{"id":26605,"date":"1979-02-02T15:35:41","date_gmt":"1979-02-02T13:35:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=26605"},"modified":"2014-08-20T13:14:25","modified_gmt":"2014-08-20T11:14:25","slug":"bfh-urteil-vom-2-2-1979-iii-r-89_78-bstbl-1980-ii-s-340","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-2-2-1979-iii-r-89_78-bstbl-1980-ii-s-340\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 2.2.1979 (III R 89\/78) BStBl. 1980 II S. 340"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 2.2.1979 (III R 89\/78) BStBl. 1980 II S. 340<\/strong><\/p>\n<p>Beruhen hohe Anschaffungskosten f\u00fcr betriebliche Personenkraftfahrzeuge zum Teil auf Gr\u00fcnden der privaten Repr\u00e4sentation, so sind Investitionszulagen nur von angemessenen Anschaffungskosten zu gew\u00e4hren (Erg\u00e4nzung zu dem BFH-Urteil vom 2. Februar 1979 III R 50\/78 51\/78, BFHE 127, 297, BStBl II 1979, 387).<\/p>\n<p>InvZulG 1975 \u00a7 4b.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gern (Kl\u00e4gerin) &#8211; eine GmbH &amp; Co. KG &#8211; betreibt in Berlin &#8230;. Sie beantragte im Januar 1977 f\u00fcr einen im Juni 1975 bestellten und im Juni 1976 gelieferten Mercedes-Benz 450 SEL eine Investitionszulage nach \u00a7 4b des Investitionszulagengesetzes (InvZulG). Der Pkw kostete 68.729 DM (ohne Mehrwertsteuer).<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) gew\u00e4hrte der Kl\u00e4gerin eine Zulage lediglich von einer Bemessungsgrundlage von 45.000 DM. Die dar\u00fcber hinausgehenden Anschaffungskosten hielt das FA nach \u00a7 4 Abs. 5 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) f\u00fcr unangemessen. Auch die Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) hat die Revision nachtr\u00e4glich zugelassen.<\/p>\n<p>Mit der Revision macht die Kl\u00e4gerin geltend: Bei einem Investitionsaufwand von 2 Mio. DM im Jahre 1976 sei die Anschaffung eines Pkw f\u00fcr 68.000 DM nicht unangemessen. Es sei auch zu ber\u00fccksichtigen, da\u00df es sich bei dem Pkw um ein Serienfahrzeug handele. Die Begrenzung der Anschaffungskosten auf einen angemessenen Betrag widerspreche auch dem Sinn und Zweck des \u00a7 4b InvZulG. Denn dieser habe darin bestanden, die abgeschw\u00e4chte Konjunktur, und zwar auch die der Kraftfahrzeugbranche, neu zu beleben.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt, unter \u00c4nderung des Bescheids des FA vom 6. April 1977 und unter Aufhebung des FG-Urteils vom 18. April 1978 die Investitionszulagen um einen Betrag von 1.779 DM h\u00f6her festzusetzen.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der Senat hat mit Urteil vom 2. Februar 1979 III R 50-51\/78 (BFHE 127, 297, BStBl II 1979, 387) Investitionzulagen nach \u00a7 4b InvZulG f\u00fcr die Anschaffung eines Ferrari und eines Porsche-Turbo- Coupe abgelehnt, soweit ihre Anschaffungskosten den Betrag von jeweils 40.000 DM \u00fcberschritten haben. Der Senat hat auf die Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. Juni 1975 VIII R 225\/72 (BFHE 117, 195, BStBl II 1976, 97), vom 20. Mai 1977 III R 135\/74 (BFHE 122, 382, BStBl II 1977, 734), vom 4. November 1977 III R 145\/74 (BFHE 124, 470, BStBl II 1978, 353) Bezug genommen und ausgef\u00fchrt, da\u00df Investitionszulagen insoweit nicht gew\u00e4hrt werden k\u00f6nnten als die Anschaffung der Wirtschaftsg\u00fcter auf Erw\u00e4gungen der privaten Repr\u00e4sentation beruhten. Diese Grunds\u00e4tze seien auch im Rahmen des \u00a7 4b InvZulG anzuwenden. Die Entstehungsgeschichte des \u00a7 4b InvZulG stehe dieser Auslegung nicht entgegen. Nach Bundestags-Drucksache 7\/2979 S. 1 sei zwar bezweckt gewesen, mit Hilfe von Konjunkturzulagen die abgeschw\u00e4chte Wirtschaftst\u00e4tigkeit und die r\u00fcckl\u00e4ufige Besch\u00e4ftigung neu und nachhaltig zu beleben. Es sollte f\u00fcr Unternehmer ein Anreiz zum Investieren geschaffen werden. Dabei k\u00f6nne aber nur an betriebliche Investitionen gedacht gewesen sein, da sonst nicht verst\u00e4ndlich w\u00e4re, weshalb sich \u00a7 4b InvZulG nur an Unternehmer und nicht auch an die privaten Haushalte gewandt habe.<\/p>\n<p>Diese Grunds\u00e4tze gelten auch im vorliegenden Fall. Die Anschaffungskosten f\u00fcr den Mercedes-Benz 450 SEL liegen \u00e4hnlich hoch wie die Anschaffungskosten f\u00fcr einen Ferrari und einen Porsche-Turbo-Coupe. Die Anschaffungskosten waren deshalb auch hier auf einen nach der Verkehrsauffassung angemessenen Betrag zu reduzieren. Die Kl\u00e4gerin hat gegen die Auffassung des beklagten FA, der angemessene Betrag belaufe sich auf 45.000 DM, nichts vorgetragen. Da\u00df es sich bei dem Mercedes-Benz um ein Serienfahrzeug und nicht um eine Sonderanfertigung handelte, ist f\u00fcr die Entscheidung ohne Bedeutung. Auch spielen die betrieblichen Verh\u00e4ltnisse wie Umsatz, Gewinn und Investitionsaufwand keine Rolle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 2.2.1979 (III R 89\/78) BStBl. 1980 II S. 340 Beruhen hohe Anschaffungskosten f\u00fcr betriebliche Personenkraftfahrzeuge zum Teil auf Gr\u00fcnden der privaten Repr\u00e4sentation, so sind Investitionszulagen nur von angemessenen Anschaffungskosten zu gew\u00e4hren (Erg\u00e4nzung zu dem BFH-Urteil vom 2. Februar 1979 III R 50\/78 51\/78, BFHE 127, 297, BStBl II 1979, 387). 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