{"id":26632,"date":"1980-02-13T15:56:31","date_gmt":"1980-02-13T13:56:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=26632"},"modified":"2018-01-02T16:49:14","modified_gmt":"2018-01-02T14:49:14","slug":"bfh-urteil-vom-13-2-1980-i-r-178_78-bstbl-1980-ii-s-386","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-13-2-1980-i-r-178_78-bstbl-1980-ii-s-386\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 13.2.1980 (I R 178\/78) BStBl.     1980 II S. 386"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 13.2.1980 (I R 178\/78) BStBl. 1980 II S. 386<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Der Nachweis f\u00fcr die Teilnahme an den in einem Studienreiseprogramm vorgesehenen Fachveranstaltungen mu\u00df nicht in jedem Fall durch Anwesenheitstestate gef\u00fchrt werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>2. Zur Anerkennung von Aufwendungen f\u00fcr Studien- und Gesch\u00e4ftsreisen als Betriebsausgaben, insbesondere bei Mitnahme der Ehefrau.<\/strong><\/p>\n<p>EStG \u00a7 4 Abs. 4, \u00a7 12 Nr. 1 Satz 2.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong><span> Sachverhalt<\/span><\/strong><\/p>\n<p><span>Der Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4ger) und die Beigeladene sind Eheleute. Der Kl\u00e4ger betrieb in den Streitjahren 1970 bis 1972 die Herstellung und den Vertrieb orthop\u00e4discher Hilfsmittel. F\u00fcr ihn waren 11 Angestellte t\u00e4tig. Auch die Beigeladene arbeitete ganztags im Unternehmen des Kl\u00e4gers mit. Sie verrichtete die B\u00fcroarbeiten und bediente Kunden. W\u00e4hrend einer monatelangen Krankheit des Kl\u00e4gers hatte sie diesen auch einmal (ganz) vertreten. Die Beigeladene hat sich durch Eigenstudium und unter Mithilfe des Kl\u00e4gers \u00fcberdurchschnittliche Kenntnisse in dessen beruflichem Spezialgebiet erworben. Sie hat den Kl\u00e4ger w\u00e4hrend der Streitjahre verschiedentlich auf Gesch\u00e4ftsreisen nach Turin, Frankfurt, W\u00fcrzburg, Bonn, D\u00fcsseldorf, Paris und Bad Harzburg begleitet. Au\u00dferdem haben die Eheleute in den Streitjahren an drei vom &#8222;Bundes-Innungsverband f\u00fcr das Orthop\u00e4die-, Chirurgiemechaniker- und Bandagistenhandwerk&#8220; veranstalteten Auslandsstudienreisen teilgenommen:<\/span><\/p>\n<p><span>Die erste Reise f\u00fchrte nach Moskau und Leningrad. Sie dauerte von Samstag, den 24. Oktober, bis Samstag, den 31. Oktober 1970, und diente dem Besuch der Ausstellung &#8222;Orthop\u00e4dische Hilfsmittel und Stoffe f\u00fcr den Prothesenbau&#8220; in Moskau und der Besichtigung der orthop\u00e4dietechnischen Fabrik in Leningrad. Bis auf die An- und Abreisetage waren f\u00fcr alle Tage Ausstellungsbesuche, Fachvortr\u00e4ge und Besichtigungen von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr vorgesehen. Die Vorf\u00fchrungen anl\u00e4\u00dflich der Ausstellung in Moskau standen an jedem Tag unter anderen beruflichen Themen.<\/span><\/p>\n<p><span>Das zweite Reiseziel waren die USA. Diese Reise fand in der Zeit von Samstag, den 23. Oktober, bis Montag, den 8. November 1971, statt und f\u00fchrte u.a. nach New York, San Francisco, Los Angeles und Washington. Nach dem Programm standen der 24. Oktober (Sonntag) und der 26. Oktober voll sowie der 27. Oktober nachmittags zur freien Verf\u00fcgung. Der 28. und 30. Oktober sowie der 4. und 6. November waren nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) Reisetage innerhalb der USA; der 7. November war der Abreisetag. Das Programm hatte u.a. von Sonntag, den 31. Oktober, bis Mittwoch, den 3. November 1971, auch die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung von American Orthotic and Prosthetic Association in Las Vegas vorgesehen. Dort stand den deutschen Teilnehmern ein Dolmetscher zur Verf\u00fcgung; auch konnte die Beigeladene den wesentlichen Inhalt der Fachvortr\u00e4ge \u00fcbersetzen.<\/span><\/p>\n<p><span>Im Streitjahr 1972 hielten sich der Kl\u00e4ger und die Beigeladene vom 7. bis 21. Oktober in Israel auf. Dort stand der auf den Anreisetag (7. Oktober) folgende Tag (Sonntag, der 8. Oktober) zur freien Verf\u00fcgung der Teilnehmer. Es war die M\u00f6glichkeit zu Stadtrundfahrten in Tel Aviv und Jaffa gegeben. An den drei folgenden Tagen wurden von Nathanya aus Krankenh\u00e4user, orthop\u00e4dische Werkst\u00e4tten und Ausstellungen besucht sowie verschiedene Fachgespr\u00e4che gef\u00fchrt. Am Donnerstag, dem 12. Oktober, f\u00fchrte die Reise weiter (von Nathanya aus) durch die Sharon-Ebene \u00fcber C\u00e4sarea und Haifa (mit fachbezogenen Unternehmungen in Haifa) nach Nahariya. Auch f\u00fcr Freitag, den 13. Oktober, war ein gemischtes Programm vorgesehen. Neben fachlichen Veranstaltungen stand u.a. ein Besuch von Rosh Hanikra (mit Besichtigung der maritimen Grotte) auf dem Programm. Der 14. Oktober (Samstag) diente einer Besichtigungsfahrt an den See Genezareth (mit den St\u00e4dten Tiberias und Kapernaum) sowie zu den Quellfl\u00fcssen des Jordan. Am 16. Oktober (Sonntag) fuhr die Reisegruppe \u00fcber Megiddo, Nablus und Ramallah nach Jerusalem und Bethlehem. An den beiden folgenden Tagen (16. und 17. Oktober) wurden jeweils vormittags in und nahe Jerusalem gelegene Kliniken besichtigt; die Nachmittage waren freigehalten f\u00fcr einen Besuch West-Jerusalems oder standen vollst\u00e4ndig zur freien Verf\u00fcgung. Ohne jedes Fachprogramm verlief der 18. Oktober (mit einer Besichtigung zweier Kibbuzim). F\u00fcr den 19. und 20. Oktober war jeweils &#8211; ohne feste Organisation &#8211; die M\u00f6glichkeit f\u00fcr weitere Besichtigungen und Fachgespr\u00e4che vorgesehen. Zwei der drei Tage, die teilweise zur freien Verf\u00fcgung standen, nutzten der Kl\u00e4ger und die Beigeladene zu fachlichen Besprechungen.<\/span><\/p>\n<p><span>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) erkannte im Anschlu\u00df an eine Betriebspr\u00fcfung von den als Betriebsausgaben geltend gemachten Reisekosten beider Ehegatten folgende Betr\u00e4ge nicht an:<\/span><\/p>\n<table style=\"border-collapse: collapse; margin-left: 5.65pt;\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>F\u00fcr das Streitjahr 1970<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>die gesamten Kosten f\u00fcr die Studienreise nach<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> Moskau und Leningrad in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1.808,17 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>sowie anteilige Reisekosten der Beigeladenen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisen nach Turin, Frankfurt und<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> W\u00fcrzburg in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1.490,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> zusammen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3.298,17 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ==========<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>f\u00fcr das Streitjahr 1971<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>die gesamten Kosten f\u00fcr die Studienreise in die<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>USA in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4.710,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>sowie anteilige Reisekosten der Beigeladenen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisen nach Bonn und D\u00fcsseldorf<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 738,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> zusammen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 5.448,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ==========<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>\u00a0\u00a0 <\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>und f\u00fcr das Streitjahr 1972<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>die gesamten Kosten f\u00fcr die Studienreise nach<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> Israel in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3.768,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>sowie anteilige Reisekosten der Beigeladenen<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>f\u00fcr Gesch\u00e4ftsreisen nach Paris und<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span>Bad Harzburg in H\u00f6he von\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1.660,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> zusammen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 5.428,00 DM<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 454.9pt; padding-left: 3.5pt; padding-right: 3.5pt; padding-top: 0cm; padding-bottom: 0cm;\" valign=\"top\" width=\"607\"><span> \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 ==========<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span>Das FG hat der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage stattgegeben. Es hat die anl\u00e4\u00dflich der Studienreisen nach Moskau\/Leningrad, in die USA und nach Israel angefallenen Reisekosten des Kl\u00e4gers und der Beigeladenen als weitaus \u00fcberwiegend betrieblich veranla\u00dft angesehen.<\/span><\/p>\n<p><span>Auch die (anteilig) auf die Beigeladene entfallenden Aufwendungen f\u00fcr die \u00fcbrigen Reisen hat es als Betriebsausgaben anerkannt.<\/span><\/p>\n<p><span>Dagegen wendet sich das FA mit der vom FG zugelassenen Revision. Es r\u00fcgt Verletzung materiellen Rechts. Das FG habe gegen die in zahlreichen Urteilen des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; aufgestellten Grunds\u00e4tze versto\u00dfen, wonach es sich bei den strittigen Aufwendungen um nichtabzugsf\u00e4hige Kosten der Lebenshaltung i. S. des \u00a7 12 des Einkommensteuergesetzes (EStG) handele. Der Kl\u00e4ger habe keine ausreichenden Nachweise f\u00fcr die Teilnahme an den einzelnen Veranstaltungen w\u00e4hrend der mehrt\u00e4gigen Studienreisen erbracht. Der veranstaltende Innungsverband habe bewu\u00dft beliebte Touristenziele f\u00fcr diese Studienreise ausgew\u00e4hlt. Bei der Reise nach Israel \u00fcberwiege der private Zweck des Aufenthalts eindeutig; von insgesamt 13 Tagen h\u00e4tten zusammengerechnet 7 Tage f\u00fcr private Unternehmungen zur Verf\u00fcgung gestanden. Die anl\u00e4\u00dflich der \u00fcbrigen, f\u00fcr den Betrieb des Kl\u00e4gers notwendigen Reisen (anteilig) auf die Beigeladene entfallenen Kosten k\u00f6nnten nicht als Betriebsausgaben anerkannt werden, weil die Beigeladene keine Fachkraft sei. Sie sei im Betrieb des Kl\u00e4gers lediglich als kaufm\u00e4nnische Angestellte t\u00e4tig.<\/span><\/p>\n<p><span>Das FA beantragt sinngem\u00e4\u00df, das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/span><\/p>\n<p><span>Der Kl\u00e4ger beantragt, die Revision als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckzuweisen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong><span> Entscheidungsgr\u00fcnde<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Revision des FA ist teilweise begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt hinsichtlich der Streitjahre 1971 und 1972 zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -). Im \u00fcbrigen ist die Revision unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>I. Studienreisen<\/p>\n<p>1. Der Gro\u00dfe Senat des BFH hat &#8211; zeitlich nach dem Erla\u00df der Vorentscheidung &#8211; im Beschlu\u00df vom 27. November 1978 GrS 8\/77 (BFHE 126, 533, BStBl II 1979, 213) zu der Frage Stellung genommen, ob Aufwendungen f\u00fcr die Teilnahme an einer Auslandsgruppenreise zu Informationszwecken Betriebsausgaben oder Werbungskosten sein k\u00f6nnen. Ausgehend von der Erkenntnis, da\u00df Betriebsausgaben (\u00a7 4 Abs. 4 EStG) oder Werbungskosten (\u00a7 9 Abs. 1 Satz 1 EStG) nur vorliegen, wenn sie betrieblich oder beruflich veranla\u00dft sind, da\u00df aber nach \u00a7 12 Nr. 1 EStG ein Abzug nicht in Betracht kommt, wenn die Aufwendungen, auch wenn sie der beruflichen oder betrieblichen F\u00f6rderung dienen, zu den Kosten der Lebensf\u00fchrung geh\u00f6ren, hat der Gro\u00dfe Senat Kriterien gebildet, nach denen Reisen der genannten Art m\u00f6glichst einheitlich beurteilt werden k\u00f6nnen. Dabei ist zwar zu beachten, da\u00df f\u00fcr die Entscheidung der Frage, ob Auslandsreisen ausschlie\u00dflich aus betrieblichen oder (auch) aus privaten Gr\u00fcnden unternommen werden, objektive Merkmale ausschlaggebend sind, deren tats\u00e4chliche Feststellung und W\u00fcrdigung dem FG als Tatsacheninstanz obliegt (vgl. auch das Urteil des BFH vom 12. April 1979 IV R 106\/77, BFHE 127, 533, BStBl II 1979, 513). Der BFH hat jedoch anhand der als ma\u00dfgeblich erkannten Kriterien zu pr\u00fcfen, ob die W\u00fcrdigung m\u00f6glich und das aus ihr abgeleitete Ergebnis des FG zutreffend ist (vgl. BFHE 126, 533, 540 f., BStBl II 1979, 213).<\/p>\n<p>2. Im Streitfall ergibt diese Pr\u00fcfung, da\u00df das FG nur die Reise nach Moskau und Leningrad (im Streitjahr 1970) zutreffend beurteilt hat. In diesem Fall konnte das FG ohne Rechtsfehler zu dem Ergebnis kommen, da\u00df die Reise weitaus \u00fcberwiegend betrieblich veranla\u00dft war.<\/p>\n<p>Das Programm der Reise &#8211; mit Hauptgewicht auf die Ausstellung in Moskau &#8211; war auf die besonderen betrieblichen Bed\u00fcrfnisse und Gegebenheiten der Teilnehmer einschlie\u00dflich des Kl\u00e4gers zugeschnitten (vgl. BFHE 126, 533, 541, BStBl II 1979, 213, mit weiteren Nachweisen). F\u00fcr den Betrieb des Kl\u00e4gers war es nach den &#8211; f\u00fcr den Senat nach \u00a7 118 Abs. 2 FGO bindenden &#8211; Feststellungen des FG wesentlich, andere Techniken und Materialien in der praktischen Anwendung kennenzulernen. Zu diesem Zweck mu\u00dfte er die Orte aufsuchen, an denen sich ihm diese M\u00f6glichkeiten &#8211; sei es wegen der gerade dort konzentrierten Vielfalt von Behandlungsf\u00e4llen oder des besonderen technischen Fortschritts (wie in der UdSSR) &#8211; boten. Die Reise nach Moskau und Leningrad war auch fachlich und straff organisiert. Das Programm lie\u00df fast keine Zeit zur Erholung und er\u00f6ffnete keine touristisch reizvollen M\u00f6glichkeiten (vgl. BFHE 126, 533, 542, BStBl II 1979, 213, mit weiteren Nachweisen). Das FG hat weiter f\u00fcr den Senat (gem\u00e4\u00df \u00a7 118 Abs. 2 FGO) bindend festgestellt, da\u00df der Kl\u00e4ger an den im Programm vorgesehenen Veranstaltungen auch teilgenommen hat. Wenngleich nach der Rechtsprechung des BFH (vgl. insbesondere das Urteil vom 4. August 1977 IV R 30\/76, BFHE 122, 526, BStBl II 1977, 829) an den Nachweis f\u00fcr die Teilnahme an solchen Veranstaltungen strenge Anforderungen zu stellen sind, so hat der BFH jedoch nicht gefordert, da\u00df dieser Nachweis in jedem Fall nur durch Anwesenheitstestate gef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Ob die Teilnahme als nachgewiesen anzusehen ist, ist eine Frage der Feststellung und W\u00fcrdigung des Sachverhalts. Wie diese Feststellungen im Einzelfall getroffen und welche Anforderungen dabei an den Teilnahmenachweis gestellt werden, bleibt dem FG \u00fcberlassen. An das Ergebnis der tatrichterlichen Feststellung und W\u00fcrdigung ist der BFH gebunden. Anhaltspunkte f\u00fcr Rechtsverletzungen, Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss\u00e4tzen hat weder das FA vorgetragen noch sind solche f\u00fcr den Senat ersichtlich.<\/p>\n<p>Nicht zu beanstanden ist auch die Behandlung der Aufwendungen des Kl\u00e4gers f\u00fcr die Teilnahme der Beigeladenen (an der Reise nach Moskau und Leningrad) als Betriebsausgaben. Die Kosten ihrer Teilnahme sind in der gleichen Weise als abzugsf\u00e4hig anzusehen, wie dies bei entsprechenden Aufwendungen f\u00fcr eine fremde Angestellte des Kl\u00e4gers der Fall w\u00e4re (s. n\u00e4her unter Abschn. II).<\/p>\n<p>Ebensowenig bestehen Bedenken gegen die H\u00f6he der geltend gemachten Betriebsausgaben. Das FA hat insoweit keine Einwendungen erhoben. Minderungsgr\u00fcnde sind auch sonst nicht ersichtlich.<\/p>\n<p>3. Das Urteil des FG kann jedoch keinen Bestand haben, soweit die Aufwendungen anl\u00e4\u00dflich der Reisen in die USA und nach Israel als weitaus \u00fcberwiegend betrieblich veranla\u00dft beurteilt worden sind.<\/p>\n<p>a) Hinsichtlich der im Streitjahr 1972 unternommenen Reise nach Israel hat das FG nicht verkannt, da\u00df auf ihr &#8211; anders als auf der Reise nach Moskau und Leningrad &#8211; auch &#8222;in gesteigertem Ma\u00dfe&#8220; touristisch interessante Ziele aufgesucht wurden. Es hat diesen Umstand jedoch unzutreffend als &#8222;unsch\u00e4dliche&#8220; M\u00f6glichkeit der Entspannung und Programmauflockerung angesehen.<\/p>\n<p>F\u00fchrt die Reiseroute &#8211; wie hier &#8211; zum Besuch vieler Orte, die zudem beliebte Ziele des Tourismus sind (wie etwa C\u00e4sarea, Rosh Hanikra, Tiberias, Kapernaum, Nablus, Ramallah und Bethlehem), ohne da\u00df dort fachliche Veranstaltungen stattfinden, so ist dies ein Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df die Teilnehmer an der Reise in hohem Ma\u00dfe auch deren Erlebniswert suchten (vgl. auch BFHE 126, 533, 541, BStBl II 1979, 213).<\/p>\n<p>Gegen eine bei weitem \u00fcberwiegende betriebliche Veranlassung (der Reise nach Israel) spricht insbesondere auch der Umstand, da\u00df der Kl\u00e4ger und die Beigeladene von den 5 Tagen, die ihnen in Jerusalem voll zur Verf\u00fcgung standen (ohne Ankunfts- und Abreisetag), nur die beiden ersten f\u00fcr betriebsbezogene Besichtigungen und Besprechungen nutzten.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, da\u00df das FG die Gestaltung der Erholungsabschnitte unzutreffend gew\u00fcrdigt hat. Auch bei einem um ein oder zwei Tage sp\u00e4teren Reisebeginn und einem entsprechend vorverlegten Reiseende h\u00e4tte das vorgesehene Fachprogramm abgewickelt werden k\u00f6nnen. Da aber einem derartigen Programmablauf die Stadtrundfahrt in Tel Aviv und Jaffa (am 8. Oktober 1972) und die Besichtigungsm\u00f6glichkeiten in und in der N\u00e4he von Jerusalem (vom 18. bis 20. Oktober) entfallen w\u00e4ren, geht der Senat davon aus, da\u00df die im Streitfall gegebene Gestaltung auch der Erholungsabschnitte (mit ihren touristischen M\u00f6glichkeiten) bewu\u00dft und planm\u00e4\u00dfig in das Gesamtprogramm aufgenommen worden ist. Der Senat sieht hierin ein weiteres Indiz daf\u00fcr, da\u00df die Reise auch der Befriedigung privater Interessen gedient hat (vgl. auch das BFH-Urteil vom 4. Dezember 1974 I R 112\/73, BFHE 114, 488, 490, BStBl II 1975, 379).<\/p>\n<p>Ist aber die Reise nach Israel in nicht unerheblichem Umfang auch privat veranla\u00dft gewesen, so sind die durch sie entstandenen Kosten nach \u00a7 12 Nr. 1 Satz 2 EStG nicht abziehbar (vgl. BFHE 126, 533, BStBl II 1979, 213; auch Urteil vom 22. Mai 1974 I R 212\/72, BFHE 113, 274, BStBl II 1975, 70, mit weiteren Nachweisen). Es kommt auch keine Aufteilung der insgesamt entstandenen Kosten auf betriebliche und private Reiseabschnitte in Betracht. Auch soweit einzelne Reiseabschnitte (z.B. die Besichtigung der verschiedenen Krankenh\u00e4user) betrieblich veranla\u00dft sein mochten, handelte es sich um nichtabgrenzbare und ausscheidbare Teile der &#8211; mit einem Gesamtbetrag veranschlagten &#8211; Reise (vgl. BFHE 126, 533, 545, BStBl II 1979, 213).<\/p>\n<p>Der Senat kann hinsichtlich des Streitjahres 1972 dennoch nicht in der Sache selbst entscheiden (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 1 FGO). Die steuerrechtlichen Auswirkungen, besonders wegen eventueller Gewerbesteuerr\u00fcckstellungen, sind weder den Feststellungen des FG noch den dem Senat vorliegenden Akten mit hinreichender Sicherheit zu entnehmen. Eigene Ermittlungen sind dem Senat verwehrt, so da\u00df die Sache insoweit an das FG zur\u00fcckzuverweisen ist (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 FGO).<\/p>\n<p>b) Auch hinsichtlich des Streitjahres 1971 (Reise in die USA) wird das FG-Urteil aufgehoben und die Sache an das FG zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<p>Das FG hat hier einzelne, f\u00fcr die Gesamtw\u00fcrdigung der Reise entscheidende objektive Umst\u00e4nde nicht dargestellt (vgl. BFHE 126, 533, 543, BStBl II 1979, 213). Aus dem Urteil und dem Reiseprogramm ist insbesondere nicht ersichtlich, wie die freien Tage (der 24., 26, und z.T. auch der 27. Oktober sowie der 7. November) gestaltet wurden. Unbekannt ist auch der Ablauf der vom FG als &#8222;Reisetage&#8220; bezeichneten Tage. Es dr\u00e4ngt sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, warum als Abreisetag nicht bereits der 5. oder wenigstens der 6. November gew\u00e4hlt wurde.<\/p>\n<p>Die nachzuholenden Feststellungen sind von Bedeutung f\u00fcr die zutreffende Beurteilung der sog. Erholungsabschnitte. Es ist nicht ausgeschlossen, da\u00df diese Tage bewu\u00dft und planm\u00e4\u00dfig in erster Linie f\u00fcr touristische Unternehmungen in das Gesamtprogramm aufgenommen worden waren (vgl. hierzu BFHE 114, 488, 490, BStBl II 1975, 379). Au\u00dferdem wird das FG pr\u00fcfen, ob die Teilnehmer an der Reise (in die USA) nicht auch durch die \u00fcbrige Programmgestaltung (h\u00e4ufiger Ortswechsel, Aufenthalt an beliebten Orten des Tourismus ohne fachliches Programm) angeregt wurden, den Erlebniswert dieser Reise zu suchen (vgl. BFHE 126, 533, 541, BStBl II 1979, 213).<\/p>\n<p>Stellt sich unter diesen Gesichtspunkten die Reise als in nicht unerheblichem Umfang auch privat veranla\u00dft dar, so sind die durch sie entstandenen Kosten nach \u00a7 12 Nr. 1 Satz 2 EStG nicht abziehbar. Auch eine Aufteilung der insgesamt entstandenen Kosten auf betriebliche und private Reiseabschnitte kommt dann grunds\u00e4tzlich nicht in Betracht (BFHE 126, 533, 545, BStBl II 1979, 213).<\/p>\n<p>II. Reisekosten der Beigeladenen<\/p>\n<p>Die Behandlung der Aufwendungen des Kl\u00e4gers f\u00fcr die Teilnahme der Beigeladenen an der Studienreise nach Moskau und Leningrad sowie f\u00fcr deren Mitnahme auf die \u00fcbrigen &#8211; vom FA hinsichtlich des Kl\u00e4gers anerkannten &#8211; Gesch\u00e4ftsreisen als Betriebsausgaben in allen Streitjahren ist nicht zu beanstanden. Die Beigeladene arbeitete im Betrieb des Kl\u00e4gers in f\u00fchrender Position mit; sie erledigte s\u00e4mtliche B\u00fcroarbeiten und bediente Kunden. Sie hatte den Kl\u00e4ger w\u00e4hrend einer monatelangen Krankheit auch einmal (voll) vertreten. Nach den den Senat (gem\u00e4\u00df \u00a7 118 Abs. 2 FGO) bindenden Feststellungen des FG besa\u00df die Beigeladene \u00fcberdurchschnittliche Kenntnisse auf dem beruflichen Spezialgebiet des Kl\u00e4gers und war f\u00fcr dessen Betrieb von erheblichem Nutzen. Bei dieser Sachlage konnte das FG &#8211; ohne Versto\u00df gegen die Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss\u00e4tze &#8211; annehmen, da\u00df die Kosten der Beigeladenen f\u00fcr die Teilnahme an betrieblich veranla\u00dften Gesch\u00e4fts- und Studienreisen in gleicher Weise als abzugsf\u00e4hig anzusehen waren, wie dies bei entsprechenden Aufwendungen f\u00fcr fremde Angestellte des Kl\u00e4gers der Fall gewesen w\u00e4re (vgl. auch das BFH-Urteil vom 16. <span>Januar 1974 I R 81\/72, BFHE 111, 312, 316, BStBl II 1974, 291).<\/span><\/p>\n<p>Da hiernach die \u00dcbernahme der Kosten im betrieblichen Interesse des Kl\u00e4gers lag, sind diese Betr\u00e4ge auch nicht als Einnahmen der Beigeladenen (im Rahmen ihrer Eink\u00fcnfte aus nichtselbst\u00e4ndiger Arbeit) bei der Zusammenveranlagung zu erfassen (\u00a7 3 Nr. 16 EStG; BFH-Urteil vom 11. <span>August 1972 VI R 274\/70, BFHE 107, 24, BStBl II 1972, 917).<\/span><\/p>\n<p>Einwendungen gegen die H\u00f6he der geltend gemachten Ausgaben hat das FA nicht erhoben. Es sind auch f\u00fcr den Senat keine solchen ersichtlich.<\/p>\n<p><span>III. Die \u00dcbertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf \u00a7 143 Abs. 2 FGO. Dem FG kann auch bei teilweiser Zur\u00fcckverweisung der Sache die Entscheidung \u00fcber die gesamten Kosten des Revisionsverfahrens \u00fcbertragen werden (BFH-Beschlu\u00df vom 14. Juni 1972 I B 16\/72, BFHE 106, 19, BStBl II 1972, 707).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 13.2.1980 (I R 178\/78) BStBl. 1980 II S. 386 1. Der Nachweis f\u00fcr die Teilnahme an den in einem Studienreiseprogramm vorgesehenen Fachveranstaltungen mu\u00df nicht in jedem Fall durch Anwesenheitstestate gef\u00fchrt werden. 2. Zur Anerkennung von Aufwendungen f\u00fcr Studien- und Gesch\u00e4ftsreisen als Betriebsausgaben, insbesondere bei Mitnahme der Ehefrau. 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