{"id":18599,"date":"2012-12-11T16:38:48","date_gmt":"2012-12-11T14:38:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18599"},"modified":"2012-12-11T16:38:48","modified_gmt":"2012-12-11T14:38:48","slug":"viii-b-127-07-inanspruchnahme-fuer-nicht-einbehaltene-und-abgefuehrte-lohnsteuer-als-gebundene-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-127-07-inanspruchnahme-fuer-nicht-einbehaltene-und-abgefuehrte-lohnsteuer-als-gebundene-entscheidung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;127\/07 &#8211; Inanspruchnahme f&uuml;r nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Lohnsteuer als gebundene Entscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2008, VIII B 127\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Inanspruchnahme f&uuml;r nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Lohnsteuer als gebundene Entscheidung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Beschwerde ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, weil die geltend gemachten Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision gegen das angefochtene Urteil wegen Verfahrensm&auml;ngeln nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht vorliegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Kein Verfahrensversto&szlig; ist erkennbar, soweit der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend macht, das Finanzgericht (FG) habe unter Versto&szlig; gegen die &sect;&sect; 76 und 96 FGO Ermittlungen zu der Frage unterlassen, ob der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bei der Inanspruchnahme des Kl&auml;gers wegen der nachtr&auml;glich bekannt gewordenen Einnahmen aus Stock-Options bzw. aus sonstigen Zuwendungen ermessensfehlerfreie Erw&auml;gungen zugrunde gelegt habe. Denn die hier streitige Inanspruchnahme des Arbeitnehmers f&uuml;r nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Lohnsteuer durch Einkommensteuer&auml;nderungsbescheide ist keine Ermessensentscheidung (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17. Mai 1985 VI R 137\/82, BFHE 144, 217, BStBl II 1985, 660); auf die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zu seiner Unkenntnis von der fehlenden Lohnsteuerabf&uuml;hrung durch seinen Arbeitgeber kommt es danach ersichtlich nicht an.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Ein Versto&szlig; gegen die &sect;&sect; 76, 96 FGO kann schlie&szlig;lich nicht bejaht werden, soweit das FG keine weiteren Ermittlungen zum Zufluss der Vorteile aus den Stock-Options sowie zum Zeitpunkt des Zuflusses der streitigen Zuwendungen vorgenommen hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) F&uuml;r die nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotene schl&uuml;ssige Darlegung einer Verletzung der dem FG von Amts wegen obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) fehlt es n&auml;mlich schon in verfahrensrechtlicher Hinsicht an Angaben,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; weshalb sich dem FG eine Aufkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung seines &#8211;insoweit ma&szlig;geblichen&#8211; Rechtsstandpunktes h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, obwohl der Kl&auml;ger selbst keinen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat, sowie      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                &#8211; welches genaue Ergebnis die Beweiserhebung h&auml;tte erwarten lassen und inwiefern dieses zu einer f&uuml;r den Kl&auml;ger g&uuml;nstigeren Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen (vgl. BFH-Urteil vom 5. Oktober 1999 VII R 152\/97, BFHE 191, 140, BStBl II 2000, 93; BFH-Beschluss vom 15. November 2005 VII B 86\/05, BFH\/NV 2006, 350).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Unabh&auml;ngig davon kann &#8211;ausgehend von der tats&auml;chlichen und rechtlichen W&uuml;rdigung durch das FG&#8211; nicht angenommen werden, dass sich dem FG die seitens der Beschwerde f&uuml;r erforderlich gehaltene weitere Sachverhaltsermittlung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, nachdem der Kl&auml;ger als Empf&auml;nger der Bonuszahlungen keine substantiierten Einwendungen gegen die vom FA angesetzte H&ouml;he dieser Zahlungen erhoben hatte. Zu Recht durfte das Gericht insoweit auf die Darlegungslast des Kl&auml;gers verweisen, weil er als Empf&auml;nger der &#8211;nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG durch Scheckzahlungen vollzogenen&#8211; Bonusleistungen durch entsprechende Gutschriften auf seinen Konten den Nachweis zur H&ouml;he dieser Zahlungen h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. Denn zumutbarer Inhalt und Intensit&auml;t der richterlichen Ermittlung stehen in einem zwingenden Zusammenhang mit dem Vorbringen der Beteiligten. Danach ist das Gericht zwar berechtigt, aber keineswegs stets verpflichtet, unter Inkaufnahme eines unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig gro&szlig;en Aufwands Umst&auml;nde zu ermitteln, die wie hier hinsichtlich der vereinnahmten Scheckzahlungen im Wissensbereich der Beteiligten (somit &quot;in ihrer Sph&auml;re&quot;) liegen und die diese unter Verletzung ihrer Mitwirkungspflicht nicht preisgeben (vgl. BFH-Urteil vom 9. September 1986 VIII R 100\/83, BFH\/NV 1987, 105, m.w.N.). Dies gilt insbesondere, wenn &#8211;wie hier im Hinblick auf den Streit &uuml;ber die H&ouml;he der erhaltenen Zahlungen&#8211; Anlass f&uuml;r entsprechende substantiierte Darlegungen und Nachweise besteht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.5.2008, VIII B 127\/07 Inanspruchnahme f&uuml;r nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Lohnsteuer als gebundene Entscheidung Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, weil die geltend gemachten Voraussetzungen f&uuml;r eine Zulassung der Revision gegen das angefochtene Urteil wegen Verfahrensm&auml;ngeln nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) nicht vorliegen. 2&nbsp; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-127-07-inanspruchnahme-fuer-nicht-einbehaltene-und-abgefuehrte-lohnsteuer-als-gebundene-entscheidung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;127\/07 &#8211; Inanspruchnahme f&uuml;r nicht einbehaltene und abgef&uuml;hrte Lohnsteuer als gebundene Entscheidung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18599","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18599","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18599"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18599\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18599"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18599"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18599"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}