{"id":18716,"date":"2012-12-11T17:38:09","date_gmt":"2012-12-11T15:38:09","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=18716"},"modified":"2012-12-11T17:38:09","modified_gmt":"2012-12-11T15:38:09","slug":"viii-b-106-07-erfuellung-der-mitwirkungspflicht-durch-stellung-von-im-ausland-ansaessigen-zeugen-in-die-muendliche-verhandlung-hinweispflicht-des-finanzgerichts-beteiligtenvernehmung-idr-kein-beweismi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-106-07-erfuellung-der-mitwirkungspflicht-durch-stellung-von-im-ausland-ansaessigen-zeugen-in-die-muendliche-verhandlung-hinweispflicht-des-finanzgerichts-beteiligtenvernehmung-idr-kein-beweismi\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;106\/07 &#8211; Erf&uuml;llung der Mitwirkungspflicht durch Stellung von im Ausland ans&auml;ssigen Zeugen in die m&uuml;ndliche Verhandlung &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts &#8211; Beteiligtenvernehmung i.d.R. kein Beweismittel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.7.2008, VIII B 106\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Erf&uuml;llung der Mitwirkungspflicht durch Stellung von im Ausland ans&auml;ssigen Zeugen in die m&uuml;ndliche Verhandlung &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts &#8211; Beteiligtenvernehmung i.d.R. kein Beweismittel<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>      <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                Der Senat kann offenlassen, ob die Beschwerdebegr&uuml;ndung den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, denn jedenfalls ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                a) Mit der R&uuml;ge, das Finanzgericht (FG) habe durch Nichterhebung angebotener Beweise &#8211;im Streitfall: Vernehmung der Zeugen X und Y&#8211; seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) verletzt, machen die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) zwar einen Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO geltend. Diese R&uuml;ge ist aber schon deshalb unbegr&uuml;ndet, weil es sich bei den von den Kl&auml;gern benannten Personen um im Ausland ans&auml;ssige Zeugen handelt. Denn nach &sect; 90 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) haben Beteiligte Beweismittel, die sich auf Vorg&auml;nge au&szlig;erhalb des Geltungsbereichs der AO beziehen, selbst zu beschaffen, mithin im Ausland ans&auml;ssige Zeugen in die Sitzung zu stellen, sofern es sich &#8211;wie hier&#8211; um den Nachweis eines im Ausland verwirklichten Sachverhalts handelt (vgl. Senatsbeschluss vom 3. April 2007 VIII B 60\/06, BFH\/NV 2007, 1341, m.w.N.). Eines entsprechenden Hinweises seitens des Gerichts bedarf es nicht, wenn der Verfahrensbeteiligte &#8211;wie im Streitfall&#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung rechtskundig vertreten ist (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25. April 2006 X B 38\/05, BFH\/NV 2006, 1444, m.w.N.) und der Kl&auml;gervertreter im finanzgerichtlichen Verfahren zuvor sogar schrifts&auml;tzlich unter Hinweis auf die Problematik des &sect; 90 Abs. 2 AO angek&uuml;ndigt hat, die Zeugen in die m&uuml;ndliche Verhandlung zu stellen. Werden die Zeugen indes entgegen der vorherigen Ank&uuml;ndigung nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung sistiert, ohne dass in irgendeiner Weise deutlich gemacht wird, aus welchen Gr&uuml;nden das nicht m&ouml;glich gewesen sei, kann dem FG nicht angelastet werden, es habe von der Erhebung beantragter Beweise abgesehen. Das gilt erst recht, wenn die Nichteinvernahme der Zeugen nicht ausdr&uuml;cklich ger&uuml;gt und Vertagung beantragt wird.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                b) Eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht kann auch nicht darauf gest&uuml;tzt werden, das FG h&auml;tte die Kl&auml;ger pers&ouml;nlich zur m&uuml;ndlichen Verhandlung laden m&uuml;ssen, um Unklarheiten auszur&auml;umen bzw. sich bestimmte Dinge aus erster Hand n&auml;her erl&auml;utern zu lassen. Die Kl&auml;ger verkennen insoweit, dass eine Beteiligtenvernehmung regelm&auml;&szlig;ig kein Beweismittel ist, das sich dem FG aufdr&auml;ngen muss, weil ein Beteiligter ohnehin im Verfahren alle ihm bekannten Umst&auml;nde darlegen kann (BFH-Beschl&uuml;sse vom 7. Juli 1998 I B 102\/97, juris, und vom 19. Juli 2005 X B 30\/05, BFH\/NV 2005, 1861). Abgesehen davon blieb es den Kl&auml;gern auch unbenommen, an der m&uuml;ndlichen Verhandlung teilzunehmen und sich zur Sache zu &auml;u&szlig;ern (BFH-Beschluss vom 25. Juli 2006 IV B 116\/04, BFH\/NV 2006, 2270).      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>                c) Soweit mit der Beschwerde ger&uuml;gt wird, angesichts der steuerlichen Belastung der vierk&ouml;pfigen Familie der Kl&auml;ger im Vergleich zu einem Ledigen ohne Kinder verkenne das FG, dass insoweit ein Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 und Art. 6 des Grundgesetzes (GG) vorliege, gen&uuml;gt das Beschwerdevorbringen nicht den Darlegungsanforderungen. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH f&uuml;hrt die blo&szlig;e Behauptung, eine Norm und deren Auslegung seien verfassungswidrig, nicht zur Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung, sofern diese nicht offenkundig ist. Vielmehr ist f&uuml;r die schl&uuml;ssige Darlegung der Verfassungswidrigkeit eine substantiierte, an den Vorgaben des GG sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts orientierte rechtliche Auseinandersetzung erforderlich (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 9. Dezember 1996 II B 82\/96, BFH\/NV 1997, 254; vom 3. April 2001 VI B 224\/99, BFH\/NV 2001, 1138; vom 3. September 2001 XI B 154\/00, BFH\/NV 2002, 203; Senatsbeschl&uuml;sse vom 9. M&auml;rz 2004 VIII B 271\/02, juris, vom 15. Dezember 2004 VIII B 181\/04, BFH\/NV 2005, 896). Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdeschrift, die sich im Wesentlichen auf die Wiederholung der bereits im erstinstanzlichen Verfahren vorgebrachten Argumente beschr&auml;nkt und sich damit gegen die materielle Richtigkeit der Vorentscheidung richtet, nicht.      <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>   <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.7.2008, VIII B 106\/07 Erf&uuml;llung der Mitwirkungspflicht durch Stellung von im Ausland ans&auml;ssigen Zeugen in die m&uuml;ndliche Verhandlung &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts &#8211; Beteiligtenvernehmung i.d.R. kein Beweismittel Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Der Senat kann offenlassen, ob die Beschwerdebegr&uuml;ndung den Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-106-07-erfuellung-der-mitwirkungspflicht-durch-stellung-von-im-ausland-ansaessigen-zeugen-in-die-muendliche-verhandlung-hinweispflicht-des-finanzgerichts-beteiligtenvernehmung-idr-kein-beweismi\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;106\/07 &#8211; Erf&uuml;llung der Mitwirkungspflicht durch Stellung von im Ausland ans&auml;ssigen Zeugen in die m&uuml;ndliche Verhandlung &#8211; Hinweispflicht des Finanzgerichts &#8211; Beteiligtenvernehmung i.d.R. kein Beweismittel<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-18716","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18716\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}