{"id":25291,"date":"2013-02-08T15:17:29","date_gmt":"2013-02-08T13:17:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=25291"},"modified":"2013-02-08T15:17:29","modified_gmt":"2013-02-08T13:17:29","slug":"zu-%c2%a7-160-benennung-von-glaubigern-und-zahlungsempfangern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-160-benennung-von-glaubigern-und-zahlungsempfangern\/","title":{"rendered":"Zu \u00a7 160 &#8211; Benennung von Gl\u00e4ubigern und Zahlungsempf\u00e4ngern:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 160 &#8211; Benennung von Gl\u00e4ubigern und Zahlungsempf\u00e4ngern:<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Es steht im pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessen des Finanzamts, ob es sich den Gl\u00e4ubiger von Schulden oder den Empf\u00e4nger von Ausgaben vom Steuerpflichtigen benennen l\u00e4sst (BFH-Urteile vom 25.11.1986 &#8211; VIII R 350\/82 &#8211; BStBl 1987 II, S. 286 und vom 10.3.1999 &#8211; XI R 10\/98 &#8211; BStBl II, S. 434). <sup>2<\/sup>Liegen Anhaltspunkte f\u00fcr eine straf- oder bu\u00dfgeldbewehrte Vorteilszuwendung vor, so ist die Benennung des Gl\u00e4ubigers oder des Empf\u00e4ngers stets zu verlangen. <sup>3<\/sup>Zum einkommensteuerrechtlichen Abzugsverbot f\u00fcr die Zuwendung von Vorteilen i.S.d. \u00a7 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 10 EStG und zum Verh\u00e4ltnis dieser Vorschrift zu \u00a7 160 vgl. BMF-Schreiben vom 10.10.2002 (BStBl I, S. 1031).<sup>4<\/sup>Bei der Anwendung des \u00a7 160 ist nach pflichtgem\u00e4\u00dfem Ermessen zun\u00e4chst zu entscheiden, ob ein Benennungsverlangen geboten ist. <sup>5<\/sup>Das Benennungsverlangen ist eine nicht selbst\u00e4ndig anfechtbare Vorbereitungshandlung (BFH-Urteil vom 20.4.1988 &#8211; I R 67\/84 &#8211; BStBl II, S. 927). <sup>6<\/sup>Zur Belehrungspflicht, wenn das Benennungsverlangen eine vermutete straf- oder bu\u00dfgeldbewehrte Vorteilszuwendung zum Gegenstand hat, vgl. Tz. 30 des BMF-Schreibens vom 10.10.2002 (a.a.O.). <sup>7<\/sup>Wegen der Stellung von Personen, die aufgrund ihres Berufes zur Auskunftsverweigerung berechtigt sind, vgl. zu \u00a7 159, Satz 1 .<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Unterl\u00e4sst der Steuerpflichtige es trotz Aufforderung durch die Finanzbeh\u00f6rde, den Gl\u00e4ubiger der Schuld oder den Empf\u00e4nger der Ausgabe genau zu benennen, so ist im Rahmen einer zweiten Ermessensentscheidung zu pr\u00fcfen, ob und in welcher H\u00f6he der Abzug der Ausgaben bzw. Schulden zu versagen ist. <sup>2<\/sup>Nach \u00a7 160 Satz 1 ist der Abzug dann &#8222;regelm\u00e4\u00dfig&#8220; zu versagen (BFH-Urteil vom 10.3.1999 &#8211; XI R 10\/98 &#8211; BStBl II, S. 434). <sup>3<\/sup>Ist sowohl streitig, ob der H\u00f6he nach Betriebsausgaben vorliegen, als auch, ob die fehlende Benennung der Zahlungsempf\u00e4nger dem Abzug entgegensteht, so ist zun\u00e4chst die H\u00f6he der Betriebsausgaben zu ermitteln oder ggf. zu sch\u00e4tzen. <sup>4<\/sup>Sodann ist zu pr\u00fcfen, ob und inwieweit die fehlende Benennung der Zahlungsempf\u00e4nger dem Abzug der Betriebsausgaben entgegensteht. <sup>5<\/sup>Die bei der Anwendung des \u00a7 160 zu treffenden Ermessensentscheidungen k\u00f6nnen eine unterlassene Sch\u00e4tzung nicht ersetzen (BFH-Urteil vom 24.6.1997 &#8211; VIII R 9\/96 &#8211; BStBl 1998 II, S. 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">3.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Werden Leistungen \u00fcber eine Domizilgesellschaft (Briefkastenfirma) abgerechnet, so ist zun\u00e4chst zu pr\u00fcfen, ob der Steuerpflichtige \u00fcberhaupt eine Leistung von objektiv feststellbarem wirtschaftlichen Wert erhalten hat oder ob lediglich ein Scheingesch\u00e4ft vorliegt. <sup>2<\/sup>Bei Leistungen an Domizilgesellschaften ist der Empf\u00e4ngernachweis nur erbracht, wenn die hinter der Gesellschaft stehenden Personen benannt werden (BFH-Beschluss vom 25.8.1986 &#8211; IV B 76\/86 &#8211; BStBl 1987 II, S. 481). <sup>3<\/sup>Das sind die Personen, die anstelle der inaktiven Domizilgesellschaften bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise eine Leistung gegen\u00fcber dem Steuerpflichtigen erbracht haben und denen damit auch die Gegenleistung zusteht. <sup>4<\/sup>Die Benennung lediglich formaler Anteilseigner (z. B. Treuh\u00e4nder) reicht nicht aus, ebenso wenig wie die Erkl\u00e4rung des Steuerpflichtigen, nicht er, sondern ein fremder Dritter stehe hinter der ausl\u00e4ndischen Gesellschaft (BFH-Beschluss vom 25.8.1986, a.a.O.). <sup>5<\/sup>Ungewissheiten hinsichtlich der Person des Empf\u00e4ngers gehen zu Lasten des Steuerpflichtigen (BFH-Urteil vom 13.3.1985 &#8211; I R 7\/81 &#8211; BStBl 1986 II, S. 318, und BFH-Beschluss vom 9.7.1986 &#8211; I B 36\/86 &#8211; BStBl 1987 II, S. 487). <sup>6<\/sup>Ausl\u00e4ndische Verbotsnormen f\u00fchren nicht dazu, dass ein Offenlegungsverlangen von vornherein unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig oder unzumutbar wird (vgl. BFH-Urteil vom 16.4.1980 &#8211; I R 75\/78 &#8211; BStBl 1981 II, S. 492). \u00a7 16 AStG bleibt unber\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">4.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Bei Zahlungen an ausl\u00e4ndische Empf\u00e4nger soll das Finanzamt &#8211; soweit keine Anhaltspunkte f\u00fcr eine straf- oder bu\u00dfgeldbewehrte Vorteilszuwendung vorliegen &#8211; auf den Empf\u00e4ngernachweis nach \u00a7 160 verzichten, wenn feststeht, dass die Zahlung im Rahmen eines \u00fcblichen Handelsgesch\u00e4fts erfolgte, der Geldbetrag ins Ausland abgeflossen ist und der Empf\u00e4nger nicht der deutschen Steuerpflicht unterliegt. <sup>2<\/sup>Hierzu ist der Empf\u00e4nger in dem Umfang zu bezeichnen, dass dessen Steuerpflicht im Inland mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen werden kann. <sup>3<\/sup>Die blo\u00dfe M\u00f6glichkeit einer im Inland nicht bestehenden Steuerpflicht reicht nicht aus (BFH-Urteil vom 13.3.1985 &#8211; I R 7\/81 &#8211; BStBl 1986 II, S. 318). <sup>4<\/sup>In geeigneten F\u00e4llen ist eine Erkl\u00e4rung der mit dem Gesch\u00e4ft betrauten Personen sowie des verantwortlichen Organs des Unternehmens zu verlangen, dass ihnen keine Umst\u00e4nde bekannt sind, die f\u00fcr einen R\u00fcckfluss der Zuwendung an einen inl\u00e4ndischen Empf\u00e4nger sprechen. <sup>5<\/sup>Die Zul\u00e4ssigkeit der Mitteilung von Erkenntnissen deutscher Finanzbeh\u00f6rden im Rahmen des \u00a7 117 bleibt hiervon unber\u00fchrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 160 &#8211; Benennung von Gl\u00e4ubigern und Zahlungsempf\u00e4ngern: 1. 1Es steht im pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessen des Finanzamts, ob es sich den Gl\u00e4ubiger von Schulden oder den Empf\u00e4nger von Ausgaben vom Steuerpflichtigen benennen l\u00e4sst (BFH-Urteile vom 25.11.1986 &#8211; VIII R 350\/82 &#8211; BStBl 1987 II, S. 286 und vom 10.3.1999 &#8211; XI R 10\/98 &#8211; BStBl &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-160-benennung-von-glaubigern-und-zahlungsempfangern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zu \u00a7 160 &#8211; Benennung von Gl\u00e4ubigern und Zahlungsempf\u00e4ngern:<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2010],"class_list":["post-25291","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","tag-benennung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25291"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25291\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}