{"id":30515,"date":"2013-03-10T10:29:23","date_gmt":"2013-03-10T08:29:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=30515"},"modified":"2013-03-10T10:29:23","modified_gmt":"2013-03-10T08:29:23","slug":"xi-r-36-10-warenmuster-und-geschenke-von-geringem-wert-is-des-par-3-abs-1b-satz-1-nr-3-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-36-10-warenmuster-und-geschenke-von-geringem-wert-is-des-par-3-abs-1b-satz-1-nr-3-ustg\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;36\/10 &#8211; Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, XI R 36\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein von einem Unternehmer einem Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels unentgeltlich zugewendetes Set &#8211;bestehend aus Blutzuckermessger&auml;t, Stechhilfe und Teststreifen&#8211;, das einen sp&auml;teren Verkauf der Teststreifen f&ouml;rdern soll, ist kein Warenmuster i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ob das Set ein nicht umsatzsteuerbares Geschenk von geringem Wert i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG ist, h&auml;ngt von der Einhaltung der Wertgrenze des &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG ab. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die unentgeltliche Abgabe eines Sets, bestehend aus Blutzuckermessger&auml;t, Stechhilfe und Teststreifen, an Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels als unentgeltliche Wertabgabe nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) der Umsatzbesteuerung unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist umsatzsteuerrechtliche Organtr&auml;gerin einer GmbH, die im Streitjahr 1999 &uuml;ber &Auml;rzte, Schulungszentren f&uuml;r Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen kostenlos Sets an interessierte Diabetiker &uuml;berlie&szlig;. Die Sets bestanden aus einem in einem Karton verpackten elektronischen Blutzuckermessger&auml;t, einer Stechhilfe und einer geringen Anzahl von Teststreifen; regelm&auml;&szlig;ig handelte es sich um &#8230; Teststreifen. Zur Messung des Blutzuckerspiegels muss der Diabetiker nach der dem Set beigef&uuml;gten Kurzanleitung einen Teststreifen in das Messger&auml;t einf&uuml;hren, anschlie&szlig;end unter Verwendung der Stechhilfe aus der Fingerkuppe einen Tropfen Blut entnehmen und mit dem Tropfen den vorderen Rand des Teststreifens ber&uuml;hren; das Messger&auml;t ermittelt sodann den Blutzuckerwert und zeigt ihn digital an. Die Diabetiker wurden von den &Auml;rzten, Schulungszentren und Laboreinrichtungen jeweils in der Handhabung des Systems unterwiesen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Diabetiker durfte das als &quot;unverk&auml;ufliches Testger&auml;t&quot; bezeichnete (in der Regel von ihm im Rahmen einer Schulung benutzte) Set behalten. Er zahlte kein Entgelt und konnte &uuml;ber das Set nach Belieben verf&uuml;gen. Das Blutzuckermessger&auml;t konnte nur mit den in dem Set enthaltenen und von der GmbH auch separat vertriebenen Teststreifen genutzt werden, die jeweils zum einmaligen Gebrauch geeignet waren. Das Gesch&auml;ftsmodell beruhte darauf, dass ein Diabetiker, der mehrmals am Tag misst, mit dem ihm vertrauten System weiter messen will und sich die f&uuml;r das geschlossene System ben&ouml;tigten Teststreifen selbst kauft oder vom Arzt verschreiben l&auml;sst, um sie zu erwerben. &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte die Vorsteuern aus Aufwendungen f&uuml;r die Herstellung der Sets geltend, unterwarf die Abgabe der Sets in ihrer Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung f&uuml;r 1999 aber nicht der Umsatzbesteuerung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung wurde die Abgabe der Sets soweit sie nach dem 1.&nbsp;April 1999 erfolgt war als unentgeltliche Wertabgabe i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 &#8211;StEntlG 1999\/2000\/ 2002&#8211; vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402, BStBl I 1999, 304) qualifiziert; ein Warenmuster im Sinne dieser Vorschrift liege nicht vor. Dementsprechend bezog der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit nach &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung ge&auml;ndertem Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 1999 vom &#8230; die Abgabe der Sets als unentgeltliche Wertabgabe in die Bemessungsgrundlage ein und erh&ouml;hte die Umsatzsteuer von &#8230;&nbsp;DM (&#8230;&nbsp;EUR) auf &#8230;&nbsp;DM (&#8230;&nbsp;EUR). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einspruchsentscheidung vom &#8230; k&uuml;rzte das FA die Bemessungsgrundlage um den auf die unentgeltliche Abgabe der Teststreifen in den Sets entfallenden Teil der Bemessungsgrundlage in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM und setzte die Umsatzsteuer auf &#8230;&nbsp;EUR (=&nbsp;&#8230;&nbsp;DM) fest. Im &Uuml;brigen war der Einspruch erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt und setzte die Umsatzsteuer f&uuml;r 1999 auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Es f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen aus, die Abgabe der Sets sei nicht nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG steuerbar. Die Sets, jeweils bestehend aus Blutzuckermessger&auml;t, Stechhilfe und Teststreifen, seien Warenmuster, die f&uuml;r Zwecke des Unternehmens, n&auml;mlich zu Werbezwecken, abgegeben w&uuml;rden. Ziel sei es, den Kaufentschluss f&uuml;r die ausschlie&szlig;lich zu den Blutzuckermessger&auml;ten der GmbH passenden Teststreifen zu f&ouml;rdern. Dabei stellten Messger&auml;t und Teststreifen eine technische Einheit dar; der Annahme eines Warenmusters stehe es daher nicht entgegen, dass mit der Abgabe der Messger&auml;te nicht ausschlie&szlig;lich der Kauf eines weiteren Messger&auml;ts, sondern vor allem der Kauf der f&uuml;r dessen Betrieb erforderlichen Teststreifen angestrebt werde. Es handele sich um ein zusammengesetztes Warenmuster. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Offen k&ouml;nne daher bleiben, ob es sich bei der Abgabe des Blutzuckermessger&auml;ts auch um ein &#8211;die Besteuerung ebenfalls ausschlie&szlig;endes&#8211; Geschenk von geringem Wert i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG handele. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG. Es f&uuml;hrt zur Begr&uuml;ndung im Wesentlichen aus, in Bezug auf die Messger&auml;te finde ein unversteuerter Endverbrauch statt, der gesetzlich nicht gewollt sei. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem st&uuml;nden die Ausf&uuml;hrungen des FG im Widerspruch zu Verwaltungsanweisungen. Nach Abschn.&nbsp;24b Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;3 der Umsatzsteuer-Richtlinien (UStR) l&auml;gen dann keine Warenmuster vor, wenn gleichartige Erzeugnisse in solchen Mengen an denselben Empf&auml;nger abgegeben w&uuml;rden, dass sie insgesamt gesehen kein Muster im handels&uuml;blichen Sinne darstellten; die an die Empf&auml;nger der Sets &#8211;das seien nicht die einzelnen Diabetiker, sondern die &Auml;rzte, Schulungszentren f&uuml;r Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen&#8211; abgegebenen Mengen &uuml;berschritten diese St&uuml;ckzahl. Gem&auml;&szlig; Abschn.&nbsp;24b Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;5 UStR solle ein Warenmuster zum Kauf anregen und nicht diesen ersparen. &Auml;rzte, Schulungszentren und Laboreinrichtungen w&uuml;rden jedoch nicht zum Kauf angeregt, da die Abgabe an diese unentgeltlich erfolge. Auch ein Diabetiker erhalte in der Regel unentgeltlich ein Ersatzger&auml;t, wenn er dieses ben&ouml;tige. Zudem seien nach Abschn.&nbsp;24b Abs.&nbsp;10 UStR f&uuml;r die Pr&uuml;fung, ob Geschenke von geringem Wert vorl&auml;gen, die einem Empf&auml;nger je Kalenderjahr zugewendeten Geschenke zusammenzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG vorgenommene Definition eines Warenmusters entspreche nicht dem Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 30.&nbsp;September 2010 C-581\/08 &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 816). Dort habe der EuGH entschieden, dass ein Warenmuster ein Probeexemplar darstelle, durch das dessen Absatz gef&ouml;rdert werden solle. Mit der &Uuml;berlassung der Blutzuckermessger&auml;te sei jedoch gerade nicht deren entgeltlicher Absatz am Markt beabsichtigt gewesen. Das Gesch&auml;ftsmodell basiere vielmehr auf der Vermarktung der Teststreifen, deren &Uuml;berlassung daher zutreffend als &Uuml;berlassung von Warenmustern qualifiziert worden sei. Nach dem EuGH-Urteil sei entscheidendes Kriterium f&uuml;r das Vorliegen eines Warenmusters, ob die Abgabe zu einem Endverbrauch f&uuml;hre. Das sei hier der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Qualifikation der Sets als Warenmuster spreche auch, dass neben diesen Sets auch weitere Test-Ger&auml;te als &quot;klassische Vorf&uuml;hrger&auml;te&quot; an &Auml;rzte, Schulungszentren und Laboreinrichtungen unentgeltlich abgegeben worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu Unrecht zweifle das FG daran, dass f&uuml;r das Vorliegen von Geschenken mit geringem Wert auf die von dem Empf&auml;nger im Kalenderjahr insgesamt erhaltenen Zuwendungen abzustellen sei. Der EuGH habe in der EMI Group-Entscheidung (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) festgestellt, dass der Begriff &quot;Geschenke von geringem Wert&quot; i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG) einer nationalen Regelung nicht entgegenstehe, f&uuml;r alle Geschenke, die einer Person innerhalb eines Zeitraums von zw&ouml;lf Monaten zugewendet werden, eine monet&auml;re Obergrenze festzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/><\/br>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage als unbegr&uuml;ndet abzuweisen,<br \/><\/br>hilfsweise das Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/><\/br>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrt aus, es liege bereits keine unentgeltliche Wertabgabe i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG vor. Vielmehr habe sie mit der Abgabe der Sets eine entgeltliche Leistung i.S. des &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG erbracht, weil ein innerer Zusammenhang mit dem anschlie&szlig;enden Verkauf der Teststreifen bestehe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit man dagegen die Entgeltlichkeit verneine, stelle die Abgabe der Sets keine unentgeltliche Wertabgabe i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG dar. Diese Bestimmung sei so zu verstehen, dass lediglich eine unentgeltliche Zuwendung an das Personal den Steuertatbestand erf&uuml;lle, nicht aber die hier vorliegende unentgeltliche Abgabe aus unternehmerischen Gr&uuml;nden an andere Personen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Jedenfalls erf&uuml;lle das Set die Begriffsmerkmale eines Warenmusters i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG und Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG. Es handele sich nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) bindenden Tatsachenfeststellungen des FG insgesamt um ein zusammengesetztes Warenmuster. Das Messger&auml;t k&ouml;nne nicht mit Teststreifen anderer Hersteller benutzt werden. Beide Teile des Sets seien untrennbar miteinander verbundene Komponenten f&uuml;r eine bestimmungsgem&auml;&szlig;e Benutzung, die einen steten Zukauf der jeweils nur einmal benutzbaren und sich damit verbrauchenden Teststreifen erfordere. Die Abgabe des zusammengesetzten Warenmusters erfolge also, um durch Einweisung und Erprobung, insbesondere auch in Alltagssituationen, des Blutzuckermesssystems zum Kauf der Teststreifen anzuregen. Bei einem geschlossenen System mache es keinen Sinn, allein die Teststreifen als eine Komponente abzugeben, die isoliert nur zweckentfremdet, z.B. als Lesezeichen, verwendet werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Warenmuster liege unabh&auml;ngig davon vor, ob ein Gegenstand an einen Unternehmer f&uuml;r dessen unternehmerische Zwecke oder an Personen, bei denen es als Letztverbraucher zu einem Endverbrauch komme, abgegeben werde. Dies ergebe sich bereits aus dem ersten Entscheidungssatz des EuGH-Urteils &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816), wonach ein Warenmuster eine Bewertung der Merkmale und der Qualit&auml;t des Produkts erm&ouml;glichen solle, &quot;ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums&auml;tzen naturgem&auml;&szlig; verbundenen Endverbrauch zu f&uuml;hren&quot;. Dies komme auch in Abschn.&nbsp;24b Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;6 UStR (ebenso Abschn.&nbsp;3.3. Abs.&nbsp;13 Satz&nbsp;6 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses) zum Ausdruck: &quot;Ohne Bedeutung ist, ob Warenmuster einem anderen Unternehmer f&uuml;r dessen unternehmerische Zwecke oder einem Letztverbraucher zugewendet werden.&quot; <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesem Grund gehe auch der Hinweis des FA ins Leere, es sei einerseits zwischen den &quot;klassischen Vorf&uuml;hrger&auml;ten&quot;, die an &Auml;rzte, Schulungseinrichtungen und Laboreinrichtungen abgegeben werden und bei denen es sich mangels Weiterreichung an Patienten unstreitig um Warenmuster handele, und andererseits den weitergegebenen Sets zu unterscheiden. Denn auf die Weitergabe der Sets an Patienten und damit an Letztverbraucher komme es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Abgabe des Messger&auml;ts solle zwar nicht der Verkauf von Messger&auml;ten gef&ouml;rdert werden. Es gehe jedoch um die Werbung f&uuml;r den Kauf damit untrennbar verbundener, stetig neu zu besorgender, sich verbrauchender Produkte in Form der Teststreifen. Ebenso lasse sich von einer Gewohnheit sprechen, die beim Patienten entstehen solle. Denn aufgrund des bereits vorhandenen, erprobten und f&uuml;r gut befundenen Messger&auml;ts solle es zur Gewohnheit des Patienten werden, zuk&uuml;nftig ausschlie&szlig;lich die dazu passenden Teststreifen zu verwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abgabe des Sets befriedige nicht den Bedarf der Diabetiker an einem funktionierenden Messsystem. Der Bedarf eines Verbrauchers an einem Blutzuckermesssystem k&ouml;nne nur durch den Nachkauf von Teststreifen und sp&auml;ter auch Ersatzger&auml;ten gedeckt werden. Eine Bedarfsbefriedigung trete daher auch mit der Abgabe des Messger&auml;ts nicht ein. Die Abgabe des Sets erm&ouml;gliche nach der vom EuGH (Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) vorgenommenen Begriffsdefinition keinen anderen als den mit solchen Werbeums&auml;tzen naturgem&auml;&szlig; verbundenen Endverbrauch. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen stelle die Abgabe eines Sets ein &quot;Geschenk von geringem Wert&quot; i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG und Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG dar. Nach dem Willen der Kl&auml;gerin seien die Beschenkten ausschlie&szlig;lich die Diabetiker. Der Patient erhalte zun&auml;chst eine Einweisung in das Messsystem durch den Arzt, das Schulungszentrum oder den Apotheker. Durch das Ausprobieren des Messsystems werde es kontaminiert und dadurch wertlos. Der Wert eines Sets werde zu diesem Zeitpunkt bereits vor seiner Abgabe auf Null reduziert, da es von keiner anderen Person mehr verwendet werden k&ouml;nne, unverk&auml;uflich geworden sei und kein Markt f&uuml;r derartig gebrauchte Produkte existiere. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG stellt das hier zu beurteilende Set kein Warenmuster i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG f&uuml;r die beworbenen Teststreifen dar. Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob die &Uuml;berlassung eines Sets ein Geschenk von geringem Wert im Sinne dieser Vorschrift ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG werden einer Lieferung gegen Entgelt jede andere unentgeltliche Zuwendung eines Gegenstands, ausgenommen Geschenke von geringem Wert und Warenmuster f&uuml;r Zwecke des Unternehmens, gleichgestellt. Voraussetzung ist, dass der Gegenstand oder seine Bestandteile zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;2 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 14\/23, 196) wird zu der mit Wirkung ab 1.&nbsp;April 1999 durch das StEntlG 1999\/2000\/2002 eingef&uuml;hrten Vorschrift ausgef&uuml;hrt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Nach dem neuen &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Nr.&nbsp;3 UStG werden unentgeltliche Zuwendungen von Gegenst&auml;nden besteuert, die aus unternehmerischen Gr&uuml;nden (z.B. zu Werbezwecken, zur Verkaufsf&ouml;rderung oder zur Imagepflege) erbracht werden. Hierunter fallen z.B. h&ouml;herwertige Geschenke an Gesch&auml;ftsfreunde, Sachspenden an Vereine, Warenabgaben anl&auml;sslich von Preisausschreiben, Verlosungen usw. zu Werbezwecken. Ausgenommen von der Besteuerung werden lediglich Geschenke von geringem Wert oder die Abgabe von Warenmustern. Die Regelung entspricht Artikel&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der 6.&nbsp;EG-Richtlinie und dient der Vermeidung eines umsatzsteuerlich unbelasteten Letztverbrauchs. Geschenke und andere unternehmerisch veranlasste Warenabgaben werden nur besteuert, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des abgegebenen Gegenstands oder seine Bestandteile mit Umsatzsteuer belastet waren und der Unternehmer hinsichtlich dieser Steuer entweder zum vollen oder zumindest teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt war.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Vorschrift entspricht Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG bzw. Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;Mai 2008 XI&nbsp;R&nbsp;60\/07, BFHE 221, 512, BStBl II 2008, 721, unter II.1.; vom 13.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;12\/08, BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG wird einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt die Entnahme eines Gegenstands durch einen Steuerpflichtigen aus seinem Unternehmen f&uuml;r seinen privaten Bedarf, f&uuml;r den Bedarf seines Personals oder als unentgeltliche Zuwendung oder allgemein f&uuml;r unternehmensfremde Zwecke, wenn dieser Gegenstand oder seine Bestandteile zu einem vollen oder teilweisen Abzug der Mehrwertsteuer berechtigt haben. Jedoch fallen Entnahmen f&uuml;r Geschenke von geringem Wert und f&uuml;r Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens nicht darunter (Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach der Rechtsprechung des EuGH stellt Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG sicher, dass ein Steuerpflichtiger, der einen Gegenstand aus seinem Unternehmen entnimmt, und ein gew&ouml;hnlicher Verbraucher, der einen Gegenstand gleicher Art kauft, gleich behandelt werden. Diese Bestimmung l&auml;sst es daher nicht zu, dass ein Steuerpflichtiger, der beim Kauf eines seinem Unternehmen zugeordneten Gegenstands die Mehrwertsteuer abziehen konnte, der Zahlung der Mehrwertsteuer entgeht, wenn er diesen Gegenstand aus seinem Unternehmen f&uuml;r seinen privaten Bedarf entnimmt, und dass er so gegen&uuml;ber einem gew&ouml;hnlichen Verbraucher, der beim Erwerb des Gegenstands Mehrwertsteuer zahlt, einen ungerechtfertigten Vorteil genie&szlig;t. Die Besteuerung der in Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG erw&auml;hnten Entnahmen dient n&auml;mlich der Verhinderung von unversteuertem Endverbrauch (vgl. EuGH-Urteile vom 6.&nbsp;Mai 1992 C-20\/91 &#8211;de Jong&#8211;, Slg. 1992, I-2847, Rz&nbsp;15; vom 20.&nbsp;Januar 2005 C-412\/03 &#8211;Hotel Scandic G&aring;sab&auml;ck&#8211;, Slg. 2005, I-743, UR 2005, 194, Rz&nbsp;23; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;17; vgl. auch BFH-Urteil in BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG stellt eine Ausnahme von diesem Grundsatz dar, da er Entnahmen f&uuml;r Geschenke von geringem Wert und f&uuml;r Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens gleichwohl von der Besteuerung ausnimmt (vgl. EuGH-Urteile vom 27.&nbsp;April 1999 C-48\/97 &#8211;Kuwait Petroleum&#8211;, Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;23; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;18&nbsp;f.). Die Begriffe in Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG sind daher eng auszulegen, damit die Ziele von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG nicht beeintr&auml;chtigt werden, wobei darauf zu achten ist, dass der Ausnahme f&uuml;r Warenmuster und Geschenke von geringem Wert nicht ihre praktische Wirksamkeit genommen wird (vgl. EuGH-Urteile vom 18.&nbsp;November 2004 C-284\/03 &#8211;Temco Europe&#8211;, Slg. 2004, I-11237, UR 2005, 24, Rz&nbsp;17; vom 14.&nbsp;Juni 2007 C-434\/05 &#8211;Horizon College&#8211;, Slg. 2007, I-4793, UR 2007, 587, Rz&nbsp;16; in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat in der &Uuml;berlassung eines Sets zu Recht eine unentgeltliche Zuwendung eines Gegenstands i.S. von &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die GmbH als Zuwendende hat dem jeweiligen Diabetiker als Empf&auml;nger des Sets zielgerichtet einen Verm&ouml;gensvorteil verschafft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat insoweit festgestellt, dass die GmbH die Sets &quot;&uuml;ber &Auml;rzte, Schulungszentren f&uuml;r Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen &#8230; an interessierte Diabetiker&quot; &uuml;berlassen hat. Dies versteht der Senat als Feststellung dahingehend, dass entsprechend dem Zweck der kostenlosen Abgabe eine unentgeltliche Zuwendung des jeweiligen Sets an den Diabetiker und nicht an die &Auml;rzte usw. vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Erfolg wendet das FA hiergegen ein, dass nach den Feststellungen des FG die Kl&auml;gerin ihre Sets vor allem an &Auml;rzte, Schulungszentren f&uuml;r Diabetiker und bestimmte Laboreinrichtungen abgegeben habe. Denn das FG hat den &quot;gew&ouml;hnliche[n] Vertriebsweg&quot; dahingehend konkretisiert, dass nach der Vorstellung der zuwendenden GmbH im Streitfall letztlich die Diabetiker die Beschenkten sein sollten. Den &Auml;rzten, Schulungszentren f&uuml;r Diabetiker und Laboreinrichtungen kam insoweit lediglich eine Botenfunktion zu. Die an die Diabetiker abgegebenen Sets erm&ouml;glichten ihnen die Beurteilung und Pr&uuml;fung des Wesens, der Eigenschaften und der Qualit&auml;t des Blutzuckermesssystems.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die GmbH hat dem beg&uuml;nstigten Diabetiker unbeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsmacht an dem Set einger&auml;umt, ohne dass dieser eine Gegenleistung zu erbringen hatte. Der sp&auml;tere entgeltliche Erwerb der Teststreifen stellt kein &quot;Entgelt&quot; i.S. von &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG und Art.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG f&uuml;r den Erhalt des Sets dar. Es fehlt &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; an einem unmittelbaren Leistungszusammenhang und dem Austausch gegenseitiger Leistungen (vgl. dazu z.B. EuGH-Urteile vom 3.&nbsp;M&auml;rz 1994 C-16\/93 &#8211;Tolsma&#8211;, Slg. 1994, I-743, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1994, 357, Rz&nbsp;14; in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;26; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;August 2005 V&nbsp;R&nbsp;31\/04, BFHE 211, 551, BStBl II 2007, 183, unter II.1. und 2.; vom 5.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;60\/05, BFHE 219, 455, BStBl II 2009, 486, unter II.1.a, m.w.N.; vom 15.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;10\/08, BFHE 229, 406, BStBl II 2010, 879).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ohne Erfolg wendet die Kl&auml;gerin ein, die Ablehnung einer entgeltlichen Leistung w&uuml;rde zu einer unzul&auml;ssigen Doppelbesteuerung, n&auml;mlich zu einer zweimaligen Besteuerung der Abgabe der Sets f&uuml;hren, da sich die unentgeltliche Zuwendung des Sets &uuml;ber den Preis der Teststreifen amortisiere und die Kl&auml;gerin diesen Verkauf der Teststreifen versteuert habe. Denn die unentgeltliche Zuwendung des Sets (vgl. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG) ist umsatzsteuerrechtlich von einem evtl. sp&auml;teren Umsatz aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Teststreifen (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG) zu unterscheiden (vgl. auch EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat folgt nicht der Anregung der Kl&auml;gerin, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) eine Vorabentscheidung des EuGH zur Frage der (Un-)Entgeltlichkeit einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat insoweit die Frage aufgeworfen, ob Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG dahingehend auszulegen ist, &quot;dass eine entgeltliche Zuwendung nicht vorliegt, wenn zwischen dem unentgeltlich zugewendeten Gegenstand und sp&auml;teren entgeltlichen Ums&auml;tzen mit anderen Gegenst&auml;nden ein innerer Zusammenhang dergestalt gegeben ist, dass die sp&auml;ter gelieferten Gegenst&auml;nde ohne den unentgeltlichen zugewendeten Gegenstand technisch nicht benutzt werden k&ouml;nnen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Frage stellt sich nicht, weil sie f&auml;lschlicherweise davon ausgeht, dass die Teststreifen nur mit zuvor unentgeltlich zugewendeten Messger&auml;ten benutzt werden k&ouml;nnen. Vielmehr k&ouml;nnen die Teststreifen auch mit gekauften Messger&auml;ten der GmbH verwendet werden. Im &Uuml;brigen erachtet der Senat die Unionsrechtslage in Anbetracht des zwischenzeitlichen Stands der Rechtsprechung des EuGH als gekl&auml;rt (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;26, 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter diesen Umst&auml;nden besteht f&uuml;r den Senat keine Vorlagepflicht (vgl. zu den Voraussetzungen EuGH-Urteile vom 6.&nbsp;Oktober 1982&nbsp;&nbsp;283\/81 &#8211;C.I.L.F.I.T. u.a.&#8211;, Slg. 1982, 3415, Rz&nbsp;21; vom 6.&nbsp;Dezember 2005 C-461\/03 &#8211;Gaston Schul&#8211;, Slg. 2005, I-10513, Rz&nbsp;16; vom 15.&nbsp;September 2005 C-495\/03 &#8211;Intermodal Transports&#8211;, Slg. 2005, I-8151, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Ebenso wenig besteht ein Vorlagebedarf, soweit die Kl&auml;gerin vorbringt, dass nach der Textfassung der Richtlinie 77\/388\/EWG eine Auslegung des Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 dahingehend m&ouml;glich sei, dass die grammatikalisch mit einem &quot;oder&quot; verbundene &quot;unentgeltliche Zuwendung&quot; sich auf den in der Richtlinie 77\/388\/EWG vorher angef&uuml;hrten Bedarf seines Personals beziehe, so dass lediglich eine unentgeltliche Zuwendung an das Personal den Steuertatbestand erf&uuml;lle, eine unentgeltliche Abgabe aus unternehmerischen Gr&uuml;nden an andere Personen hingegen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn der EuGH hat mit Urteil &#8211;Kuwait Petroleum&#8211; (Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;22) entschieden, &quot;bereits aus dem Wortlaut&quot; des Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG gehe hervor, dass &quot;die Sechste Richtlinie die Entnahme eines Gegenstands durch einen Steuerpflichtigen aus seinem Unternehmen, den dieser unentgeltlich weitergibt, dann einer Lieferung gegen Entgelt gleichstellt, wenn dieser Gegenstand zu einem Vorsteuerabzug berechtigt hat, ohne da&szlig; es grunds&auml;tzlich entscheidend w&auml;re, ob diese Weitergabe f&uuml;r die Zwecke des Unternehmens stattfindet. Denn Satz&nbsp;2 dieser Bestimmung, der Entnahmen f&uuml;r Geschenke von geringem Wert und f&uuml;r Warenmuster zu Zwecken des Unternehmens von der Steuer ausnimmt, h&auml;tte keinen Sinn, wenn Satz&nbsp;1 Entnahmen, die der Steuerpflichtige &#8211; f&uuml;r die Zwecke des Unternehmens &#8211; unentgeltlich weitergibt, nicht der Mehrwertsteuer unterwerfen w&uuml;rde.&quot; Nach dem EuGH (Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;22; vgl. auch Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;8, 9, 11 und 46) ist Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG daher nicht lediglich dahin zu verstehen, dass alleine eine unentgeltliche Zuwendung f&uuml;r den Bedarf des Personals einer Lieferung gegen Entgelt gleichgestellt ist. Die Auslegung des EuGH wird auch durch die Entstehungsgeschichte des Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG best&auml;tigt (dazu im Detail vgl. EuGH-Urteil in Slg. 1999, I-2323, UR 1999, 278, Rz&nbsp;23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es liegt auch die Zuwendung eines Gegenstands i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG vor. &Uuml;berlassen wurde das Set, bestehend aus seinen in einem Karton verpackten und nur zusammen abgegebenen drei Bestandteilen. Dass ein Gegenstand auch aus mehreren Bestandteilen bestehen kann, ergibt sich aus &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;2 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat ferner festgestellt, dass die Kl&auml;gerin &#8211;wie nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;2 UStG erforderlich&#8211; die Vorsteuern aus den Aufwendungen f&uuml;r die Herstellung der Sets geltend gemacht hat, und dass die Abgabe der Sets f&uuml;r Zwecke des Unternehmens, n&auml;mlich zu Werbezwecken, erfolgte. Dies ist zwischen den Beteiligten unstreitig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Ansicht des FG ist das von der GmbH unentgeltlich an Diabetiker abgegebene Set kein Warenmuster i.S. des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3&nbsp;UStG f&uuml;r die Teststreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die Klagestattgabe darauf gest&uuml;tzt, dass ein Set ein Warenmuster der f&uuml;r den Betrieb des Messger&auml;ts erforderlichen Teststreifen sei. Denn das Blutzuckermessger&auml;t und die Teststreifen stellten eine technische Einheit dar. Die einzelnen Produkte k&ouml;nnten nicht unabh&auml;ngig voneinander sinnvoll genutzt werden. Es handele sich daher um ein zusammengesetztes Warenmuster.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies h&auml;lt einer revisionsrechtlichen Nachpr&uuml;fung nicht stand. Das Urteil des FG ist daher aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der EuGH hat in dem Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;16) entschieden, dass die Richtlinie 77\/388\/EWG keine Definition des Warenmusterbegriffs enth&auml;lt. Bei dessen Auslegung sind daher der Wortlaut, der Zusammenhang und die Ziele von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. EuGH-Urteil vom 6.&nbsp;M&auml;rz 2008 C-98\/07 &#8211;Nordania Finans und BG Factoring&#8211;, Slg. 2008, I-1281, UR 2008, 625, Rz&nbsp;17, m.w.N.). Ein Warenmuster i.S. von Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;2 der Richtlinie 77\/388\/EWG ist danach ein Probeexemplar eines Produkts, durch das dessen Absatz gef&ouml;rdert werden soll und das eine Bewertung der Merkmale und der Qualit&auml;t dieses Produkts erm&ouml;glicht, ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums&auml;tzen naturgem&auml;&szlig; verbundenen Endverbrauch zu f&uuml;hren (EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;40 und 1.&nbsp;Leitsatz; vgl. auch Klenk in S&ouml;lch\/ Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;380).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese vom EuGH aufgestellten Voraussetzungen eines Warenmusters sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das von der GmbH an Diabetiker unentgeltlich abgegebene Set, bestehend aus Blutzuckermessger&auml;t, Stechhilfe und Teststreifen, ist kein &quot;Probeexemplar eines Produkts, durch das dessen Absatz gef&ouml;rdert werden soll&quot; im Sinne der dargelegten Definition des EuGH eines Warenmusters.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn gef&ouml;rdert werden soll mit dieser unentgeltlichen Abgabe des Sets lediglich der Absatz von (nachzukaufenden) Teststreifen, nicht aber auch ein sp&auml;terer entgeltlicher Erwerb eines weiteren Sets oder eines weiteren Blutzuckermessger&auml;ts oder einer weiteren Stechhilfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die unentgeltliche Abgabe des Sets kann auch deshalb nicht als Warenmuster qualifiziert werden, weil sie im Sinne der dargelegten Definition des EuGH eines Warenmusters &quot;zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums&auml;tzen naturgem&auml;&szlig; verbundenen Endverbrauch&quot; f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Diabetiker haben mit dem Set unentgeltlich und dauerhaft ein Blutzuckermessger&auml;t und eine Stechhilfe erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch das von der GmbH durchgef&uuml;hrte Gesch&auml;ftsmodell erspart sich der Diabetiker den Kauf des Blutzuckermessger&auml;ts und der Stechhilfe. Diesen umsatzsteuerrechtlich unbelasteten Letztverbrauch soll &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG &#8211;wie dargelegt&#8211; gerade verhindern. Die Abgabe eines Warenmusters soll dem Empf&auml;nger den Kauf nicht ersparen, sondern zum Kauf anregen (vgl. Fritsch in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;322.44; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;1290; Widmann, UR 2000, 19, 21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist es nicht entscheidungserheblich und kann offenbleiben, ob es Vorf&uuml;hrger&auml;te gibt, die bei &Auml;rzten oder in Schulungszentren aufgestellt sind und dort von Patienten ausprobiert werden k&ouml;nnen, oder ob aus hygienisch-medizinischen Gr&uuml;nden ein Messger&auml;t nur von einem einzigen Diabetiker benutzt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl&auml;gerin unter Bezugnahme auf Rz&nbsp;20 des EuGH-Urteils &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) vorbringt, es sei darauf zu achten, dass dem Warenmuster nicht die &quot;praktische Wirksamkeit&quot; genommen werde, kann dieser Einwand im Streitfall nicht durchdringen. Aus den vorstehenden Gr&uuml;nden ergibt sich, dass der Ausnahme f&uuml;r Warenmuster nicht ihre praktische Wirksamkeit genommen wird, weil es bei dem streitgegenst&auml;ndlichen Gesch&auml;ftsmodell hinsichtlich der Messger&auml;te und Stechhilfen an den Eigenschaften von Warenmustern fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin stellt die Annahme des FG, bei einem Set handele es sich um ein &quot;zusammengesetztes Warenmuster&quot;, keine den BFH nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO grunds&auml;tzlich bindende Tatsachenfeststellung dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff des Warenmusters ist ein umsatzsteuerrechtlicher Rechtsbegriff (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;16 bis 40). Im Streitfall geht es um die umsatzsteuerrechtliche Bewertung der &Uuml;berlassung von Sets, bei der es sich um eine rechtliche Schlussfolgerung handelt. Das FG, das die vom EuGH in der Rechtssache &#8211;EMI Group&#8211; nach Ergehen des FG-Urteils aufgestellten Rechtsgrunds&auml;tze und die in dieser Rechtssache erfolgte rechtliche Begriffsdefinition des Warenmusters nicht kennen konnte, ist bei der Anwendung seiner im vorinstanzlichen Urteil formulierten Rechtss&auml;tze auf den konkreten Sachverhalt von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Eine abweichende rechtliche Beurteilung folgt &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin&#8211; auch nicht aus dem Beispiel im Schlussantrag des Generalanwalts J&auml;&auml;skinen vom 15.&nbsp;April 2010 in der Rechtssache &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607). Nach Ansicht des Generalanwalts k&ouml;nne ein Warenmuster auch dann vorliegen, wenn es einen Werbezweck dahingehend erf&uuml;lle, dass es bei den K&auml;ufern eine neue Gewohnheit entstehen lasse. Auch k&ouml;nnten Einzelexemplare, etwa von B&uuml;chern, Zeitschriften oder CDs, Warenmuster sein, wenn mit der Abgabe das Ziel verfolgt werde, f&uuml;r eine Serie, Sammlung, Mitgliedschaft in einem Buchclub oder das Abonnement einer Zeitschrift zu werben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat in dem Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) diese Erw&auml;gung nicht &uuml;bernommen und insbesondere den Begriff &quot;Gewohnheit&quot; nicht benutzt. Im &Uuml;brigen ist der Streitfall auch nicht mit dem Beispielssachverhalt vergleichbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Ferner folgt der Senat nicht der Anregung der Kl&auml;gerin, gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 AEUV eine Vorabentscheidung des EuGH zu den Rechtsfragen einzuholen, ob auch zusammengesetzte Warenmuster unter den Begriff des &quot;Warenmusters&quot; fallen, und wie die Voraussetzung &quot;ohne zu einem anderen als dem mit solchen Werbeums&auml;tzen naturgem&auml;&szlig; verbundenen Endverbrauch&quot; f&uuml;r die Annahme eines Warenmusters zu verstehen ist. Die Vorlage kommt nicht in Betracht, weil die Fragen, die der EuGH nach Ansicht der Kl&auml;gerin beantworten soll, von den konkreten, festgestellten Umst&auml;nden des jeweiligen Einzelfalls abh&auml;ngen. Dar&uuml;ber hinaus erachtet der Senat f&uuml;r den Streitfall die Definition eines Warenmusters in Anbetracht der Rechtsprechung des EuGH als gekl&auml;rt (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;40 und 1.&nbsp;Leitsatz). Einer Vorlage an den EuGH gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;267 Abs.&nbsp;3 AEUV bedurfte es deshalb nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1b Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 UStG nimmt &#8211;neben der unentgeltlichen Zuwendung von Warenmustern&#8211; auch Geschenke von geringem Wert von einer Besteuerung aus. Die Feststellungen des FG &#8211;das ausgehend von seiner Rechtsauffassung diese Ausnahme nicht abschlie&szlig;end gepr&uuml;ft hat&#8211; reichen nicht aus, um beurteilen zu k&ouml;nnen, ob die &Uuml;berlassung des jeweiligen Sets ein Geschenk von geringem Wert ist. F&uuml;r diese Beurteilung hat das FG im zweiten Rechtsgang die im EuGH-Urteil &#8211;EMI Group&#8211; (Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816) aufgestellten Grunds&auml;tze zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ausgehend von den Feststellungen des FG ist &#8211;wie unter II.2.a&nbsp;aa dargelegt&#8211; der Diabetiker f&uuml;r das jeweilige Set Geschenkempf&auml;nger, da die Beurteilung der &Uuml;bergabe eines Gegenstands als &quot;Geschenk von geringem Wert&quot; davon abh&auml;ngt, wer nach der Vorstellung des Schenkers der letztlich Beschenkte sein sollte (EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Geschenken von geringem Wert handelt es sich im Streitjahr um die Abgabe von Waren, deren individueller Nettowert ohne Umsatzsteuer den Betrag von 75&nbsp;DM nicht &uuml;bersteigt (vgl. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1a Nr.&nbsp;1 UStG i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung vom 1.&nbsp;April bis 31.&nbsp;Dezember 1999; Abschn.&nbsp;24b Abs.&nbsp;8 Satz&nbsp;6 UStR 2000; Michl in Offerhaus\/ S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;3 UStG Rz&nbsp;74d; Fritsch in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;322.42&nbsp;f.). Diese auf das Streitjahr bezogene Wertgrenze liegt innerhalb des durch Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;6 der Richtlinie 77\/388\/EWG einger&auml;umten Ermessensspielraums (vgl. EuGH-Urteil in Slg. 2010, I-8607, UR 2010, 816, Rz&nbsp;44; Nieskens in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;1270&nbsp;f.; Widmann, UR 2000, 19, 21). Auf die durchschnittlichen Aufwendungen der GmbH kommt es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;gerin einwendet, dass das Set bereits vor der Zuwendung durch die im Rahmen des Ausprobierens erfolgte Kontamination wertlos wird, folgt der Senat dem im Ergebnis nicht. Die Zuwendung und &Uuml;bergabe des Sets gehen dem Ausprobieren durch den Diabetiker voraus. Im Streitfall stand von vornherein fest, dass der Diabetiker das im Rahmen einer Schulung benutzte Set behalten und nach Belieben dar&uuml;ber verf&uuml;gen durfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.12.2012, XI R 36\/10 Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG Leits&auml;tze 1. Ein von einem Unternehmer einem Diabetiker zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels unentgeltlich zugewendetes Set &#8211;bestehend aus Blutzuckermessger&auml;t, Stechhilfe und Teststreifen&#8211;, das einen sp&auml;teren Verkauf der Teststreifen f&ouml;rdern soll, ist kein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-36-10-warenmuster-und-geschenke-von-geringem-wert-is-des-par-3-abs-1b-satz-1-nr-3-ustg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;36\/10 &#8211; Warenmuster und Geschenke von geringem Wert i.S. des &sect; 3 Abs. 1b Satz 1 Nr. 3 UStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-30515","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30515","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=30515"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/30515\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30515"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30515"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30515"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}