{"id":27225,"date":"1980-03-26T21:26:25","date_gmt":"1980-03-26T19:26:25","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=27225"},"modified":"2013-08-16T10:47:11","modified_gmt":"2013-08-16T08:47:11","slug":"bfh-urteil-vom-26-3-1980-i-r-87_79-bstbl-1980-ii-s-586","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-26-3-1980-i-r-87_79-bstbl-1980-ii-s-586\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 26.3.1980 (I R 87\/79) BStBl. 1980 II S. 586"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 26.3.1980 (I R 87\/79) BStBl. 1980 II S. 586<\/strong><\/p>\n<p>Ist im Verfahren der einheitlichen (gesonderten) Gewinnfeststellung neben der Gesellschaft (\u00a7 48 Abs. 1 Nr. 3 FGO) auch der Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pers\u00f6nlich klagebefugt (z. B. \u00a7 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO), so kann nur das FG, nicht der BFH als Revisionsgericht eine \u00c4u\u00dferung dar\u00fcber herbeif\u00fchren, ob eine Klage nur im Namen der Gesellschaft oder auch im eigenen Namen des Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers erhoben wurde (Anschlu\u00df an BFH-Urteil vom 5. Juli 1978 I R 96\/77, BFHE 125, 486, BStBl II 1978, 648).<\/p>\n<p>FGO \u00a7 48 Abs. 1 Nrn. 2 und 3, \u00a7 60 Abs. 3, \u00a7 76 Abs. 1 und 2, \u00a7 96 Abs. 2.<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) sind alleinige Gesellschafter einer Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR). Ihr Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, der Gesellschafter S, war zivilrechtlicher Eigent\u00fcmer zweier Grundst\u00fccke, von denen jedenfalls ein Grundst\u00fcck von der Gesellschaft betrieblich genutzt wurde.<\/p>\n<p>Durch notariellen Vertrag vom 11. Januar 1973 verkaufte er beide Grundst\u00fccke zum Preise von insgesamt 149.130 DM an den Gesellschafter D. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) rechnete dem Gesellschafter S bei der einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung 1973 aufgrund dieses Verkaufs einen Gewinn von 119.389 DM (insgesamt einen Gewinnanteil von 217.270 DM) zu.<\/p>\n<p>Nach erfolglosem Einspruch erhob der Gesellschafter S namens der &#8222;Firma &#8230; GbR&#8220; Klage mit der Begr\u00fcndung, die beiden Grundst\u00fccke h\u00e4tten bereits vor dem Verkauf wirtschaftlich dem Gesellschafter D geh\u00f6rt und seien im \u00fcbrigen durch den Verkauf nicht aus dem Betriebsverm\u00f6gen des Unternehmens ausgeschieden.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) senkte in seinem nur gegen die GbR gerichteten Urteil den Gewinn der Gesellschaft und den Gewinnanteil des Gesellschafters S um (den Buchwert eines der Grundst\u00fccke in H\u00f6he von) 2.764 DM und hielt die Klage im \u00fcbrigen f\u00fcr unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Mit der namens der Firma &#8230; GbR eingelegten Revision wird Verletzung formellen (\u00a7 76 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -) und materiellen Rechts (\u00a7 39 der Abgabenordnung &#8211; AO 1977 -) ger\u00fcgt. Das FG habe den Sachverhalt, soweit er f\u00fcr das geltend gemachte wirtschaftliche Eigentum von Bedeutung sei, nicht hinreichend ermittelt.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger beantragen, das Urteil des FG aufzuheben und unter \u00c4nderung der Einspruchsentscheidung vom 23. August 1976 den Gewinn der GbR im Streitjahr 1973 auf 255.345 DM und den Gewinnanteil des Gesellschafters S auf 97.881 DM festzusetzen.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision f\u00fchrt aus verfahrensrechtlichen Gr\u00fcnden zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das FG (\u00a7 126 Abs. 3 Nr. 2 FGO).<\/p>\n<p>Der Streit geht darum, ob der Gesellschafter S durch den Verkauf der beiden Grundst\u00fccke einen Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn erzielt hat. Der Streit betrifft damit die H\u00f6he des Gewinnanteils des Gesellschafters S bei der GbR. Gem\u00e4\u00df \u00a7 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO ist er neben der Gemeinschaft der Gesellschafter auch pers\u00f6nlich klagebefugt und mu\u00df, falls er nicht als Kl\u00e4ger angesehen werden kann, nach \u00a7 60 Abs. 3 FGO notwendig zum Verfahren beigeladen werden.<\/p>\n<p>In der Klage vor dem FG ist die GbR als Kl\u00e4gerin bezeichnet worden. Proze\u00dfvollmacht wurde von dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer S &#8222;in Sachen Firma &#8230; GbR&#8220; ausgestellt. Deswegen durfte das FG jedoch noch nicht davon ausgehen, Klage habe allein die GbR erhoben (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 28. November 1974 I R 62\/74, BFHE 114, 167, BStBl II 1975, 209). In Angelegenheiten, die einen Gesellschafter pers\u00f6nlich angehen (\u00a7 48 Abs. 1 Nr. 2 FGO), ist sowohl der betroffene Gesellschafter als auch der zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung berufene Gesellschafter im Namen der Gesellschaft (vgl. BFH-Urteil vom 4. Mai 1972 IV 251\/64, BFHE 105, 449, BStBl II 1972, 672) zur Klageerhebung befugt (BFH-Urteil vom 30. April 1965 III 25\/65 U, BFHE 82, 603, BStBl III 1965, 464). Ist eine Frage streitig, die den Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pers\u00f6nlich angeht und erhebt er Klage, dann ist zu kl\u00e4ren, ob er nur pers\u00f6nlich oder nur in seiner Eigenschaft als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer oder sowohl f\u00fcr die Gesellschaft als auch pers\u00f6nlich klagt. Klagt er nicht (auch) pers\u00f6nlich, mu\u00df er beigeladen werden. Da z. B. die Kostenfolgen f\u00fcr den Kl\u00e4ger und Beigeladenen unterschiedlich sein k\u00f6nnen (\u00a7 135 Abs. 3 FGO), mu\u00df ihm das Gericht in derartigen F\u00e4llen Gelegenheit zur \u00c4u\u00dferung dar\u00fcber geben, ob er die Klage auch im eigenen Namen erhoben habe (\u00a7\u00a7 96 Abs. 2, 76 Abs. 1 und 2 FGO; vgl. BFH-Urteil vom 5. Juli 1978 I R 96\/77, BFHE 125, 486, BStBl II 1978, 648). Das FG hat dies im Streitfall nicht beachtet. Im Revisionsverfahren kann die Aufkl\u00e4rung nicht nachgeholt werden. Von dem Ergebnis einer solchen Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahme h\u00e4ngt es ab, ob der Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beigeladen oder als Kl\u00e4ger angesehen werden m\u00fc\u00dfte. Eine Beiladung ist im Revisionsverfahren nicht statthaft (\u00a7 123 FGO). Dann kann dem Revisionsgericht aber auch nicht das Recht zustehen, den Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer erstmals im Revisionsverfahren als Kl\u00e4ger einzuf\u00fchren und ihn von der Tatsacheninstanz auszuschlie\u00dfen mit der zus\u00e4tzlichen Folge, da\u00df die Kostenentscheidung des FG selbst dann aufgehoben werden m\u00fc\u00dfte, wenn die Revision im \u00fcbrigen zur\u00fcckgewiesen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das Vers\u00e4umnis des FG ist, wie die unterlassene Beiladung (vgl. BFH-Urteil vom 10. Februar 1966 IV 258\/63, BFHE 85, 464, BStBl III 1966, 423), von Amts wegen zu beachten. Der erkennende Senat ist nicht befugt, zur Sache selbst Stellung zu nehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 26.3.1980 (I R 87\/79) BStBl. 1980 II S. 586 Ist im Verfahren der einheitlichen (gesonderten) Gewinnfeststellung neben der Gesellschaft (\u00a7 48 Abs. 1 Nr. 3 FGO) auch der Gesellschafter-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer pers\u00f6nlich klagebefugt (z. 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