{"id":27365,"date":"1980-10-15T13:30:39","date_gmt":"1980-10-15T11:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=27365"},"modified":"2013-08-22T09:49:34","modified_gmt":"2013-08-22T07:49:34","slug":"bfh-urteil-vom-15-10-1980-ii-r-127_77-bstbl-1981-ii-s-84","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-15-10-1980-ii-r-127_77-bstbl-1981-ii-s-84\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 15.10.1980 (II R 127\/77)     BStBl. 1981 II S. 84"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 15.10.1980 (II R 127\/77) BStBl. 1981 II S. 84<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Gesellschaftsteuerbescheid, in dem das FA mehrere f\u00fcr steuerpflichtig erachtete Rechtsvorg\u00e4nge unaufgegliedert zusammengefa\u00dft hat, ist in der Regel inhaltlich nicht hinreichend bestimmt (Anschlu\u00df an das Urteil vom 30. Januar 1980 II R 90\/75, BFHE 130, 74, BStBl II 1980, 316). Dieser Mangel wird nicht durch \u00a7 127 AO 1977 geheilt.<\/strong><\/p>\n<p>AO 1977 \u00a7 119 Abs. 1, \u00a7\u00a7 127 und 157 Abs. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: Nieders\u00e4chsisches FG<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong><span> Sachverhalt<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center; text-indent: 8.5pt;\" align=\"center\"><span>I.<\/span><\/p>\n<p><span>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin), eine inl\u00e4ndische GmbH &amp; Co. KG, nahm in den Jahren 1971 bis 1973 mehr als 200 stille Gesellschafter auf.<\/span><\/p>\n<p><span>Die in den Jahren 1972 und 1973 gezahlten Einlagen der stillen Gesellschafter einschlie\u00dflich Aufgelder ermittelte das Finanzamt auf X DM und Y DM. Mit Bescheid vom 12. Januar 1977 setzte es Gesellschaftssteuer fest, wobei es in dem Steuerbescheid die vorgenannten j\u00e4hrlichen Betr\u00e4ge f\u00fcr Einlagen und Aufgelder nicht weiter aufgliederte.<\/span><\/p>\n<p><span>Der Einspruch hatte keinen Erfolg. Auf die Klage hob das Finanzgericht (FG) den Steuerbescheid und die Einspruchsentscheidung auf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><strong><span> Entscheidungsgr\u00fcnde<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center; text-indent: 8.5pt;\" align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision des FA ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Der angefochtene Steuerbescheid entspricht &#8211; wie das FG zu Recht entschieden hat &#8211; nicht den Anforderungen des \u00a7 157 Abs. 1 Satz 2 der Abgabenordnung (AO 1977). Er fa\u00dft eine Vielzahl von Sachverhalten zusammen, n\u00e4mlich die Einzahlungen von mehr als 200 stillen Gesellschaftern. Zwar ist eine solche Zusammenfassung grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig. Der Gesellschaftsteuerbescheid mu\u00df dann aber eindeutig erkennen lassen, welche einzelnen Vorg\u00e4nge erfa\u00dft werden (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 30. Januar 1980 II R 90\/75, BFHE 130, 74, BStBl II 1980, 316). Das ist im vorliegenden Fall dem Steuerbescheid nicht zu entnehmen. Das FA h\u00e4tte etwa eine Aufstellung der einzelnen besteuerten F\u00e4lle beif\u00fcgen k\u00f6nnen (vgl. BFHE 130,74, BStBl II 1980, 316). Zwar mag eine solche Aufstellung mitunter dem FA einen erheblichen Arbeitsaufwand verursachen. Es ist aber zu ber\u00fccksichtigen, da\u00df nur ein solches Verfahren Klarheit dar\u00fcber schafft, inwieweit ein sp\u00e4ter neu erkannter Vorgang einen weiteren Steueranspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO 1977 rechtfertigt (vgl. das BFH-Urteil vom 7. November 1973 II 201\/65, BFHE 111, 548, BStBl II 1974, 386).<\/p>\n<p><span>\u00a7 127 AO 1977 ist hier nicht anwendbar. Nach dieser Vorschrift werden M\u00e4ngel eines Verwaltungsaktes hinsichtlich des Verfahrens, der Form oder der \u00f6rtlichen Zust\u00e4ndigkeit geheilt, wenn keine andere Entscheidung in der Sache h\u00e4tte getroffen werden k\u00f6nnen. Entgegen der Auffassung des FA ist der angefochtene Steuerbescheid jedoch nicht nach seiner Form, sondern seinem Inhalt nach fehlerhaft. Es geht nicht darum, da\u00df der Bescheid die erfa\u00dften Sachverhalte nicht in einer (vorgeschriebenen) bestimmten Form mitteilt, sondern es geht darum, da\u00df er sie \u00fcberhaupt nicht erkennen l\u00e4\u00dft. Er ist demnach inhaltlich nicht hinreichend bestimmt (\u00a7 119 Abs. 1 AO 1977).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 15.10.1980 (II R 127\/77) BStBl. 1981 II S. 84 Ein Gesellschaftsteuerbescheid, in dem das FA mehrere f\u00fcr steuerpflichtig erachtete Rechtsvorg\u00e4nge unaufgegliedert zusammengefa\u00dft hat, ist in der Regel inhaltlich nicht hinreichend bestimmt (Anschlu\u00df an das Urteil vom 30. Januar 1980 II R 90\/75, BFHE 130, 74, BStBl II 1980, 316). 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