{"id":26230,"date":"1979-11-14T03:49:50","date_gmt":"1979-11-14T01:49:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=26230"},"modified":"2013-09-06T11:00:59","modified_gmt":"2013-09-06T09:00:59","slug":"bfh-beschluss-vom-14-11-1979-vii-e-2_78-bstbl-1980-ii-s-192","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-14-11-1979-vii-e-2_78-bstbl-1980-ii-s-192\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 14.11.1979 (VII E 2\/78) BStBl. 1980 II S. 192"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 14.11.1979 (VII E 2\/78) BStBl. 1980 II S. 192<\/strong><\/p>\n<p>Ist der vom Vormundschaftsgericht nach \u00a7 1910 Abs. 2 BGB im Verfahren vor dem FG bestellte Pfleger des Revisionskl\u00e4gers In der Revisionsinstanz nicht mehr t\u00e4tig gewesen, so kann der Revisionskl\u00e4ger gegen den Kostenansatz aufgrund der Kostenentscheidung im Revisionsverfahren pers\u00f6nlich Erinnerung einlegen.<\/p>\n<p>FGO \u00a7 58; ZPO \u00a7 53; GKG \u00a7 5 Abs. 1; BGB \u00a7 1910 Abs. 2.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kostenschuldner und Erinnerungsf\u00fchrer (Erinnerungsf\u00fchrer) erhob Klage gegen das Finanzamt (FA).<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Zuvor hatte das Vormundschaftsgericht f\u00fcr den Erinnerungsf\u00fchrer Pflegschaft gem\u00e4\u00df \u00a7 1910 Abs. 2 BGB mit der Ma\u00dfgabe angeordnet, da\u00df der Wirkungskreis der Pflegschaft nur die Vertretung des Erinnerungsf\u00fchrers bei der F\u00fchrung der genannten Rechtsstreitigkeiten vor dem FG umfasse. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied, da\u00df die Revision des Erinnerungsf\u00fchrers gegen das Urteil des FG als unzul\u00e4ssig verworfen werde und da\u00df der Erinnerungsf\u00fchrer die Kosten der Revision zu tragen habe.<\/p>\n<p>Die Kostenstelle des BFH setzte die Gerichtskosten mit 73 DM an. Sie legte der Berechnung einen Streitwert von 846 DM zugrunde und stellte dem Erinnerungsf\u00fchrer eine Geb\u00fchr in H\u00f6he von 72 DM f\u00fcr das Verfahren im allgemeinen (Nr. 1310 des Kostenverzeichnisses, Anlage 1 zum Gerichtskostengesetz) und 1 DM f\u00fcr Schreibauslagen in Rechnung.<\/p>\n<p>Gegen die Kostenrechnung legte der Erinnerungsf\u00fchrer Erinnerung ein.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erinnerung ist zul\u00e4ssig. Der Erinnerungsf\u00fchrer konnte sie pers\u00f6nlich wirksam einlegen.<\/p>\n<p>Er war daran nicht durch die Anordnung der Pflegschaft gehindert. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Anordnung der Pflegschaft, die nach der bei der Bestellung vorgenommenen Beschreibung ihres Wirkungskreises nur die Vornahme von Verfahrenshandlungen des Erinnerungsf\u00fchrers in den Verfahren vor dem FG umfa\u00dft, auch die Einlegung der Erinnerung betrifft. Auch wenn die Anordnung dahin verstanden wird, da\u00df sie die Vertretung des Erinnerungsf\u00fchrers in den vor dem FG schwebenden Rechtsstreitigkeiten bis zu ihrem rechtskr\u00e4ftigen Abschlu\u00df und damit auch die Vertretung des Erinnerungsf\u00fchrers im Rahmen dieser Rechtsstreitigkeiten vor dem BFH einschlie\u00dflich der sich aus diesen Verfahren etwa ergebenden kostenrechtlichen Folgeverfahren umfassen sollte, so steht sie der Wirksamkeit der vom Erinnerungsf\u00fchrer pers\u00f6nlich eingelegten Erinnerung nicht entgegen. Die Anordnung der Pflegschaft f\u00fcr einen Rechtsstreit hindert den Pflegebefohlenen nur daran, in diesem Rechtsstreit pers\u00f6nlich wirksame Verfahrenshandlungen vorzunehmen, solange der Pfleger in dem Rechtsstreit tats\u00e4chlich auftritt. Nimmt dieser die Vertretung tats\u00e4chlich nicht mehr wahr, so kann der Pflegebefohlene den Rechtsstreit selbst weiterf\u00fchren (vgl. Stein\/Jonas, Kommentar zur Zivilproze\u00dfordnung, 20. Aufl., \u00a7 53 Rdnr. 15; Rosenberg\/Schwab, Zivilproze\u00dfrecht, 12. Aufl., S. 216). Der vom Vormundschaftsgericht bestellte Pfleger des Erinnerungsf\u00fchrers war im Verfahren vor dem BFH nicht mehr t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Dem Erinnerungsf\u00fchrer fehlte auch nicht die Proze\u00dff\u00e4higkeit, um die Erinnerung wirksam einlegen zu k\u00f6nnen. Die Proze\u00dff\u00e4higkeit richtet sich nach der Gesch\u00e4ftsf\u00e4higkeit (\u00a7 58 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -). Die Anordnung der Pflegschaft hatte auf die Gesch\u00e4ftsf\u00e4higkeit keinen Einflu\u00df (Erman, Handkommentar zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch, 6. Aufl., \u00a7 1910 Rdnr. 8).<\/p>\n<p>Der Senat hat auch nicht festgestellt, da\u00df der Erinnerungsf\u00fchrer bei der Einlegung der Erinnerung gesch\u00e4ftsunf\u00e4hig war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 14.11.1979 (VII E 2\/78) BStBl. 1980 II S. 192 Ist der vom Vormundschaftsgericht nach \u00a7 1910 Abs. 2 BGB im Verfahren vor dem FG bestellte Pfleger des Revisionskl\u00e4gers In der Revisionsinstanz nicht mehr t\u00e4tig gewesen, so kann der Revisionskl\u00e4ger gegen den Kostenansatz aufgrund der Kostenentscheidung im Revisionsverfahren pers\u00f6nlich Erinnerung einlegen. 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