{"id":25113,"date":"2013-02-04T18:21:17","date_gmt":"2013-02-04T16:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=25113"},"modified":"2013-02-04T18:21:17","modified_gmt":"2013-02-04T16:21:17","slug":"r-b-193-bewertung-des-erbbaurechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/r-b-193-bewertung-des-erbbaurechts\/","title":{"rendered":"R B 193 Bewertung des Erbbaurechts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 193 BewG<\/strong><\/p>\n<p><strong>R B 193 Bewertung des Erbbaurechts<\/strong><\/p>\n<p>(1)\u00a0<sup>1<\/sup>Der Wert des\u00a0<strong>Erbbaurechts<\/strong>\u00a0ist vorrangig im\u00a0<strong>Vergleichswertverfahren<\/strong>\u00a0(&gt; R B 183) zu ermitteln, wenn f\u00fcr das zu bewertende Erbbaurecht Vergleichspreise oder aus Kaufpreisen abgeleitete Vergleichsfaktoren f\u00fcr entsprechende Vergleichsgrundst\u00fccke vorliegen.\u00a0<sup>2<\/sup>Vergleichspreise oder aus Kaufpreisen abgeleitete Vergleichsfaktoren liegen vor, wenn sie aus bebauten Erbbaurechten abgeleitet wurden, die mit der zu bewertenden wirtschaftlichen Einheit hinreichend \u00fcbereinstimmen.\u00a0<sup>3<\/sup>Dies ist der Fall, wenn die Grundst\u00fccksart \u00fcbereinstimmt und die Bebauung, der Erbbauzinssatz, der Bodenrichtwert sowie die Restlaufzeit des Erbbaurechts nicht erheblich abweichen.<\/p>\n<p>(2)\u00a0<sup>1<\/sup>Kann das Vergleichswertverfahren nicht angewandt werden, setzt sich der Wert des Erbbaurechts aus dem\u00a0<strong>Bodenwertanteil<\/strong>\u00a0nach\u00a0\u00a7 193 Absatz 3 BewG\u00a0und dem<strong>Geb\u00e4udewertanteil<\/strong>\u00a0nach\u00a0\u00a7 193 Absatz 5 BewG\u00a0zusammen\u00a0<strong>(finanzmathematische Methode)<\/strong>.<sup>2<\/sup>Ist das mit dem Erbbaurecht belastete\u00a0<strong>Grundst\u00fcck unbebaut<\/strong>, besteht der Grundbesitzwert des Erbbaurechts allein im Bodenwertanteil nach Absatz 3.<\/p>\n<p>(3) Der\u00a0<strong>Bodenwertanteil<\/strong>\u00a0ergibt sich aus dem kapitalisierten Unterschiedsbetrag zwischen dem angemessenen Verzinsungsbetrag des Bodenwerts des unbelasteten Grundst\u00fccks und dem vertraglich vereinbarten j\u00e4hrlichen Erbbauzins am Bewertungsstichtag.<\/p>\n<p>(4)\u00a0<sup>1<\/sup>Der\u00a0<strong>angemessene Verzinsungsbetrag<\/strong>\u00a0ergibt sich aus der Multiplikation des Bodenwerts f\u00fcr das Grundst\u00fcck nach\u00a0\u00a7 179 BewG\u00a0und des Liegenschaftszinssatzes.\u00a0<sup>2<\/sup>Stehen Liegenschaftszinss\u00e4tze der Gutachteraussch\u00fcsse nicht zur Verf\u00fcgung, sind die Zinss\u00e4tze nach\u00a0\u00a7 193 Absatz 4 Satz 2 BewGanzuwenden.<\/p>\n<p>(5)\u00a0<sup>1<\/sup><strong>Ma\u00dfgebender Erbbauzins<\/strong>\u00a0ist nach\u00a0\u00a7 193 Absatz 3 Satz 1 Nummer 2 BewG\u00a0der am Bewertungsstichtag zu zahlende Erbbauzins, umgerechnet auf einen Jahresbetrag.\u00a0<sup>2<\/sup>Dabei ist stets auf die vertraglichen Vereinbarungen abzustellen; auf den gezahlten Erbbauzins kommt es nicht an.<sup>3<\/sup>Sind Erbbauzinsen w\u00e4hrend der Laufzeit des Erbbaurechts in unterschiedlicher H\u00f6he vereinbart (z. B. bei Sonderzahlungen oder gestaffeltem Erbbauzins), kann aus Vereinfachungsgr\u00fcnden ein durchschnittlicher Jahresbetrag aus den insgesamt nach dem Bewertungsstichtag zu leistenden Erbbauzinsen in Abh\u00e4ngigkeit von der Restlaufzeit gebildet werden.\u00a0<sup>4<\/sup>Die k\u00fcnftigen Anpassungen auf Grund von Wertsicherungsklauseln (z. B. Ankn\u00fcpfung der Erbbauzinsen an den Lebenshaltungskostenindex) sind nicht zu ber\u00fccksichtigen.\u00a0<sup>5<\/sup>Ist kein Erbbauzins zu zahlen, stellt der angemessene Verzinsungsbetrag des Bodenwerts gleichzeitig den Unterschiedsbetrag dar.<\/p>\n<p>(6)\u00a0<sup>1<\/sup>Der\u00a0<strong>Unterschiedsbetrag ist \u00fcber die Restlaufzeit des Erbbaurechts<\/strong>\u00a0mit dem sich ausAnlage 21 zum BewG\u00a0ergebenden Vervielf\u00e4ltiger\u00a0<strong>zu kapitalisieren<\/strong>.\u00a0<sup>2<\/sup>Der Vervielf\u00e4ltiger ergibt sich aus dem ma\u00dfgebenden Liegenschaftszinssatz und der auf volle Jahre abgerundeten Restlaufzeit des Erbbaurechts.\u00a0<sup>3<\/sup>Betr\u00e4gt die Restlaufzeit des Erbbaurechts weniger als ein Jahr, ist der Vervielf\u00e4ltiger und der Bodenwert mit Null anzusetzen.\u00a0<sup>4<\/sup>Gibt der Gutachterausschuss andere Liegenschaftszinss\u00e4tze als die in der\u00a0Anlage 21 zum BewG\u00a0aufgef\u00fchrten vor, ist der Vervielf\u00e4ltiger nach der dort angegebenen Formel zu berechnen.\u00a0<sup>5<\/sup>Ist das mit einem Erbbaurecht belastete Grundst\u00fcck unbebaut und liegen keine Angaben zur Nachfolgenutzung vor, bestehen keine Bedenken, wie folgt zu verfahren:<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1.<\/td>\n<td valign=\"top\">Mangels tats\u00e4chlichen Vorhandenseins eines Geb\u00e4udes kann zun\u00e4chst auf die geplante Nutzung seitens des Erbbauverpflichteten bzw. -berechtigten abgestellt werden (vgl. Erbbaurechtsvertrag).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2.<\/td>\n<td valign=\"top\">Bestehen noch keine konkreten Nutzungspl\u00e4ne, kann von der vorgesehenen Bebauung und Nutzung laut Bauleitplan (Bebauungsplan\/ Fl\u00e4chennutzungsplan) auf die Grundst\u00fccksart geschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>(7)\u00a0<sup>1<\/sup>Der\u00a0<strong>Geb\u00e4udewertanteil des Erbbaurechts<\/strong>\u00a0ist der Geb\u00e4udeertragswert nach\u00a0\u00a7 185 BewG\u00a0bei im Ertragswertverfahren (&gt; R B 184 bis 188) bzw. der Geb\u00e4udesachwert nach\u00a0\u00a7 190 BewG\u00a0bei im Sachwertverfahren (&gt; R B 189 bis 191) zu bewertenden Grundst\u00fccken.\u00a0<sup>2<\/sup>Verbleibt bei der Ermittlung des Geb\u00e4udeertragswerts nach Abzug der Bodenwertverzinsung vom Grundst\u00fccksreinertrag kein oder ein negativer Betrag, ist im Sinne des\u00a0\u00a7 184 Absatz 3 Satz 2 BewGder Geb\u00e4udeertragswert mit 0 Euro anzusetzen.\u00a0<sup>3<\/sup>Ist bei Ablauf des Erbbaurechts der verbleibende Geb\u00e4udewert nicht oder nur teilweise zu entsch\u00e4digen, ist der Geb\u00e4udewertanteil des Erbbaurechts um den Geb\u00e4udewertanteil des Erbbaugrundst\u00fccks gem\u00e4\u00df\u00a0\u00a7 194 Absatz 4 BewG\u00a0zu mindern (&gt; R B 194 Absatz 5 und 6).\u00a0<sup>4<\/sup>Befindet sich das im Erbbaurecht entstehende Geb\u00e4ude im Zustand der Bebauung, stellen die am Bewertungsstichtag entstandenen Herstellungskosten nach\u00a0\u00a7 196 BewGf\u00fcr die sich im Bau befindlichen Geb\u00e4ude bzw. Geb\u00e4udeteile, ggf. abz\u00fcglich des bei Ablauf des Erbbaurechts nicht entsch\u00e4digten und auf den Bewertungsstichtag abgezinsten Anteils der Herstellungskosten, den Geb\u00e4udewertanteil des Erbbaurechts dar (&gt; R B 196.1 und R B 196.2).<\/p>\n<p>(8) Eine Ber\u00fccksichtigung weiterer wertbeeinflussender Umst\u00e4nde &#8211; beispielsweise vom \u00dcblichen abweichende Auswirkungen vertraglicher Vereinbarungen, insbesondere die Ber\u00fccksichtigung von fehlenden Wertsicherungsklauseln oder der Ausschluss einer Anpassung des Erbbaurechtsvertrags &#8211; sowie die Anwendung von Marktanpassungsfaktoren kommt nicht in Betracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 193 BewG R B 193 Bewertung des Erbbaurechts (1)\u00a01Der Wert des\u00a0Erbbaurechts\u00a0ist vorrangig im\u00a0Vergleichswertverfahren\u00a0(&gt; R B 183) zu ermitteln, wenn f\u00fcr das zu bewertende Erbbaurecht Vergleichspreise oder aus Kaufpreisen abgeleitete Vergleichsfaktoren f\u00fcr entsprechende Vergleichsgrundst\u00fccke vorliegen.\u00a02Vergleichspreise oder aus Kaufpreisen abgeleitete Vergleichsfaktoren liegen vor, wenn sie aus bebauten Erbbaurechten abgeleitet wurden, die mit der zu bewertenden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/r-b-193-bewertung-des-erbbaurechts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">R B 193 Bewertung des Erbbaurechts<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[434],"class_list":["post-25113","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","tag-bewertung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25113\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}