{"id":28089,"date":"1981-03-11T00:24:28","date_gmt":"1981-03-10T22:24:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=28089"},"modified":"2013-08-09T10:07:04","modified_gmt":"2013-08-09T08:07:04","slug":"bfh-urteil-vom-11-3-1981-ii-r-23_79-bstbl-1981-ii-s-480","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-11-3-1981-ii-r-23_79-bstbl-1981-ii-s-480\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 11.3.1981 (II R 23\/79) BStBl. 1981 II S. 480"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 11.3.1981 (II R 23\/79) BStBl. 1981 II S. 480<\/strong><\/p>\n<p>Entschlie\u00dfen sich die Gesellschafter einer KG zu deren Umwandlung in eine GmbH gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 46 ff. UmwG 1969 und \u00fcbertragen sie im zeitlichen Zusammenhang hiermit ein der KG geh\u00f6rendes, eine wesentliche Grundlage des Betriebes bildendes Grundst\u00fcck auf sich, so wird mit der Umwandlung nicht ein &#8222;Unternehmen als Ganzes&#8220; oder ein &#8222;Betrieb&#8220; i. S. des \u00a7 29 Satz 1 Nr. 2 UmwStG 1969 \u00fcbertragen (Anschlu\u00df an das BFH-Urteil vom 8. Oktober 1975 II R 42\/75, BFHE 117, 295, BStBl II 1976, 120).<\/p>\n<p>UmwStG \u00a7 29 Satz 1 Nr. 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG M\u00fcnchen<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1. Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin), eine GmbH, ist durch Umwandlung gem\u00e4\u00df den \u00a7\u00a7 46 ff. des Gesetzes \u00fcber die Umwandlung von Kapitalgesellschaften und bergrechtlichen Gewerkschaften (UmwG 1969) entstanden.<\/p>\n<p>a) Durch notariell beurkundeten Beschlu\u00df vom 5. Dezember 1969 hatten die Gesellschafter der Kommanditgesellschaft (KG) A die Gr\u00fcndung der Kl\u00e4gerin und die \u00dcbertragung des Verm\u00f6gens der KG auf die Kl\u00e4gerin beschlossen (\u00a7 47 UmwG 1969). Die Umwandlung sollte ab 1. Januar 1970 wirksam werden. Sie wurde am 21. August 1970 im Handelsregister eingetragen.<\/p>\n<p>Anla\u00df der vorgenannten Umwandlung war, da\u00df die bisherigen Gesellschafter aus Altersgr\u00fcnden das Unternehmen ver\u00e4u\u00dfern wollten und die Erwerber nur an einem Unternehmen in der Rechtsform der GmbH interessiert waren.<\/p>\n<p>Das der KG dienende Anlageverm\u00f6gen hatte u. a. Grundbesitz umfa\u00dft. Davon geh\u00f6rte das Grundst\u00fcck Flur Nr. 1 der KG und der restliche Grundbesitz &#8211; die Flur Nrn. 2 und 3 &#8211; dem Gesellschafter B.<\/p>\n<p>Das Grundst\u00fcck der KG umfa\u00dfte zum Umwandlungszeitpunkt einen Hof mit Zufahrt und Abstellpl\u00e4tzen sowie das sogenannte Altgeb\u00e4ude mit zwei B\u00fcror\u00e4umen, einen Umkleideraum f\u00fcr Werksangeh\u00f6rige und einen Hauseingang zu den Produktionsr\u00e4umen. Auf dem Grundst\u00fcck des Gesellschafters B waren die Produktionsanlagen untergebracht.<\/p>\n<p>b) Dem vorgenannten Umwandlungsbeschlu\u00df vom 9. Dezember 1969 waren folgende Ereignisse voraus gegangen:<\/p>\n<p>Die an der \u00dcbernahme des Betriebes interessierten Personen wollten aus finanziellen Gr\u00fcnden nicht, da\u00df die Kl\u00e4gerin Eigent\u00fcmerin des Grundbesitzes werde. Der Grundbesitz sollte an die Kl\u00e4gerin verpachtet werden. Dementsprechend wurde am Tage des Umwandlungsbeschlusses &#8211; jedoch zeitlich vorher &#8211; zwischen der KG und ihren Gesellschaftern ein notariell beurkundeter Vertrag abgeschlossen, wonach die KG das Grundst\u00fcck Flur Nr. 1 auf die Gesellschafter je zur H\u00e4lfte \u00fcbertrug. Die Gesellschafter r\u00e4umten in notariell beurkundeten Erkl\u00e4rungen der KG bzw. der noch zu errichtenden Kl\u00e4gerin das An- und Vorkaufsrecht an dem gesamten Grundbesitz ein. Ferner wurde ein Vorvertrag \u00fcber den Erwerb der GmbH-Anteile abgeschlossen.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) setzte f\u00fcr den Erwerb der Gesellschaftsrechte an der Kl\u00e4gerin gem\u00e4\u00df \u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1 des Kapitalverkehrsteuergesetzes (KVStG 1959) Gesellschaftsteuer fest.<\/p>\n<p>Den Einspruch wies das FA zur\u00fcck. Die Kl\u00e4gerin k\u00f6nne die Steuerbefreiung des \u00a7 29 Satz 1 Nr. 2 UmwStG 1969 nicht in Anspruch nehmen, weil ihr (der Kl\u00e4gerin) nicht i. S. dieser Vorschrift das Verm\u00f6gen der KG &#8222;als Ganzes&#8220; \u00fcbertragen worden sei; das der KG geh\u00f6rende Grundst\u00fcck Flur Nr. 1 sei nicht auf die Kl\u00e4gerin \u00fcbertragen worden. Ob auch die Zur\u00fcckbehaltung desjenigen Grundbesitzes steuersch\u00e4dlich sei, welcher schon vorher dem Gesellschafter B geh\u00f6rt hatte (Flur Nrn. 2 und 3), k\u00f6nne deshalb offenbleiben.<\/p>\n<p>Die Klage wies das Finanzgericht (FG) ab.<\/p>\n<p>Mit ihrer Revision beantragt die Kl\u00e4gerin, das FG-Urteil, die Einspruchsentscheidung und den Steuerbescheid aufzuheben.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision der Kl\u00e4gerin ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>Der Erwerb der Gesellschaftsrechte an der Kl\u00e4gerin durch den ersten Erwerber aufgrund der Eintragung der Umwandlung im Handelsregister am 21. August 1970 unterliegt der Gesellschaftsteuer (\u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1 KVStG 1959). Er ist nicht gem\u00e4\u00df \u00a7 29 Satz 1 Nr. 2 UmwStG 1969 steuerfrei.<\/p>\n<p>Die genannte Vorschrift setzt voraus, da\u00df das Verm\u00f6gen eines Unternehmens als Ganzes, ein Betrieb oder ein Teilbetrieb auf die Kapitalgesellschaft \u00fcbertragen wird. Da im vorliegenden Fall das Unternehmen der KG ohne den dieser geh\u00f6renden Grundbesitz kein Teilbetrieb war, kommen hier nur die beiden erstgenannten Varianten in Betracht. Die \u00dcbertragung des Verm\u00f6gens eines Unternehmens als Ganzes oder eines Betriebes verbietet jedoch, da\u00df wesentliche Teile des bisherigen Unternehmens zur\u00fcckbehalten werden (vgl. dazu das Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211; BFH &#8211; vom 8. Oktober 1975 II R 42\/75, BFHE l17, 295, BStBl II 1976, 120).<\/p>\n<p>Im vorliegenden Fall wurde das der KG geh\u00f6rende Grundst\u00fcck Flur Nr. 1 &#8222;zur\u00fcckbehalten&#8220;. Denn der Grundst\u00fccks\u00fcbertragungsvertrag zwischen den Gesellschaftern und der KG wurde zu einem Zeitpunkt abgeschlossen, als die Gesellschafter bereits den Entschlu\u00df zur Umwandlung der KG auf die Kl\u00e4gerin gefa\u00dft hatten. Mit dem \u00dcbertragungsvertrag wurde zum Ausdruck gebracht, da\u00df der Grundbesitz der KG nicht im Wege der Umwandlung auf die Kl\u00e4gerin \u00fcbergehen sollte.<\/p>\n<p>Das FG ist ohne Rechtsverletzung zu dem Ergebnis gekommen, da\u00df das Grundst\u00fcck wesentliche Grundlage des Betriebes der KG war. Nach der dem FG vorliegenden Planskizze und entsprechend den Angaben der Beteiligten seien im Zeitpunkt der Umwandlung auf diesem Grundst\u00fcck eine Zufahrt zu dem Fabrikationsbetrieb, Abstellpl\u00e4tze f\u00fcr den Betrieb, die B\u00fcror\u00e4ume sowie die Umkleider\u00e4ume f\u00fcr die Werksangeh\u00f6rigen und ein Verbindungsgang zu den Produktionsr\u00e4umen gewesen. Alles dies seien Einrichtungen, die f\u00fcr einen reibungslosen Ablauf eines Betriebes, auch des Betriebes der Kl\u00e4gerin, erforderlich seien bzw. waren und bei ihrem Wegfall den Betriebszweck bzw. die Betriebsfortf\u00fchrung zumindest erheblich erschwert h\u00e4tten. Hieraus erweise sich, da\u00df es sich bei dem betreffenden Grundst\u00fcck um eine wesentliche Grundlage des Betriebes gehandelt habe. Damit folgte das FG der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des BFH, wonach Betriebsgrundst\u00fccke in der Regel keine Wirtschaftsg\u00fcter von untergeordneter Bedeutung sind, sondern zu den wesentlichen Betriebsgrundlagen geh\u00f6ren. Die diesbez\u00fcgliche Beurteilung ist weitgehend W\u00fcrdigung tats\u00e4chlicher Verh\u00e4ltnisse (Urteil vom 26. April 1979 IV R 119\/76, BFHE 128, 54, 57, BStBl II 1979, 557). Sie ist f\u00fcr das Revisionsgericht bindend, weil die Kl\u00e4gerin keine zul\u00e4ssige und begr\u00fcndete R\u00fcge erhoben hat (\u00a7 118 Abs. 2 FGO).<\/p>\n<p>Der vorliegende Fall ist nicht dem Sachverhalt des Urteils vom 8. August 1979 II R 119\/78 (BFHE 128, 553, BStBl II 1980, 11) vergleichbar. Dort hatten die Betriebsinhaber das Grundst\u00fcck vor der Umwandlung im Wege der Erbteilung entnommen. Im vorliegenden Fall wurde das Grundst\u00fcck dagegen im Hinblick auf die beabsichtigte Umwandlung auf die Gesellschafter \u00fcbertragen, n\u00e4mlich weil die Erwerber der GmbH-Anteile zwar an der Nutzung des Grundst\u00fcckes interessiert waren, nicht aber daran, da\u00df die GmbH das Grundst\u00fcck zu Eigentum erwarb.<\/p>\n<p>Ob die Steuerbefreiung nach \u00a7 29 Satz 1 Nr. 2 UmwStG 1969 auch deshalb zu versagen ist, weil die dem Gesellschafter B geh\u00f6renden Grundst\u00fccke Flur Nrn. 2 und 3 nicht auf die Kl\u00e4gerin \u00fcbertragen wurden, kann dahingestellt bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 11.3.1981 (II R 23\/79) BStBl. 1981 II S. 480 Entschlie\u00dfen sich die Gesellschafter einer KG zu deren Umwandlung in eine GmbH gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 46 ff. 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