{"id":23880,"date":"2013-01-22T14:17:19","date_gmt":"2013-01-22T12:17:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=23880"},"modified":"2013-01-22T14:17:19","modified_gmt":"2013-01-22T12:17:19","slug":"zu-%c2%a7-88-untersuchungsgrundsatz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-88-untersuchungsgrundsatz-2\/","title":{"rendered":"Zu \u00a7 88 &#8211; Untersuchungsgrundsatz:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 88 &#8211; Untersuchungsgrundsatz:<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>1.<\/td>\n<td><sup>1<\/sup>Die Finanzbeh\u00f6rden haben alle notwendigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die entscheidungserheblichen Tatsachen aufzukl\u00e4ren. <sup>2<\/sup>Sie bestimmen Art und Umfang der Ermittlungen nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalles. <sup>3<\/sup>Der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ist zu beachten. <sup>4<\/sup>Die Ermittlungshandlungen d\u00fcrfen danach zu dem angestrebten Erfolg nicht erkennbar au\u00dfer Verh\u00e4ltnis stehen. <sup>5<\/sup>Sie sollen so gew\u00e4hlt werden, dass damit unter Ber\u00fccksichtigung der Verh\u00e4ltnisse des Einzelfalles ein m\u00f6glichst geringer Eingriff in die Rechtssph\u00e4re des Beteiligten oder Dritter verbunden ist. <sup>6<\/sup>Der Gew\u00e4hrung rechtlichen Geh\u00f6rs kommt besondere Bedeutung zu.<sup>7<\/sup>Trotz des in \u00a7 85 festgelegten Legalit\u00e4tsprinzips k\u00f6nnen bei den Entscheidungen der Finanzbeh\u00f6rden Erw\u00e4gungen einbezogen werden, die im Ergebnis Zweckm\u00e4\u00dfigkeitserw\u00e4gungen gleichzustellen sind (BVerfG-Beschluss vom 20.6.1973 &#8211; 1 BvL 9\/71, 1 BvL 10\/71 &#8211; BStBl II, S. 720 ). <sup>8<\/sup>F\u00fcr die Anforderungen, die an die Aufkl\u00e4rungspflicht der Finanzbeh\u00f6rden zu stellen sind, darf die Erw\u00e4gung eine Rolle spielen, dass die Aufkl\u00e4rung einen nicht mehr vertretbaren Zeitaufwand erfordert. <sup>9<\/sup>Dabei kann auf das Verh\u00e4ltnis zwischen voraussichtlichem Arbeitsaufwand und steuerlichem Erfolg abgestellt werden. <sup>10<\/sup>Die Finanz\u00e4mter d\u00fcrfen auch ber\u00fccksichtigen, in welchem Ma\u00dfe sie durch ein zu erwartendes finanzgerichtliches Verfahren belastet werden, sofern sie bei vorhandenen tats\u00e4chlichen oder rechtlichen Zweifeln dem Begehren des Steuerpflichtigen nicht entsprechen und zu seinem Nachteil entscheiden. <sup>11<\/sup>In F\u00e4llen erschwerter Sachverhaltsermittlung dient es unter bestimmten Voraussetzungen der Effektivit\u00e4t der Besteuerung und allgemein dem Rechtsfrieden, wenn sich die Beteiligten \u00fcber die Annahme eines bestimmten Sachverhalts und \u00fcber eine bestimmte Sachbehandlung einigen k\u00f6nnen (BFH-Urteil vom 11.12.1984 &#8211; VIII R 131\/76 &#8211; BStBl 1985 II, S. 354). <sup>12<\/sup>Vgl. hierzu BMF-Schreiben vom 30.7.2008, BStBl I S. 831.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>2.<\/td>\n<td><sup>1<\/sup>Die Aufkl\u00e4rungspflicht der Finanzbeh\u00f6rden wird durch die Mitwirkungspflicht der Beteiligten (\u00a7 90) begrenzt. <sup>2<\/sup>Die Finanzbeh\u00f6rden sind nicht verpflichtet, den Sachverhalt auf alle m\u00f6glichen Fallgestaltungen zu erforschen. <sup>3<\/sup>F\u00fcr den Regelfall kann davon ausgegangen werden, dass die Angaben des Steuerpflichtigen in der Steuererkl\u00e4rung vollst\u00e4ndig und richtig sind (BFH-Urteil vom 17.4.1969 &#8211; V R 21\/66 &#8211; BStBl II, S. 474). <sup>4<\/sup>Die Finanzbeh\u00f6rde kann den Angaben eines Steuerpflichtigen Glauben schenken, wenn nicht greifbare Umst\u00e4nde vorliegen, die darauf hindeuten, dass seine Angaben falsch oder unvollst\u00e4ndig sind (BFH-Urteil vom 11.7.1978 &#8211; VIII R 120\/75 &#8211; BStBl 1979 II, S. 57). <sup>5<\/sup>Sie verletzt ihre Aufkl\u00e4rungspflicht nur, wenn sie Tatsachen oder Beweismittel au\u00dfer acht l\u00e4sst und offenkundigen Zweifelsfragen nicht nachgeht, die sich ihr den Umst\u00e4nden nach ohne weiteres aufdr\u00e4ngen mussten (BFH-Urteile vom 16.1.1964 &#8211; V 94\/61 U &#8211; BStBl III, S. 149, und vom 13.11.1985 &#8211; II R 208\/82 &#8211; BStBl 1986 II, S. 241).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table width=\"104%\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>3.<\/td>\n<td><sup>1<\/sup>Im Rahmen der Pr\u00fcfung zugunsten des Steuerpflichtigen muss die Finanzbeh\u00f6rde ihrer Pflicht zur F\u00fcrsorge f\u00fcr den Steuerpflichtigen (\u00a7 89) gerecht werden. <sup>2<\/sup>So ist auch die Verj\u00e4hrung von Amts wegen zu ber\u00fccksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 88 &#8211; Untersuchungsgrundsatz: 1. 1Die Finanzbeh\u00f6rden haben alle notwendigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um die entscheidungserheblichen Tatsachen aufzukl\u00e4ren. 2Sie bestimmen Art und Umfang der Ermittlungen nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalles. 3Der Grundsatz der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit ist zu beachten. 4Die Ermittlungshandlungen d\u00fcrfen danach zu dem angestrebten Erfolg nicht erkennbar au\u00dfer Verh\u00e4ltnis stehen. 5Sie sollen so gew\u00e4hlt &hellip; 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