{"id":27560,"date":"1979-03-14T21:26:15","date_gmt":"1979-03-14T19:26:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=27560"},"modified":"2014-08-20T13:14:26","modified_gmt":"2014-08-20T11:14:26","slug":"bfh-urteil-vom-14-3-1979-ii-r-73_75-bstbl-1981-ii-s-225","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-14-3-1979-ii-r-73_75-bstbl-1981-ii-s-225\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 14.3.1979 (II R 73\/75) BStBl. 1981 II S. 225"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 14.3.1979 (II R 73\/75) BStBl. 1981 II S. 225<\/strong><\/p>\n<p>Enth\u00e4lt ein Grundst\u00fcckskaufvertrag den Hinweis, die Rechtswirksamkeit des Vertrages sei davon abh\u00e4ngig, da\u00df die erforderlichen Genehmigungen erteilt wurden, und bedarf die Auflassung der Genehmigung gem\u00e4\u00df \u00a7 19 BBauG, so f\u00fchrt dies regelm\u00e4\u00dfig nicht zu der Annahme, da\u00df eine vertraglich vereinbarte aufschiebende Bedingung vorliege, die die Wirksamkeit des Vertrages von der Genehmigung der Auflassung abh\u00e4ngig mache.<\/p>\n<p>GrEStG 1940 \u00a7 1 Abs. 1 Nr. 1; StAnpG \u00a7 3 Abs. 1, 5 Nr. 5.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG M\u00fcnchen<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin, eine OHG, und die A-GmbH (GmbH) schlossen am 27. Dezember 1962 einen notariell beurkundeten Vertrag, ausweislich dessen die GmbH der Kl\u00e4gerin verschiedene Grundst\u00fccke verkaufte. \u00a7 11 des Vertrages enthielt u. a. folgendes:<\/p>\n<p>&#8222;Die Rechtswirksamkeit dieses Vertrages ist davon abh\u00e4ngig, da\u00df die erforderlichen beh\u00f6rdlichen Genehmigungen erteilt werden, insbesondere die Genehmigung nach dem BBauG und dem Grundst\u00fccksverkehrsgesetz.&#8220;<\/p>\n<p>Die Genehmigung nach \u00a7 19 des Bundesbaugesetzes (BBauG) wurde am 19. April 1963 erteilt.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragte vergeblich Freistellung von der Grunderwerbsteuer in H\u00f6he von &#8230; v. H. der Gegenleistung gem\u00e4\u00df \u00a7 5 Abs. 2 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) 1940. In dieser H\u00f6he habe sich die GmbH nach dem 27. Dezember 1962 aber vor dem Genehmigungszeitpunkt an der Kl\u00e4gerin beteiligt.<\/p>\n<p>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage abgewiesen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Steuer ist am 27. Dezember 1962 mit Abschlu\u00df des voll wirksamen Kaufvertrages entstanden. Zu diesem Zeitpunkt war die GmbH noch nicht an der Kl\u00e4gerin beteiligt. \u00a7 5 Abs. 2 GrEStG 1940 ist deshalb nicht anwendbar.<\/p>\n<p>Der Vertrag vom 27. Dezember 1962 war nicht bis zu seiner Genehmigung schwebend unwirksam. Einer Genehmigung nach dem Grundst\u00fccksverkehrsgesetz bedurfte der Kaufvertrag nicht, wie das FG richtig ausgef\u00fchrt hat. Hiergegen hat die Kl\u00e4gerin auch keine Einwendungen erhoben. Auch nach \u00a7 19 BBauG war eine Genehmigung des Kaufvertrages nicht erforderlich. Die Wirksamkeit des Kaufvertrages wurde von der Genehmigungsbed\u00fcrftigkeit der Auflassung nicht ber\u00fchrt. Die etwaige Versagung der Genehmigung w\u00e4re als nachfolgende (dauernde) Unm\u00f6glichkeit der vereinbarten Leistung zu beurteilen gewesen (vgl. das Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211; BGH &#8211; vom 20. Juni 1962 V ZR 219\/60, BGHZ 37, 233, 240). Dies h\u00e4tte ggf. Anla\u00df zu einem Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7 17 GrEStG 1940 sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Kaufvertrag ist im \u00fcbrigen entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin nicht dahin zu beurteilen, da\u00df er unter der aufschiebenden Bedingung der Genehmigung der Auflassung abgeschlossen worden ist. \u00a7 11 des Vertrages beinhaltet nicht, da\u00df die Kl\u00e4gerin einen Anspruch auf \u00dcbereignung erst mit der Genehmigung der Auflassung erlangen sollte. Der Wortlaut des \u00a7 11 Abs. 1 (&#8222;Die Rechtswirksamkeit dieses Vertrages ist davon abh\u00e4ngig, da\u00df die erforderlichen beh\u00f6rdlichen Genehmigungen erteilt werden. ..&#8220;) spricht vielmehr eindeutig daf\u00fcr, da\u00df die Vertragsparteien damit nur die sich aus dem Grundst\u00fccksverkehrsgesetz und dem Bundesbaugesetz ergebenden Rechtsbedingungen wiederholen, nicht aber zus\u00e4tzliche Vertragsbedingungen setzen wollten (vgl. hierzu Oertmann, Die Rechtsbedingungen, S. 45 f., und Egert, Die Rechtsbedingung im System des b\u00fcrgerlichen Rechts, S. 43 f.). Eine andere Beurteilung h\u00e4tte allenfalls dann Platz greifen k\u00f6nnen, wenn die Vertragsparteien nicht nur festgestellt h\u00e4tten, da\u00df die Rechtswirksamkeit des Kaufvertrages von Genehmigungen abh\u00e4ngig ist, sondern dar\u00fcber hinaus vereinbart h\u00e4tten, da\u00df die Rechtswirksamkeit des Vertrages von der beh\u00f6rdlichen Genehmigung der Auflassung abh\u00e4ngig gemacht wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen vom Vertragswortlaut abweichenden Parteiwillen gibt es keine Anhaltspunkte. Im finanzgerichtlichen Verfahren sind keine entsprechenden Beweisantr\u00e4ge gestellt und im Revisionsverfahren auch keine Verfahrensr\u00fcgen erhoben worden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 14.3.1979 (II R 73\/75) BStBl. 1981 II S. 225 Enth\u00e4lt ein Grundst\u00fcckskaufvertrag den Hinweis, die Rechtswirksamkeit des Vertrages sei davon abh\u00e4ngig, da\u00df die erforderlichen Genehmigungen erteilt wurden, und bedarf die Auflassung der Genehmigung gem\u00e4\u00df \u00a7 19 BBauG, so f\u00fchrt dies regelm\u00e4\u00dfig nicht zu der Annahme, da\u00df eine vertraglich vereinbarte aufschiebende Bedingung vorliege, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-14-3-1979-ii-r-73_75-bstbl-1981-ii-s-225\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">BFH-Urteil vom 14.3.1979 (II R 73\/75) BStBl. 1981 II S. 225<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-27560","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27560","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27560"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27560\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27560"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27560"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27560"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}