{"id":26316,"date":"2013-02-19T15:24:31","date_gmt":"2013-02-19T13:24:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=26316"},"modified":"2013-07-12T11:00:37","modified_gmt":"2013-07-12T09:00:37","slug":"zu-%c2%a7-350-beschwer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/zu-%c2%a7-350-beschwer\/","title":{"rendered":"Zu \u00a7 350 &#8211; Beschwer:"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu \u00a7 350 &#8211; Beschwer:<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">1.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p><sup>1<\/sup>Eine Beschwer ist nicht nur dann schl\u00fcssig geltend gemacht, wenn eine Rechtsverletzung oder Ermessenswidrigkeit ger\u00fcgt wird, sondern auch dann, wenn der Einspruchsf\u00fchrer eine g\u00fcnstigere Ermessensentscheidung begehrt.\u00a0<sup>2<\/sup>Aus nicht gesondert festgestellten Besteuerungsgrundlagen (\u00a7 157 Abs. 2) ergibt sich keine Beschwer.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">2.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Bei einer zu niedrigen Festsetzung kann eine Beschwer dann bestehen, wenn eine h\u00f6here Festsetzung, z. B. aufgrund des Bilanzenzusammenhangs, sich in Folgejahren g\u00fcnstiger auswirkt (BFH-Urteil vom 27.5.1981 &#8211; I R 123\/77 &#8211; BStBl 1982 II, S. 211) oder wenn durch die begehrte h\u00f6here Steuerfestsetzung die Anrechnung von Steuerabzugsbetr\u00e4gen erm\u00f6glicht wird und aufgrund dessen ein geringerer Betrag als bisher entrichtet werden muss (BFH-Urteil vom 8.11.1985 &#8211; VI R 238\/80 &#8211; BStBl 1986 II, S. 186, und\u00a0BFH-Beschluss vom 3.2.1993 &#8211; I B 90\/92 &#8211; BStBl II, S. 426\u00a0).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">3.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p><sup>1<\/sup>Bei einer Nullfestsetzung besteht grunds\u00e4tzlich keine Beschwer (BFH-Urteil vom 24.1.1975 &#8211; VI R 148\/72 &#8211; BStBl II, S. 382\u00a0).<sup>2<\/sup>Etwas anderes gilt, wenn eine Verg\u00fctung oder eine Steuerbefreiung wegen Gemeinn\u00fctzigkeit (BFH-Urteil vom 13.7.1994 &#8211; I R 5\/93 &#8211; BStBl 1995 II, S. 134) begehrt wird oder wenn die der Steuerfestsetzung zugrunde liegenden Besteuerungsgrundlagen au\u00dfersteuerliche Bindungswirkung haben (BFH-Urteil vom 20.12.1994 &#8211; IX R 80\/92 &#8211; BStBl 1995 II, S. 537\u00a0).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">4.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Wird durch Einspruch die \u00c4nderung eines Grundlagenbescheids begehrt, kommt es f\u00fcr die schl\u00fcssige Geltendmachung der Beschwer nicht auf die Auswirkungen in den Folgebescheiden an.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">5.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p>Beschwert sein kann nicht nur derjenige, f\u00fcr den ein Verwaltungsakt bestimmt ist, sondern auch derjenige, der von ihm betroffen ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong><span style=\"font-size: medium;\"><span style=\"line-height: normal;\">6.<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<div>\n<div>\n<p><sup>1<\/sup>Eine weitere, in der\u00a0AO\u00a0nicht ausdr\u00fccklich genannte Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzung ist das Vorliegen eines Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses, d. h. eines schutzw\u00fcrdigen, ber\u00fccksichtigungswerten Interesses an der begehrten Entscheidung im Einspruchsverfahren.<\/p>\n<p><sup>2<\/sup>Die M\u00f6glichkeit, einen Antrag auf schlichte \u00c4nderung (\u00a7 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe a) zu stellen, beseitigt nicht das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis f\u00fcr einen Einspruch, da dieser die Rechte des Steuerpflichtigen umfassender wahrt (vgl. vor \u00a7 347, Nr. 1).\u00a0<sup>3<\/sup>Wendet sich der Steuerpflichtige gegen denselben Verwaltungsakt sowohl mit einem Einspruch als auch mit einem Antrag auf schlichte \u00c4nderung, ist nur das Einspruchsverfahren durchzuf\u00fchren (BFH-Urteil vom 27.9.1994 &#8211; VIII R 36\/89 &#8211; BStBl 1995 II, S. 353).<\/p>\n<p><sup>4<\/sup>Wird mit dem Einspruch ausschlie\u00dflich die angebliche Verfassungswidrigkeit einer Rechtsnorm ger\u00fcgt, fehlt grunds\u00e4tzlich das Rechtsschutzbed\u00fcrfnis, wenn die Finanzbeh\u00f6rde den angefochtenen Verwaltungsakt sp\u00e4testens im Einspruchsverfahren hinsichtlich des strittigen Punktes f\u00fcr vorl\u00e4ufig erkl\u00e4rt hat (BFH-Beschl\u00fcsse vom 10.11.1993 &#8211; X B 83\/93 &#8211; BStBl 1994 II, S. 119, und vom\u00a022.3.1996 &#8211; III B 173\/95 &#8211; BStBl II, S. 506).\u00a0<sup>5<\/sup>Trotz vorl\u00e4ufiger Steuerfestsetzung kann aber ein Rechtsschutzbed\u00fcrfnis anzunehmen sein, wenn der Einspruchsf\u00fchrer besondere Gr\u00fcnde materiell-rechtlicher oder verfahrensrechtlicher Art substantiiert geltend macht oder Aussetzung der Vollziehung begehrt (BFH-Urteil vom 30.9.2010 &#8211; III R 39\/08\u00a0-, BStBl 2011 II, S. 11; zur Aussetzung der Vollziehung wegen verfassungsrechtlicher Zweifel vgl. zu \u00a7 361, Nr. 2.5.4).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu \u00a7 350 &#8211; Beschwer: 1. 1Eine Beschwer ist nicht nur dann schl\u00fcssig geltend gemacht, wenn eine Rechtsverletzung oder Ermessenswidrigkeit ger\u00fcgt wird, sondern auch dann, wenn der Einspruchsf\u00fchrer eine g\u00fcnstigere Ermessensentscheidung begehrt.\u00a02Aus nicht gesondert festgestellten Besteuerungsgrundlagen (\u00a7 157 Abs. 2) ergibt sich keine Beschwer. 2. 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