{"id":25406,"date":"2013-02-08T17:02:47","date_gmt":"2013-02-08T15:02:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=25406"},"modified":"2013-02-08T17:02:47","modified_gmt":"2013-02-08T15:02:47","slug":"zu-%c2%a7-193-zulassigkeit-einer-ausenprufung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-193-zulassigkeit-einer-ausenprufung\/","title":{"rendered":"Zu \u00a7 193 &#8211; Zul\u00e4ssigkeit einer Au\u00dfenpr\u00fcfung:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 193 &#8211; Zul\u00e4ssigkeit einer Au\u00dfenpr\u00fcfung:<\/strong><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">1.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung ist unabh\u00e4ngig davon zul\u00e4ssig, ob eine Steuer bereits festgesetzt, ob der Steuerbescheid endg\u00fcltig, vorl\u00e4ufig oder unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung ergangen ist (BFH-Urteil vom 28.3.1985 &#8211; IV R 224\/83 &#8211; BStBl II, S. 700). <sup>2<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 193 kann zur Ermittlung der Steuerschuld sowohl dem Grunde als auch der H\u00f6he nach durchgef\u00fchrt werden. <sup>3<\/sup>Der gesamte f\u00fcr die Entstehung und Ausgestaltung eines Steueranspruchs erhebliche Sachverhalt kann Pr\u00fcfungsgegenstand sein (BFH-Urteil vom 11.12.1991 &#8211; I R 66\/90 &#8211; BStBl 1992 II, S. 595). <sup>4<\/sup>Dies gilt auch, wenn der Steueranspruch m\u00f6glicherweise verj\u00e4hrt ist oder aus anderen Gr\u00fcnden nicht mehr durchgesetzt werden kann (BFH-Urteil vom 23.7.1985 &#8211; VIII R 48\/85 &#8211; BStBl 1986 II, S. 433).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">2.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Au\u00dfenpr\u00fcfung sind auch gegeben, soweit ausschlie\u00dflich festgestellt werden soll, ob und inwieweit Steuerbetr\u00e4ge hinterzogen oder leichtfertig verk\u00fcrzt worden sind. <sup>2<\/sup>Eine sich insoweit gegenseitig ausschlie\u00dfende Zust\u00e4ndigkeit von Au\u00dfenpr\u00fcfung und Steuerfahndung besteht nicht (BFH-Urteile vom 4.11.1987 &#8211; II R 102\/85 &#8211; BStBl 1988 II, S. 113, und vom 19.9.2001 &#8211; XI B 6\/01 &#8211; BStBl 2002 II, S. 4). <sup>3<\/sup>Die Einleitung eines Steuerstrafverfahrens hindert nicht weitere Ermittlungen durch die Au\u00dfenpr\u00fcfung unter Erweiterung des Pr\u00fcfungszeitraums. <sup>4<\/sup>Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige erkl\u00e4rt, von seinem Recht auf Verweigerung der Mitwirkung Gebrauch zu machen (BFH-Urteil vom 19.8.1998 &#8211; XI R 37\/97 &#8211; BStBl 1999 II, S. 7). <sup>5<\/sup>Sollte die Belehrung gem\u00e4\u00df \u00a7 393 Abs. 1 unterblieben sein, f\u00fchrt dies nicht zu einem steuerlichen Verwertungsverbot (BFH-Urteil vom 23.1.2002 &#8211; XI R 10, 11\/01 &#8211; BStBl II, S. 328).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">3.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung ausschlie\u00dflich zur Erledigung eines zwischenstaatlichen Amtshilfeersuchens (\u00a7 117) durch Auskunftsaustausch in Steuersachen ist nicht zul\u00e4ssig. <sup>2<\/sup>Zur Erledigung eines solchen Amtshilfeersuchens kann eine Au\u00dfenpr\u00fcfung unter den Voraussetzungen des \u00a7 193 nur bei einem am ausl\u00e4ndischen Besteuerungsverfahren Beteiligten durchgef\u00fchrt werden (z.B. der Wohnsitzstaat ersucht um Pr\u00fcfung der deutschen Betriebsst\u00e4tte eines ausl\u00e4ndischen Steuerpflichtigen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">4.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 193 Abs. 1 ist zul\u00e4ssig zur Kl\u00e4rung der Frage, ob der Steuerpflichtige tats\u00e4chlich einen Gewerbebetrieb unterh\u00e4lt, wenn konkrete Anhaltspunkte f\u00fcr eine Steuerpflicht bestehen, d.h. es darf nicht ausgeschlossen sein, dass eine gewerbliche T\u00e4tigkeit vorliegt (BFH-Urteile vom 23.10.1990 &#8211; VIII R 45\/88 &#8211; BStBl 1991 II, S. 278, und vom 11.8.1994 &#8211; IV R 126\/91 &#8211; BStBl II, S. 936). Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung ist solange zul\u00e4ssig, als noch Anspr\u00fcche aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis bestehen (z.B. handelsrechtlich voll beendigte KG: BFH-Urteil vom 1.10.1992 &#8211; IV R 60\/91 &#8211; BStBl 1993 II, S. 82; voll beendigte GbR: BFH-Urteil vom 1.3.1994 &#8211; VIII R 35\/92 &#8211; BStBl 1995 II, S. 241). <sup>2<\/sup>Zur Begr\u00fcndung der Anordnung einer Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 193 Abs. 1 gen\u00fcgt der Hinweis auf diese Rechtsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">5.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>\u00a7 193 Abs. 2 Nr. 1 enth\u00e4lt die Rechtsgrundlage f\u00fcr die Pr\u00fcfung der Lohnsteuer bei Steuerpflichtigen, die nicht unter \u00a7 193 Abs. 1 fallen (z.B. Pr\u00fcfung der Lohnsteuer bei Privatpersonen mit mehreren Bediensteten).<\/p>\n<p><sup>2<\/sup>Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 193 Abs. 2 Nr. 2 ist bereits dann zul\u00e4ssig, wenn Anhaltspunkte vorliegen, die es nach den Erfahrungen der Finanzverwaltung als m\u00f6glich erscheinen lassen, dass ein Besteuerungstatbestand erf\u00fcllt ist (BFH-Urteil vom 17.11.1992 &#8211; VIII R 25\/89 &#8211; BStBl 1993 II, S. 146). <sup>3<\/sup>\u00a7 193 Abs. 2 Nr. 2 kann insbesondere bei Steuerpflichtigen mit umfangreichen und vielgestaltigen \u00dcberschusseink\u00fcnften zur Anwendung kommen. <sup>4<\/sup>Sofern keine konkreten Anhaltspunkte f\u00fcr einen wirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsbetrieb oder Zweckbetrieb vorliegen, f\u00e4llt unter \u00a7 193 Abs. 2 Nr. 2 auch die Pr\u00fcfung einer gemeinn\u00fctzigen K\u00f6rperschaft zum Zwecke der Anerkennung, Versagung oder Entziehung der Gemeinn\u00fctzigkeit. <sup>5<\/sup>Eine auf \u00a7 193 Abs. 2 Nr. 2 gest\u00fctzte Pr\u00fcfungsanordnung muss besonders begr\u00fcndet werden. <sup>6<\/sup>Die Begr\u00fcndung muss ergeben, dass die gew\u00fcnschte Aufkl\u00e4rung durch Einzelermittlung an Amtsstelle nicht erreicht werden kann (BFH-Urteil vom 7.11.1985 &#8211; IV R 6\/85 &#8211; BStBl 1986 II, S. 435, und vom 9.11.1994 &#8211; XI R 16\/94 &#8211; BFH\/NV 1995 S. 578).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">6.<\/td>\n<td valign=\"top\"><sup>1<\/sup>Von der Au\u00dfenpr\u00fcfung zu unterscheiden sind Einzelermittlungen eines Au\u00dfenpr\u00fcfers nach \u00a7 88, auch wenn sie am Ort des Betriebs durchgef\u00fchrt werden. <sup>2<\/sup>In diesen F\u00e4llen hat er deutlich zu machen, dass verlangte Ausk\u00fcnfte oder sonstige Ma\u00dfnahmen nicht im Zusammenhang mit der Au\u00dfenpr\u00fcfung stehen (BFH-Urteile vom 5.4.1984 &#8211; IV R 244\/83 &#8211; BStBl II, S. 790, vom 2.2.1994 &#8211; I R 57\/93 &#8211; BStBl II, S. 377, und vom 25.11.1997 &#8211; VIII R 4\/94 &#8211; BStBl 1998 II, S. 461). <sup>3<\/sup>Zur betriebsnahen Veranlagung vgl. zu \u00a7 85, Nr. 2 und 3. <sup>4<\/sup>Eine Umsatzsteuer-Nachschau gem\u00e4\u00df \u00a7 27b UStG stellt keine Au\u00dfenpr\u00fcfung i.S.d. \u00a7 193 dar. <sup>5<\/sup>Zum \u00dcbergang von einer Umsatzsteuer-Nachschau zu einer Au\u00dfenpr\u00fcfung siehe BMF-Schreiben vom 23.12.2002, BStBl I, S. 1447.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 193 &#8211; Zul\u00e4ssigkeit einer Au\u00dfenpr\u00fcfung: 1. 1Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung ist unabh\u00e4ngig davon zul\u00e4ssig, ob eine Steuer bereits festgesetzt, ob der Steuerbescheid endg\u00fcltig, vorl\u00e4ufig oder unter dem Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung ergangen ist (BFH-Urteil vom 28.3.1985 &#8211; IV R 224\/83 &#8211; BStBl II, S. 700). 2Eine Au\u00dfenpr\u00fcfung nach \u00a7 193 kann zur Ermittlung der Steuerschuld sowohl &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-193-zulassigkeit-einer-ausenprufung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zu \u00a7 193 &#8211; Zul\u00e4ssigkeit einer Au\u00dfenpr\u00fcfung:<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2103],"class_list":["post-25406","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer","tag-zulassigkeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25406","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25406"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25406\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25406"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25406"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25406"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}