{"id":28637,"date":"1981-10-01T00:10:52","date_gmt":"1981-09-30T22:10:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=28637"},"modified":"2013-08-16T09:41:21","modified_gmt":"2013-08-16T07:41:21","slug":"bfh-beschluss-vom-1-10-1981-i-b-31-32_81-bstbl-1982-ii-s-130","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/bfh-beschluss-vom-1-10-1981-i-b-31-32_81-bstbl-1982-ii-s-130\/","title":{"rendered":"BFH-Beschlu\u00df vom 1.10.1981 (I B 31-32\/81) BStBl. 1982 II S. 130"},"content":{"rendered":"<p><strong>BFH-Beschlu\u00df vom 1.10.1981 (I B 31-32\/81) BStBl. 1982 II S. 130<\/strong><\/p>\n<p>Durch gesondert erhobene Klagen zweier Gemeinden anh\u00e4ngig gewordene Verfahren, die sich auf die Zerlegung eines einheitlichen Gewerbesteuerme\u00dfbetrages im Falle einer mehrgemeindlichen Betriebst\u00e4tte beziehen, m\u00fcssen zu gemeinsamer Verhandlung und einheitlicher Entscheidung verbunden werden. Die Beiladung des Steuerpflichtigen zu beiden Verfahren und der jeweils nicht klagenden Gemeinde zu dem durch die Klage der anderen Gemeinde anh\u00e4ngig gewordenen Verfahren gew\u00e4hrleistet nicht die gebotene einheitliche Entscheidung.<\/p>\n<p>GewStG \u00a7 30; FGO \u00a7 60 Abs. 3, \u00a7 73 Abs. 2.<\/p>\n<p>Vorinstanz: FG Baden-W\u00fcrttemberg<\/p>\n<p align=\"center\">Sachverhalt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gemeinde S &#8211; Beteiligte zu 1 &#8211; und die Stadt T &#8211; Beteiligte zu 2 &#8211; haben gegen die aufgrund Einspruchs der Beteiligten zu 2 ergangene Zerlegung der Gewerbesteuerme\u00dfbetr\u00e4ge 1962 bis 1971 auf die Beteiligten zu 1 und 2 durch die Einspruchsentscheidung vom 27. August 1976 Klage erhoben. Die Klage der Beteiligten zu 1 wird beim Finanzgericht (FG) unter dem Aktenzeichen II 186\/76 und die der Beteiligten zu 2 unter dem Aktenzeichen II 190\/76 gef\u00fchrt. Durch den mit der Beschwerde &#8211; Aktenzeichen des Bundesfinanzhofs (BFH) I B 31\/81 &#8211; angefochtenen Beschlu\u00df vom 9. M\u00e4rz 1981 II 186\/76 hat das FG zu diesem Verfahren die Beteiligte zu 2 und die A KG (die Beschwerdef\u00fchrerin) und durch den ebenfalls mit der Beschwerde &#8211; Aktenzeichen des BFH I B 32\/81 &#8211; angegriffenen Beschlu\u00df vom 9. M\u00e4rz 1981 II 190\/76 die Beteiligte zu 1 und die Beschwerdef\u00fchrerin zu dem vom FG getrennt behandelten Klageverfahren beigeladen.<\/p>\n<p align=\"center\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Beschwerden sind begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die in den Verfahren vor dem FG II 186\/76 und II 190\/76 erhobenen Klagen richten sich gegen die Einspruchsentscheidung des FA vom 27. August 1976, durch die das FA die urspr\u00fcnglich der Beteiligten zu 1 zugewiesenen Anteile (\u00a7 28 des Gewerbesteuergesetzes -GewStG-) an den einheitlichen Gewerbesteuerme\u00dfbetr\u00e4gen 1962 bis 1971 wegen Vorliegens einer mehrgemeindlichen Betriebst\u00e4tte (\u00a7 30 GewStG) auf die Beteiligten zu 1 und 2 zerlegt hat. Die Beteiligte zu 1 begehrt mit der zu Aktenzeichen II 186\/76 erhobenen Klage, die Einspruchsentscheidung aufzuheben; sie will also die ihr urspr\u00fcnglich zugewiesenen Zerlegungsanteile behalten. Die Beteiligte zu 2 beantragt mit der zu Aktenzeichen II 190\/76 erhobenen Klage, die ihr durch die Einspruchsentscheidung zugewiesenen Zerlegungsanteile (zu Lasten des jeweiligen Anteils der Beteiligten zu 1) zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>1. Der Senat hat aufgrund der Beschwerden nur dar\u00fcber zu entscheiden, ob das FG die Beschwerdef\u00fchrerin durch die angefochtenen Beschl\u00fcsse zu Recht gesondert zu den jeweiligen Verfahren II 186\/76 und II 190\/76 beigeladen hat. Da weder einer der Beteiligten zu 1 und 2 noch das FA die Beiladungsbeschl\u00fcsse angefochten haben, ist es dem Senat verwehrt, \u00fcber die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der beiden Beschl\u00fcsse zu entscheiden, soweit die beiden Beteiligten zu 1 und 2 zu dem durch die Klage jeweils des anderen Beteiligten in Gang gebrachten Klageverfahren beigeladen worden sind.<\/p>\n<p>Im vorliegenden Verfahren ist auch nicht dar\u00fcber zu befinden, ob das FA das umstrittene Verfahren der Zerlegung zu Recht auf die mehrgemeindliche Betriebst\u00e4tte beschr\u00e4nkt hat (vgl. Urteil des BFH vom 12. Oktober 1977 I R 227\/75, BFHE 124, 65, 72, BStBl II 1978, 160). Es ist Sache des FG, im Verfahren \u00fcber die Hauptsache dar\u00fcber zu befinden, ob diese Frage entscheidungserheblich ist und, wenn es dies bejaht, \u00fcber sie zu entscheiden.<\/p>\n<p>2. Die Beiladungsbeschl\u00fcsse sind aufzuheben, soweit die Beschwerdef\u00fchrerin zu den beiden vor dem FG anh\u00e4ngigen &#8211; selbst\u00e4ndigen &#8211; Verfahren II 186\/76 und II 190\/76 beigeladen worden ist. Eine notwendige Beiladung der Beschwerdef\u00fchrerin zum Verfahren, das sich auf die Zerlegung des Gewerbesteuerme\u00dfbetrags bezieht (vgl. Beschl\u00fcsse des BFH vom 24. Juni 1971 IV R 219\/68, BFHE 102, 460, BStBl II 1971, 714 und vom 15. Mai 1975 IV R 197\/71, BFHE 116, 382, BStBl II 1975, 828), kommt erst in Betracht, nachdem das FG die bei ihm anh\u00e4ngigen Verfahren II 186\/76 und II 190\/76, mit denen die Beteiligten zu 1 und 2 entgegengesetzte Interessen verfechten, gem\u00e4\u00df \u00a7 73 Abs. 2 FGO zu gemeinsamer Verhandlung und einheitlicher Entscheidung verbunden hat. Diese Verbindung mu\u00df ausgesprochen werden, wenn mehrere Klagen von mehreren Kl\u00e4gern erhoben worden sind und \u00fcber die anh\u00e4ngigen Rechtsstreitigkeiten einheitlich zu entscheiden ist (Gr\u00e4ber, Finanzgerichtsordnung, \u00a7 73 Rdnr. 3, mit Nachweisen; Ziemer\/Haarmann\/Lohse, Rechtsschutz in Steuersachen, Tz. 2801). Bei einem Rechtsstreit \u00fcber die Zerlegung eines einheitlichen Gewerbesteuerme\u00dfbetrags im Falle einer mehrgemeindlichen Betriebst\u00e4tte darf gegen\u00fcber den Gemeinden, auf deren Gebiet sich die mehrgemeindliche Betriebst\u00e4tte erstrecken kann, sowie dem Steuerpflichtigen und dem FA nur eine einheitliche Entscheidung ergehen (vgl. BFHE 116, 382, 385, BStBl II 1975, 828). Nur aufgrund der Verbindung der auf den gleichen Gegenstand bezogenen Verfahren, die durch die Klagen der Beteiligten zu 1 und 2 in Gang gebracht worden sind, wird die Grundlage f\u00fcr eine einheitliche Entscheidung des streitigen Rechtsverh\u00e4ltnisses geschaffen. Erst nach der Beiladung der Beschwerdef\u00fchrerin zu den verbundenen Verfahren II 186\/76 und II 190\/76 ist eine einheitliche Entscheidung gegen\u00fcber ihr, den Beteiligten zu 1 und 2 und dem FA gew\u00e4hrleistet.<\/p>\n<p>Die bisher geschehene Beiladung der Beteiligten zu 1 und der Beschwerdef\u00fchrerin zu dem von der Beteiligten zu 2 in Gang gebrachten Klageverfahren einerseits und die Beiladung der Beteiligten zu 2 und der Beschwerdef\u00fchrerin zu dem von der Beteiligten zu 1 betriebenen Verfahren andererseits bieten keine Grundlage f\u00fcr eine rechtsnotwendig einheitliche Entscheidung. Deshalb ist die gesonderte Beiladung der Beschwerdef\u00fchrerin zu dem Verfahren II 186\/76 einerseits und dem Verfahren II 190\/76 andererseits als notwendige Beiladung i. S. des \u00a7 60 Abs. 3 FGO rechtlich nicht statthaft. Die Aufrechterhaltung dieser Beiladung. als sog. einfache Beiladung (\u00a7 60 Abs. 1 FGO) w\u00e4re sinnwidrig, weil die beiden Verfahren aufgrund \u00a7 73 Abs. 2 FGO ohnehin verbunden werden m\u00fcssen und dann die Voraussetzungen f\u00fcr eine notwendige Beiladung der Beschwerdef\u00fchrerin vorliegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH-Beschlu\u00df vom 1.10.1981 (I B 31-32\/81) BStBl. 1982 II S. 130 Durch gesondert erhobene Klagen zweier Gemeinden anh\u00e4ngig gewordene Verfahren, die sich auf die Zerlegung eines einheitlichen Gewerbesteuerme\u00dfbetrages im Falle einer mehrgemeindlichen Betriebst\u00e4tte beziehen, m\u00fcssen zu gemeinsamer Verhandlung und einheitlicher Entscheidung verbunden werden. 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