{"id":24956,"date":"2013-02-04T15:34:13","date_gmt":"2013-02-04T13:34:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=24956"},"modified":"2013-02-04T15:34:13","modified_gmt":"2013-02-04T13:34:13","slug":"r-b-164-ermittlung-des-mindestwerts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/r-b-164-ermittlung-des-mindestwerts\/","title":{"rendered":"R B 164 Ermittlung des Mindestwerts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 164 BewG<\/strong><\/p>\n<p><strong>R B 164 Ermittlung des Mindestwerts<\/strong><\/p>\n<p>(1)\u00a0<sup>1<\/sup>Der Mindestwert umfasst den Wert des Grund und Bodens sowie den Wert der sonstigen Wirtschaftsg\u00fcter (Besatzkapital).\u00a0<sup>2<\/sup>Der Wert des Grund und Bodens wird durch Kapitalisierung eines Pachtpreises unter Ber\u00fccksichtigung der\u00a0<strong>Eigentumsfl\u00e4che<\/strong>\u00a0des Betriebs ermittelt.\u00a0<sup>3<\/sup>Das Besatzkapital wird durch Kapitalisierung des Werts der Wirtschaftsg\u00fcter unter Ber\u00fccksichtigung der\u00a0<strong>selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen<\/strong>\u00a0ermittelt.<\/p>\n<p>(2)\u00a0<sup>1<\/sup>Der Pachtpreis bestimmt sich nach der jeweiligen Nutzung, ggf. dem Nutzungsteil und der Nutzungsart des Grund und Bodens und ergibt sich aus den Anlagen 14 bis 18 zum\u00a0BewG.\u00a0<sup>2<\/sup>Bei der landwirtschaftlichen Nutzung ist zur Bestimmung des ma\u00dfgebenden Pachtpreises entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zus\u00e4tzlich die Betriebsgr\u00f6\u00dfe zu ber\u00fccksichtigen.\u00a0<sup>3<\/sup>Der jeweilige Pachtpreis ist mit den jeweiligen\u00a0<strong>Eigentumsfl\u00e4chen bzw. Fl\u00e4chenanteilen<\/strong>\u00a0des Betriebs am Bewertungsstichtag zu multiplizieren.\u00a0<sup>4<\/sup>Der hieraus errechnete Wert ist mit 18,6 zu kapitalisieren.<\/p>\n<p>(3)\u00a0<sup>1<\/sup>F\u00fcr die sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen gelten die Grunds\u00e4tze des Absatzes 1 Satz 1 entsprechend.\u00a0<sup>2<\/sup>Soweit Fl\u00e4chen einer sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung zu dienen bestimmt sind, ist ein Pachtpreis von 171 Euro\/ha anzusetzen.<\/p>\n<p>(4) F\u00fcr das Abbauland ist ein pauschaler Pachtpreis von 136 Euro\/ha anzusetzen.<\/p>\n<p>(5) F\u00fcr das Geringstland ist ein pauschaler Pachtpreis von 5,40 Euro\/ha anzusetzen.<\/p>\n<p>(6)\u00a0<sup>1<\/sup>Der Wert des Besatzkapitals bestimmt sich nach der jeweiligen Nutzung, ggf. dem Nutzungsteil und der Nutzungsart in Abh\u00e4ngigkeit des Grund und Bodens und ergibt sich aus den Anlagen 14 bis 18 zum\u00a0BewG.\u00a0<sup>2<\/sup>Bei der landwirtschaftlichen Nutzung ist zur Bestimmung des ma\u00dfgebenden Werts entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zus\u00e4tzlich die Betriebsgr\u00f6\u00dfe zu ber\u00fccksichtigen.\u00a0<sup>3<\/sup>Der jeweilige Wert des Besatzkapitals ist mit den jeweiligen\u00a0<strong>selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen<\/strong>\u00a0des Betriebs am Bewertungsstichtag zu multiplizieren.\u00a0<sup>4<\/sup>Die Frage, ob Fl\u00e4chen selbst bewirtschaftet werden, ist aus der Sicht des Erblassers oder Schenkers zu beurteilen.\u00a0<sup>5<\/sup>Der hieraus errechnete Wert ist mit 18,6 zu kapitalisieren.\u00a0<sup>6<\/sup>Im Falle der eisernen Verpachtung im Sinne der\u00a0\u00a7\u00a7 582a ff. BGB\u00a0sind die S\u00e4tze 1 bis 4 entsprechend anzuwenden; an die Stelle der selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen treten die bewirtschafteten Fl\u00e4chen, soweit sie im Eigentum des Erblassers oder Schenkers stehen.<sup>7<\/sup>Durch den R\u00fcckgriff auf die bewirtschafteten Fl\u00e4chen zur Ermittlung des Werts f\u00fcr das Besatzkapital ist der Substanzerhaltungsanpruch des eisernen Verp\u00e4chters abgegolten.<\/p>\n<p>(7) Das Besatzkapital f\u00fcr die sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen ist mit dem gemeinen Wert der einzelnen Wirtschaftsg\u00fcter zu bewerten.<\/p>\n<p>(8)\u00a0<sup>1<\/sup>Die Summe aus den kapitalisierten Werten f\u00fcr den Grund und Boden sowie das Besatzkapital ist um die damit im unmittelbaren wirtschaftlichen Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten zu mindern.\u00a0<sup>2<\/sup>Der sich hieraus ergebende Mindestwert darf nicht weniger als 0 Euro betragen.\u00a0<sup>3<\/sup>Einer \u00dcberschuldung kann wegen der Begrenzung des Mindestwerts auf 0 Euro daher nur im Rahmen der \u00d6ffnungsklausel nach\u00a0\u00a7 165 Absatz 3 BewG\u00a0Rechnung getragen werden.<\/p>\n<p>(9)\u00a0<sup>1<\/sup>St\u00fcckl\u00e4ndereien sind nach\u00a0\u00a7 162 Absatz 2 BewG\u00a0ausschlie\u00dflich im Mindestwertverfahren zu bewerten.\u00a0<sup>2<\/sup>Zur Ermittlung des zutreffenden Pachtpreises sind die den Ertragswert bildenden Faktoren einer Nutzungsart, insbesondere die nach\u00a0\u00a7 163 Absatz 3 Satz 3 BewG\u00a0erforderlichen Daten, zu erkl\u00e4ren.\u00a0<sup>3<\/sup>Soweit es dem Steuerpflichtigen nicht m\u00f6glich ist, die Daten zu beschaffen, sind zur Ermittlung des Werts f\u00fcr den Grund und Boden folgende Pachtpreise auf der Grundlage der Klassifizierung im Automatisierten Liegenschaftskataster heranzuziehen:<\/p>\n<table width=\"532\" border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><strong>Nutzung<\/strong><\/td>\n<td>\n<p align=\"center\"><strong>Bewertungsfaktoren nach dem\u00a0<\/strong><strong>BewG<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\"><strong>Pachtpreis\/ha<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Landwirtschaftliche Nutzung- Gr\u00fcnland &gt; 2\/3 der Fl\u00e4chen<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 14<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Sonstiger Futterbau<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Landwirtschaftliche Nutzung- Ackerland &gt; 2\/3 der Fl\u00e4chen<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 14<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Ackerbau<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Landwirtschaftliche Nutzung<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 14<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Pflanzenbau-Verbund<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Forstwirtschaftliche Nutzung<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 15<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">5,40 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Weinbauliche Nutzung<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 16<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">589,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">G\u00e4rtnerische Nutzung- Gartenland<\/td>\n<td rowspan=\"2\">\n<p align=\"center\">Anlage 17 &#8211; Gem\u00fcsebau<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">657,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">G\u00e4rtnerische Nutzung- Anbaufl\u00e4chen unter Glas<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">2\u00a0414,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">G\u00e4rtnerische Nutzung- Baumschule<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 17<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">223,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">G\u00e4rtnerische Nutzung- Obstplantage<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 17<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">325,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Sondernutzungen- Spargel<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 18<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">657,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Sondernutzungen- Hopfen und Tabak<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">Anlage 18<\/p>\n<\/td>\n<td>\n<p align=\"center\">492,00 Euro<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><sup>4<\/sup>Zur Einstufung der Pachtpreise f\u00fcr die landwirtschaftliche Nutzung ist der durchschnittliche Standarddeckungsbeitrag einer Region heranzuziehen und mit der Eigentumsfl\u00e4che der landwirtschaftlichen Nutzung zu multiplizieren.\u00a0<sup>5<\/sup>Der sich hiernach ergebende Wert ist zur Ermittlung der Betriebsgr\u00f6\u00dfe durch 1\u00a0200 Euro zu dividieren.\u00a0<sup>6<\/sup>F\u00fcr die Einstufung der Betriebsgr\u00f6\u00dfe gilt\u00a0\u00a7 163 Absatz 3 Satz 4 BewG.\u00a0<sup>7<\/sup>Die vorstehenden Grunds\u00e4tze sind auch f\u00fcr den Fall anzuwenden, dass bei einer Betriebsverpachtung im Ganzen die den Ertragswert bildenden Faktoren sowohl f\u00fcr den Grund und Boden als auch f\u00fcr das Besatzkapital nicht ermittelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(10)\u00a0<sup>1<\/sup>Sind f\u00fcr Zwecke der Erbschaftsteuer Anteile an\u00a0<strong>gemeinschaftlichen Tierhaltungen<\/strong>\u00a0im Sinne des\u00a0\u00a7 51a BewG\u00a0zu ermitteln, ist zun\u00e4chst der Gesamtwert f\u00fcr die Tierhaltungsgemeinschaft im Wege des Mindestwertverfahrens zu ermitteln und daraus der Wert des entsprechenden Anteils zu berechnen.\u00a0<sup>2<\/sup>Falls die Grenzen des\u00a0\u00a7 51a Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 BewG\u00a0nicht \u00fcberschritten werden, geh\u00f6rt der Tierbestand einer gemeinschaftlichen Tierhaltung auch dann zum land- und forstwirtschaftlichen Verm\u00f6gen, wenn die Gesellschafter oder Mitglieder mehr Vieheinheiten auf die Gemeinschaft \u00fcbertragen, als nach\u00a0\u00a7 169 Absatz 1\u00a0und\u00a0\u00a7 51a Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe d BewG\u00a0zul\u00e4ssig sind.\u00a0<sup>3<\/sup>Bei den betreffenden Gesellschaftern oder Mitgliedern ist\u00a0\u00a7 169 Absatz 2\u00a0bis\u00a05 BewG\u00a0anzuwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 164 BewG R B 164 Ermittlung des Mindestwerts (1)\u00a01Der Mindestwert umfasst den Wert des Grund und Bodens sowie den Wert der sonstigen Wirtschaftsg\u00fcter (Besatzkapital).\u00a02Der Wert des Grund und Bodens wird durch Kapitalisierung eines Pachtpreises unter Ber\u00fccksichtigung der\u00a0Eigentumsfl\u00e4che\u00a0des Betriebs ermittelt.\u00a03Das Besatzkapital wird durch Kapitalisierung des Werts der Wirtschaftsg\u00fcter unter Ber\u00fccksichtigung der\u00a0selbst bewirtschafteten Fl\u00e4chen\u00a0ermittelt. 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