{"id":24835,"date":"2013-02-02T17:11:25","date_gmt":"2013-02-02T15:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=24835"},"modified":"2013-02-02T17:11:25","modified_gmt":"2013-02-02T15:11:25","slug":"r-b-158-1-begriff-des-land-und-forstwirtschaftlichen-vermogens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/r-b-158-1-begriff-des-land-und-forstwirtschaftlichen-vermogens\/","title":{"rendered":"R B 158.1 Begriff des land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gens"},"content":{"rendered":"<p><strong>D. Land- und forstwirtschaftliches Verm\u00f6gen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zu \u00a7 158 BewG<\/strong><\/p>\n<p><strong>R B 158.1 Begriff des land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gens<\/strong><\/p>\n<p>(1)\u00a0<sup>1<\/sup>Die\u00a0<strong>wirtschaftliche Einheit<\/strong>\u00a0des land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gens umfasst nach\u00a0\u00a7 158 Absatz 1 BewG\u00a0alle Wirtschaftsg\u00fcter, die objektiv einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft dauernd zu dienen bestimmt sind.\u00a0<sup>2<\/sup>Die Definition der wirtschaftlichen Einheit richtet sich t\u00e4tigkeitsbezogen nach den Grunds\u00e4tzen der\u00a0R 15.5 EStR\u00a0und im \u00dcbrigen nach\u00a0\u00a7 2 BewG.\u00a0<sup>3<\/sup>Eine Betriebsverpachtung im Ganzen ist deshalb als Fortsetzung der bisherigen T\u00e4tigkeit auf andere Art und Weise anzusehen.\u00a0<sup>4<\/sup>Voraussetzung ist, dass die Wirtschaftsg\u00fcter dem Betrieb auf Dauer zu dienen bestimmt sind.\u00a0<sup>5<\/sup>Dies ist der Fall, wenn der bisherige Eigent\u00fcmer am Bewertungsstichtag die wesentlichen Wirtschaftsg\u00fcter des Betriebs an Andere zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung \u00fcberlassen hatte und die Voraussetzungen f\u00fcr eine St\u00fcckl\u00e4nderei nicht vorliegen.<\/p>\n<p>(2)\u00a0<sup>1<\/sup>Der Betrieb der Land- und Forstwirtschaft (\u00a7 158 Absatz 2 BewG) setzt weder eine<strong>Mindestgr\u00f6\u00dfe<\/strong>\u00a0noch einen vollen land- und forstwirtschaftlichen Besatz mit Wirtschaftsgeb\u00e4uden, Betriebsmitteln usw. voraus.\u00a0<sup>2<\/sup>Auch ein einzelnes land- und forstwirtschaftlich genutztes Grundst\u00fcck, das gem\u00e4\u00df\u00a0\u00a7 159 BewG\u00a0nicht zum Grundverm\u00f6gen zu rechnen ist, kann ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft sein.\u00a0<sup>3<\/sup>Mehrere Fl\u00e4chen werden ohne R\u00fccksicht auf ihre r\u00e4umliche Lage unter der Voraussetzung zu einer wirtschaftlichen Einheit vereinigt, dass sie zusammen bewirtschaftet werden und zwischen ihnen ein wirtschaftlicher Zusammenhang besteht.\u00a0<sup>4<\/sup>Das ist zu verneinen, wenn die Bewirtschaftung abgelegener Fl\u00e4chen von der Hofstelle oder einem sonstigen Sitz der Betriebsleitung aus nach der Verkehrsauffassung nicht m\u00f6glich ist oder der Betriebsinhaber keine unmittelbare Einwirkungsm\u00f6glichkeit und eigene Aufsicht \u00fcber die sachdienliche Nutzung dieser Fl\u00e4chen hat.\u00a0<sup>5<\/sup>Besonderheiten der jeweiligen Nutzung sind zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>(3)\u00a0<sup>1<\/sup>Wird ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft von einer (Personen-)<strong>Gesellschaft oder Gemeinschaft<\/strong>\u00a0betrieben (\u00a7 158 Absatz 2 Satz 2 BewG), ist der Wert des land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gens einheitlich zu ermitteln (\u00a7 3 BewG).\u00a0<sup>2<\/sup>Dabei sind au\u00dfer den Wirtschaftsg\u00fctern, die der Gesellschaft oder Gemeinschaft geh\u00f6ren, auch die im Eigentum eines oder mehrerer Gesellschafter oder Gemeinschafter stehenden und dem Betrieb auf Dauer zu dienen bestimmten Wirtschaftsg\u00fcter, z. B. Nutzfl\u00e4chen, Geb\u00e4ude oder Betriebsmittel, in den Betrieb einzubeziehen.\u00a0<sup>3<\/sup>Dagegen scheidet die Zurechnung von Wirtschaftsg\u00fctern aus, die zwar dem Betrieb dauernd zu dienen bestimmt sind, jedoch im Eigentum eines Nichtgesellschafters bzw. -gemeinschafters stehen.\u00a0<sup>4<\/sup>Die S\u00e4tze 2 und 3 gelten auch bei Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern.<\/p>\n<p>(4)\u00a0<sup>1<\/sup>Zu den\u00a0<strong>Wirtschaftsg\u00fctern<\/strong>, die einem Betrieb der land- und Forstwirtschaft dauernd zu dienen bestimmt sind, k\u00f6nnen auch Grunddienstbarkeiten und betrieblich veranlasste wiederkehrende Nutzungen und Leistungen geh\u00f6ren.\u00a0<sup>2<\/sup>Die Aufz\u00e4hlung der einzelnen Wirtschaftsg\u00fcter in\u00a0\u00a7 158 Absatz 3 Satz 1 BewG\u00a0ist nicht abschlie\u00dfend.\u00a0<sup>3<\/sup>Entscheidend ist ihre Zweckbestimmung am Bewertungsstichtag (\u00a7 12 Absatz 3 ErbStG\u00a0in Verbindung mit\u00a0\u00a7\u00a7 151,\u00a0157 BewG).<\/p>\n<p>(5)\u00a0<sup>1<\/sup><strong>Grund und Boden sowie Geb\u00e4ude<\/strong>, die einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft dauernd zu dienen bestimmt sind, geh\u00f6ren auch dann zum land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gen, wenn der Betrieb ganz oder in Teilen auf bestimmte oder unbestimmte Zeit nicht bewirtschaftet wird.<sup>2<\/sup>Das ist der Fall, wenn sie keine Zweckbestimmung erhalten haben, die zu einer zwingenden Zuordnung zum Grund- oder Betriebsverm\u00f6gen f\u00fchren.\u00a0<sup>3<\/sup>Als Beispiele hierf\u00fcr kommen in Betracht:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1.<\/td>\n<td valign=\"top\">Grund und Boden, der auf bestimmte oder unbestimmte Zeit nicht land- und forstwirtschaftlich genutzt wird, z.B. stillgelegte Fl\u00e4chen;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2.<\/td>\n<td valign=\"top\">der Wohnteil, der wegen \u00c4nderung der Anzahl der zum Haushalt des Betriebsinhabers geh\u00f6renden Familienangeh\u00f6rigen oder der Altenteiler nicht oder nicht voll genutzt wird;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">3.<\/td>\n<td valign=\"top\">Wirtschaftsgeb\u00e4ude, die vor\u00fcbergehend oder dauernd teilweise oder ganz leer stehen, z.B. geh\u00f6rt der leer stehende Rindviehstall eines Betriebs, dessen Inhaber wegen Wirtschaftsumstellung das Rindvieh abgeschafft hat, zum land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>(6) Zu den\u00a0<strong>Betriebsmitteln<\/strong>\u00a0eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft geh\u00f6ren au\u00dfer den Pflanzenbest\u00e4nden und Vorr\u00e4ten, den Maschinen und Ger\u00e4ten auch die Tierbest\u00e4nde nach Ma\u00dfgabe der\u00a0\u00a7\u00a7 169\u00a0und\u00a0175 BewG.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>D. 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