{"id":25339,"date":"2013-02-08T15:48:33","date_gmt":"2013-02-08T13:48:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=25339"},"modified":"2013-02-08T15:48:33","modified_gmt":"2013-02-08T13:48:33","slug":"zu-%c2%a7-171-ablaufhemmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-171-ablaufhemmung\/","title":{"rendered":"Zu \u00a7 171 &#8211; Ablaufhemmung:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 171 &#8211; Ablaufhemmung:<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Die Ablaufhemmung schiebt das Ende der Festsetzungsfrist hinaus. <sup>2<\/sup>Die Festsetzungsfrist endet in diesen F\u00e4llen meist nicht &#8211; wie im Normalfall &#8211; am Ende, sondern im Laufe eines Kalenderjahres. <sup>3<\/sup>Wegen der Fristberechnung Hinweis auf \u00a7 108.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Eine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3 setzt voraus, dass der Steuerpflichtige vor Ablauf der Festsetzungsfrist einen Antrag auf Steuerfestsetzung oder auf Korrektur einer Steuerfestsetzung stellt. <sup>2<\/sup>Ist innerhalb der Festsetzungsfrist kein Antrag des Steuerpflichtigen eingegangen, kann keine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach \u00a7 110 Abs. 1 mit dem Ziel einer r\u00fcckwirkenden Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3 gew\u00e4hrt werden (vgl. BFH-Urteil vom 24.1.2008 &#8211; VII R 3\/07 &#8211; BStBl II, S. 462).<sup>3<\/sup>Antr\u00e4ge auf Billigkeitsma\u00dfnahmen nach \u00a7\u00a7 163 oder 227 hemmen den Fristablauf nicht nach \u00a7 171 Abs. 3; eine Billigkeitsentscheidung nach \u00a7 163 bewirkt aber als Grundlagenbescheid eine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 10 (vgl. BFH-Urteil vom 21.9.2000 &#8211; IV R 54\/99 &#8211; BStBl 2001 II, S. 178).<\/p>\n<p><sup>4<\/sup>Die Abgabe einer gesetzlich vorgeschriebenen Steuererkl\u00e4rung kann f\u00fcr sich allein eine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3 grunds\u00e4tzlich nicht herbeif\u00fchren (BFH-Urteil vom 18.6.1991 &#8211; VIII R 54\/89 &#8211; BStBl 1992 II, S. 124, und BFH-Beschluss vom 13.2.1995 &#8211; V B 95\/94 &#8211; BFH\/NV S. 756). <sup>5<\/sup>Dies gilt hinsichtlich einer Umsatzsteuererkl\u00e4rung auch dann, wenn mit ihr ein Anspruch auf Auszahlung eines \u00dcberschusses geltend gemacht wird (BFH-Urteil vom 11.5.1995 &#8211; V R 136\/93 &#8211; BFH\/NV 1996 S. 1).<\/p>\n<p>Selbstanzeigen (\u00a7\u00a7 371, 378 Abs. 3) und Berichtigungserkl\u00e4rungen (\u00a7 153) l\u00f6sen keine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3 aus, sie bewirken ausschlie\u00dflich eine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 9 (vgl. BFH-Urteil vom 8.7.2009 &#8211; VIII R 5\/07 &#8211; BStBl 2010 II, S. 583).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2a.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Die Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3a tritt auch dann ein, wenn nach Ablauf der Festsetzungsfrist ein zul\u00e4ssiger Rechtsbehelf eingelegt wird (\u00a7 171 Abs. 3a Satz 1 2. Halbsatz). <sup>2<\/sup>Dies gilt auch dann, wenn der Rechtsbehelf nach Gew\u00e4hrung von Wiedereinsetzung in den vorigen Stand als fristgerecht zu behandeln ist; die Grunds\u00e4tze des BFH-Urteils vom 24.1.2008, a. a. O. (vgl. Nr.2) sind auf diesen Fall nicht \u00fcbertragbar.<sup>3<\/sup>\u00a7 171 Abs. 3a Satz 3 hemmt den Ablauf der Festsetzungsfrist nur im Falle der gerichtlichen Kassation eines angefochtenen Bescheids (vgl. BFH-Urteil vom 5.10.2004 &#8211; VII R 77\/03 &#8211; BStBl 2005 II, S. 122, f\u00fcr Haftungsbescheide). <sup>4<\/sup>Diese Ablaufhemmung gilt nicht im Fall der Aufhebung des Bescheids durch die Finanzbeh\u00f6rde; denn mit der Aufhebung eines Bescheids verliert er seine ablaufhemmende Wirkung. <sup>5<\/sup>Hebt die Finanzbeh\u00f6rde allerdings in einem Verwaltungsakt den angefochtenen Bescheid unter gleichzeitigem Erlass eines neuen Bescheids auf, ist der neue Bescheid noch innerhalb der nach \u00a7 171 Abs. 3a Satz 1 gehemmten Festsetzungsfrist ergangen (vgl. BFH-Urteil vom 5.10.2004 &#8211; VII R 18\/03 &#8211; BStBl 2005 II, S. 323, f\u00fcr Haftungsbescheide).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">3.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Der Ablauf der Festsetzungsfrist wird durch den Beginn einer Au\u00dfenpr\u00fcfung (vgl. zu \u00a7 198, Nrn. 1 und 2) hinausgeschoben (\u00a7 171 Abs. 4). <sup>2<\/sup>Die Ablaufhemmung tritt nicht ein, wenn eine zugrunde liegende Pr\u00fcfungsanordnung unwirksam ist (BFH-Urteile vom 10.4.1987 &#8211; III R 202\/83 &#8211; BStBl 1988 II, S. 165, und vom 17.9.1992 &#8211; V R 17\/86- BFH\/NV 1993 S. 279). <sup>3<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung hemmt den Ablauf der Festsetzungsfrist nur f\u00fcr Steuern, auf die sich die Pr\u00fcfungsanordnung erstreckt (BFH-Urteile vom 18.7.1991 &#8211; V R 54\/87 &#8211; BStBl II, S. 824, und vom 25.1.1996 &#8211; V R 42\/95 &#8211; BStBl II, S. 338). <sup>4<\/sup>Wird die Au\u00dfenpr\u00fcfung sp\u00e4ter auf bisher nicht einbezogene Steuern ausgedehnt, ist die Ablaufhemmung nur wirksam, soweit vor Ablauf der Festsetzungsfrist eine Pr\u00fcfungsanordnung erlassen (vgl. zu \u00a7 196, Nr. 5) und mit der Au\u00dfenpr\u00fcfung auch insoweit ernsthaft begonnen wird (BFH-Urteil vom 2.2.1994 &#8211; I R 57\/93 &#8211; BStBl II, S. 377).<sup>5<\/sup>Bei einem Antrag des Steuerpflichtigen auf Verschiebung des Pr\u00fcfungsbeginns (\u00a7 197 Absatz 2) wird der Ablauf der Festsetzungsfrist nach \u00a7 171 Absatz 4 Satz 1 2. Alternative nur gehemmt, wenn dieser Antrag f\u00fcr die Verschiebung urs\u00e4chlich war. <sup>6<\/sup>Wird der Beginn der Au\u00dfenpr\u00fcfung nicht ma\u00dfgeblich aufgrund eines Antrags des Steuerpflichtigen, sondern aufgrund eigener Belange der Finanzbeh\u00f6rde bzw. aus innerhalb deren Sph\u00e4re liegenden Gr\u00fcnden hinausgeschoben, l\u00e4uft die Festsetzungsfrist ungeachtet des Antrags ab. <sup>7<\/sup>Bei einem vom Steuerpflichtigen gestellten Antrag auf zeitlich befristetes Hinausschieben des Beginns der Au\u00dfenpr\u00fcfung entf\u00e4llt die Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Absatz 4 Satz 1 2. Alternative r\u00fcckwirkend, wenn die Finanzbeh\u00f6rde nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Eingang des Antrags mit der Pr\u00fcfung beginnt (vgl. BFH-Urteil vom 17.3.2010 &#8211; IV R 54\/07- BStBl 2011 II, S. 7). <sup>8<\/sup>Die Ablaufhemmung entf\u00e4llt dagegen nicht, wenn der Steuerpflichtige einen unbefristeten bzw. zeitlich unbestimmten Antrag gestellt hat, also bspw. beantragt hat wegen einer noch andauernden Vor-Betriebspr\u00fcfung zun\u00e4chst deren Abschluss abzuwarten.<\/p>\n<p><sup>9<\/sup>Der Ablauf der Festsetzungsfrist wird auch gehemmt, wenn der Steuerpflichtige die Pr\u00fcfungsanordnung angefochten hat und deren Vollziehung ausgesetzt wurde (vgl. BFH-Urteile vom 25.1.1989 &#8211; X R 158\/87 &#8211; BStBl II, S. 483, und vom 17.6.1998 &#8211; IX R 65\/95 &#8211; BStBl 1999 II, S. 4). <sup>10<\/sup>Dies gilt unabh\u00e4ngig von der Dauer der Aussetzung der Vollziehung.<\/p>\n<p><sup>11<\/sup>Ermittlungen i.S.d. \u00a7 171 Abs. 4 Satz 3 sind nur diejenigen Ma\u00dfnahmen eines Betriebspr\u00fcfers, die auf eine \u00dcberpr\u00fcfung der Besteuerungsgrundlagen gerichtet sind. <sup>12<\/sup>Die Zusammenstellung des Pr\u00fcfungsergebnisses im Pr\u00fcfungsbericht stellt keine den Ablauf der Festsetzungsfrist hinausschiebende Ermittlungshandlung dar (BFH-Urteil vom 8.7.2009 &#8211; XI R 64\/07 &#8211; BStBl 2010 II, S. 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">4.<\/td>\n<td valign=\"top\">Die Ablaufhemmung des \u00a7 171 Abs. 5 bei Ermittlungen der Steuerfahndung (Zollfahndung) umfasst &#8211; anders als im Fall des \u00a7 171 Abs. 4 &#8211; nicht den gesamten Steueranspruch; vielmehr tritt die Hemmung nur in dem Umfang ein, in dem sich die Ergebnisse der Ermittlungen auf die festzusetzende Steuer auswirken (BFH-Urteil vom 14.4.1999 &#8211; IX R 30\/96 &#8211; BStBl II, S. 478).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">5.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Bei einer vorl\u00e4ufigen Steuerfestsetzung nach \u00a7 165 Abs. 1 Satz 1 endet die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf eines Jahres, nachdem die Finanzbeh\u00f6rde von der Beseitigung der Ungewissheit Kenntnis erhalten hat (\u00a7 171 Abs. 8 Satz 1). <sup>2<\/sup>Bei einer vorl\u00e4ufigen Steuerfestsetzung nach \u00a7 165 Abs. 1 Satz 2 endet die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf von zwei Jahren, nachdem die Finanzbeh\u00f6rde von der Beseitigung der Ungewissheit Kenntnis erlangt hat (\u00a7 171 Abs. 8 Satz 2). <sup>3<\/sup>Die Ablaufhemmung beschr\u00e4nkt sich dabei auf den f\u00fcr vorl\u00e4ufig erkl\u00e4rten Teil der Steuerfestsetzung.<sup>4<\/sup>Eine Ungewissheit, die Anlass f\u00fcr eine vorl\u00e4ufige Steuerfestsetzung war, ist beseitigt, wenn die Tatbestandsmerkmale f\u00fcr die endg\u00fcltige Steuerfestsetzung feststellbar sind. &#8220;Kenntnis&#8220; i.S. d. \u00a7 171 Abs. 8 verlangt positive Kenntnis der Finanzbeh\u00f6rde von der Beseitigung der Ungewissheit, ein &#8220;Kennen-m\u00fcssen&#8220; von Tatsachen steht der Kenntnis nicht gleich (BFH-Urteil vom 26.8.1992 &#8211; II R 107\/90 &#8211; BStBl 1993 II, S. 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>\u00a7 171 Abs. 10 Satz 1 gew\u00e4hrt eine maximale Anpassungsfrist von zwei Jahren nach Bekanntgabe eines Grundlagenbescheids (vgl. BFH-Urteil vom 19.1.2005 &#8211; X R 14\/04, BStBl II, S. 242). <sup>2<\/sup>Der Zeitpunkt des Zugangs der verwaltungsinternen Mitteilung \u00fcber den Grundlagenbescheid bei der f\u00fcr den Erlass des Folgebescheids zust\u00e4ndigen Finanzbeh\u00f6rde ist f\u00fcr die Fristbestimmung ebenso unbeachtlich wie der Zeitpunkt, an dem der Grundlagenbescheid unanfechtbar geworden ist. <sup>3<\/sup>Eine Anfechtung des Grundlagenbescheids f\u00fchrt lediglich zur Hemmung der Feststellungsfrist (\u00a7 181 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. \u00a7 171 Abs. 3a), nicht aber zur Hemmung der Festsetzungsfrist der Folgebescheide (vgl. BFH-Urteil vom 19.1.2005, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.1<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Werden Feststellungen im Grundlagenbescheid in einem Feststellungs-, Einspruchs- oder Klageverfahren ge\u00e4ndert, f\u00fchrt dies zu einer erneuten Anpassungspflicht nach \u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und damit wiederum zu einer Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 10 Satz 1. <sup>2<\/sup>Dagegen setzt ein Grundlagenbescheid, der einen gleichartigen, dem Inhaltsadressaten wirksam bekannt gegebenen Steuerverwaltungsakt in seinem verbindlichen Regelungsgehalt lediglich wiederholt, oder eine Einspruchs- oder Gerichtsentscheidung, die einen Grundlagenbescheid lediglich best\u00e4tigt, keine neue Zwei-Jahresfrist in Lauf (vgl. BFH-Urteile vom 13.12.2000 &#8211; X R 42\/96 &#8211; BStBl 2001 II, S. 471 und vom 19.1.2005, a.a.O.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.2<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Die Aufhebung des Vorbehalts der Nachpr\u00fcfung eines Grundlagenbescheids steht dem Erlass eines ge\u00e4nderten Grundlagenbescheids gleich. <sup>2<\/sup>Sie setzt daher die Zwei-Jahresfrist des \u00a7 171 Abs. 10 Satz 1 in Lauf. <sup>3<\/sup>Dies gilt auch dann, wenn der Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung hinsichtlich des Grundlagenbescheids aufgehoben wird, ohne dass eine sachliche \u00c4nderung des Grundlagenbescheids erfolgt (BFH-Urteil vom 11.4.1995 &#8211; III B 74\/92 &#8211; BFH\/NV S. 943). <sup>4<\/sup>Soweit ein Folgebescheid den nunmehr endg\u00fcltigen Grundlagenbescheid noch nicht ber\u00fccksichtigt hat, muss er selbst dann nach \u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 korrigiert werden, wenn der Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung des Grundlagenbescheids aufgehoben wurde, ohne dass eine sachliche \u00c4nderung des Grundlagenbescheids erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.3<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Die Festsetzungsfrist f\u00fcr einen Folgebescheid l\u00e4uft nach \u00a7 171 Abs. 10 Satz 2 nicht ab, solange der Ablauf der Festsetzungsfrist des von der Bindungswirkung nicht erfassten Teils der Steuer aufgrund einer Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 171 Abs. 4 gehemmt ist. <sup>2<\/sup>Diese Regelung erm\u00f6glicht es, die Anpassung des Folgebescheids an einen Grundlagenbescheid (\u00a7 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1) und die Auswertung der Ergebnisse der Au\u00dfenpr\u00fcfung zusammenzufassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.4<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Bei der Entscheidung, ob eine gesonderte Feststellung durchgef\u00fchrt oder ge\u00e4ndert werden kann, ist die Frage der Verj\u00e4hrung der von der Feststellung abh\u00e4ngigen Steuern nicht zu pr\u00fcfen. <sup>2<\/sup>Ist die Feststellungsfrist bereits abgelaufen, die Steuerfestsetzung in einem Folgebescheid aber noch zul\u00e4ssig, so gilt \u00a7 181 Abs. 5.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.5<\/td>\n<td valign=\"top\">Beispiele zur Anwendung des \u00a7 171 Abs. 10 Satz 1<strong><sup>[1]<\/sup><\/strong><strong>Beispiel 1:<\/strong><\/p>\n<p><sup>1<\/sup>Bei der im Jahr 03 durchgef\u00fchrten ESt-Veranlagung 01 (Abgabe der Steuererkl\u00e4rung im Jahr 03) wurden die Beteiligungseink\u00fcnfte in erkl\u00e4rter H\u00f6he ber\u00fccksichtigt. <sup>2<\/sup>Ein von den erkl\u00e4rten Werten abweichender Grundlagenbescheid wird am 4.4.06 bekannt gegeben.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sung:<\/strong><\/p>\n<p><sup>1<\/sup>Obgleich die allgemeine Festsetzungsfrist gem\u00e4\u00df \u00a7 170 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 mit Ablauf des 31.12.07 endet, kann eine Anpassung des ESt-Bescheids 01 an den Grundlagenbescheid gem\u00e4\u00df <sup>2<\/sup>\u00a7 171 Abs. 10 Satz 1 bis zum Ablauf des 4.4.08 erfolgen, da insoweit die Festsetzungsfrist nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Bekanntgabe des Grundlagenbescheids endet.<\/p>\n<p><strong>Beispiel 2:<\/strong><\/p>\n<p>Wie Beispiel 1, allerdings wird der Grundlagenbescheid am 4.4.05 bekannt gegeben.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sung:<\/strong><\/p>\n<p><sup>1<\/sup>Eine Anpassung des ESt-Bescheids kann bis zum Ablauf der allgemeinen Festsetzungsfrist am 31.12.07 erfolgen. <sup>2<\/sup>Ohne Bedeutung ist, dass die Zwei-Jahresfrist des \u00a7 171 Abs. 10 Satz 1 bereits mit Ablauf des 4.4.07 endet.<\/p>\n<p><strong>Beispiel 3:<\/strong><\/p>\n<p>Wie Beispiel 1, die Bekanntgabe des Grundlagenbescheids erfolgt in offener Feststellungsfrist, jedoch nach Ablauf der allgemeinen Festsetzungsfrist, am 4.4.08.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6sung:<\/strong><\/p>\n<p>Eine Anpassung des ESt-Bescheids 01 an den Grundlagenbescheid ist gem\u00e4\u00df \u00a7 171 Abs. 10 Satz 1 bis zum Ablauf des 4.4.10 m\u00f6glich, da die Festsetzungsfrist insoweit nicht vor Ablauf von zwei Jahren nach Bekanntgabe des Grundlagenbescheids endet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">7.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>\u00a7 171 Abs. 14 verl\u00e4ngert die Festsetzungsfrist bis zum Ablauf der Zahlungsverj\u00e4hrung f\u00fcr die Erstattung von rechtsgrundlos gezahlten Steuern. <sup>2<\/sup>Die Finanzbeh\u00f6rde kann daher Steuerfestsetzungen, die wegen Bekanntgabem\u00e4ngeln unwirksam waren oder deren wirksame Bekanntgabe die Finanzbeh\u00f6rde nicht nachweisen kann (vgl. \u00a7 122 Abs. 2 Halbsatz 2), noch nach Ablauf der regul\u00e4ren Festsetzungsfrist nachholen, soweit die Zahlungsverj\u00e4hrungsfrist f\u00fcr die bisher geleisteten Zahlungen noch nicht abgelaufen ist (vgl. BFH-Urteil vom 13.3.2001 &#8211; VIII R 37\/00 &#8211; BStBl II, S. 430).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 171 &#8211; Ablaufhemmung: 1. 1Die Ablaufhemmung schiebt das Ende der Festsetzungsfrist hinaus. 2Die Festsetzungsfrist endet in diesen F\u00e4llen meist nicht &#8211; wie im Normalfall &#8211; am Ende, sondern im Laufe eines Kalenderjahres. 3Wegen der Fristberechnung Hinweis auf \u00a7 108. 2. 1Eine Ablaufhemmung nach \u00a7 171 Abs. 3 setzt voraus, dass der Steuerpflichtige vor &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-171-ablaufhemmung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zu \u00a7 171 &#8211; Ablaufhemmung:<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2095],"class_list":["post-25339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","tag-ablaufhemmung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}