Antrag auf PKH ist unbegr&uuml;ndet. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg i.S. von &sect; 142 FGO i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung (ZPO); denn die begehrte AdV ist mangels Vorliegen der Zugangsvoraussetzungen nicht zul&auml;ssig und hinsichtlich der Nichtzulassungsbeschwerde liegen die geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 FGO nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Der Antrag auf AdV ist bereits unzul&auml;ssig. Die Zugangsvoraussetzungen des &sect; 69 Abs. 4 FGO sind nicht gegeben.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach &sect; 69 Abs. 4 Satz 1 FGO ist ein Antrag auf AdV an das Gericht nur zul&auml;ssig, wenn die Finanzbeh&ouml;rde zuvor einen bei ihr gestellten Aussetzungsantrag abgelehnt hat. Bei dieser sog. Zugangsvoraussetzung ist auch eine nachtr&auml;gliche Heilung nicht m&ouml;glich (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 16. Dezember 2003 IX B 203\/02, BFH\/NV 2004, 650, m.w.N.; s.a. Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 69 Rz 70).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nach unbestrittenem Vorbringen wurde ein entsprechender Antrag beim FA nicht gestellt. Auch ein Fall des &sect; 69 Abs. 4 Satz 2 FGO liegt nicht vor, insbesondere hat zum Zeitpunkt der Antragstellung beim BFH die Vollstreckung nicht gedroht; denn die Steuerschuld war zu diesem Zeitpunkt noch nicht f&auml;llig. Gegenteilige Gesichtspunkte sind weder vorgetragen noch ersichtlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Die Nichtzulassungsbeschwerde verspricht keine Aussicht auf Erfolg. Die geltend gemachte grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) liegt nicht vor. Entsprechend ist auch keine Entscheidung zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die aufgeworfenen Rechtsfragen zur steuerrechtlichen Behandlung von dem Verf&uuml;gungsberechtigten i.S. des &sect; 2 Abs. 3 VermG bis zur Kl&auml;rung des gegen ihn gerichteten Herausgabeanspruchs zugeflossenen Nutzungsentgelten sind durch die BFH-Rechtsprechung (vgl. BFH-Urteile vom 11. Januar 2005 IX R 50\/03, BFHE 209, 83, BStBl II 2005, 456, und IX R 66\/03, BFHE 209, 87, BStBl II 2005, 480) gekl&auml;rt. Danach nutzt allein der Verf&uuml;gungsberechtigte &#8211;und nicht der (potentielle) Restitutionsberechtigte&#8211; das Restitutionsobjekt und ist bis zur Bestandskraft des R&uuml;ck&uuml;bertragungsbescheids als Vermieter Tr&auml;ger der Rechte und Pflichten, nur der Verf&uuml;gungsberechtigte (hier: der Antragsteller) erzielt daher Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect; 21 des Einkommensteuergesetzes (EStG); die Voraussetzungen f&uuml;r die Annahme eines Treuhandverh&auml;ltnisses liegen nicht vor. Zudem muss man nicht (zivilrechtlicher oder wirtschaftlicher) Eigent&uuml;mer sein, um Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung i.S. des &sect; 21 Abs. 1 EStG erzielen zu k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteile vom 6. September 2006 IX R 13\/05, BFH\/NV 2007,406; vom 19. November 2003 IX R 54\/00, BFH\/NV 2004, 1079, m.w.N.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der &#8211;der Revision vorbehaltenen&#8211; R&uuml;ge der unzutreffenden Gesetzes-\/Auslegung setzen die Antragsteller lediglich ihre eigene Ansicht anstelle der des FG und berufen sich auf die materielle Unrichtigkeit des FG-Urteils; die damit geltend gemachte fehlerhafte Rechtsanwendung vermag aber die Zulassung der Revision nicht zu rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 5. M&auml;rz 2007 X B 146\/05, BFH\/NV 2007, 1125; vom 27. April 2007 VIII B 250\/05, BFH\/NV 2007, 1675).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                3. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb&uuml;hrenfrei.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.5.2008, IX S 4\/08 (PKH) Zugangsvoraussetzung f&uuml;r Antrag auf Aussetzung der Vollziehung &#8211; Behandlung der Nutzungsentgelte des Verf&uuml;gungsberechtigten als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Antragsteller werden als Eheleute zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Der Antragsgegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erfasste in den Jahren 1995 und 1997 (Streitjahre) die an &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-s-4-08-pkh-zugangsvoraussetzung-fuer-antrag-auf-aussetzung-der-vollziehung-behandlung-der-nutzungsentgelte-des-verfuegungsberechtigten-als-einkuenfte-aus-vermietung-und-verpachtung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;S&nbsp;4\/08&nbsp;(PKH) &#8211; Zugangsvoraussetzung f&uuml;r Antrag auf Aussetzung der Vollziehung &#8211; Behandlung der Nutzungsentgelte des Verf&uuml;gungsberechtigten als Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18589","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18589","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18589"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18589\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18589"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18589"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18589"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}