{"id":28111,"date":"1981-02-18T00:29:32","date_gmt":"1981-02-17T22:29:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=28111"},"modified":"2013-08-09T08:50:56","modified_gmt":"2013-08-09T06:50:56","slug":"bfh-urteil-vom-18-2-1981-ii-r-112_78-bstbl-1981-ii-s-536","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-urteil-vom-18-2-1981-ii-r-112_78-bstbl-1981-ii-s-536\/","title":{"rendered":"BFH-Urteil vom 18.2.1981 (II R 112\/78) BStBl. 1981 II S. 536"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Urteil vom 18.2.1981 (II R 112\/78) BStBl. 1981 II S. 536<\/strong><\/p>\n<p>Der steuerbeg\u00fcnstigte Zweck im Sinne des Nr. 1 des Nordrhein-Westf\u00e4lischen GrEStStrukturG (Errichtung einer Betriebst\u00e4tte) wird nicht aufgegeben, wenn der Grundst\u00fcckserwerber die f\u00fcr seine Betriebst\u00e4tte notwendigen Geb\u00e4ude durch einen Leasinggeber (Finanzierungsleasing) errichten l\u00e4\u00dft, dem er ein Erbbaurecht an dem Grundst\u00fcck bestellt hat.<\/p>\n<p>Nordrhein-Westf\u00e4lisches GrEStStrukturG \u00a7 1 Nr. 1.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG D\u00fcsseldorf<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">I.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionsbeklagte (Kl\u00e4gerin) erwarb 1973 mehrere Grundst\u00fccke. Sie beantragte Grunderwerbsteuerbefreiung nach \u00a7 1 Nr. 1 des Nordrhein-Westf\u00e4lischen Gesetzes \u00fcber Grunderwerbsteuerbefreiung bei Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur (GrEStStrukturG) vom 24. November 1969 (Gesetz- und Verordnungsblatt Nordrhein-Westfalen 1969 S. 878 &#8211; GVBl NW 1969, 878 -) und legte die nach \u00a7 2 Abs. 2 GrEStStrukturG erforderlichen Bescheinigungen des Regierungspr\u00e4sidenten vor.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin schlo\u00df mit der A-GmbH einen Anlagen-Mietvertrag. Nach diesem Vertrag vermietete die GmbH der Kl\u00e4gerin f\u00fcr die Dauer von 29 Jahren ein Selbstbedienungswarenhaus, welches die GmbH auf dem erworbenen Grundbesitz der Kl\u00e4gerin bis 1974 errichten sollte. Der GmbH bestellte die Kl\u00e4gerin ein Erbbaurecht an den erworbenen Grundst\u00fccken f\u00fcr die Dauer von 60 Jahren.<\/p>\n<p>Der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211; FA -) setzte f\u00fcr die Grundst\u00fcckskaufvertr\u00e4ge Grunderwerbsteuer fest Die begehrte Grunderwerbsteuerbefreiung stehe der Kl\u00e4gerin nicht zu, weil sie den steuerbeg\u00fcnstigten Zweck nicht selbst erf\u00fcllen wolle. Die geplanten Geb\u00e4ude sollten nicht durch die Kl\u00e4gerin, sondern durch die GmbH errichtet werden.<\/p>\n<p>Die Einspr\u00fcche hatten keinen Erfolg.<\/p>\n<p>Auf die Klage hob das Finanzgericht (FG) die Steuerbescheide und die Einspruchsentscheidungen auf. Die Voraussetzungen des \u00a7 1 Nr. 1 GrEStStrukturG seien erf\u00fcllt. Unerheblich sei, da\u00df die Geb\u00e4ude durch die GmbH und nicht durch die Kl\u00e4gerin selbst errichtet werden sollten. \u00a7 1 Nr. 1 GrEStStrukturG setze weder nach seinem Wortlaut noch nach seinem Sinn voraus, da\u00df der Grundst\u00fcckserwerber die geplante Betriebst\u00e4tte selbst errichte. Dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 22. Januar 1975 II R 62\/73 (BFHE 115, 67 BStBl II 1975, 391) schlie\u00dfe sich das FG nicht an.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"center\">II.<\/p>\n<p>Die Revision des FA ist zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>1. Der Senat folgt allerdings nicht der Auffassung des FG, \u00a7 1 Nr. 1 GrEStStrukturG setze nicht voraus, da\u00df der Grundst\u00fcckserwerber den steuerbeg\u00fcnstigten Zweck selbst erf\u00fcllt. In einem weiteren Urteil vom 30. Juli 1980 II R 15\/80 (BFHE 131, 406, BStBl II 1980, 755) hat der Senat sich nochmals mit dieser Frage auseinandergesetzt und an seiner bisherigen Ansicht festgehalten, wie sie in dem bereits zitierten Urteil in BFHE 115, 67, BStBl II 1975, 391 zum Ausdruck gekommen ist.<\/p>\n<p>2. Trotzdem stellt sich die Entscheidung des FG aus anderen Gr\u00fcnden als richtig dar (\u00a7 126 Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211; FGO -). Nach dem festgestellten Sachverhalt beabsichtigt die Kl\u00e4gerin, den steuerbeg\u00fcnstigten Zweck selbst zu erf\u00fcllen. Die geplante Errichtung der Geb\u00e4ude durch die GmbH ist der Kl\u00e4gerin zuzurechnen. Die Bestellung des Erbbaurechts f\u00fcr die GmbH, die Errichtung des Geb\u00e4udes durch diese GmbH entsprechend den W\u00fcnschen der Kl\u00e4gerin und die Vermietung an die Kl\u00e4gerin sind lediglich eine Finanzierung der Geb\u00e4ude durch die GmbH in Form des Finanzierungsleasings. Das Erbbaurecht dient anstelle von Grundpfandrechten der Sicherung der Finanzierungsmittel, bis die Kl\u00e4gerin durch den Mietzins diese Kredite getilgt haben wird. Der vorliegende Sachverhalt ist also nicht anders zu beurteilen, als wolle die Kl\u00e4gerin die f\u00fcr ihre eigene Betriebst\u00e4tte bestimmten Geb\u00e4ude ohne Bestellung eines Erbbaurechtes auf dem Grundst\u00fcck selbst errichten und die erforderlichen finanziellen Mittel durch Grundpfandkredite aufbringen (vgl. dazu das BFH-Urteil vom 26. Januar 1970 IV R 144\/66, BFHE 97, 466, BStBl II 1970, 264). Damit unterscheidet sich der vorliegende Sachverhalt grundlegend von denjenigen F\u00e4llen, in denen der Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer das erworbene Grundst\u00fcck einem Dritten f\u00fcr dessen gewerbliche Zwecke zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Urteil vom 18.2.1981 (II R 112\/78) BStBl. 1981 II S. 536 Der steuerbeg\u00fcnstigte Zweck im Sinne des Nr. 1 des Nordrhein-Westf\u00e4lischen GrEStStrukturG (Errichtung einer Betriebst\u00e4tte) wird nicht aufgegeben, wenn der Grundst\u00fcckserwerber die f\u00fcr seine Betriebst\u00e4tte notwendigen Geb\u00e4ude durch einen Leasinggeber (Finanzierungsleasing) errichten l\u00e4\u00dft, dem er ein Erbbaurecht an dem Grundst\u00fcck bestellt hat. 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