{"id":18688,"date":"2012-12-11T17:38:05","date_gmt":"2012-12-11T15:38:05","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18688"},"modified":"2012-12-11T17:38:05","modified_gmt":"2012-12-11T15:38:05","slug":"iv-r-78-05-versaeumung-der-revisionsfrist-ordnungsgemaesse-zustellung-mit-postzustellungsurkunde-notwendiger-inhalt-der-postzustellungsurkunde-zustellung-ausserhalb-der-gewoehnlichen-geschaeftszeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-78-05-versaeumung-der-revisionsfrist-ordnungsgemaesse-zustellung-mit-postzustellungsurkunde-notwendiger-inhalt-der-postzustellungsurkunde-zustellung-ausserhalb-der-gewoehnlichen-geschaeftszeiten\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;78\/05 &#8211; Vers&auml;umung der Revisionsfrist &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung mit Postzustellungsurkunde &#8211; notwendiger Inhalt der Postzustellungsurkunde &#8211; Zustellung au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftszeiten &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Fristberechnung zur Vorbereitung einer fristgebundenen Prozesshandlung obliegt dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2008, IV R 78\/05<\/p>\n<p class=\"titel\">Vers&auml;umung der Revisionsfrist &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung mit Postzustellungsurkunde &#8211; notwendiger Inhalt der Postzustellungsurkunde &#8211; Zustellung au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftszeiten &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Fristberechnung zur Vorbereitung einer fristgebundenen Prozesshandlung obliegt dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                I. Das Finanzgericht (FG) wies zwei Klagen des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger), die es zur gemeinsamen Verhandlung und Entscheidung verbunden hatte, mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2005, 1328 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Gerichtsbescheid, in dem das FG die Revision zugelassen hatte, wurde der Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers, einer Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft in der Rechtsform der AG, mittels Postzustellungsurkunde zugestellt. Ausweislich der Postzustellungsurkunde versuchte die Postbedienstete die Sendung am 13. Mai 2005 zu &uuml;bergeben und legte sie, weil die &Uuml;bergabe im Gesch&auml;ftsraum der Prozessbevollm&auml;chtigten nicht m&ouml;glich gewesen sei, am 13. Mai 2005 &quot;in den zum Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung&quot; ein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Mit der am 14. Juni 2005 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegten Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger tr&auml;gt vor, der Gerichtsbescheid habe seine Prozessbevollm&auml;chtigte erst am 17. Mai 2005 &uuml;ber deren Postfach erreicht. Der Empfang in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen seiner Prozessbevollm&auml;chtigten sei von 7.30 Uhr bis mindestens 19.30 Uhr ununterbrochen besetzt, so dass es ausgeschlossen sei, dass die Postbedienstete &#8211;wie in der Postzustellungsurkunde vermerkt&#8211; am 13. Mai 2005 keine in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen besch&auml;ftigte Person angetroffen habe, der das Schriftst&uuml;ck habe &uuml;bergeben werden k&ouml;nnen. Der Gerichtsbescheid sei auch nicht am 13. Mai 2005 in den Hausbriefkasten eingeworfen worden. Er habe sich weder bei der Leerung des Briefkastens am 13. Mai 2005 noch bei der Leerung am Morgen des 17. Mai 2005 im Hausbriefkasten befunden. Die Sendung habe die Prozessbevollm&auml;chtigte daher nur am 17. Mai 2005 &uuml;ber deren Postfach erreichen k&ouml;nnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zumindest sei Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren. Das von der Postbediensteten auf dem Umschlag vermerkte Zustelldatum sei sehr unleserlich. Es sei deshalb von der im &Uuml;brigen stets zuverl&auml;ssig arbeitenden Steuerfachangestellten, die bei der Prozessbevollm&auml;chtigten f&uuml;r die Eintragung der Fristen in das Fristenkontrollbuch und f&uuml;r deren weitere &Uuml;berwachung zust&auml;ndig sei, nicht als 13. Mai 2005 erkannt worden. Die Steuerfachangestellte sei aufgrund des Posteingangsstempels sowohl auf dem Umschlag als auch auf dem Gerichtsbescheid vielmehr von einem Zugang am 17. Mai 2005 und damit von einem Fristablauf am 17. Juni 2005 ausgegangen. Eine Woche vor dem berechneten Fristablauf sei der Vorgang dem bearbeitenden Steuerberater wieder vorgelegt worden. Auch die erneute &Uuml;berpr&uuml;fung der Frist anl&auml;sslich der Wiedervorlage bei dem sachbearbeitenden Steuerberater durch die Steuerfachangestellte habe zu keiner besseren Erkenntnis &uuml;ber das unleserliche Datum auf dem Umschlag gef&uuml;hrt. In dem Verkennen des Datums auf dem Umschlag als 13. Mai 2005 sei ein unvorhersehbarer Fehler einer sonst sehr zuverl&auml;ssigen Steuerfachangestellten zu sehen. Ein solches Verschulden sei dem Kl&auml;ger nicht zuzurechnen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        1. das angefochtene Urteil sowie die Richtigstellungsbescheide f&uuml;r 1991 vom 26. Juni 2002 sowie f&uuml;r 1992 und 1993 vom 12. Juli 2001 in Gestalt der Einspruchsentscheidungen vom 13. August 2003 (1991) und vom 27. November 2002 (1992 und 1993) ersatzlos aufzuheben;          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td>                        2. festzustellen, dass die ge&auml;nderten Bescheide &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte f&uuml;r 1991 bis 1993 vom 4. November 1996 die Gewinnfeststellungsbescheide f&uuml;r 1991 vom 3. Februar 1993, f&uuml;r 1992 vom 11. November 1993 und f&uuml;r 1993 vom 23. Januar 1995 &quot;vollumf&auml;nglich ummanteln&quot;; dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 1991 bis 1993 also ein Gewinnanteil in H&ouml;he von jeweils 0 DM zugerechnet worden ist.          <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:36\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beantragt,      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>                    die Revision zur&uuml;ckzuweisen.        <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                II. Die Revision des Kl&auml;gers ist unzul&auml;ssig und deshalb durch Beschluss zu verwerfen (&sect; 126 Abs. 1 i.V.m. &sect; 10 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hat die Frist zur Einlegung der Revision vers&auml;umt. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand liegen nicht vor.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                1. Nach &sect; 120 Abs. 1 Satz 1 FGO ist die Revision beim BFH innerhalb eines Monats nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils (&sect; 105 FGO) oder Gerichtsbescheids (&sect; 90a Abs. 2 Satz 2 FGO) schriftlich einzulegen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Der Gerichtsbescheid des FG ist gem&auml;&szlig; &sect; 53 Abs. 2 FGO i.d.F. des Zustellungsreformgesetzes (ZustRG) vom 25. Juni 2001 (BGBl I 2001, 1206) i.V.m. &sect;&sect; 176 und 180 der Zivilprozessordnung (ZPO) am 13. Mai 2005 zugestellt worden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Wird der Post ein Zustellungsauftrag erteilt, erfolgt nach &sect; 176 Abs. 2 ZPO die Ausf&uuml;hrung der Zustellung nach den &sect;&sect; 177 bis 181 ZPO. Wird die Person, der zugestellt werden soll &#8211;hier einem gesetzlichen Vertreter bzw. Leiter der Prozessbevollm&auml;chtigten (&sect; 170 ZPO)&#8211;, in dem Gesch&auml;ftsraum nicht angetroffen, kann das Schriftst&uuml;ck nach &sect; 178 Abs. 1 Nr. 2 ZPO in Gesch&auml;ftsr&auml;umen einer dort besch&auml;ftigten Person zugestellt werden. Ist die Zustellung nach &sect; 178 Abs. 1 Nr. 2 ZPO nicht ausf&uuml;hrbar, kann nach &sect; 180 ZPO das Schriftst&uuml;ck in einen zu dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung eingelegt werden, die der Adressat f&uuml;r den Postempfang eingerichtet hat und die in der allgemein &uuml;blichen Art f&uuml;r eine sichere Aufbewahrung geeignet ist. Mit der Einlegung gilt das Schriftst&uuml;ck als zugestellt (&sect; 180 Satz 2 ZPO). Der Zusteller vermerkt auf dem Umschlag des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks das Datum der Zustellung (&sect; 180 Satz 3 ZPO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall hat die Postbedienstete ausweislich der Postzustellungsurkunde das zuzustellende Schriftst&uuml;ck zu &uuml;bergeben versucht und &#8211;weil die &Uuml;bergabe in dem Gesch&auml;ftsraum nicht m&ouml;glich war&#8211; am 13. Mai 2005 (einem Freitag) &quot;in den zum Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder eine &auml;hnliche Vorrichtung eingelegt&quot;. Damit gilt der Gerichtsbescheid mit der Einlegung am 13. Mai 2005 als zugestellt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Die Zustellung ist auch wirksam. Die Zustellungsurkunde ist ordnungsgem&auml;&szlig; erstellt worden. Sie enth&auml;lt die nach &sect; 182 Abs. 2 ZPO erforderlichen Angaben &uuml;ber den Zustellungsvorgang und das Zustellungsdatum. Insbesondere ist der Grund angegeben, der die Ersatzzustellung nach &sect; 180 ZPO rechtfertigte (&sect; 182 Abs. 2 Nr. 4 ZPO). Weitere Angaben dar&uuml;ber, weshalb die im Streitfall allein in Betracht kommende Ersatzzustellung nach &sect; 178 Abs. 1 Nr. 2 ZPO nicht m&ouml;glich war, waren in der Zustellungsurkunde nicht zu machen.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Es bedarf nach &sect; 182 Abs. 2 Nr. 4 ZPO auch keiner Beschreibung, in welchen Briefkasten oder in welche &auml;hnliche Vorrichtung das Schriftst&uuml;ck eingelegt wurde (BFH-Beschluss vom 6. Oktober 2003 VII B 12\/03, BFH\/NV 2004, 497). Eine solche &auml;hnliche Vorrichtung kann auch das Postfach des Adressaten sein (BFH-Beschluss vom 15. September 2004 I B 173\/03, BFH\/NV 2005, 229). Aus diesem Grunde steht es der Wirksamkeit der Zustellung nicht entgegen, wenn die Sendung sich &#8211;wie der Kl&auml;ger behauptet&#8211; weder bei der Leerung am 13. Mai 2005 noch am 17. Mai 2005 in dem Hausbriefkasten seiner Prozessbevollm&auml;chtigten befunden haben sollte. Der Kl&auml;ger geht selbst davon aus, dass die Sendung seine Prozessbevollm&auml;chtigte &uuml;ber deren Postfach erreicht hat.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Postbedienstete hat das Datum der Zustellung auf dem Briefumschlag vermerkt (&sect; 180 Satz 3 ZPO) und mit ihrem Handzeichen versehen. Das auf dem Briefumschlag angebrachte Datum ist als &quot;13.5&quot; erkennbar. Dies gilt ungeachtet dessen, dass der obere Halbkreis der Ziffer &quot;3&quot; unvollst&auml;ndig ist und sich letztlich nur als leicht gekr&uuml;mmte Linie &uuml;ber dem deutlich geschriebenen unteren Halbkreis der Ziffer darstellt. Da das Datum auf dem &quot;inneren Umschlag&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 180 Satz 3 ZPO lediglich zu vermerken ist, ist eine Unterschrift des Zustellers auf dem Umschlag zur Wirksamkeit der Zustellung nicht erforderlich.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die Tatsache, dass das auf dem Briefumschlag vermerkte Datum &quot;13.5&quot; &#8211;anders als das Datum auf der Postzustellungsurkunde&#8211; nicht auch die Jahresangabe 2005 enth&auml;lt, steht der Wirksamkeit der Zustellung ebenfalls nicht entgegen. Die Angabe des Datums auf dem &quot;inneren Umschlag&quot; dient dem Zweck, dass der Adressat der Sendung den Zeitpunkt der Zustellung feststellen kann (M&uuml;nchKommZPO\/H&auml;ublein, 3. Aufl., &sect; 180 Rz 4). Dies war im Streitfall gew&auml;hrleistet, da die Zustellung in einem anderen Jahr ersichtlich nicht in Betracht kam.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Die zuzustellende Sendung war mit dem Aktenzeichen des FG versehen (&sect; 190 ZPO i.V.m. der Zustellungsvordruckverordnung &#8211;ZustVV&#8211; vom 12. Februar 2002, BGBl I 2002, 671, zuletzt ge&auml;ndert durch die Verordnung vom 23. April 2004, BGBl I 2004, 619). Das Aktenzeichen war durch das Sichtfenster des Umschlags, der gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 ZuStVV verwendet werden durfte, deutlich lesbar. Eine &uuml;ber das Aktenzeichen hinausgehende Bezeichnung des zuzustellenden Schriftst&uuml;cks auf der Sendung war mangels einer entsprechenden Rechtsgrundlage in dem seit dem 1. Juli 2002 geltenden Zustellungsrecht nicht erforderlich. Auch aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung zu &sect; 176 Abs. 1 ZPO i.d.F. des ZustRG ergibt sich, dass zum Schutz der Pers&ouml;nlichkeitssph&auml;re des Empf&auml;ngers grunds&auml;tzlich keine M&ouml;glichkeit bestehen soll, aus dem Umschlag auf den Inhalt der Sendung zu schlie&szlig;en (BTDrucks 14\/4554, S. 19 f.).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Gem&auml;&szlig; &sect; 418 ZPO i.V.m. &sect; 182 Abs. 1 Satz 2 ZPO erbringt die Postzustellungsurkunde als &ouml;ffentliche Urkunde den vollen Beweis der in ihr bezeugten Tatsachen. Die Beweiskraft erstreckt sich nicht nur auf das Einlegen des Schriftst&uuml;cks in den zum Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung, sondern insbesondere auch darauf, dass der Postbedienstete unter der ihm angegebenen Anschrift weder den Adressaten pers&ouml;nlich noch eine zur Entgegennahme einer Ersatzzustellung in Betracht kommende Person angetroffen hat (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 3. Juni 1991&nbsp;&nbsp;2 BvR 511\/89, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1992, 224, unter II.1.c der Gr&uuml;nde). Dies gilt nach gefestigter h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung auch nach der Privatisierung der Deutschen Bundespost (BFH-Beschluss vom 24. April 2007 VIII B 249\/05, BFH\/NV 2007, 1465, m.w.N.). Ein Gegenbeweis kann nach &sect; 418 Abs. 2 ZPO nur durch den Beweis der Unrichtigkeit der in der Zustellungsurkunde bezeugten Tatsachen gef&uuml;hrt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Dieser Gegenbeweis erfordert den Beweis eines anderen als des beurkundeten Geschehensablaufs, der damit ein Fehlverhalten des Zustellers und eine Falschbeurkundung in der Zustellungsurkunde belegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Beschl&uuml;sse vom 8. Februar 1999 VIII R 61\/98, BFH\/NV 1999, 961; vom 27. Januar 1988 VII B 165\/87, BFH\/NV 1988, 790; vom 17. Dezember 1996 IX R 5\/96, BFHE 183, 3, BStBl II 1997, 638, und vom 10. November 2003 VII B 366\/02, BFH\/NV 2004, 509). Gefordert wird der volle Gegenbeweis, d.h. der Beweis der Unrichtigkeit der Postzustellungsurkunde in der Weise, dass ihre Beweiswirkung vollst&auml;ndig entkr&auml;ftet wird (vgl. BVerfG-Beschluss vom 20. Februar 2002&nbsp;&nbsp;2 BvR 2017\/01, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2002, 1008; Urteile des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 7. Juni 1990 III ZR 216\/89, NJW 1990, 2125, und vom 10. November 2005 III ZR 104\/05, NJW 2006, 150; BFH-Urteil vom 28. September 1993 II R 34\/92, BFH\/NV 1994, 291).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall hat der Kl&auml;ger diesen Gegenbeweis nicht erbracht. Hierzu h&auml;tte es zumindest der substantiierten Darlegung der Umst&auml;nde bedurft, die gegen die Richtigkeit des Inhalts der Postzustellungsurkunde sprechen (BVerfG-Beschluss in NJW-RR 2002, 1008). Der Kl&auml;ger h&auml;tte Umst&auml;nde darlegen m&uuml;ssen, die ein Fehlverhalten der Postzustellerin bei der Zustellung und damit eine Falschbeurkundung in der Postzustellungsurkunde zu belegen geeignet sind (Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Mai 1986&nbsp;&nbsp;4 CB 8.86, NJW 1986, 2127, m.w.N.). Eine derartige Substantiierung enth&auml;lt das kl&auml;gerische Revisionsvorbringen nicht. Deshalb hat der Senat auch die von der Revision angebotenen Beweise f&uuml;r die von ihr behaupteten Tatsachen nicht erhoben (vgl. dazu BFH-Beschluss in BFH\/NV 2004, 509).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Selbst wenn man davon ausgeht, dass der &quot;Empfang&quot; in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen der Prozessbevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers von 7.30 Uhr bis mindestens 19.30 Uhr ununterbrochen besetzt war und die Postbedienstete am 13. Mai 2005 in dieser Zeit eine in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen besch&auml;ftigte Person angetroffen h&auml;tte, der das Schriftst&uuml;ck h&auml;tte &uuml;bergeben werden k&ouml;nnen, ist damit gleichwohl nicht ausgeschlossen, dass die Zustellerin den Zustellvorgang zutreffend beurkundet hat. So ist denkbar, dass die Postbedienstete die &Uuml;bergabe der Sendung au&szlig;erhalb des vorgenannten Zeitraums versucht hat. Eine Zustellung au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftszeiten steht der Wirksamkeit der Ersatzzustellung nicht entgegen (BGH-Beschluss vom 24. April 2007 AnwZ (B) 93\/06, NJW 2007, 2186).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Kl&auml;ger hat auch keine Angaben dazu gemacht, weshalb ausgeschlossen werden kann, dass ein kurzfristiges, aber evtl. in Vergessenheit geratenes Verlassen des &quot;Empfangs&quot; ausgeschlossen werden kann. Der Kl&auml;ger hat ferner nicht dargelegt, dass der Postbediensteten zumindest w&auml;hrend der Zeit, in der der &quot;Empfang&quot; nach seinem Vortrag besetzt war, der Zugang zu dem Gesch&auml;ftsraum stets m&ouml;glich war. War der Gesch&auml;ftsraum, in dem sich der &quot;Empfang&quot; befand, z.B. durch eine T&uuml;r von dem f&uuml;r die Zustellerin zug&auml;nglichen (&ouml;ffentlichen) (Stra&szlig;en-)Raum getrennt, was nahe liegt und nach dem Vortrag des Kl&auml;gers nicht ausgeschlossen werden kann, ist es ohne weiteres m&ouml;glich, dass der Zustellversuch von den im &quot;Empfang&quot; besch&auml;ftigten Personen nicht bemerkt wurde. So ist denkbar, dass diese das L&auml;uten einer etwaigen T&uuml;rklingel, zu deren Vorhandensein und Beschaffenheit kl&auml;gerseits nichts vorgetragen wurde, z.B. wegen anderer Arbeiten oder des F&uuml;hrens von Telefongespr&auml;chen &uuml;berh&ouml;rt haben. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass die im Empfangsbereich t&auml;tigen Bediensteten das L&auml;uten der T&uuml;rklingel zwar vernommen, die Zustellerin aber gleichwohl nicht eingelassen haben, weil sie z.B. gerade anderweitig besch&auml;ftigt waren und die Zustellerin m&ouml;glicherweise nicht so lange gewartet hat, bis die T&uuml;r doch noch ge&ouml;ffnet wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Vortrag des Kl&auml;gers, die Sendung habe sich weder bei der Leerung am 13. Mai 2005 noch am 17. Mai 2005 im Hausbriefkasten seiner Prozessbevollm&auml;chtigten befunden, ist ebenfalls nicht geeignet, ein Fehlverhalten der Zustellerin zu belegen. Wie oben bereits ausgef&uuml;hrt wurde, kann die Sendung nach dem Inhalt der Postzustellungsurkunde am 13. Mai 2005 zul&auml;ssigerweise auch in das Postfach der Prozessbevollm&auml;chtigten eingelegt worden sein.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, die Sendung k&ouml;nne seine Prozessbevollm&auml;chtigten &uuml;ber das Postfach nur am 17. Mai 2005 erreicht haben, weil der Eingangsstempel das Datum vom 17. Mai 2005 trage, handelt es sich letztlich um eine blo&szlig;e Vermutung. Das Postfach werde &#8211;so die Revision&#8211; von einem selbst&auml;ndigen Unternehmer geleert, der die eingehende Post jeden Tag zwischen 8.30 Uhr und 8.45 Uhr bei der Prozessbevollm&auml;chtigten abliefere. Dort erhalte die Post dann einen Eingangsstempel. Auf der Grundlage dieses Vortrags ist es m&ouml;glich wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass sich die zuzustellende Sendung (noch) nicht bei der Post befand, die auf Grund der Leerung des Postfachs am 13. Mai 2005 bei der Prozessbevollm&auml;chtigten abgeliefert wurde. Unabh&auml;ngig davon ist es nicht ausgeschlossen, dass selbst eine in das Postfach eingelegte Sendung bei dessen Leerung &uuml;bersehen und deshalb nicht entnommen wurde. Dass das Postfach in der Zeit von Samstag, dem 14. Mai 2005, bis Montag, dem 16. Mai 2005 (Pfingstmontag), geleert wurde, hat der Kl&auml;ger nicht vorgetragen. F&uuml;r diese Tage finden sich im Fristenkontrollbuch der Prozessbevollm&auml;chtigten auch keine Eintragungen &uuml;ber einen Posteingang. Es liegt deshalb nicht fern, dass an diesen Tagen keine Leerung des Postfachs erfolgte. Vor diesem Hintergrund ist es auch glaubhaft, dass der Gerichtsbescheid erst am 17. Mai 2005 in das B&uuml;ro der Prozessbevollm&auml;chtigten gelangte und dann den entsprechenden Eingangsstempel erhielt. Dies besagt nach der von der Revision vorgetragenen Handhabung bei Schriftst&uuml;cken, die der Prozessbevollm&auml;chtigten &uuml;ber deren Postfach zugehen, aber nichts &uuml;ber den Zeitpunkt, zu dem der Gerichtsbescheid tats&auml;chlich in das Postfach eingelegt und damit zugestellt wurde.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Nichts anderes gilt f&uuml;r die Eintragung des Zugangs im Fristenkontrollbuch. Nach dem Revisionsvortrag erfolgte der Eintrag im Fristenkontrollbuch &uuml;ber den Posteingang am 17. Mai 2005 anhand des Eingangsstempels. Das Fristenkontrollbuch ist deshalb &#8211;aus den gleichen Gr&uuml;nden wie der Eingangsstempel&#8211; ungeeignet, ein etwaiges Fehlverhalten der Postbediensteten bei der Zustellung zu belegen. Zudem erfolgten die Eintragungen im Fristenkontrollbuch offenbar nicht chronologisch mit dem Eingang des jeweiligen Schriftst&uuml;cks. So finden sich in dem Fristenkontrollbuch auch nach dem fraglichen Eintrag &uuml;ber den Eingang des Gerichtsbescheids zahlreiche Eintragungen zu Schriftst&uuml;cken, die nach dem Fristenkontrollbuch bereits am 13. Mai 2005 bzw. am 9. Mai 2005 eingegangen waren.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                d) Der Gerichtsbescheid ist nach alledem am 13. Mai 2005 wirksam zugestellt worden. Die Revision wurde beim BFH jedoch erst am 14. Juni 2005 und damit versp&auml;tet nach Ablauf der Revisionsfrist eingelegt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                2. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann nicht gew&auml;hrt werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Nach &sect; 56 Abs. 1 FGO ist auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden verhindert war, eine gesetzliche Frist einzuhalten. Der Antrag ist binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses zu stellen; diese Frist betr&auml;gt bei Vers&auml;umung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision einen Monat (&sect; 56 Abs. 2 Satz 1 FGO). Nach &sect; 56 Abs. 2 Satz 2 FGO sind die Tatsachen zur Begr&uuml;ndung des Antrags bei der Antragstellung oder im Verfahren &uuml;ber den Antrag glaubhaft zu machen. Innerhalb der Antragsfrist ist die vers&auml;umte Rechtshandlung nachzuholen (&sect; 56 Abs. 2 Satz 3 FGO).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Im Streitfall beruhte die Vers&auml;umung der Revisionsfrist auf einem dem Kl&auml;ger gem&auml;&szlig; &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 85 Abs. 2 ZPO zuzurechnenden Verschulden seiner Prozessbevollm&auml;chtigten. Denn es kann nach dem Vortrag des Kl&auml;gers nicht von einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Fristenkontrolle ausgegangen werden.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Zwar darf nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die routinem&auml;&szlig;ige Berechnung und Kontrolle g&auml;ngiger Fristen zuverl&auml;ssigen B&uuml;rokr&auml;ften &uuml;berlassen werden. Der Prozessbevollm&auml;chtigte ist aber zu einer eigenverantwortlichen Nachpr&uuml;fung des Fristablaufs gehalten, wenn es um die Vorbereitung der fristgebundenen Prozesshandlung geht (BFH-Urteil vom 17. Oktober 2007 I R 31\/06, BFH\/NV 2008, 796). Denn dann ist die Nachpr&uuml;fung der Frist keine routinem&auml;&szlig;ige B&uuml;roarbeit mehr, von der er sich im Interesse seiner eigentlichen Aufgaben freimachen darf. Vielmehr handelt es sich nunmehr um die gebotene Pr&uuml;fung einer Zul&auml;ssigkeitsvoraussetzung der beabsichtigten Prozesshandlung, die in den eigenen Verantwortungsbereich des Prozessbevollm&auml;chtigten f&auml;llt (BGH-Beschluss vom 21. M&auml;rz 1991 XII ZB 131\/89, Versicherungsrecht 1991, 119). Das bedeutet, dass der Prozessbevollm&auml;chtigte, dem die Akten im Zusammenhang mit einer fristgebundenen Verfahrenshandlung vorgelegt werden, von diesem Zeitpunkt an nicht mehr unverschuldet handelt, wenn er auf die Fristenkontrolle durch sein B&uuml;ropersonal vertraut und eine eigenst&auml;ndige &Uuml;berpr&uuml;fung der einzuhaltenden Frist unterl&auml;sst. Dabei muss durch organisatorische Ma&szlig;nahmen (Vorfrist) die rechtzeitige Wiedervorlage der Sache gew&auml;hrleistet sein (BFH-Beschluss vom 6. Mai 1987 II R 40\/86, BFH\/NV 1988, 444); zum Vorfristtermin muss die Frist noch einmal &uuml;berpr&uuml;ft werden (Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 56 Rz 20 &quot;Fristenkontrolle&quot;). Bei Zustellung gegen Postzustellungsurkunde ist der Umschlag mit dem Zustellungsvermerk aufzubewahren und dem Prozessbevollm&auml;chtigten zur Pr&uuml;fung der Frist mit vorzulegen (BFH-Beschluss vom 23. September 1987 V B 71\/87, BFH\/NV 1988, 250). Nicht ausreichend ist die Berechnung der Frist anhand des Eingangsstempels der Kanzlei. Der Prozessbevollm&auml;chtigte muss sich f&uuml;r seine Fristberechnung vielmehr an dem vom Postbediensteten auf der Sendung vermerkten Tag der Zustellung orientieren (BGH-Beschluss vom 22. Mai 1984 VI ZR 49\/84, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1985, 193).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Im Streitfall hat der Kl&auml;ger vorgetragen, &quot;der Sachverhalt (sei) dem bearbeitenden Steuerberater eine Woche vor dem berechneten Fristablauf wieder vorgelegt&quot; worden. Allerdings habe auch &quot;die erneute &Uuml;berpr&uuml;fung der Frist anl&auml;sslich der Wiedervorlage bei dem sachbearbeitenden Steuerberater durch die Steuerfachangestellte zu keiner besseren Erkenntnis &uuml;ber das unleserliche Datum auf dem Umschlag&quot; gef&uuml;hrt. In dem vom Kl&auml;ger vorgelegten Fristenkontrollbuch ist eine Frist zur &quot;Erinnerung&quot; auf den 10. Juni 2005 eingetragen. Aus dem Fristenkontrollbuch und dem Revisionsvorbringen ergibt sich jedoch nicht, ob dem bearbeitenden Steuerberater am 10. Juni 2005 auch die Akten mit dem Briefumschlag vorgelegt wurden, wie dies f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Fristenkontrolle geboten gewesen w&auml;re. Auch ist nicht vorgetragen, dass der Steuerberater bei der Wiedervorlage die Revisionsfrist selbst ordnungsgem&auml;&szlig; gepr&uuml;ft hat. Am 10. Juni 2005 war die Revisionsfrist noch nicht abgelaufen. Nach dem Fristenkontrollbuch fand die Pr&uuml;fung durch den sachbearbeitenden Steuerberater erst am 14. Juni 2005 und damit nach Ablauf der Revisionsfrist statt.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Aber selbst wenn die Frist zu dem (rechtzeitigen) Wiedervorlagetermin am 10. Juni 2005 nicht nur durch die Steuerfachangestellte, sondern auch durch den sachbearbeitenden Steuerberater &#8211;wie es geboten gewesen w&auml;re&#8211; &uuml;berpr&uuml;ft worden sein sollte, w&auml;re die Frist schuldhaft vers&auml;umt worden. Denn falls der sachbearbeitende Steuerberater das auf dem Briefumschlag vermerkte Datum tats&auml;chlich als unleserlich empfunden haben sollte, wie die Revision vortr&auml;gt, war er erst recht gehalten, sich &uuml;ber den Zeitpunkt der Zustellung &#8211;z.B. durch Nachfrage beim FG oder durch Einsichtnahme in die sich in der FG-Akte befindliche Postzustellungsurkunde&#8211; Gewissheit zu verschaffen. Jedenfalls durfte sich der Steuerberater f&uuml;r die Fristberechnung nicht auf den Eingangsstempel seiner Kanzlei bzw. auf die &Uuml;berpr&uuml;fung der Frist durch die Steuerfachangestellte verlassen, wie dies offenbar geschehen ist.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 4.7.2008, IV R 78\/05 Vers&auml;umung der Revisionsfrist &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung mit Postzustellungsurkunde &#8211; notwendiger Inhalt der Postzustellungsurkunde &#8211; Zustellung au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftszeiten &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Fristberechnung zur Vorbereitung einer fristgebundenen Prozesshandlung obliegt dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Das Finanzgericht (FG) wies zwei Klagen des Kl&auml;gers &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-78-05-versaeumung-der-revisionsfrist-ordnungsgemaesse-zustellung-mit-postzustellungsurkunde-notwendiger-inhalt-der-postzustellungsurkunde-zustellung-ausserhalb-der-gewoehnlichen-geschaeftszeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;78\/05 &#8211; Vers&auml;umung der Revisionsfrist &#8211; ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung mit Postzustellungsurkunde &#8211; notwendiger Inhalt der Postzustellungsurkunde &#8211; Zustellung au&szlig;erhalb der gew&ouml;hnlichen Gesch&auml;ftszeiten &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Fristberechnung zur Vorbereitung einer fristgebundenen Prozesshandlung obliegt dem Prozessbevollm&auml;chtigten selbst<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18688","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18688","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18688"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18688\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}