{"id":28093,"date":"1981-03-24T00:18:16","date_gmt":"1981-03-23T22:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=28093"},"modified":"2013-08-09T10:56:48","modified_gmt":"2013-08-09T08:56:48","slug":"bfh-urteil-vom-24-3-1981-ii-r-118_78-bstbl-1981-ii-s-487","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-24-3-1981-ii-r-118_78-bstbl-1981-ii-s-487\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 24.3.1981 (II R 118\/78) BStBl. 1981 II S. 487"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 24.3.1981 (II R 118\/78) BStBl. 1981 II S. 487<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcbernimmt der K\u00e4ufer eines ganz oder teilweise mit \u00f6ffentlichen zinsverbilligten Mitteln finanzierten Mietwohngrundst\u00fcckes diese Darlehensverbindlichkeiten, so sind diese bei der Ermittlung der grunderwerbsteuerrechtlichen Gegenleistung regelm\u00e4\u00dfig mit dem Nennwert anzusetzen (Anschlu\u00df an das Urteil vom 12. Dezember 1979 II R 127\/74, BFHE 129, 404, BStBl II 1980, 218).<\/p>\n<p>GrEStG \u00a7 11 Abs. 1 Nr. 1, BewG 1965 \u00a7 12 Abs. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Berlin<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) kaufte am 14. Januar 1958 ein Grundst\u00fcck. Nach dem beurkundeten Kaufvertrag \u00fcbernahm er u. a. folgende Verbindlichkeit:<\/p>\n<p>eine in Abteilung III Nr. 16 des Grundbuches hypothekarisch gesicherte Schuld gegen\u00fcber der Gebietsk\u00f6rperschaft Gro\u00df-Berlin Wohnungsbau Kreditanstalt nach dem Valutastand vom 31. Dezember 1957<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211; FA -) setzte mit vorl\u00e4ufigem Bescheid Grunderwerbsteuer fest.<\/p>\n<p>Der Kl\u00e4ger legte gegen den Steuerbescheid Einspruch ein. Die Gegenleistung i. S. des \u00a7 11 des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG) sei zu hoch berechnet worden.<\/p>\n<p>Mit seiner Einspruchsentscheidung setzte das FA die Steuer endg\u00fcltig fest.<\/p>\n<p>Die \u00dcbernahme der in Abteilung III Nr. 16 des Grundbuches gesicherten Verbindlichkeit sei wegen ihres Zinssatzes von nur 1 % j\u00e4hrlich abzuzinsen. Die \u00dcbernahme der mit dieser Schuld verbundenen Beschr\u00e4nkungen (Beschr\u00e4nkung in der Auswahl der Mieter, Mietpreisbindung) sei jedoch als sonstige Leistung zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die Klage wies das Finanzgericht (FG) ab.<\/p>\n<p>Mit seiner Revision macht der Kl\u00e4ger geltend, die Mietpreisbindung sei keine sonstige Leistung i. S. des \u00a7 11 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG.<\/p>\n<p>Das FA beantragt, die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II .<\/p>\n<p>Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -).<\/p>\n<p>Die Einwendungen des Kl\u00e4gers gegen die H\u00f6he der festgesetzten Steuer sind unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>a) Das FA hat die in Abteilung III Nr. 16 des Grundbuches gesicherte Verbindlichkeit mit X DM und die sonstige Leistung in Form der Mietpreisbindung und der Beschr\u00e4nkung in der Auswahl der Mieter mit Y DM bewertet. Das FG hat diese Bewertung \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Das angefochtene Urteil verst\u00f6\u00dft insoweit nicht gegen geltendes Recht. Der Senat hat in seinem Urteil vom 12. Dezember 1979 II R 127\/74 (BFHE 129, 404, BStBl II 1980, 218) erneut die Frage angeschnitten, ob es gerechtfertigt sei, bei der Berechnung der Gegenleistung nach \u00a7 11 GrEStG zinsg\u00fcnstige \u00f6ffentliche Wohnungsbaudarlehen abzuzinsen und eine besondere Gegenleistung in Form der Mietpreisbindung anzusetzen. Anla\u00df dazu war die Erw\u00e4gung, da\u00df diese Zinsverbilligung nur ein an die Mieter weiterzugebender &#8222;durchlaufender Posten&#8220; ist. Es biete sich daher an, nur die \u00dcbernahme der Verbindlichkeit und diese zum Nennwert anzusetzen. Eine abschlie\u00dfende Entscheidung war dem Senat in dem vorgenannten Urteil verwehrt, weil er dort an seine rechtliche Beurteilung gebunden war, welche dem zur\u00fcckverweisenden Urteil zugrunde gelegen hatte (BFHE 129, 404, BStBl II 1980, 218, unter 2. der Urteilsgr\u00fcnde). Im vorliegenden Fall besteht keine solche Bindung. Der Senat vertritt deshalb in Fortentwicklung seiner in dem vorgenannten Urteil ge\u00e4u\u00dferten Ansicht die Auffassung, da\u00df die Zinsverg\u00fcnstigung f\u00fcr Darlehen, die einem Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer aus \u00f6ffentlichen Mitteln zur Errichtung von Mietwohnungen gegeben werden, keine von dem Nennwert erste Alternative des \u00a7 Abs. 1 BewG bzw. \u00a7 12 Abs. 1 BewG 1965) abweichende Bewertung rechtfertigt. Die Zinsverg\u00fcnstigung ist kein f\u00fcr den Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer bestimmter Vorteil, welcher als besonderer Umstand i.S. des \u00a7 14 Abs. 1 BewG bzw. \u00a7 12 Abs. 1 BewG 1965 einen geringeren Wert begr\u00fcnden k\u00f6nnte. Der Vorteil soll vielmehr an die Mieter in Form von preisg\u00fcnstigen Mieten weitergegeben werden (vgl. auch den Beschlu\u00df des III. Senates vom 11. Juli 1980 III B 3\/80, BFHE 131, 82, BStBl II 1980, 559). Dabei kommt es nach Auffassung des Senates nicht darauf an, ob und inwieweit eine Verpflichtung zur Weitergabe des Vorteils an die Mieter ausdr\u00fccklich vereinbart oder gesetzlich normiert ist. Es gen\u00fcgt, da\u00df das Darlehen dem Hauseigent\u00fcmer nicht deshalb gegeben wird, weil er pers\u00f6nlich zu einem beg\u00fcnstigten Personenkreis geh\u00f6rt. Eine pers\u00f6nliche Beg\u00fcnstigung des Hauseigent\u00fcmers w\u00e4re in der Regel nur bei Darlehen zur Schaffung von Wohnraum f\u00fcr die eigenen Bed\u00fcrfnisse des Eigent\u00fcmers, nicht aber bei Darlehen zur Schaffung von Mietwohnungen denkbar.<\/p>\n<p>F\u00fcr den vorliegenden Fall bedeutet dieser Grundsatz, da\u00df die in dem Kaufvertrag vom 14. Januar 1958 vereinbarte \u00dcbernahme der in Abteilung III Nr. 16 gesicherten Verbindlichkeit auch grunderwerbsteuerrechtlich nur als solche Schuld\u00fcbernahme anzusehen ist und nicht in die \u00dcbernahme einer abgezinsten Verbindlichkeit und eine sonstige Leistung in Form der Mietpreisbindung aufgespalten werden kann. Dabei ist die Verbindlichkeit mit &#8230; DM anzusetzen, das ist der Nennwert zum 31. Dezember 1957; mit dem Valutastand zu diesem Tage wurde die Verbindlichkeit gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Nr. 1 Buchst. b des Kaufvertrages vom 14. Januar 1958 \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>FA und FG haben die Verbindlichkeit auf X DM abgezinst und die sonstige Leistung (Mietpreisbindung und Beschr\u00e4nkung in der Auswahl der Mieter) mit Y DM bewertet. Das sind insgesamt Z DM weniger als der vorgenannte Nennwert, welcher nach Auffassung des Senates h\u00e4tte angesetzt werden m\u00fcssen. Der Kl\u00e4ger ist damit durch das FG-Urteil nicht in seinen Rechten verletzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 24.3.1981 (II R 118\/78) BStBl. 1981 II S. 487 \u00dcbernimmt der K\u00e4ufer eines ganz oder teilweise mit \u00f6ffentlichen zinsverbilligten Mitteln finanzierten Mietwohngrundst\u00fcckes diese Darlehensverbindlichkeiten, so sind diese bei der Ermittlung der grunderwerbsteuerrechtlichen Gegenleistung regelm\u00e4\u00dfig mit dem Nennwert anzusetzen (Anschlu\u00df an das Urteil vom 12. 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