{"id":26241,"date":"1979-10-17T03:51:48","date_gmt":"1979-10-17T01:51:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=26241"},"modified":"2013-09-05T10:25:02","modified_gmt":"2013-09-05T08:25:02","slug":"bfh-beschluss-vom-17-10-1979-i-s-9_78-bstbl-1980-ii-s-212","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-17-10-1979-i-s-9_78-bstbl-1980-ii-s-212\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 17.10.1979 (I S 9\/78) BStBl. 1980 II S. 212"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 17.10.1979 (I S 9\/78) BStBl. 1980 II S. 212<\/strong><\/p>\n<p>Gegen einen Bescheid, mit dem es das FA abgelehnt hat, eine gesonderte Feststellung der Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb durchzuf\u00fchren, weil keine Mitunternehmerschaft bestehe, kann vorl\u00e4ufiger Rechtsschutz nur im Wege einstweiliger Anordnung nach \u00a7 114 FGO gew\u00e4hrt werden (Anschlu\u00df an den BFH-Beschlu\u00df vom 10. November 1977 IV B 33-34\/76, BFHE 123, 412, BStBl II 1978, 15).<\/p>\n<p>FGO \u00a7\u00a7 114, 69; EStG \u00a7 15 Abs. 1 Nr. 2.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Hauptverfahren ist streitig, ob zwischen dem Kl\u00e4ger, Revisionskl\u00e4ger und Antragsteller (Kl\u00e4ger) und seinem Vater in den Streitjahren 1974 und 1975 eine Mitunternehmerschaft nach \u00a7 15 (Abs. 1) Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bestand. Der Beklagte, Revisionsbeklagte und Antragsgegner (das Finanzamt &#8211; FA -) hat es mit Bescheid vom 23. Januar 1978 abgelehnt, eine gesonderte Feststellung der Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb durchzuf\u00fchren (\u00a7 180 Abs. 1 Nr. 2a der Abgabenordnung &#8211; AO 1977 -), weil der Vater des Kl\u00e4gers nicht Mitunternehmer sei.<\/p>\n<p>Nachdem auch die Klage gegen diesen Bescheid erfolglos geblieben war, hat der Kl\u00e4ger gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) am 17. November 1978 Revision eingelegt (Az. I R 247\/78) und gleichzeitig beantragt, &#8222;die Einziehung der fraglichen Steuerbetr\u00e4ge bis zur Entscheidung meiner Revision durch den BFH weiterhin auszusetzen&#8220;. Dieselbe Formulierung hat er auch in der Revisionsschrift betreffend den Rechtsstreit wegen Einkommensteuer 1974 und 1975 (Az. I R 248\/78) gebraucht. Auf eine Anfrage der Gesch\u00e4ftsstelle des Senats vom 5. Dezember 1978 hat der Kl\u00e4ger mit Schreiben vom 12. Dezember 1978 unter dem Betreff &#8222;Rechtsstreit &#8230; wegen einheitlicher Gewinnfeststellung 1974 und 1975 &#8211; Az. I R 247\/78&#8220; ausgef\u00fchrt, da\u00df er mit dem Antrag vom 17. November 1978 die Aussetzung der Vollziehung nach \u00a7 69 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) beantragen wolle.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, den Antrag des Kl\u00e4gers abzuweisen. Die &#8222;Voraussetzungen f\u00fcr eine Aussetzung der Vollziehung der Feststellungsbescheide 1974 bis 1975&#8220; l\u00e4gen nicht vor.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Antrag des Kl\u00e4gers ist als unzul\u00e4ssig zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>1. Der Senat geht davon aus, da\u00df der Kl\u00e4ger in diesem Verfahren (I S 9\/78) die Aussetzung der Vollziehung des Bescheids vom 23. Januar 1978 beantragen wollte. Dieser Antrag ist zus\u00e4tzlich zu dem Antrag gestellt worden, die Vollziehung der Einkommensteuerbescheide f\u00fcr die Streitjahre 1974 und 1975 auszusetzen. Das ergibt die Auslegung der vom Kl\u00e4ger insgesamt gestellten Antr\u00e4ge. Der Kl\u00e4ger hat einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung bewu\u00dft auch im Zusammenhang mit dem Hauptverfahren wegen gesonderter Feststellung (Az. I R 247\/78) gestellt (vgl. insbesondere sein Schreiben vom 12. Dezember 1978). Er hat sp\u00e4ter den Ausf\u00fchrungen des FA, das diesen Antrag ausdr\u00fccklich &#8211; wenn auch sachlich nicht ganz zutreffend &#8211; als einen solchen auf &#8222;Aussetzung der Vollziehung der Feststellungsbescheide 1974 bis 1975&#8220; bezeichnet hat, nicht widersprochen. Schlie\u00dflich lag es &#8211; im Hinblick auf \u00a7 69 Abs. 2 Satz 4 FGO &#8211; im Interesse des Kl\u00e4gers, vorl\u00e4ufigen Rechtsschutz auch gegen den ablehnenden Bescheid des FA vom 23. Januar 1978 zu beantragen (vgl. zur Auslegung von Proze\u00dfhandlungen im \u00fcbrigen auch die Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 22. Januar 1971 III R 108\/69, BFHE 101, 277 [280], BStBl II 1971, 295, und vom 8. Februar 1974 III R 140\/70, BFHE 112, 6 [9], BStBl II 1974, 417).<\/p>\n<p>2. Der Antrag des Kl\u00e4gers ist aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden zur\u00fcckzuweisen. Der Kl\u00e4ger kann gegen den Bescheid des FA vom 23. Januar 1978 vorl\u00e4ufigen Rechtsschutz nur im Wege einstweiliger Anordnung nach \u00a7 114 FGO erreichen.<\/p>\n<p>Das FA hat es mit Bescheid vom 23. Januar 1978 abgelehnt, die vom Kl\u00e4ger beantragten gesonderten Feststellungen f\u00fcr die Streitjahre 1974 und 1975 durchzuf\u00fchren, weil die Voraussetzungen einer Mitunternehmerschaft mit seinem Vater nicht gegeben seien. Der BFH hat mit Beschlu\u00df vom 10. November 1977 IV B 33-34\/76 (BFHE 123, 412, BStBl II 1978, 15) ausgesprochen, da\u00df in derartigen F\u00e4llen vorl\u00e4ufiger Rechtsschutz in der Form einer vorl\u00e4ufigen (einheitlichen) Feststellung von Gewinnen (oder Verlusten in ihrer wahrscheinlichen H\u00f6he) nur nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 114 FGO, nicht hingegen durch Aussetzung der Vollziehung nach \u00a7 69 FGO gew\u00e4hrt werden kann. Dabei ist dem Umstand entscheidende Bedeutung beigemessen worden, da\u00df im Hauptverfahren Rechtsschutz nur durch Verpflichtungsklage begehrt werden k\u00f6nnte (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 27. Januar 1977 IV R 173\/75, BFHE 122, 5, BStBl II 1977, 510). Der erkennende Senat folgt dieser Rechtsauffassung.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung widerspricht nicht der Rechtsansicht des VIII. Senats des BFH in dem Beschlu\u00df vom 10. Juli 1979 VIII B 84\/78 (BFHE 128, 164, BStBl II 1979, 567). In diesem Fall hatte das FA einen nach Auffassung der Kl\u00e4ger zu niedrigen Verlust festgestellt. Die Kl\u00e4ger h\u00e4tten nach Ansicht des VIII. Senats im Hauptverfahren &#8211; anders als im Streitfall &#8211; die Ab\u00e4nderung dieses Bescheids im Wege der Anfechtungsklage begehren m\u00fcssen. Weiter hat der VIII. Senat entscheidend darauf abgestellt, da\u00df der Regelungsinhalt des einen Verlust feststellenden Bescheids dem Regelungsinhalt des einen Gewinn feststellenden Bescheids vergleichbar sei (Hinweis auf Beispiele bei Schall, Der Betriebs-Berater 1978 S. 1715 &#8211; BB 1978, 1715 -, und Klenk, BB 1978, 1666). Diese Aussage kann auf den Bescheid des FA im Streitfall nicht ausgedehnt werden. W\u00e4hrend der einen Gewinn (bzw. einen Verlust) feststellende Bescheid sowohl eine Entscheidung \u00fcber die H\u00f6he des Gewinns (bzw. Verlustes) als auch eine solche \u00fcber die Personen enth\u00e4lt, denen dieser Gewinn (bzw. Verlust) zuzurechnen ist, hat es das FA im Streitfall gerade abgelehnt, diese Entscheidungen zu treffen (vgl. auch den BFH-Beschlu\u00df vom 24. M\u00e4rz 1975 IV S 22\/74, BFHE 115, 417, BStBl II 1975, 711).<\/p>\n<p>Dieser Unterschied im Regelungsinhalt der Bescheide erlaubt es schlie\u00dflich auch nicht, \u00a7 69 FGO im Streitfall analog anzuwenden. Der Sachverhalt des Streitfalls wird nach dem Sinnzusammenhang und dem Zweck dieser Vorschrift nicht mehr von ihr erfa\u00dft (vgl. Larenz, Methodenlehre der Rechtswissenschaft, 4. Aufl., 1979, S. 354f., 384f., 390). Nach dem Klagensystem der Finanzgerichtsordnung und den zugeh\u00f6rigen Formen vorl\u00e4ufigen Rechtsschutzes ist hier \u00a7 114 FGO einschl\u00e4gig (s. insbesondere BFHE 123, 412, BStBl II 1978, 15; aber auch Schall, a. a. O., und Seeger, Deutsches Steuerrecht 1978 S. 221).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 17.10.1979 (I S 9\/78) BStBl. 1980 II S. 212 Gegen einen Bescheid, mit dem es das FA abgelehnt hat, eine gesonderte Feststellung der Eink\u00fcnfte aus Gewerbebetrieb durchzuf\u00fchren, weil keine Mitunternehmerschaft bestehe, kann vorl\u00e4ufiger Rechtsschutz nur im Wege einstweiliger Anordnung nach \u00a7 114 FGO gew\u00e4hrt werden (Anschlu\u00df an den BFH-Beschlu\u00df vom 10. 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